Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
Man brauchte zwei Schüsse, um einen Soldaten der Consu zu erledigen. Das war etwas Neues. In den Informationen wurde nirgendwo erwähnt, dass sie mit individuellen Schilden ausgestattet waren. Aber etwas sorgte dafür, dass sie den ersten Treffer unbeschadet einsteckten. Danach landeten sie auf dem Arsch, falls sie an der betreffenden Stelle so etwas wie einen Arsch hatten, doch schon wenige Sekunden später waren sie wieder auf den Beinen. Also zwei Schüsse◦– einer, um sie zu Boden zu werfen, und noch einer, damit sie am Boden blieben.
Zwei Schüsse in schneller Folge auf ein sich bewegendes Ziel ist keine einfache Sache, wenn sich das Ziel auf der anderen Seite eines Schlachtfeldes befindet, auf dem jede Menge los ist. Nachdem ich den Bogen raus hatte, ließ ich die Vauzett von Arschloch so programmieren, dass sie zwei Geschosse hintereinander abgab, wenn ich einmal den Abzug auslöste. Das erste war eine Hohlprojektil und das zweite eine Explosivpatrone. Die Programmierung wurde zwischen zwei Schüssen an meine Vauzett übermittelt. Eben noch verschoss ich einzelne handelsübliche Gewehrkugeln, im nächsten Moment feuerte ich meine Consu-Killer-Spezialität ab.
Ich liebte mein Gewehr.
Ich gab die Information an Watson und Viveros weiter, und Viveros schickte sie die Befehlskette hinauf. Nach einer knappen Minute hallten schnelle Doppelschüsse über das Schlachtfeld, gefolgt von den letzten Schnaufern der Consu, deren innere Organe von den Sprengsätzen gegen die Innenseiten ihrer Panzer gematscht wurden. Es klang wie das Knallen von Popcorn. Ich schaute zu Viveros hinüber. Sie war damit beschäftigt, völlig emotionslos zu zielen und zu feuern. Watson schoss und grinste wie ein kleiner Junge, der gerade ein Stofftier in einer Jahrmarktsschießbude gewonnen hatte.
Autsch, sendete Viveros. Wir wurden entdeckt. Kopf runter!
»Was?«, sagte Watson und reckte den Kopf hoch. Ich packte ihn und riss ihn nach unten, als die Raketen in die Felsblöcke schlugen, hinter denen wir uns verschanzt hatten. Wir wurden mit frisch erodiertem Schotter überschüttet. Als ich hochschaute, sah ich gerade noch rechtzeitig, wie ein Felsstück von der Größe einer Bowlingkugel runterkam. Die Flugbahn zielte genau auf meinen Schädel. Ohne nachzudenken, schlug ich danach. Mein Anzug verhärte sich über den gesamten Ärmel, und der Stein prallte wie ein lässig geworfener Softball ab. Es tat höllisch weh. In meinem früheren Leben hätte ich mich daraufhin dreier verkürzter, gebrochener oder ausgerenkter Armknochen rühmen können. So etwas würde ich nicht noch einmal tun.
»Heilige Scheiße, das war knapp!«, sagte Watson.
»Klappe halten!«, erwiderte ich und sendete an Viveros: Was jetzt?
Festhalten, antwortete sie und nahm ihr Vielzweckwerkzeug vom Gürtel. Sie gab den Befehl, dass daraus ein Spiegel wurde, dann benutzte sie ihn, um damit über die Kuppe des Felsblocks zu schauen. Sechs, nein, sieben sind auf dem Weg zu uns …
Aus der Nähe war ein knappes Rrrumms zu hören. Jetzt nur noch fünf, stellte sie richtig und klappte ihr Werkzeug zusammen. Granaten wählen und auf mein Zeichen feuern.
Ich nickte, Watson grinste, und als Viveros das Los! sendete, jagten wir alle gleichzeitig Granaten über die Felsblöcke. Jeder von uns feuerte drei ab. Nach neun Explosionen atmete ich aus, betete und kam hoch. Ich sah die Überreste eines Consu, einen weiteren, der sich benommen von unserem Standort entfernte, und noch zwei, die sich in Deckung flüchten wollten. Viveros erwischte den Verwundeten, Watson und ich erschossen je einen der übrigen beiden.
»Herzlich willkommen zur Party, ihr Arschgesichter!«, jubelte Watson und sprang überschwänglich hinter seinem Felsblock hoch. Im nächsten Moment hatte er einen Consu vor der Nase, der zu nahe für die Granaten gewesen und in Deckung geblieben war, während wir seine Freunde zu Matsch verarbeitet hatten. Der Consu richtete seine Waffe auf Watsons Gesicht und feuerte. Watsons Gesicht dellte sich nach innen ein und dann nach außen, als sich ein Geysir aus SmartBlood und Schädelgewebe über den Consu ergoss. Watsons Unitard tat das, worauf er programmiert war, und versteifte sich, als das Projektil die Rückseite seiner Kapuze traf. Die Energie des Schusses, das SmartBlood, Gehirnmasse, Schädelknochen und die Trümmer des BrainPals entwichen durch die einzige verfügbare Öffnung.
Watson merkte nicht mehr, was geschah. Das Letzte, was er über seinen BrainPal-Kanal schickte, war ein emotionaler Schwall, der sich am besten als Verwirrung und Desorientierung beschreiben ließ, die Überraschung eines Menschen, der weiß, dass er etwas sieht, womit er nicht gerechnet hat, aber noch nicht verstanden hat, worum es sich handelt. Dann brach die Verbindung zu ihm ab, wie ein Datenkanal, der unvermittelt abgeschaltet wird.
Der Consu, der Watson erschossen hatte, sang, während das Gesicht seines Gegners explodierte. Ich hatte den Übersetzungsmodus aktiviert gelassen, sodass ich Watsons Tod mit Untertiteln miterlebte. Das Wort Erlöst! wurde in ständiger Wiederholung eingeblendet, während Fetzen seiner Gehirnmasse wie Tränen am Thorax des Consu herabrannen. Ich schrie und feuerte. Der Consu wurde zurückgeworfen, dann explodierte sein Körper, als eine Patrone nach der anderen durch seinen Brustpanzer schlug und darunter detonierte. Ich schätzte, dass ich dreißig Kugeln für einen Consu verschwendete, der längst tot war, bevor ich aufhörte.
»Perry«, sagte Viveros, die wieder auf ihre Stimme umgeschaltet hatte, um zu mir vorzudringen. »Da kommen noch mehr. Wir sollten von hier verschwinden. Los!«
»Was wird aus Watson?«, fragte ich.
»Wir lassen ihn zurück«, sagte Viveros. »Er ist tot, und hier gibt es niemanden, der Zeit hat, um ihn zu trauern. Wir bergen seine Leiche später. Los jetzt! Wir müssen zusehen, dass wir am Leben bleiben.«
Wir siegten. Die Doppelschusstechnik dünnte die Reihen der Consu beträchtlich aus, bevor sie Vernunft annahmen und ihre Taktik änderten. Sie zogen sich zurück und verlegten sich auf Raketenbeschuss, statt ihren Frontalangriff fortzusetzen. Nach mehreren Stunden Artilleriefeuer fielen die Consu noch weiter zurück und fuhren den Schild wieder hoch. Sie ließen nur einen Trupp zurück, der rituellen Selbstmord beging, als Zeichen, dass sich die Consu als Verlierer der Schlacht betrachteten. Nachdem sie sich die verzierten Dolche in die Hirnschalen gerammt hatten, mussten wir nur noch unsere Toten und Verwundeten einsammeln, die auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben waren.
Die 2. Kompanie hatte die Sache verhältnismäßig gut überstanden. Zwei Tote, einschließlich Watson, und vier Verwundete, einer davon schwer. Die Soldatin würde den nächsten Monat damit zubringen, sich die unteren Eingeweide nachwachsen zu lassen, während die übrigen drei schon nach wenigen Tagen wieder auf den Beinen sein würden. In Anbetracht der Umstände hätte es schlimmer ausgehen können. Ein gepanzerter Gleiter der Consu war in die 4. Kompanie hineingerast, mitten in die Stellung des Bataillons C. Das Fahrzeug war explodiert und hatte sechzehn Soldaten mit in den Tod gerissen, darunter auch den Kommandanten der Kompanie und zwei Truppführer. Viele weitere Mitglieder der Kompanie waren verwundet worden. Falls der Lieutenant der 4. Kompanie nicht zu den Toten gehörte, wünschte er sich vermutlich, er hätte eine solche Katastrophe nicht überlebt.
Nachdem wir das Okay-Signal von Lieutenant Keyes erhalten hatten, ging ich los, um Watson zu holen. Eine Gruppe aus achtbeinigen Aasfressern hatte ihn bereits gefunden. Ich erschoss eins der Tiere und überzeugte dadurch die anderen, sich zu entfernen. Sie hatten in der kurzen Zeit erstaunlich viel geschafft. Ich war überrascht, wie wenig ein Mensch wog, wenn man seinen Kopf und einen großen Teil seines weichen Gewebes abzog. Ich legte das, was von ihm noch übrig war, auf eine Feuerwehrbahre und machte mich auf den Weg zum einige Kilometer entfernten provisorischen Leichenhaus. Ich musste zwischendurch nur einmal anhalten und mich übergeben.