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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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Der Rekrut war Sam McCain. Ich erinnerte mich, dass Sarah O’Connor während einer Sitzung beim Mittagessen über ihn gesagt hatte, dass seine Klappe größer als sein Hirn war. Dazu passte, dass er fast sein ganzes Leben lang als Verkäufer gearbeitet hatte. Selbst als Ruiz nur wenige Millimeter vor seiner Nase hing, legte McCain eine einschmeichelnde Gelassenheit an den Tag. Eine leicht überraschte einschmeichelnde Gelassenheit, bei der es sich aber nichtsdestotrotz um einschmeichelnde Gelassenheit handelte. Offensichtlich hatte er keine Ahnung, worüber Ruiz sich so sehr aufregte, aber er erwartete in jedem Fall, ungeschoren aus der Sache herauszukommen.

»Ich habe nur meine Waffe bewundert, Master Sergeant«, antwortete McCain und hielt sein Gewehr hoch. »Und ich sagte zu Rekrut Flores, dass mir die armen Schweine, gegen die wir in den Kampf ziehen werden, beinahe leid tun …«

Der Rest seiner Antwort ging verloren, als Ruiz dem verblüfften Rekruten ohne Vorwarnung die Waffe entriss und sie mit einer beinahe gelassenen Drehung herumschwenkte, sodass die flache Seite des Gewehrkolbens gegen McCains Schläfe schlug. McCain fiel wie ein Haufen Wäsche in sich zusammen. Ruiz machte völlig gelassen einen Schritt nach vorn und setzte seinen Stiefel auf McCains Kehle. Dann drehte er das Gewehr herum. McCain starrte entsetzt in den Lauf seiner eigenen Waffe.

»Jetzt fallen Ihnen keine witzigen Sprüche mehr ein, was?«, sagte Ruiz. »Stellen Sie sich vor, ich bin Ihr Feind, Sie kleiner Scheißer. Würden Sie immer noch sagen, dass ich Ihnen leid tue? Ich habe Sie gerade entwaffnet, und zwar schneller, als Sie ein- und ausatmen können. Die armen Schweine da draußen bewegen sich schneller, als Sie sich jemals vorstellen können. Sie haben Ihre Leber zu Brotaufstrich verarbeitet und verspeist, während Sie noch versuchen, irgendein Ziel zu erfassen. Also hoffe ich, dass Ihnen diese armen Schweine nie wieder beinahe leid tun. Sie haben Ihr Mitgefühl nicht verdient. Haben Sie das verstanden, Rekrut?«

»Ja, Master Sergeant!«, keuchte McCain am Stiefelabsatz vorbei. Er stand kurz davor, in Tränen auszubrechen.

»Dann will ich dafür sorgen, dass Sie es auf keinen Fall wieder vergessen«, sagte Ruiz, hielt den Lauf genau zwischen McCains Augen und drückte auf den Abzug. Ein trockenes Klick war zu hören. Alle Mitglieder der Kompanie zuckten zusammen. McCain machte sich die Hosen nass.

»Idiot«, sagte Ruiz, nachdem McCain klar geworden war, dass er doch nicht tot war. »Sie haben vorhin nicht richtig zugehört. Die VZ-35 kann in der Basis nur von ihrem persönlichen Besitzer abgefeuert werden. Und das sind Sie, Arschloch!« Ruiz richtete sich auf, warf McCain verächtlich sein Gewehr zu und wandte sich wieder der ganzen Kompanie zu.

»Ihr alle seid noch blöder, als ich gedacht habe«, erklärte Ruiz. »Ich hoffe, dass ihr mir jetzt zuhört. In der gesamten Geschichte der Menschheit gab es noch nie eine Armee, die für den Krieg mit mehr als dem Mindesten ausgerüstet war, das notwendig ist, um den Feind zu bekämpfen. Ein Krieg ist sehr teuer. Er kostet Geld, und er kostet Leben, und keine Zivilisation hat beides im Überfluss. Wenn man kämpft, versucht man also, sparsam zu sein. Man benutzt nur das, was unbedingt nötig ist, und auf keinen Fall mehr.«

Er sah uns mit finsterer Miene an. »Kapiert ihr, was ich euch damit sagen will? Ihr habt diese wunderbaren neuen Körper und diese tollen neuen Waffen nicht bekommen, weil wir euch einen unfairen Vorteil verschaffen wollen. Ihr habt diese Körper und diese Waffen, weil sie das absolute Minimum darstellen, das nötig ist, wenn ihr da draußen kämpfen und überleben wollt. Es war nicht unser Herzenwunsch, Sie in diese neuen Körper zu stecken, ihr Hohlschädel! Dafür gibt es nur einen einzigen Grund: Wenn wir es nicht getan hätten, wäre die Menschheit längst ausgelöscht.

Habt ihr es jetzt begriffen? Habt ihr jetzt eine ungefähre Vorstellung, was euch da draußen erwartet?«

Aber es ging nicht nur um frische Luft, Übungen und Töten im Dienst der Menschheit. Manchmal hatten wir auch Unterricht.

»Während Ihrer körperlichen Ausbildung lernen Sie, Ihre falschen Vorstellungen und Hemmungen hinsichtlich der Fähigkeiten Ihres neuen Körpers zu überwinden«, erklärte Lieutenant Oglethorpe im Vortragssaal, der mit den Ausbildungskompanien 60 bis 63 gefüllt war. »Jetzt müssen wir dasselbe mit Ihrem Bewusstsein tun. Es wird Zeit, dass Sie einige tief verwurzelte Vorurteile ablegen, von denen Sie wahrscheinlich gar nicht wissen, dass es unbegründete Vorurteile sind.«

Lieutenant Oglethorpe drückte einen Knopf auf dem Podium, hinter dem er stand. An der Wand erwachten zwei große Bildschirme zum Leben. Auf dem linken wurde etwas Alptraumhaftes sichtbar◦– ein schwarzes, knorriges Gebilde mit gezähnten Hummerscheren, die aus einer pornografisch feuchten Körperöffnung hervorragten, sodass man beinahe den Gestank wahrnehmen konnte. Über dem formlosen Körper hingen drei Augenstiele oder Antennen oder was auch immer es in Wirklichkeit sein mochte. Daran hingen Tropfen aus gelblicher Flüssigkeit. H. P. Lovecraft wäre schreiend davor weggelaufen.

Das rechte Bild zeigte ein annähernd hirschartiges Geschöpf mit ausgeprägten, beinahe menschlichen Händen und einem fast niedlichen Gesicht, dessen Miene Friedfertigkeit und Weisheit ausdrückte. Wenn man diesen Typ nicht streicheln konnte, würde man von ihm bestimmt eine Menge über die Natur des Universums lernen.

Lieutenant Oglethorpe nahm einen Laserpointer in die Hand und deutete auf das Alptraumwesen. »Dieses Wesen gehört dem Volk der Bathunga an. Die Bathunga sind zutiefst pazifistische Wesen, ihre Kultur reicht mehrere hunderttausend Jahre zurück, und sie haben eine Mathematik entwickelt, gegen die sich unsere wie einfachste Addition ausnimmt. Sie leben im Ozean, ernähren sich von Plankton und koexistieren auf mehreren Welten mit Menschen, ohne dass es je zu irgendeinem Konflikt kam. Es sind sehr nette Geschöpfe, und dieses Exemplar«◦– er deutete auf den Schirm◦– »ist ein besonders hübscher Vertreter seiner Spezies.«

Dann wandte er sich dem zweiten Bildschirm mit dem Hirschwesen zu. »Dieser Mistkerl hier ist ein Salong. Unsere erste offizielle Begegnung mit den Salong fand statt, nachdem wir eine inoffizielle menschliche Kolonie entdeckt hatten. Menschen sollten nicht auf eigene Faust Kolonien gründen, und in diesem Fall wird der Grund besonders offensichtlich. Die Kolonisten landeten auf einem Planeten, für den sich auch die Salong interessierten, und irgendwann stellten die Salong fest, dass die Menschen eine gute Nahrungsquelle darstellen. Also überfielen sie den Planeten und richteten eine Viehfarm ein. Alle erwachsenen Männer wurden bis auf eine Handvoll getötet, und den Überlebenden wurde das Sperma abgemolken. Die Frauen wurden künstlich befruchtet und ihre Kinder in Pferchen gehalten und wie Kälber gemästet.

Viele Jahre vergingen, bevor wir den Planeten fanden. Danach machten die KVA-Truppen die Salong-Kolonie dem Erdboden gleich und grillten den Leiter der Salong bei lebendigem Leib. Muss ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir seitdem gegen diese babyfressenden Monster Krieg führen?

Vermutlich ist Ihnen klar, was ich Ihnen mit diesen Beispielen verdeutlichen möchte«, sagte Oglethorpe. »Wenn Sie glauben, auf den ersten Blick die Guten von den Bösen unterscheiden zu können, werden Sie nicht lange überleben. Sie können sich keine anthropozentrischen Vorstellungen erlauben, solange einige Aliens uns lieber zu Hamburgern verarbeiten, als mit uns zu kommunizieren.«

In einer anderen Stunde forderte Oglethorpe uns auf, zu raten, was der einzige Vorteil war, den Soldaten auf der Erde gegenüber KVA-Truppen hatten. »Es sind auf keinen Fall die Waffen oder die körperliche Konditionierung«, sagte er, »da wir ihnen auf diesen Feldern sehr weit voraus sind. Nein, der Vorteil, den Soldaten auf der Erde haben, ist der, dass sie wissen, wer ihre Gegner sind. Und sie können sich zumindest innerhalb eines gewissen Rahmens vorstellen, wie der Kampf geführt wird◦– mit welcher Art von Streitkräften sie es zu tun bekommen, welche Waffen eingesetzt werden, wie ihre Ziele aussehen. Aus diesem Grund sind Erfahrungen in einem bestimmten Krieg oder Konflikt direkt auf den nächsten Einsatz anwendbar, auch wenn die Gründe für den Krieg oder die Ziele des Kampfes ganz andere sind.

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