Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Das ist auch eine Art der Luftreise, Jackson. Sehr schnell, aber die Windgötter sind schneller. Nein, wenn Kronos den Olymp will, dann muss er mit seiner Armee durch die gesamte Stadt marschieren und den Fahrstuhl nehmen. Kannst du dir vorstellen, dass er das macht?«
Aus seinem Mund klang das reichlich albern – Horden von Monstern, die zu jeweils zwanzig mit dem Fahrstuhl fahren und sich dabei »Stayin’ alive« anhören. Trotzdem war ich noch nicht beruhigt.
»Vielleicht könnten ein paar von euch zurückkommen«, schlug ich vor.
Hermes schüttelte ungeduldig den Kopf. »Percy Jackson, du verstehst das nicht. Typhon ist unser ärgster Feind.«
»Ich dachte, das wäre Kronos.«
Die Augen des Gottes glühten. »Nein, Percy. In alten Zeiten wurde der Olymp von Typhon fast gestürzt. Er ist der Mann der Echidna …«
»Ich bin ihr auf dem Brückenbogen von St. Louis über den Weg gelaufen«, murmelte ich. »Nicht gerade nett.«
»… und der Vater aller Monster. Wir dürfen niemals vergessen, dass er uns fast zerstört hätte und wie er uns gedemütigt hat. In den alten Zeiten waren wir mächtiger. Jetzt können wir von Poseidon keine Hilfe erwarten, weil der seinen eigenen Krieg führt. Hades sitzt in seinem Reich und dreht Däumchen, und Demeter und Persephone folgen seinem Beispiel. Wir werden all unsere verbleibende Kraft brauchen, um dem Sturmriesen zu widerstehen. Wir dürfen unsere Truppen nicht teilen und auch nicht warten, bis er New York erreicht. Wir müssen ihn jetzt bekämpfen. Und wir machen Fortschritte.«
»Fortschritte?«, frage ich. »Er hat St. Louis fast zerstört.«
»Ja«, gab Hermes zu. »Aber er hat nur halb Kentucky zerstört. Er wird langsamer. Seine Kräfte schwinden.«
Ich wollte nicht widersprechen, aber es hörte sich an, als ob Hermes versuchte, sich selbst zu überzeugen.
In der Ecke muhte der Ophiotaurus traurig.
»Bitte, Hermes«, sagte Annabeth. »Ihr habt gesagt, dass meine Mutter kommen wollte. Habt Ihr keine Nachricht für uns?«
»Nachricht«, murmelte er. »Dein Job ist eine Supersache, haben sie mir gesagt. Nicht viel zu tun. Jede Menge Anbeter. Hmpf. Niemand interessiert sich dafür, was ich zu sagen habe. Immer geht es um die Nachrichten anderer Leute.«
Nagetiere, sagte George nachdenklich. Mir geht es um die Nagetiere.
Pst, schimpfte Martha. Uns interessiert doch, was Hermes zu sagen hat, oder nicht, George?
Aber sicher doch. Können wir jetzt zurück in die Schlacht? Ich möchte wieder in den Lasermodus. Das war witzig.
»Klappe halten, alle beide«, knurrte Hermes.
Der Gott sah Annabeth an, die ihre Flehende-graue-Augen-Nummer abzog.
»Pah«, sagte Hermes. »Deine Mutter sagt, ich soll dir klarmachen, dass ihr auf euch gestellt seid. Ihr müsst Manhattan ohne Hilfe der Götter halten. Als ob ich das nicht gewusst hätte. Keine Ahnung, warum sie dafür bezahlt wird, die Göttin der Weisheit zu sein.«
»Sonst noch was?«, fragte Annabeth.
»Sie hat gesagt, du sollst Plan 23 probieren. Sie meinte, du würdest wissen, was das bedeutet.«
Annabeth erbleichte. Offenbar wusste sie das nur zu gut, und es gefiel ihr gar nicht. »Weiter.«
»Eine Sache noch.« Hermes sah mich an. »Ich soll Percy sagen: Denk an die Flüsse. Und äh, irgendetwas mit ›die Hände von ihrer Tochter lassen‹.«
Ich wusste nicht, wessen Gesicht röter war, Annabeths oder meins.
»Danke, Hermes«, sagte Annabeth. »Und ich … ich wollte sagen … Das mit Luke tut mir leid.«
Die Miene des Gottes verhärtete sich, als ob er sich in Marmor verwandelt hätte. »Dieses Thema solltest du besser auf sich beruhen lassen.«
Annabeth trat nervös einen Schritt zurück. »Entschuldigung?«
»Eine ENTSCHULDIGUNG ändert überhaupt nichts!«
George und Martha ringelten sich um den Caduceus, der schimmerte und sich in etwas verwandelte, das verdächtig aussah wie ein Viehtreibestock mit hoher Voltzahl.
»Du hättest ihn retten müssen, als das noch möglich war«, knurrte Hermes Annabeth an. »Nur du hättest das gekonnt.«
Ich versuchte, mich einzuschalten. »Wovon redet Ihr eigentlich? Annabeth hat gar nicht …«
»Verteidige sie ja nicht, Jackson!« Hermes richtete seinen Viehtreiber auf mich. »Sie weiß genau, wovon ich rede!«
»Vielleicht solltet Ihr Euch mal an die eigene Nase fassen!« Ich hätte den Mund halten sollen, aber ich konnte an nichts anderes denken, als dass ich ihn von Annabeth ablenken wollte. Er war in dieser ganzen Zeit gar nicht auf mich wütend gewesen. Sondern auf sie. »Wer weiß, was passiert wäre, wenn Ihr Luke und seine Mutter nicht im Stich gelassen hättet!«
Hermes hob seinen Viehtreiber und fing an zu wachsen, bis er drei Meter groß war. Ich dachte, okay, das war’s jetzt.
Aber als er losschlagen wollte, ringelten George und Martha sich zu ihm und flüsterten ihm etwas ins Ohr.
Hermes presste die Zähne aufeinander. Er ließ den Viehtreiber sinken und der wurde wieder zu einem Stab.
»Percy Jackson«, sagte er. »Weil du den Fluch des Achilles auf dich genommen hast, muss ich dich verschonen. Du bist jetzt in den Händen der Moiren. Aber sprich nie wieder so zu mir. Du weißt ja gar nicht, wie viel ich geopfert habe, wie viel …«
Seine Stimme versagte und er schrumpfte wieder auf Menschengröße. »Mein Sohn, mein größter Stolz … meine arme May …«
Er klang so verzweifelt, dass ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Eben noch hatte er uns zu Staub zerschmettern wollen, aber jetzt sah er aus, als ob ihn dringend mal jemand in den Arm nehmen müsste.
»Bitte, Hermes«, sagte ich. »Es tut mir leid, aber ich muss das wissen. Was ist mit May passiert? Sie hat etwas über Lukes Schicksal gesagt, und ihre Augen …«
Hermes funkelte mich an und meine Stimme versagte. Sein Gesicht zeigte aber keinen Zorn, sondern Schmerz. Tiefen, unbeschreiblichen Schmerz.
»Ich verlasse euch jetzt«, sagte er mit gepresster Stimme. »Ich habe einen Krieg zu führen.«
Er fing an zu schimmern. Ich wandte mich ab und passte auf, dass Annabeth das auch tat, denn sie war noch immer vor Schock erstarrt.
Viel Glück, Percy, flüsterte die Schlange Martha.
Hermes glühte mit der Kraft einer Supernova. Dann war er verschwunden.
Annabeth saß vor dem Thron ihrer Mutter und weinte. Ich hätte sie gern getröstet, wusste aber nicht, wie.
»Annabeth«, sagte ich. »Es ist nicht deine Schuld. Ich habe Hermes noch nie so erlebt. Ich nehme an … ich weiß nicht … vermutlich hat er wegen Luke ein schlechtes Gewissen. Und jetzt sucht er einen Sündenbock. Ich weiß nicht, warum er dich so angemacht hat. Das hast du wirklich nicht verdient.«
Annabeth rieb sich die Augen. Sie starrte die Feuerstätte an wie ihr eigenes Totenfeuer.
Ich trat verlegen von einem Fuß auf den anderen. »Das hast du doch nicht, oder?«
Sie gab keine Antwort. Ihr Messer aus himmlischer Bronze war an ihren Arm geschnallt – das Messer, das ich in Hestias Vision gesehen hatte. All die vielen Jahre hatte ich nicht gewusst, dass es ein Geschenk von Luke gewesen war. Ich hatte sie oft gefragt, warum sie lieber mit einem Messer kämpfte als mit einem Schwert, und sie hatte mir nie eine Antwort gegeben. Jetzt wusste ich es.
»Percy«, sagte sie. »Was hast du da über Lukes Mutter gesagt? Bist du ihr begegnet?«
Ich nickte widerstrebend. »Nico und ich haben sie besucht. Sie war ein wenig … anders.« Ich beschrieb May Castellan und den seltsamen Moment, als ihre Augen geglüht und sie über das Schicksal ihres Sohnes gesprochen hatte.
Annabeth runzelte die Stirn. »Das ergibt doch keinen Sinn. Aber warum habt ihr sie …?« Ihre Augen weiteten sich. »Hermes hat gesagt, dass du den Fluch des Achilles trägst. Und das hat auch Hestia gesagt. Hast du … hast du im Styx gebadet?«
»Wechsel hier nicht das Thema!«
»Percy! Hast du, oder hast du nicht?«