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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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Die Luft wurde von einem Krachen zerrissen, als hätte Gott höchstpersönlich ein Gewehr abgefeuert. Darauf folgte etwas, das wie eine Kettensäge klang, die durch Blech schnitt. Der Consu sang. Ich ließ mir von Arschloch den Text übersetzen.

Hört her, verehrte Widersacher,

Wir sind die Instrumente eures freudigen Todes.

Wir haben euch nach unserer Art gesegnet,

Der Geist der Besten unter uns hat dem Kampf zugestimmt.

Wir werden euch lobpreisen, wenn wir gegen euch vorrücken,

Und eure Seelen singen, die gerettet und belohnt werden.

Ihr hattet nicht das Glück, in unserem Volk geboren zu sein,

Also bereiten wir euch den Weg zu eurer Erlösung.

Seid tapfer und kämpft wild,

Damit ihr in unseren Nestern wiedergeboren werdet.

Dieser gesegnete Kampf heiligt den Boden,

Und alle, die hier sterben und geboren werden, sind fortan

befreit.

»Mann, ist das laut«, sagte Watson und steckte sich einen Finger ins linke Ohr. Ich glaubte nicht, dass er eine Übersetzung des Gesangs abgerufen hatte.

»Verdammt, das ist weder ein Krieg noch ein Fußballspiel«, sagte ich zu Viveros. »Das ist ein Gottesdienst.«

Viveros zuckte die Achseln. »Das sieht die KVA anders. So leiten die Consu jede Schlacht ein. Für sie ist es so etwas wie eine Nationalhymne. Es ist nicht mehr als ein Ritual. Sehen Sie, jetzt wird der Schild deaktiviert.« Sie zeigte auf das Energiefeld, das nun auf der gesamten Breite flackerte und schließlich erlosch.

»Das wird auch langsam Zeit«, sagte Watson. »Ich wollte schon ein Nickerchen machen.«

»Hören Sie mir zu, alle beide«, sagte Viveros. »Bleiben Sie ruhig, konzentrieren Sie sich und verlassen Sie nicht die Deckung. Wir sind hier an einer sehr guten Kampfposition, und der Lieutenant möchte, dass wir die Mistkerle unter Beschuss nehmen, wenn sie rauskommen. Jagen Sie ihnen einfach nur eine Kugel in den Thorax. Dort sitzt ihr Gehirn. Jeder, den wir erwischen, ist einer weniger, um den wir uns Sorgen machen müssen. Benutzen Sie nur Gewehrkugeln, weil uns alles andere zu schnell verraten würde. Stoppen Sie das Gelaber, kommunizieren Sie ab jetzt nur noch über Ihre BrainPals. Haben Sie das verstanden?«

»Alles klar«, sagte ich.

»Scheißklar«, sagte Watson.

»Ausgezeichnet«, sagte Viveros.

Kurz darauf war der Schild vollständig deaktiviert, und über das Gelände zwischen den Menschen und den Consu jagten Raketen, die wir schon vor Stunden gesichtet hatten, als sie in Stellung gebracht worden waren. Auf die dumpfen Schläge der Explosionen folgten im nächsten Moment menschliche Schreie und das metallische Zirpen der Consu. Ein paar Sekunden lang gab es nichts außer Rauch und Stille, dann war ein langer, schriller Ruf zu hören, als die Consu gegen die Menschen vorrückten. Unsere Truppen blieben jedoch in Deckung und versuchten, so viele Consu wie möglich niederzumähen, bevor die zwei Fronten kollidierten.

»Es geht los«, sagte Viveros. Sie hob ihre Vauzett, zielte damit auf einen fernen Consu und feuerte. Wir taten es ihr nach.

Wie man sich auf den Kampf vorbereitet.

Zuerst kommt der Systemcheck des VZ-35-Infanteriegewehrs. Das ist keine komplizierte Sache, weil sich die VZ-35 selbst wartet und Material aus dem Munitionsblock benutzen kann, um sich zu reparieren. Man kann eine Vauzett nur dann dauerhaft ruinieren, wenn sie mitten in den Feuerstrahl einer aktiven Triebwerksdüse gerät. Da man sich meistens in unmittelbarer Nähe seiner eigenen Waffe befindet, heißt das, dass man höchstwahrscheinlich ganz andere Probleme hat, wenn dieser Fall eintritt.

Als Zweites legt man den Kampfanzug an. Dabei handelt es sich um den standardmäßigen Unitard, der den gesamten Körper von selbst umschließt und nur das Gesicht freilässt. Der Unitard ist so konstruiert, dass man seinen Körper für die gesamte Dauer des Kampfes vergisst. Der »Stoff« aus organisierten Nanobotern lässt Licht durch, um Photosynthese zu ermöglichen, und reguliert die Wärme. Ob man nun auf einer arktischen Eisscholle oder einer Düne aus Wüstensand steht, der einzige Unterschied, den man bemerkt, ist die sichtbare Veränderung der Umgebung. Falls man tatsächlich ins Schwitzen geraten sollte, saugt der Unitard die Feuchtigkeit auf, filtert sie und lagert das Wasser, bis man es in eine Feldflasche umfüllen kann. Urin lässt sich auf dieselbe Weise verarbeiten. Von einer Entleerung der Gedärme in den Unitard wird im Allgemeinen abgeraten.

Wenn man von einer Kugel in den Bauch getroffen wird (oder an irgendeiner anderen Stelle), versteift sich der Unitard an der betreffenden Stelle und verteilt die Aufschlagenergie über die gesamte Anzugoberfläche, damit die Kugel das Material nicht durchdringen kann. Das ist äußerst schmerzhaft, aber immer noch besser, als würde die Kugel fröhlich durch die Eingeweide sausen. Das funktioniert allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt, also sollte man trotzdem dafür sorgen, nicht unter feindlichen Beschuss zu geraten.

Dann kommt der Gürtel. Er enthält ein Kampfmesser, ein Vielzweckwerkzeug, das ungefähr das darstellt, was ein Schweizer Armeemesser werden möchte, wenn es erwachsen ist, ein Einmannzelt, das sich auf ein erstaunlich geringes Volumen zusammenfalten lässt, eine Feldflasche, Energieriegel, die etwa eine Woche vorhalten, und drei Taschen für Munitionsblöcke. Das Gesicht beschmiert man sich mit einer nanotechnischen Creme, die sich mit dem Unitard abspricht. Wenn man dann den Tarnmodus einschaltet, hat man Schwierigkeiten, in einem Spiegel sein eigenes Gesicht zu erkennen.

Als Drittes öffnet man einen BrainPal-Kanal zum Rest des Trupps und lässt ihn geöffnet, bis man zum Schiff zurückkehrt oder gestorben ist. Ich hielt es für ziemlich klug, im Basislager daran zu denken, aber dann stellte es sich als eins der heiligsten unter den ungeschriebenen Gesetzen heraus, die in der Hitze des Gefechts Gültigkeit besaßen. Die Kommunikation über BrainPal bedeutet, dass es keine unklaren Kommandos oder Signale gibt◦– und dass man nicht spricht, um seine Position nicht zu verraten. Wenn man während eines Kampfes einen KVA-Soldaten hört, ist er entweder ein Idiot oder er schreit, weil er getroffen wurde.

Der einzige Nachteil an der BrainPal-Kommunikation ist der, dass man auch emotionale Informationen übermittelt, wenn man nicht aufpasst. Das kann sehr irritierend sein, wenn man plötzlich das Gefühl hat, sich vor Angst in die Hose zu machen, bis man merkt, dass man es gar nicht selber ist, der die Kontrolle über die Blase zu verlieren droht, sondern ein Truppkamerad.

Halte ausschließlich Kontakt mit deinen Truppkameraden! Wenn du versuchst, mit deiner gesamten Kompanie Verbindung zu halten, hast du plötzlich sechzig Leute in deinem Kopf, die fluchen, kämpfen und sterben. Das ist keine erstrebenswerte Erfahrung.

Schließlich sollte man alles vergessen, außer Befehle zu befolgen, alles zu töten, was kein Mensch ist, und am Leben zu bleiben. Die KVA macht es einem leicht, das zu tun, denn in den ersten zwei Dienstjahren gehört jeder Soldat der Infanterie an, ganz gleich, ob man in seinem früheren Leben Hausmeister oder Chirurg, Senator oder Strichjunge war. Wenn man die ersten zwei Jahre übersteht, bekommt man die Chance, sich zu spezialisieren und einen dauerhaften Posten zu erhalten, statt von einer Schlacht zur nächsten zu ziehen und Nischen zu besetzen, die es in jeder Armee gibt. Doch während der zwei Jahre tut man nichts anderes, als dorthin zu gehen, wohin man geschickt wird, sein Gewehr festzuhalten und zu töten, ohne selbst getötet zu werden. Das klingt einfach, aber in der Praxis kann es durchaus schwierig sein.

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