Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
Alan entdeckte mich, als ich ankam. »Brauchst du Hilfe?«, fragte er, als er sich zu mir gesellt hatte.
»Alles in Ordnung«, sagte ich. »Er ist nicht mehr besonders schwer.«
»Wer ist das?«, wollte Alan wissen.
»Watson.«
»Ach, er«, sagte Alan und verzog das Gesicht. »Ich bin mir sicher, dass irgendwo irgendjemand um ihn trauern wird.«
»Halt bloß deine Tränen zurück«, sagte ich. »Wie hast du dich heute geschlagen?«
»Gar nicht so schlecht«, sagte Alan. »Die meiste Zeit habe ich den Kopf eingezogen, ab und zu mein Gewehr hochgehalten und ein paar Schüsse in die ungefähre Richtung des Feindes abgegeben. Keine Ahnung, ob ich was getroffen habe.«
»Hast du den Todesgesang vor Beginn des Kampfes gehört?«
»Natürlich. Es klang, als würden sich zwei Güterzüge miteinander paaren. Man muss sich schon sehr anstrengen, wenn man diesen Gesang nicht hören will.«
»Stimmt«, sagte ich. »Ich meine, hast du ihn dir übersetzen lassen? Hast du dir angehört, wovon darin die Rede war?«
»Ja«, sagte Alan. »Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich mich mit ihrer Methode anfreunden kann, wie sie uns zu ihrer Religion konvertieren wollen. Schließlich muss man dazu sterben und so weiter.«
»Die KVA scheint es nur für irgendein Ritual zu halten, für eine Art Gebet, das sie sprechen, weil sie es schon immer getan haben.«
»Was meinst du?«, fragte Alan.
Ich drehte den Kopf in Watsons Richtung. »Der Consu, der ihn umgebracht hat, schrie die ganze Zeit ›Erlöst, erlöst!‹, so laut er konnte. Und ich bin überzeugt, dass er dasselbe getan hätte, wenn ich sein Opfer gewesen wäre. Ich meine, die KVA unterschätzt, was hier vor sich geht. Ich bin der Ansicht, dass die Consu nach einem solchen Kampf nicht mehr zurückkommen, weil sie glauben, dass sie verloren haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei diesem Kampf um Sieg oder Niederlage geht. Für sie ist dieser Planet nun durch ihr Blut geweiht worden. Ich glaube, sie glauben, dass er ihnen jetzt gehört.«
»Warum besetzen sie ihn dann nicht?«
»Vielleicht ist der Zeitpunkt noch nicht gekommen«, sagte ich. »Vielleicht müssen sie noch bis zu einer Art Jüngstem Gericht warten. Aber ich will darauf hinaus, dass die KVA offenbar keine Ahnung hat, ob die Consu diese Welt nun als ihren Besitz betrachten oder nicht. Ich glaube, der Moment wird kommen, wo sie mächtig überrascht sein werden.«
»Okay, das klingt vernünftig«, sagte Alan. »Bisher hat noch jede Armee, von der ich gehört habe, zur Selbstgefälligkeit geneigt. Aber was willst du deswegen unternehmen?«
»Scheiße, Alan, ich habe nicht den leisesten Schimmer. Außer zu versuchen, tot zu sein, wenn es so weit ist.«
»Zu einem anderen und weniger deprimierenden Thema«, sagte Alan. »Gute Arbeit, wie du die Doppelschusstechnik ausgetüftelt hast. Einige von uns waren ziemlich genervt, dass wir auf die Mistkerle geschossen haben und sie trotzdem weitermarschiert sind. In den nächsten paar Wochen werden die Leute dir viele Runden ausgeben.«
»Wir müssen für unsere Getränke nicht bezahlen«, gab ich zu bedenken. »Diese Reise durch die Hölle ist eine Pauschalreise all inclusive, wenn ich mich recht entsinne.«
»Aber wir würden dir einen ausgeben, wenn wir es könnten«, sagte Alan.
»So eine große Sache ist es nun auch wieder nicht«, sagte ich. Dann bemerkte ich, dass Alan stehen geblieben war und Haltung angenommen hatte. Als ich aufblickte, sah ich, wie Viveros, Lieutenant Keyes und ein weiterer Offizier, den ich nicht kannte, auf mich zukamen. Ich hielt an, bis sie mich erreicht hatten.
»Perry«, sagte Lieutenant Keyes.
»Lieutenant«, sagte ich. »Bitte verzeihen Sie, dass ich nicht salutiere. Ich trage einen Toten zum Leichenhaus.«
»Dort gehören sie hin«, sagte Keyes und zeigte auf die Leiche. »Wer ist das?«
»Watson, Lieutenant.«
»Ach, er«, sagte Keyes. »Hat aber nicht sehr lange gedauert, was?«
»Er war vielleicht ein wenig zu überschwänglich«, sagte ich.
»Das mag sein«, sagte Keyes. »Wie dem auch sei, Perry, das hier ist Lieutenant Colonel Rybicki, der Kommandant der Zwohundertdreiunddreißigsten.«
»Lieutenant Colonel, verzeihen Sie, dass ich nicht salutieren kann.«
»Ja, wegen der Leiche, ich weiß«, sagte Rybicki. »Mein Junge, ich möchte Ihnen nur gratulieren, dass Sie auf die Doppelschusstechnik gekommen sind. Sie haben viele Menschenleben gerettet und uns viel Zeit erspart. Diese verdammten Consu haben uns die Sache diesmal einen Zacken schwieriger gemacht. Diese individuellen Schilde waren etwas ganz Neues, und damit haben sie uns ziemlich in Schwierigkeiten gebracht. Ich werde Sie zur Beförderung vorschlagen, Gefreiter. Wie finden Sie das?«
»Vielen Dank, Lieutenant Colonel. Aber ich glaube, früher oder später wäre auch jemand anderer darauf gekommen.«
»Das mag sein, aber Sie waren der Erste, und dafür haben Sie sich eine Anerkennung verdient.«
»Ja, Lieutenant Colonel.«
»Wenn wir wieder an Bord der Modesto sind, hoffe ich, dass Sie sich von einem alten Infanteristen einen ausgeben lassen, mein Junge.«
»Das würde mir gefallen, Sir.« Ich sah, wie Alan im Hintergrund grinste.
»Prima. Also dann noch einmal herzlichen Glückwunsch.« Rybicki zeigte auf Watson. »Und mein Beileid wegen Ihres Freundes.«
»Vielen Dank, Lieutenant Colonel.« Alan salutierte stellvertretend für uns beide. Rybicki erwiderte den Gruß und marschierte davon, gefolgt von Keyes. Viveros drehte sich noch einmal zu Alan und mir um.
»Was finden Sie daran so lustig?«, fragte sie.
»Ich habe nur daran gedacht, dass es ungefähr fünfzig Jahre her ist, dass mich jemand zuletzt ›mein Sohn‹ genannt hat.
Viveros lächelte und zeigte auf Watson. »Sie wissen, wohin Sie ihn bringen sollten?«
»Das Leichenhaus ist gleich hinter dem nächsten Hügel. Ich werde Watson dort abliefern und dann das erste Shuttle nehmen, das zur Modesto zurückfliegt, wenn Sie einverstanden sind.«
»Scheiße, Perry«, sagte Viveros. »Sie sind der Held des Tages. Sie dürfen alles tun, was Sie wollen.« Sie wandte sich zum Gehen.
»Einen Augenblick noch«, sagte ich. »Läuft es immer so ab, Viveros?«
Sie drehte sich erneut zu mir um. »Was soll immer wie ablaufen?«
»Das hier. Der Krieg, die Kämpfe, das Sterben und so weiter.«
»Was?« Viveros schnaufte. »Nein, Perry. Was heute passiert ist, war ein Kinderspiel. Selten wurde ein Sieg so mühelos errungen.« Damit spazierte sie davon und schien sich prächtig zu amüsieren.
Das war meine erste Schlacht. Für mich hatte die Zeit des Krieges begonnen.
10
Maggie kam als Erste von den Alten Scheißern ums Leben.
Sie starb in den oberen Atmosphärenschichten einer Kolonie namens Temperantia. Der Name◦– der so viel wie »Mäßigung« bedeutete◦– war pure Ironie, weil der Planet wie die meisten Kolonien von Schwerindustrie geprägt war, in deren Umfeld sich jede Menge Bars und Bordelle tummelten. Da die Kruste reich an Metallerzen war, hatte es lange gedauert, bis die Menschen diese Welt erobert hatten, und es kostete große Mühen, sie nicht wieder zu verlieren. Hier waren dreimal so viele KVA-Streitkräfte dauerhaft stationiert als auf anderen Kolonien, und es wurden immer mehr Soldaten hingeschickt, um die Reihen aufzustocken. Maggies Schiff, die Dayton, war genau zu diesem Zweck nach Temperantia geschickt worden, als Raumschiffe der Ohu in der Nähe auftauchten und einen ganzen Schwarm Kampfdrohnen absetzten.