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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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Der Truppführer sollte am längsten durchhalten, sendete er.

Leck mich, antwortete ich.

Tut mir leid, bist nicht mein Typ, gab er zurück.

Ich schaffte sieben Minuten und einunddreißig Sekunden, bis ich mit dem Gefühl auftauchte, dass meine Lungen jeden Augenblick explodieren würden. Aber ich hatte meinen Moment des Zweifels überstanden. Nun glaubte ich, dass ich mehr war als ein normaler Mensch.

In der zweiten Woche lernten wir unsere Waffe kennen.

»Das ist das KVA-Infantriegewehr vom Typ VZ-35«, sagte Ruiz und zeigte uns seine Waffe, während unsere noch in der Schutzverpackung vor uns auf dem Boden des Exerzierplatzes lagen. »Das ›VZ‹ steht für ›Vielzweck‹. Ihr könnt damit ganz nach Wunsch sechs verschiedene Projektile oder Strahlen erzeugen und abfeuern, und zwar Gewehrkugeln mit und ohne Sprengladung, halbautomatisch sowie vollautomatisch, außerdem leichte Granaten, leichte Lenkraketen, brennbare Hochdruckflüssigkeit und Energiestrahlen im Mikrowellenbereich. Diese Vielfalt wird durch die Verwendung von hochverdichteter nanorobotischer Munition möglich.« Ruiz hielt einen Klotz aus einem stumpf schimmernden Material hoch, das wie Metall aussah. Ein ähnlicher Klotz lag neben dem Gewehr zu meinen Füßen. »Sie konfiguriert sich selbst unmittelbar vor dem Abschuss. Es handelt sich also um eine Waffe mit maximaler Flexibilität und minimalen Trainingsanforderungen, was traurige Ansammlungen von umherlaufendem Fleisch wie ihr sicherlich zu schätzen wisst.

Diejenigen von euch mit militärischer Erfahrung erinnern sich zweifellos daran, wie häufig von euch erwartet wurde, eure Waffe auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen. Das werdet ihr mit eurer VZ-35 nicht tun. Die VZ-35 ist eine äußerst komplext aufgebaute Maschine, und das heißt, dass ihr auf gar keinen Fall daran herumdrehen werdet! Sie ist von Hause aus mit Systemen zur Selbstdiagnose und -reparatur ausgestattet. Außerdem kann sie mit eurem BrainPal Verbindung aufnehmen, um euch über eventuelle Probleme zu informieren, was jedoch praktisch nie geschehen wird, da in den dreißig Jahren, seit diese Waffe in Dienst gestellt wurde, nie eine VZ-35 den Geist aufgegeben hat. Das liegt daran, dass wir im Gegensatz zu den schwachsinnigen Militärwissenschaftlern auf der Erde eine Waffe bauen können, die tatsächlich funktioniert! Es ist nicht eure Aufgabe, an der Waffe herumzufummeln, es ist eure Aufgabe, mit dieser Waffe zu schießen. Vertraut eurer Waffe, denn sie ist mit recht hoher Wahrscheinlichkeit intelligenter als ihr. Wenn ihr ständig daran denkt, bleibt ihr vielleicht am Leben.

Ihr aktiviert eure VZ-35 in dem Augenblick, wo ihr sie aus der Schutzverpackung nehmt und mit eurem BrainPal darauf zugreift. Wenn ihr das getan habt, wird sie im wahrsten Sinne des Wortes eure Waffe sein, eure persönliche Waffe. Solange ihr euch auf dieser Basis aufhaltet, werdet nur ihr selbst mit eurer perönlichen VZ-35 schießen können, und zwar nur dann, wenn ihr von den Anführern eures Trupps oder eurer Kompanie die Erlaubnis dazu erhalten habt. Diese wiederum erhalten die Erlaubnis von ihren Ausbildern. In einer realen Kampfsituation können nur KVA-Soldaten mit KVA-BrainPals eure VZ-35 abfeuern. Solange ihr euren eigenen Kameraden nicht auf die Nerven geht, muss keiner jemals befürchten, dass eure Waffe gegen euch selbst verwendet werden kann.

Von diesem Moment an werdet ihr eure VZ-35 ständig dabeihaben, ganz gleich, wohin ihr geht. Ihr werdet sie auch aufs Scheißhaus mitnehmen. Ihr werdet sie mitnehmen, wenn ihr duschen geht. Macht euch keine Sorgen, dass sie dabei nass wird. Sie wird alles abstoßen, was sie als fremde Materie einstuft. Ihr werdet sie bei den Mahlzeiten dabeihaben. Ihr werdet mit ihr schlafen. Falls es euch irgendwie gelingt, Zeit zum Vögeln zu finden, solltet ihr dafür sorgen, dass eure VZ-35 freie Sicht auf das Geschehen hat.

Ihr werdet lernen, wie ihr diese Waffe benutzen müsst. Sie wird euch das Leben retten. Die Marines der US-Armee sind beschissene Idioten, aber eine Sache haben sie richtig gemacht, und zwar das Glaubensbekenntnis zu ihrem Marines-Gewehr. Darin heißt es: ›Dies ist mein Gewehr. Es gibt viele andere Gewehre, aber dies ist meins. Mein Gewehr ist mein bester Freund. Es ist mein Leben. Ich muss es im Griff haben, wie ich mein Leben im Griff haben muss. Ohne mich ist mein Gewehr nutzlos. Ohne mein Gewehr bin ich nutzlos. Mit meinem Gewehr muss ich zielgenau schießen. Ich muss besser schießen als mein Feind, der versucht, mich zu töten. Ich muss ihn erschießen, bevor er mich erschießen kann. Und ich werde es schaffen.‹

Meine Damen und Herren, macht euch dieses Glaubensbekenntnis zu eigen. Dies ist euer persönliches Gewehr. Nehmt es jetzt zur Hand und aktiviert es.«

Ich bückte mich und zog das Gewehr aus der Plastikhülle. Trotz allem, was Ruiz über die Waffe gesagt hatte, machte die VZ-35 keinen besonderen Eindruck. Sie war schwer, aber sie war keineswegs unhandlich. Sie lag gut in der Hand und hatte genau die richtige Größe, um sie ohne Schwierigkeiten bedienen zu können. Auf einer Seite des Kolbens war ein Aufkleber befestigt. »ZUR AKTIVIERUNG MIT BRAINPAL: Initialisieren Sie Ihren BrainPal und erteilen Sie den Befehl VZ-35 aktivieren, Seriennummer ASD-324-DDD-4E3C1

»He, Arschloch«, sagte ich. »Aktiviere VZ-35, Seriennummer ASD-324-DDD-4E3C1.«

VZ-35 ASD-324-DDD-4E3C1 ist jetzt aktiviert für den KVA-Rekruten John Perry, bestätigte Arschloch. Bitte Munition laden. Eine kleine Grafik hing in der Ecke meines Gesichtsfeldes und verriet mir, wie ich mein Gewehr zu laden hatte. Ich bückte mich erneut, um den quaderförmigen Block aufzuheben, der die Munition darstellte. Dabei hätte ich fast das Gleichgewicht verloren, denn das Ding war erstaunlich schwer. Das mit dem »hochverdichtet« war also keineswegs ein Scherz gewesen. Ich schob es wie angewiesen ins Gewehr. Unmittelbar danach verschwand die Grafik mit den Anweisungen und wurde durch folgende Meldung ersetzt:

Schussoptionen verfügbar

Achtung: Die Benutzung eines Munitionstyps verringert die Verfügbarkeit anderer Munitionstypen

Gewehrkugeln: 200 Explosivpatronen: 80 Granaten: 40 Raketen: 35 Projektildauerfeuer: 10 Minuten Mikrowellenstrahlen: 10 Minuten Derzeit ausgewählt: Gewehrkugeln

»Explosivpatronen auswählen«, sagte ich.

Explosivpatronen ausgewählt, bestätigte Arschloch.

»Raketen auswählen«, sagte ich.

Raketen ausgewählt, sagte Arschloch. Bitte Ziel angeben. Plötzlich war jedes Mitglied des Trupps mit einem grünen Zielrahmen markiert. Wenn ich einen davon direkt ansah, blinkte die Markierung. Was soll’s, dachte ich und wählte einen aus, Toshima, einen Rekruten in Martins Trupp.

Ziel erfasst, bestätigte Arschloch. Du kannst jetzt feuern, abbrechen oder ein zweites Ziel auswählen.

»Wow!«, sagte ich, brach den Befehl ab und starrte auf meine VZ-35. Ich drehte mich zu Alan um, der mit seiner Waffe in der Hand neben mir stand. »Dieses Ding macht mir Angst.«

»Was du nicht sagst«, erwiderte er. »Vor zwei Sekunden hätte ich dich fast mit einer Granate in die Luft gejagt.«

Ich kam nicht mehr dazu, etwas zu diesem schockierenden Eingeständnis zu sagen, als Ruiz auf der anderen Seite der Kompanie plötzlich einem Rekruten an die Gurgel sprang. »Was haben Sie gerade gesagt, Rekrut?«, wollte Ruiz wissen. Alle anderen verstummten und sahen sich zum Unglücklichen um, der den Zorn des Ausbilders erregt hatte.

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