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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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Niemand erstattete Meldung, als sich in der folgenden Nacht für kurze Zeit ein Schwebegleiter unerlaubt von der Basis entfernte. Und es schien auch sonst niemand gesehen zu haben, dass ein Rekrut kopfüber unter dem Fahrzeug hing, nur von je zwei Händen an den Füßen gehalten, während der Gleiter gefährlich nahe über ein paar Bäume hinwegflog. Gleichermaßen konnte sich niemand erinnern, die verzweifelten Schreie des Rekruten gehört zu haben, genauso wenig wie Martins sehr kritische und nicht allzu positive Bewertung des bekanntesten Albums jenes früheren Popstars. Nur während des Frühstücks am nächsten Morgen wies Master Sergeant Ruiz mich darauf hin, dass ich ein wenig windzerzaust wirkte, worauf ich erwiderte, dass es vermutlich am 30-Kilometer-Lauf lag, den wir auf seine Anweisung hin vor der Mahlzeit absolviert hatten.

In der elften Woche wurden die 63. und mehrere andere Kompanien in den Bergen nördlich der Basis abgesetzt. Unsere Aufgabe war sehr einfach. Wir sollten die anderen Kompanien ausfindig machen, auslöschen und anschließend mit den Überlebenden zur Basis zurückkehren, und zwar innerhalb von vier Tagen. Um die Sache interessanter zu gestalten, war jeder Rekrut mit einer Vorrichtung ausgestattet, die es registrierte, wenn auf ihn geschossen wurde. Im Fall eines Treffers verspürte der Betreffende lähmende Schmerzen und brach zusammen (um irgendwann durch die Ausbilder, die sich in der Nähe aufhielten, geborgen zu werden). Ich wusste, wie es war, weil ich die Ausrüstung schon einmal getragen hatte, als Ruiz in der Basis ein Demonstrationsobjekt brauchte. Daraufhin schärfte ich meiner Kompanie ein, dass es keineswegs erstrebenswert war, die Erfahrung eines Treffers zu machen.

Der erste Angriff erfolgte fast unmittelbar nachdem wir abgesetzt worden waren. Vier meiner Rekruten gingen zu Boden, bevor ich die Heckenschützen entdeckte und meine Leute darauf aufmerksam machte. Zwei erwischten wir, zwei entkamen. Nach sporadischen Angriffen in den nächsten paar Stunden war klar, dass sich die meisten anderen Kompanien in Trupps von drei oder vier Leuten aufgeteilt hatten und Jagd auf die »Feinde« machten.

Ich hatte eine andere Idee. Durch unsere BrainPals war es möglich, ständig in lautlosem Kontakt zu bleiben, ob wir in Sichtweite waren oder nicht. Die anderen Kompanien schienen nicht erkannt zu haben, was das bedeutete, und das erwies sich als fataler Fehler. Ich wies alle meine Leute an, über einen sicheren Kommunikationskanal miteinander Verbindung zu halten, dann zogen sie allein los. Sie erkundeten das Terrain und machten die Standorte der feindlichen Trupps ausfindig. Auf diese Weise erhielten wir eine immer genauere Karte der Umgebung und der feindlichen Stellungen. Selbst wenn ein Rekrut ›erschossen‹ wurde, war diese Information für die anderen hilfreich, sodass sie seinen ›Tod‹ rächen oder zumindest vermeiden konnten, in die gleiche Falle zu tappen. Ein einzelner Soldat konnte sich schnell und unauffällig bewegen und den Trupps der anderen Kompanien Schwierigkeiten machen, während er trotzdem mit seinen Kameraden in Verbindung blieb und koordinierte Aktionen durchführen konnte.

Es funktionierte. Unsere Rekruten griffen an, wenn sich die Gelegenheit bot, blieben in Deckung, wenn es zu unsicher war, und arbeiteten zusammen, wenn die Konstellation günstig war. Am zweiten Tag erledigten ein Rekrut namens Riley und ich zwei Trupps von unterschiedlichen Kompanien. Sie waren so sehr damit beschäftigt, sich gegenseitig zu beschießen, dass sie gar nicht merkten, wie Riley und ich uns anschlichen und als Heckenschützen in den Kampf eingriffen. Er erwischte zwei Leute, ich drei, und die restlichen drei erledigten sich gegenseitig. Es lief wunderbar. Nachdem wir fertig waren, sprachen wir nicht miteinander, sondern zogen uns einfach in den Wald zurück, um weiter das Gelände zu erkunden.

Irgendwann begriffen die anderen Kompanien, was wir taten, und versuchten unsere Taktik zu kopieren. Doch zu diesem Zeitpunkt waren sie gegenüber der 63. bereits hoffnungslos in der Minderzahl. Wir dezimierten sie und hatten den letzten Feind gegen Mittag getötet. Dann liefen wir zur Basis zurück, die etwa achtzig Kilometer entfernt war. Der Letzte von uns traf um 18 Uhr ein. Insgesamt hatten wir neunzehn Rekruten verloren, einschließlich der vier gleich zu Anfang. Aber wir waren für mehr als die Hälfte der Gesamtverluste aller sieben Kompanien verantwortlich, während wir selbst nur knapp ein Drittel unserer Leute eingebüßt hatten. Darüber konnte sich nicht einmal Master Sergeant Ruiz beklagen. Als der Basiskommandant ihm den Manöverpokal überreichte, zeigte sich sogar ein Lächeln auf seinem Gesicht. Ich wagte mir nicht vorzustellen, wie schwer ihm diese Gefühlsregung fiel.

»Unsere Glückssträhne nimmt kein Ende«, sagte der frisch gebackene Gefreite Alan Rosenthal, als er auf dem Shuttle-Landeplatz zu mir kam. »Wir beiden wurden demselben Schiff zugewiesen.«

So war es. Ein schnelle Spritztour zurück nach Phoenix mit dem Truppentransporter Francis Drake, und danach Urlaub, bis die KVAS Modesto im System eintraf. Sie brachte uns zur 2. Kompanie, Bataillon D des 233. Infanterieregiments der KVA. Ein Regiment pro Schiff, was ungefähr eintausend Soldaten waren. Da konnte man leicht den Überblick verlieren. Ich war froh, dass Alan weiterhin in meiner Nähe war.

Ich drehte mich zu ihm um und bewunderte seine blitzblanke neue Galauniform der Kolonialen◦– unter anderem vor dem Hintergrund, dass ich genauso wie er gekleidet war. »Mensch, Alan«, sagte ich. »Wir sehen einfach toll aus.«

»Männer in Uniform habe ich schon immer geliebt«, vertraute Alan mir an. »Und das gilt erst recht, nachdem ich jetzt selber der Mann in Uniform bin.«

»Achtung«, sagte ich. »Da kommt Master Sergeant Ruiz.«

Ruiz hatte mich gesehen, wo ich darauf wartete, mein Shuttle besteigen zu können. Als er sich näherte, stellte ich meinen Sack ab, in dem sich meine Alltagsuniform und ein paar persönliche Dinge befanden, um ihm schneidig salutieren zu können.

»Rühren, Gefreiter«, sagte Ruiz, nachdem er den Gruß erwidert hatte. »Wohin wurden Sie versetzt?«

»Zur Modesto, Master Sergeant«, antwortete ich. »Genauso wie Gefreiter Rosenthal.«

»Ich fasse es nicht«, rief Ruiz. »Sie gehen zum 233. Regiment? Welches Bataillon?«

»D, Master Sergeant. Zweite Kompanie.«

»Das ist höchstgradig unfassbar, Gefreiter«, sagte Ruiz. »Sie haben die Ehre, in der Kompanie von Lieutenant Arthur Keyes dienen zu dürfen, falls es diesem blöden Mistkerl immer noch nicht gelungen ist, sich von einem Alien fressen zu lassen. Wenn Sie ihn sehen, richten Sie ihm einen Gruß von mir aus. ußerdem dürfen Sie ihm sagen, dass Master Sergeant Antonio Ruiz Sie im Gegensatz zu den anderen Rekruten Ihrer Ausbildungskompanie nicht für einen kompletten Volltrottel hält.«

»Danke, Master Sergeant.«

»Bilden Sie sich bloß nichts darauf ein, Gefreiter. Sie sind trotz allem ein Volltrottel. Nur eben kein kompletter.«

»Selbstverständlich, Master Sergeant.«

»Gut. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Manchmal muss man einfach die Kurve kratzen.« Ruiz salutierte. Alan und ich grüßten zurück. Ruiz sah uns beide an, gönnte uns ein widerwilliges, gepresstes Lächeln und entfernte sich dann, ohne sich noch einmal zu uns umzudrehen.

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