Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Äh … ein bisschen vielleicht.«
Ich erzählte ihr vom Hades und von Nico und wie ich eine Armee aus Toten besiegt hatte. Aber die Vision, in der Annabeth mich aus dem Fluss gezogen hatte, ließ ich aus. Ich begriff sie noch immer nicht so ganz und beim bloßen Gedanken daran wurde ich verlegen.
Sie schüttelte ungläubig den Kopf. »Hast du überhaupt eine Vorstellung davon, wie gefährlich das war?«
»Ich hatte keine Wahl«, sagte ich. »Nur so kann ich es mit Luke aufnehmen.«
»Du meinst … di immortales, natürlich! Deshalb ist Luke nicht gestorben. Er ist zum Styx gegangen und … oh nein, Luke. Was hast du dir nur dabei gedacht?«
»Du machst dir also mal wieder Sorgen um Luke«, knurrte ich.
Sie starrte mich an, als ob ich soeben aus dem Weltall gefallen wäre. »Was?«
»Vergiss es«, murmelte ich. Ich fragte mich, was Hermes damit gemeint hatte, dass Annabeth Luke nicht gerettet hatte, als das noch möglich gewesen wäre. Sie verschwieg mir etwas. Aber im Moment hatte ich keine Lust zu fragen. Das Letzte, was ich wollte, war, noch mehr über ihre Geschichte mit Luke zu hören.
»Das Entscheidende ist, dass er im Styx nicht gestorben ist«, sagte ich. »Und ich auch nicht. Jetzt muss ich ihm gegenübertreten. Wir müssen den Olymp verteidigen.«
Annabeth sah mir noch immer ins Gesicht, als ob sie nach Veränderungen suchte, die mein Bad im Styx verursacht hatte. »Du hast Recht. Meine Mutter hat gesagt …«
»Plan 23.«
Sie wühlte in ihrem Rucksack und zog Dädalus’ Laptop heraus. Das blaue Delta leuchtete auf, als sie ihn hochfuhr. Sie öffnete einige Dateien und fing an zu lesen.
»Hier ist es«, sagte sie. »Bei den Göttern, das ist aber eine Menge Arbeit.«
»Eine von Dädalus’ Erfindungen?«
»Eine Menge Erfindungen … gefährliche. Wenn meine Mutter will, dass ich diesen Plan umsetze, dann muss sie die Lage für ganz schön übel halten.« Sie sah mich an. »Und ihre Nachricht an dich? Denk an die Flüsse. Was bedeutet das?«
Ich schüttelte den Kopf. Wie so oft hatte ich keine Ahnung, was die Götter mir sagen wollten. An welche Flüsse sollte ich denken? Den Styx? Den Mississippi?
In diesem Moment kamen die Stoll-Brüder in den Thronsaal gestürzt.
»Das müsst ihr sehen«, rief Connor. »Schnell!«
Die blauen Lichter am Himmel waren verschwunden, deshalb begriff ich nicht sofort, was er meinte.
Die anderen aus dem Camp hatten sich in einem kleinen Park am Berghang versammelt. Sie drängten sich am Geländer und schauten hinab auf Manhattan. Auf das Geländer waren Ferngläser montiert, in die man eine goldene Drachme einwerfen konnte, um sich die Stadt anzusehen. Im Moment waren alle belegt.
Ich schaute auf die Stadt hinunter. Von hier aus konnte ich fast alles sehen – den East River und den Hudson, die die Umrisse von Manhattan bildeten, das Gitter aus Straßen, die Lichter der Wolkenkratzer, den dunklen Streifen des Central Park im Norden. Alles sah normal aus, aber irgendwas stimmte nicht. Ich spürte es in meinen Knochen, ehe ich begriff, was es war.
»Ich … ich höre nichts«, sagte Annabeth.
Da war das Problem.
Sogar aus dieser Höhe hätte man den Lärm der Stadt hören müssen: Millionen von Menschen, die herumeilten, Tausende von Autos und Maschinen – das Summen einer riesigen Metropole. Man denkt nicht darüber nach, wenn man in New York lebt, aber es ist immer da. Sogar mitten in der Nacht. New York schweigt nie.
Aber jetzt tat es das.
Ich fühlte mich, als wäre mein bester Freund plötzlich tot umgefallen.
»Was haben sie getan?« Meine Stimme klang gepresst und wütend. »Was haben sie meiner Stadt angetan?«
Ich stieß Michael Yew von seinem Fernglas weg und schaute hindurch.
In den Straßen unter mir war der Verkehr zum Stillstand gekommen. Fußgänger lagen auf dem Bürgersteig oder rollten sich in Hauseingängen zusammen. Es gab keine Anzeichen von Gewalt, keine Autowracks, nichts. Die gesamte Bevölkerung von New York schien plötzlich einfach beschlossen zu haben, alles stehen und liegen zu lassen und in Ohnmacht zu fallen.
»Sind sie tot?«, fragte Silena verblüfft.
Mein Magen wurde zu Eis. Eine Zeile aus der Weissagung hallte in meinen Ohren wider: »In endlosem Schlaf sieht der Heros die Welt.« Mir fiel ein, wie Grover im Central Park dem Gott Morpheus begegnet war. Du hast Glück, dass ich meine Energie für die Hauptoffensive aufspare.
»Sie sind nicht tot«, sagte ich. »Morpheus hat die gesamte Insel Manhattan einschlafen lassen. Die Invasion hat begonnen.«
Ich kaufe zwei neue Freunde
Mrs O’Leary war die Einzige, die sich über die schlafende Stadt freute.
Wir ertappten sie dabei, wie sie einen umgekippten Würstchenstand plünderte, dessen Besitzer mit dem Daumen im Mund zusammengerollt auf dem Bürgersteig lag.
Argus erwartete uns und hatte seine hundert Augen weit geöffnet. Er sagte nichts. Das tut er nie. Angeblich liegt es daran, dass er auch auf der Zunge ein Auge hat. Aber sein Gesicht zeigte deutlich, dass er kurz vor dem Durchdrehen war.
Ich erzählte ihm, was wir auf dem Olymp erfahren hatten und dass die Götter uns nicht zu Hilfe kommen würden. Argus verdrehte genervt die Augen, was ganz schön irre aussah, weil dadurch sein ganzer Körper zu wirbeln schien.
»Fahren Sie lieber ins Camp zurück«, sagte ich. »Bewachen Sie es, so gut Sie können.«
Er zeigte auf mich und hob fragend die Augenbrauen.
»Ich bleibe hier«, sagte ich.
Argus nickte, als sei er zufrieden mit dieser Antwort. Er sah Annabeth an und zeichnete mit dem Finger einen Kreis in die Luft.
»Ja«, sagte Annabeth zustimmend. »Ich glaube, es ist so weit.«
»Wofür?«, fragte ich.
Argus wühlte hinten in seinem Wagen herum. Er zog einen Bronzeschild hervor und reichte ihn Annabeth. Der Schild sah ziemlich durchschnittlich aus – die Art von rundem Schild, die wir immer beim Erobern der Flagge benutzten. Aber als Annabeth ihn auf den Boden stellte, zeigte das polierte Metall nicht mehr den Himmel und die Gebäude in unserer Nähe, sondern die Freiheitsstatue – die kein bisschen in der Nähe war.
»Cool«, sagte ich. »Ein Videoschild.«
»Eine Idee von Dädalus«, sagte Annabeth. »Beckendorf hat ihn für mich gemacht, bevor …« Sie schaute zu Silena hinüber. »Na ja, der Schild bricht Sonnen-oder Mondlicht von irgendwo in der Welt, um ein Spiegelbild zu ergeben. Man kann theoretisch jedes Ziel unter der Sonne oder dem Mond sehen, solange es von natürlichem Licht berührt wird. Schau her.«
Wir drängten uns um sie, während Annabeth sich konzentrierte. Das Bild drehte sich zuerst so schnell um sich selbst, dass mir vom bloßen Zuschauen schon schlecht wurde. Wir waren im Central Park Zoo, dann jagten wir die East 60th Street entlang, vorbei an Bloomingdale’s, und bogen in die Third Avenue ab.
»Meine Fresse«, sagte Connor Stoll. »Da. Zoom da mal rein.«
»Was?«, fragte Annabeth nervös. »Siehst du Invasoren?«
»Nein, gleich dahinten – Dylans Süßigkeitenladen.« Connor grinste seinen Bruder an. »Mann, der ist offen. Und alle Welt schläft. Denkst du dasselbe wie ich?«
»Connor!«, schimpfte Katie Gardner. Sie hörte sich an wie ihre Mutter Demeter. »Das hier ist ernst. Du wirst doch nicht mitten in einem Krieg einen Süßigkeitenladen plündern!«
»’tschuldigung«, murmelte Connor, klang aber nicht gerade reumütig.
Annabeth bewegte ihre Hand vor dem Schild und eine andere Szene tauchte auf. Der Blick von FDR Drive über den Fluss zum Lighthouse Park.
»Damit können wir sehen, was sich am anderen Ende der Stadt abspielt«, sagte sie. »Danke, Argus. Hoffentlich sehen wir uns im Camp wieder … irgendwann.«
Argus grunzte. Dann musterte er mich mit einem Blick, der eindeutig Viel Glück, du wirst es brauchen besagte, und stieg in seinen Wagen. Er und die beiden Harpyien fuhren los und kurvten um die stehenden Autos, die überall auf der Straße herumstanden.