Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Ich glaube schon.«
»Wie beruhigend.« Ich dachte an die vielen Bronzestatuen in den Parks, auf den Plätzen und in den Gebäuden von New York. Es mussten Hunderte sein oder sogar Tausende.
Dann explodierte am Abendhimmel eine Kugel aus grünem Licht. Griechisches Feuer, irgendwo über dem East River.
»Wir müssen uns beeilen«, sagte ich. Und wir rannten zurück zur Vespa.
Wir hielten vor dem Battery Park, am unteren Ende von Manhattan, wo Hudson und East River zusammenfließen und in die Bucht münden.
»Warte hier«, sagte ich zu Annabeth.
»Percy, du solltest nicht allein gehen.«
»Okay, wenn du unter Wasser atmen kannst …«
Sie seufzte. »Manchmal nervst du ganz schön.«
»Wenn ich Recht habe, meinst du? Mir passiert schon nichts. Auf mir liegt jetzt der Fluch des Achilles. Ich bin unbesiegbar und so.«
Annabeth wirkte nicht überzeugt. »Sei trotzdem vorsichtig. Ich will nicht, dass dir etwas passiert. Ich meine, weil wir dich in der Schlacht brauchen.«
Ich grinste. »Bin gleich wieder da.«
Ich kletterte zum Ufer hinab und watete in das Wasser.
Nur zur Info für euch Nicht-Meeresgott-Leute – geht im Hafen von New York lieber nicht schwimmen. Er ist vielleicht nicht mehr so verdreckt, wie als meine Mom jung war, aber das Wasser würde euch vermutlich immer noch ein drittes Auge oder spätere Mutantenkinder verpassen.
Ich tauchte in den Schlamm, ließ mich auf den Boden sinken und versuchte die Stelle zu finden, wo die Strömung von beiden Flüssen gleich stark war – wo sie sich trafen, um die Bucht zu bilden. Es schien mir logisch, dass ich dort ihre Aufmerksamkeit am besten erregen könnte. »HE!«, rief ich mit meiner besten Unterwasserstimme. »Ich hab gehört, ihr seid so verdreckt, dass es euch peinlich ist, eure Gesichter zu zeigen. Stimmt das?«
Eine kalte Strömung wogte durch die Bucht und wirbelte dabei Wolken aus Abfällen und Schlamm auf.
»Ich habe gehört, dass der East River giftiger ist«, sagte ich dann. »Aber dass der Hudson mehr stinkt. Oder ist es umgekehrt?«
Das Wasser schimmerte. Etwas Mächtiges und Wütendes beobachtete mich jetzt. Ich konnte seine Anwesenheit spüren … oder vielleicht waren es auch zwei Anwesenheiten.
Ich hatte Angst, mich mit den Beleidigungen vergaloppiert zu haben. Was, wenn sie mich einfach hochgehen ließen, ohne sich zu zeigen? Andererseits waren es New Yorker Flussgottheiten. Ich ging davon aus, dass es eher ihrer Natur entsprach zurückzumotzen.
Und richtig, vor mir erhoben sich zwei riesige Gestalten. Auf den ersten Blick waren es einfach zwei dunkelbraune Schlammsäulen, dichter als das Wasser, das sie umgab. Dann wuchsen ihnen Beine, Arme und verärgerte Gesichter.
Das Wesen auf der linken Seite sah einem Telchinen beunruhigend ähnlich. Es hatte ein Wolfsgesicht und sein Körper war ein wenig seehundshaft – glatt und schwarz mit Flossenhänden und -füßen. Seine Augen glühten in einem verstrahlten Grün.
Der Typ rechts sah eher menschlich aus. Er trug Lumpen und Seetang und ein Kettenhemd aus Kronkorken und alten Sechserpackhaltern aus Kunststoff. Sein Gesicht war voller blasiger Algen und sein Bart wucherte in alle Richtungen. Seine tiefblauen Augen loderten vor Zorn.
Der Seehund, der der Gott des East River sein musste, fragte: »Bist du eigentlich lebensmüde, Kleiner? Oder einfach nur strohdoof?«
Der bärtige Geist des Hudson schnaubte: »Mit strohdoof kennst du dich ja aus, East.«
»Sieh dich vor, Hudson«, knurrte East. »Bleib auf deiner Seite der Insel und kümmere dich um deinen eigenen Kram.«
»Oder was? Schmeißt du mir sonst wieder ein Müllboot in die Fresse?«
Sie schwammen aufeinander zu, bereit zum Kampf.
»Aufhören!«, rief ich. »Wir haben ein größeres Problem!«
»Der Kleine hat Recht«, fauchte East. »Bringen wir ihn zusammen um, danach kämpfen wir gegeneinander.«
»Klingt gut«, sagte Hudson.
Ehe ich protestieren konnte, schoss der gesamte Müll vom Boden hoch und flog aus allen Richtungen auf mich zu: Glasscherben, Schutt, Konservendosen, Reifen.
Aber damit hatte ich gerechnet. Das Wasser vor mir verdichtete sich zu einem Schild und der Müll prallte davon ab. Nur ein Stück kam durch – eine riesige Glasscherbe, die meine Brust traf und mich eigentlich hätte umbringen müssen, aber sie zerbrach an meiner Haut.
Die beiden Flussgötter starrten mich an.
»Sohn des Poseidon?«, fragte East.
Ich nickte.
»Kleines Bad im Styx genommen?«, fragte Hudson.
»Genau.«
Beide stöhnten angewidert.
»Na, das ist ja toll«, sagte East. »Wie sollen wir ihn denn dann umbringen?«
»Wir könnten ihm einen Elektroschock versetzen«, sagte Hudson nachdenklich. »Wenn ich nur ein paar Kabel finden könnte …«
»Jetzt hört mir zu!«, sagte ich. »Die Armee des Kronos versucht, Manhattan zu erobern.«
»Meinst du, das wüssten wir nicht?«, fragte East. »Ich kann seine Boote spüren. Sie sind schon fast drüben.«
»Ja«, stimmt Hudson zu. »Und ein paar fiese Monster überqueren meine Gewässer.«
»Dann haltet sie auf«, sagte ich. »Ertränkt sie. Versenkt ihre Boote.«
»Warum sollten wir?«, knurrte Hudson. »Sollen sie doch den Olymp besetzen. Kann uns echt egal sein.«
»Aber ich kann euch bezahlen.« Ich zog den Sanddollar hervor, den mein Vater mir zum Geburtstag geschenkt hatte.
Die Flussgötter machten große Augen.
»Der gehört mir!«, sagte East. »Gib ihn mir, Kleiner, und ich verspreche dir, keiner von Kronos’ Abschaum wird den East River überqueren.«
»Vergiss es«, sagte Hudson. »Der Sanddollar gehört mir, es sei denn, ich soll diese ganzen Schiffe den Hudson überqueren lassen.«
»Wir teilen.« Ich zerbrach den Sanddollar. Aus der Bruchstelle rieselte sauberes Süßwasser, als ob die Verschmutzung in der Bucht dadurch aufgelöst würde.
»Ihr kriegt jeder die Hälfte«, sagte ich. »Und im Gegenzug haltet ihr Kronos’ gesamte Armee aus Manhattan heraus.«
»Oh Mann«, jammerte Hudson und streckte die Hand nach dem Sanddollar aus. »Ich war schon so lange nicht mehr sauber.«
»Die Macht des Poseidon«, murmelte East River. »Er ist ein Mistkerl, aber wie man Verschmutzung wegkriegt, das weiß er.«
Sie wechselten einen Blick, dann sagten sie wie aus einem Munde: »Abgemacht.«
Ich reichte jedem einen halben Sanddollar, den sie ehrfurchtsvoll entgegennahmen.
»Äh, die Invasoren«, erinnerte ich sie vorsichtig.
East winkte mit der Hand. »Schon versenkt.«
Hudson schnippte mit den Fingern. »Meute von Höllenhunden soeben untergegangen.«
»Danke«, sagte ich. »Bleibt sauber.«
Als ich zur Oberfläche aufstieg, rief East: »He, Kleiner, wenn du mal wieder einen Sanddollar auszugeben hast, dann komm zurück. Falls du überlebst.«
»Fluch des Achilles«, schnaubte Hudson. »Die bilden sich immer ein, der könnte sie retten, stimmt’s?«
»Wenn der wüsste«, sagte East zustimmend. Beide lachten und lösten sich dann im Wasser auf.
Annabeth telefonierte am Ufer, hörte aber auf, sowie sie mich sah. Sie wirkte ziemlich erschüttert.
»Es hat geklappt«, sagte ich. »Die Flüsse sind sauber.«
»Gut«, sagte sie. »Denn wir haben ein neues Problem. Michael Yew hat gerade angerufen. Eine ganze Armee marschiert über die Williamsburg Bridge. Die Apollo-Hütte braucht Hilfe. Und Percy, das Monster, das den Feind anführt … das ist der Minotaurus.«
Wir zerstören eine Brücke
Zum Glück hatte Blackjack gerade Dienst.
Ich stieß meinen besten Taxipfiff aus, und innerhalb weniger Minuten kreiselten zwei dunkle Gestalten aus dem Himmel zu uns herab. Zuerst sahen sie aus wie Habichte, aber als sie näher kamen, konnte ich die langen galoppierenden Pegasusbeine erkennen.
Yo, Boss. Blackjack landete und trabte aus, dicht gefolgt von seinem Freund Porkpie. Mann, hatte schon gedacht, die Windgötter würden uns nach Pennsylvania blasen, aber dann haben wir gesagt, dass wir zu dir wollen.