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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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Über ihm ragte das Monster Kampe auf. Ihre Schlangen zischten um ihre Beine. Tierköpfe knurrten an ihrer Taille. Sie hatte ihre Schwerter gezogen, die vor Gift schimmerten, und da sie ihre Fledermausflügel ausgebreitet hatte, nahm sie den gesamten Gang ein.

»Du.« Lukes Stimme zitterte ein wenig. »Ich hab dir doch gesagt, du sollst auf Alcatraz bleiben.«

Kampes Augenlider glitten seitwärts, wie bei einem Reptil. Sie sprach in dieser seltsamen rumpelnden Sprache, aber diesmal konnte ich sie irgendwo in meinem Hinterkopf verstehen. Ich komme, um zu dienen. Gewähre mir Rache.

»Du bist Kerkermeisterin«, sagte Luke. »Es ist deine Aufgabe …«

Ich will sie tot sehen. Mir entkommt niemand.

Luke zögerte. Schweiß lief ihm übers Gesicht. »Na gut«, sagte er. »Du kommst mit uns. Du kannst Ariadnes Faden tragen. Das ist ein bedeutendes Ehrenamt.«

Kampe zischte die Sterne an. Sie schob ihre Schwerter in die Scheide und drehte sich um, dann trampelte sie auf ihren gewaltigen Drachenbeinen durch den Gang.

»Die hätten wir im Tartarus lassen sollen«, murmelte Luke. »Sie ist zu chaotisch. Zu mächtig.«

Kelli lachte leise. »Du solltest die Macht nicht fürchten, Luke. Du musst sie nutzen.«

»Je eher wir aufbrechen, desto besser«, sagte Luke. »Ich möchte das hier hinter mich bringen.«

»Oooh«, sagte Kelli verständnisvoll und ließ ihren Finger über seinen Arm fahren. »Du findest es unangenehm, dein altes Camp zu zerstören?«

»Das habe ich nicht gesagt.«

»Du hegst keine Zweifel, was deine, äh, besondere Rolle angeht?«

Lukes Gesicht wurde hart. »Ich kenne meine Pflicht.«

»Das ist gut«, sagte die Dämonin. »Ist unsere Streitmacht groß genug, was meinst du? Oder werde ich Mutter Hekate um Hilfe bitten müssen?«

»Wir haben mehr als genug«, sagte Luke düster. »Der Handel ist fast abgeschlossen. Ich muss jetzt nur noch freies Geleit durch die Arena erwirken.«

»Mmm«, sagte Kelli. »Das wird sicher interessant. Ich würde deinen schönen Kopf ja nur höchst ungern auf einem Speer sehen, wenn du versagst.«

»Ich werde nicht versagen. Und du, Dämonin, hast du sonst nichts mehr zu tun?«

»Aber sicher«, Kelli lächelte. »Ich bringe unsere lauschenden Feinde zur Verzweiflung. Jetzt zum Beispiel.«

Sie richtete ihre Augen direkt auf mich, fuhr ihre Krallen aus und zerfetzte meinen Traum.

Plötzlich befand ich mich an einem anderen Ort.

Ich stand oben in einem steinernen Turm und schaute auf felsige Klippen und den Ozean unter mir. Der alte Dädalus beugte sich über einen Arbeitstisch und mühte sich mit einer Art Navigationsinstrument ab, das aussah wie ein riesiger Kompass. Er wirkte Jahre älter als beim letzten Mal. Sein Rücken war krumm und seine Hände knotig. Er fluchte auf Altgriechisch und kniff die Augen zusammen, als könne er seine Arbeit nicht richtig erkennen, obwohl es ein sonniger Tag war.

»Onkel!«, rief eine Stimme.

Ein lächelnder Junge etwa in Nicos Alter kam mit einer Holzkiste die Treppe hochgerannt.

»Hallo, Perdix«, sagte der alte Mann, aber seine Stimme klang kalt. »Schon mit den Aufgaben fertig?«

»Ja, Onkel. Die waren leicht.«

Dädalus runzelte unwillig die Stirn. »Leicht? Das Problem, ohne Pumpe Wasser bergauf zu bewegen, war leicht?«

»Aber ja doch. Sieh mal!«

Der Junge ließ den Kasten fallen und durchwühlte den Abfall. Er hob einen Streifen Papyrus auf und zeigte dem alten Erfinder einige Diagramme und Notizen. Für mich ergaben sie keinerlei Sinn, aber Dädalus nickte widerwillig. »Verstehe. Nicht schlecht.«

»Der König war ganz begeistert«, sagte Perdix. »Er meint, ich sei vielleicht noch klüger als du.«

»Ach, wirklich?«

»Aber das glaube ich nicht. Ich bin so froh, dass Mutter mich zu dir in die Lehre gegeben hat. Ich will alles wissen, was du weißt.«

»Ja«, murmelte Dädalus. »Damit du meine Stelle einnehmen kannst, wenn ich sterbe, was?«

Der Junge machte große Augen. »Aber nein, Onkel. Aber ich habe mir überlegt … warum muss man überhaupt sterben?«

Der Erfinder runzelte die Stirn. »So ist das eben, Junge. Alles stirbt, nur die Götter nicht.«

»Aber warum?« Der Junge ließ nicht locker. »Wenn du den Animus, die Seele, in einer anderen Form einfangen könntest … du hast mir doch von deinen Automaten erzählt, Onkel. Stiere, Adler, Drachen, Bronzepferde. Warum machst du keine Bronzeform für einen Menschen?«

»Nein, mein Junge«, sagte Dädalus mit scharfer Stimme. »Du bist naiv. So etwas ist unmöglich.«

»Das glaube ich nicht«, sagte Perdix hartnäckig. »Wenn wir ein wenig Magie anwenden …«

»Magie? Bah!«

»Doch, Onkel! Magie und Mechanik zusammen – mit ein wenig Arbeit könnte man einen Körper herstellen, der genau aussieht wie ein Mensch, nur eben besser. Ich hab mir schon Notizen gemacht.«

Er reichte dem alten Mann eine dicke Rolle. Dädalus öffnete sie und las. Er sah den Jungen an, rollte die Rolle wieder auf und räusperte sich. »Das würde niemals funktionieren, mein Junge. Wenn du älter bist, wirst du das verstehen.«

»Kann ich dann das Astrolabium reparieren, Onkel? Werden deine Gelenke wieder dick?«

Der alte Mann biss die Zähne zusammen. »Nein. Danke. Geh ruhig spielen.«

Perdix schien den Zorn des alten Mannes nicht zu bemerken. Er schnappte sich einen Bronzekäfer aus seiner Sammlung von Krimskrams und rannte an den Rand des Turms. Ein niedriges Geländer zog sich um den Turm, es reichte dem Jungen gerade bis an die Knie.

Zurück, wollte ich ihn warnen. Aber meine Stimme ließ mich im Stich.

Perdix zog den Käfer auf und warf ihn in die Luft. Der Käfer öffnete seine Flügel und brummte davon. Perdix lachte entzückt.

»Klüger als ich«, murmelte Dädalus, so leise, dass der Junge es nicht hören konnte.

»Stimmt es, dass dein Sohn beim Fliegen gestorben ist, Onkel? Ich hab gehört, du hast ihm riesige Flügel gemacht, aber sie haben versagt.«

Dädalus ballte die Fäuste. »Meine Stelle einnehmen«, murmelte er.

Der Wind umwehte den Jungen, zog an seiner Kleidung, brachte seine Haare durcheinander.

»Ich würde gern fliegen«, sagte Perdix. »Ich würde mir Flügel bauen, die nicht versagen.«

Vielleicht war es ein Traum im Traum, aber plötzlich glaubte ich, in der Luft neben Dädalus den zweiköpfigen Gott Janus in der Luft schimmern zu sehen; er lächelte, während er einen silbernen Schlüssel von einer Hand in die andere wandern ließ. Du hast die Wahl, flüsterte er dem alten Erfinder zu. Du hast die Wahl.

Dädalus griff zu einem der Metallkäfer des Jungen. Seine alten Augen waren rot vor Zorn.

»Perdix«, rief er. »Fang!«

Er warf dem Jungen den Bronzekäfer zu. Begeistert versuchte Perdix, ihn aufzufangen, aber Dädalus hatte zu weit geworfen. Der Käfer flog dem offenen Himmel entgegen und Perdix lehnte sich ein wenig zu weit hinaus. Er wurde vom Wind erfasst.

Irgendwie konnte er im Sturz den Rand der Brüstung packen. »Onkel!«, schrie er. »Hilf mir!«

Das Gesicht des alten Mannes war unbewegt wie eine Maske. Er rührte sich nicht von der Stelle.

»Na los, Perdix«, sagte Dädalus leise. »Bau dir deine eigenen Flügel. Aber beeil dich.«

»Onkel!«, rief der Junge noch einmal, als seine Finger von der Brüstung abrutschten. Dann fiel er dem Meer entgegen.

Ein Moment tödlicher Stille folgte. Der Gott Janus flackerte und verschwand. Dann ließ Donner den Himmel erbeben. Eine strenge Frauenstimme sagte von irgendwo weit oben: Dafür wirst du bezahlen, Dädalus.

Ich hatte diese Stimme schon einmal gehört. Sie gehörte Annabeths Mutter, Athene.

Dädalus schaute wütend zum Himmel hoch. »Ich habe dich immer geehrt, Mutter. Ich habe alles geopfert, um deinem Weg zu folgen.«

Aber auch der Junge hatte meinen Segen. Und du hast ihn getötet. Dafür musst du bezahlen!

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