Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
»Die Augenlosen?« fragte Rand, und Lan nickte.
»Myrddraal sehen wie die Adler, im Dunklen so gut wie am Tag, aber sie haben keine Augen. Ich kann mir kaum etwas vorstellen, was noch gefährlicher wäre, als einem Myrddraal gegenüberzustehen. Moiraine Sedai und ich versuchten, den Myrddraal, der gestern abend hier war, zu töten, und wir versagten jedesmal. Halbmenschen haben das typische Glück, das vom Dunklen König ausgeht.«
Rand schluckte. »Ein Trolloc sagte, der Myrddraal wolle mit mir sprechen. Ich wußte nicht, was das bedeutete.«
Lans Kopf fuhr hoch; seine Augen wirkten wie blaue Edelsteine. »Du hast mit einem Trolloc gesprochen?«
»Nicht direkt«, stammelte Rand. Der Blick des Behüters hielt ihn fest wie eine Falle. »Er hat zu mir gesprochen. Er hat gesagt, er würde mir nicht weh tun, und der Myrddraal wolle mit mir reden. Dann hat er versucht, mich zu töten.« Er leckte sich die Lippen und rieb die Hände am genoppten Leder des Schwertgriffs. In kurzen abgehackten Sätzen beschrieb er seine Rückkehr zum Haus. »Statt dessen habe ich ihn getötet«, endete er. »Mehr durch Zufall. Er ist auf mich losgesprungen, und ich hatte das Schwert in der Hand.«
Lans Gesichtsausdruck wurde etwas weicher, sofern ein Felsen überhaupt erweichen konnte. »Trotzdem ist das etwas Erwähnenswertes, Schäfer. Bis letzte Nacht gab es wenige Männer südlich der Grenzgebiete, die von sich behaupten konnten, sie hätten einen Trolloc gesehen, geschweige denn getötet.«
»Und noch weniger, die einen Trolloc allein und ohne Hilfe getötet haben«, sagte Moiraine müde. »Es ist vollbracht, Rand. Lan, hilf mir auf!«
Der Behüter sprang zu ihr hin, aber er war langsamer als Rand, der zum Bett eilte. Tams Haut fühlte sich kühl an, obwohl sein Gesicht noch einen fahlen, erschöpften Eindruck machte, als habe er schon lange keine Sonne mehr gesehen. Seine Augen waren noch geschlossen, aber er atmete tief und normal im Schlaf.
»Wird er jetzt wieder ganz gesund?« fragte Rand besorgt.
»Wenn er viel ruht, dann ja«, sagte Moiraine. »Ein paar Wochen im Bett, und er ist wieder so gesund wie vorher.« Sie ging unsicher, obwohl sie sich bei Lan eingehakt hatte. Er warf ihren Umhang und Stock mit einer Handbewegung vom Stuhl, so daß sie sich auf das Kissen setzen konnte. Mit einem Seufzer ließ sie sich nieder. Dann umwickelte sie langsam und vorsichtig das Angreal und steckte es wieder in ihre Tasche.
Rands Oberkörper zitterte; er biß sich auf die Unterlippe, damit er nicht laut loslachte. Gleichzeitig mußte er sich mit einer Hand Tränen aus den Augen wischen. »Ich danke Euch.«
»Im Zeitalter der Legenden«, fuhr Moiraine fort, »konnten einige Aes Sedai ein Leben wiederherstellen, wenn nur der kleinste Funke davon übrig war. Aber diese Tage sind lang vorbei — vielleicht für immer. Soviel ist verlorengegangen; nicht nur das Geheimnis, wie man ein Angreal anfertigt. So vieles könnte vollbracht werden, doch wir wagen es nicht einmal, davon zu träumen, falls wir uns überhaupt daran erinnern. Heute gibt es viel weniger von uns. Einige Talente sind fast verschwunden und viele von denen, die es immer noch gibt, scheinen schwächer ausgeprägt zu sein. Wir benötigen heutzutage sowohl den Willen als auch die Kraft, von denen der Körper zehren kann, sonst können auch die stärksten von uns keine Heilung mehr vollbringen. Es ist ein Glück, daß dein Vater ein starker Mann ist, körperlich wie geistig. So verbrauchte er wohl viel Kraft in seinem Kampf ums Überleben, aber alles, was noch übrig ist, kann er nun zu seiner Erholung gebrauchen. Das wird einige Zeit dauern, doch der Einfluß des Bösen ist verschwunden.«
»Ich kann das niemals wiedergutmachen«, sagte er, ohne die Augen von Tam zu nehmen, »aber ich werde alles für Euch tun, was in meiner Macht steht. Alles!« Er dachte an das Gespräch über Preise und an sein Versprechen. Als er so neben Tam kniete, meinte er es mit diesem Versprechen sogar noch ernster als zuvor, doch es fiel ihm immer noch nicht leicht, sie anzusehen. »Alles. Solang es dem Dorf und meinen Freunden nicht schadet.«
Moiraine tat die Worte mit einer Handbewegung ab. »Wenn du es für nötig hältst. Ich möchte sowieso mit dir sprechen. Du wirst zweifellos zur gleichen Zeit wie wir das Dorf verlassen, und dann können wir uns ausführlich unterhalten.«
»Verlassen!« rief er und stand schnell auf. »Ist es wirklich so schlimm? Für mich sahen alle so aus, als wollten sie gleich mit dem Wiederaufbau beginnen. Wir sind ziemlich bodenständige Leute hier bei den Zwei Flüssen. Keiner verläßt jemals das Dorf.« »Rand... «
»Und wo sollten wir auch hin? Padan Fain sagte, das Wetter sei anderswo genauso schlecht. Er ist... Er war... der fahrende Händler. Die Trollocs... « Rand schluckte und wünschte sich, Thom Merrilin hätte ihm nicht erzählt, was Trollocs aßen. »Meiner Meinung nach ist es das beste, wir bleiben hier, wo wir hingehören, zwischen den Zwei Flüssen, und bauen alles wieder auf. Die Saat ist im Boden, und bald ist es warm genug für die Schafschur. Ich weiß nicht, wer damit angefangen hat, daß wir das Dorf verlassen — ich wette, einer der Coplins -, aber wer es auch war... «
»Schäfer«, unterbrach ihn Lan, »du redest, während du zuhören solltest.«
Er sah beide groß an. Er hatte ziemlich dummes Zeug geredet, das wurde ihm jetzt klar, und einfach weitergesprochen, als sie versuchte, ihm etwas zu erklären. Während eine Aes Sedai zu sprechen versuchte. Er fragte sich, was er sagen sollte, wie er sich entschuldigen konnte, aber Moiraine lächelte in seine Gedanken hinein.
»Ich verstehe dich, Rand«, sagte sie und er hatte das unangenehme Gefühl, daß sie das wirklich tat. »Denk dir nichts dabei.« Ihr Mund spannte sich, und sie schüttelte den Kopf. »Ich habe das, wie ich sehe, schlecht angepackt. Wahrscheinlich hätte ich mich zuerst ausruhen sollen. Du bist es, der das Dorf verlassen wird, Rand. Du mußt gehen, um deines Dorfes willen.«
»Ich?« Er räusperte sich und versuchte es nochmals. »Ich?« Diesmal klang es ein wenig besser. »Warum muß ich gehen? Ich verstehe das alles nicht. Ich will gar nicht weg.«
Moiraine blickte Lan an, und der Behüter löste die verschränkten Arme. Er sah Rand unter seinem ledernen Stirnband hervor an, und Rand fühlte sich wieder, als werde er auf einer unsichtbaren Waage gewogen. »Hast du gewußt«, fragte Lan plötzlich, »daß einige Häuser nicht angegriffen wurden?«
»Das halbe Dorf liegt in Schutt und Asche«, protestierte er, aber der Behüter wischte den Einwand mit der Hand beiseite.
»Einige Häuser wurden nur angezündet, um Verwirrung zu stiften. Hinterher wurden sie von den Trollocs übersehen, genau wie die Leute, die daraus flohen, sofern sie nicht tatsächlich dem eigentlichen Angriff im Weg standen. Die meisten Leute, die von den entfernteren Höfen hereinkamen, sahen nicht einmal ein Trolloc-Haar und wenn, dann auch nur aus einiger Entfernung. Die meisten wußten nicht einmal, daß etwas los war, bis sie das Zerstörungswerk sahen.«
»Ich habe etwas über Darl Coplin gehört«, sagte Rand langsam. »Ich schätze, er hat es einfach nicht begriffen.«
»Zwei Bauernhöfe wurden angegriffen«, fuhr Lan fort. »Eurer und noch einer. Wegen Bel Tine waren alle, die auf dem anderen Hof wohnen, schon im Dorf. Viele Menschen wurden gerettet, weil der Myrddraal die Bräuche im Gebiet der Zwei Flüsse nicht kannte. Das Fest und die Winternacht machten es ihm fast unmöglich, seine Aufgabe zu erfüllen, aber das wußte er nicht.«
Rand sah Moiraine an, die sich in ihren Stuhl hineinkuschelte, doch sie schwieg und beobachtete ihn nur und hatte einen Finger an die Lippen gelegt. »Unser Hof und wessen Hof noch?« fragte er schließlich.
»Der Aybara-Hof«, antwortete Lan. »Hier in Emondsfeld griffen sie zuerst die Schmiede an, dann das Haus des Schmieds und dann Meister Cauthons Haus.«
Rands Mund war plötzlich wie ausgetrocknet. »Das ist doch verrückt«, brachte er gerade noch heraus. Dann fuhr er zusammen, als Moiraine sich aufrichtete. »Nicht verrückt, Rand«, sagte sie. »Zielbewußt. Die Trollocs kamen nicht aus Zufall nach Emondsfeld, und was sie taten, das taten sie nicht aus Mordlust und Freude am Niederbrennen, auch wenn sie ihren Spaß daran hatten. Sie wußten, was — oder besser: wen — sie suchten. Die Trollocs kamen, um junge Männer eines bestimmten Alters zu fangen oder zu töten, die in der Nähe von Emondsfeld wohnen.«