Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Fahrstuhl zu den Sternen
Fahrstuhl zu den Sternen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Fahrstuhl zu den Sternen

Электронная книга - «Fahrstuhl zu den Sternen». Краткое содержание книги:

Fahrstuhl zu den Sternen
1 ... 32 33 34 35 36 37 38 39 40 ... 69
Перейти на страницу:

Warren hatte ihr mit viel Geduld die erstaunlich komplexe Mechanik der Talfahrt erklärt. Dem Laien erschien es die einfachste Sache der Welt, einen Gegenstand von einem Ort, der sich über dem Äquator befand, zu diesem hinabfallen zu lassen. Aber die Astrodynamik war voll von Widersprüchen. Wenn man zu bremsen versuchte, bewegte man sich schneller; der kürzeste Weg verbrauchte den meisten Treibstoff. Wenn man in eine Richtung zielte, bewegte man sich in eine andere … und das waren erst die Auswirkungen der Gravitation. Im vorliegenden Fall war die Lage wesentlich verwickelter. Niemand hatte je zuvor versucht, ein Objekt, das an vierzigtausend Kilometern Draht baumelte, durch den Weltraum zu steuern. Das Programm der Station Ashoka hatte bisher reibungslos funktioniert und die Sonde bis an den Rand der irdischen Atmosphäre gebracht. In ein paar Minuten würde die Kontrolle der restlichen Talfahrt von den Technikern auf Sri Kanda übernommen werden. Kein Wunder, dass Morgan angespannt wirkte.

»Van«, sagte Maxine sanft, aber bestimmt über den Privatkanaclass="underline" »Hören Sie auf, den Daumen zu lutschen. Sie sehen wie ein Baby aus.«

Morgan war zunächst ärgerlich, dann überrascht — aber schließlich entspannte er sich mit einem leicht verlegenen Lachen.

»Ich bedanke mich für die Warnung«, sagte er. »Ich möchte ungern mein öffentliches Image ruinieren.«

Bedauernd und belustigt zugleich musterte er den Daumen, an dem ein Glied fehlte. »Ha — der Ingenieur ist mit seiner eigenen Bombe in die Luft gegangen!«, lachten die selbsternannten Spötter, und es würde wohl noch eine Zeitlang dauern, bis sie sich wieder beruhigten. Hunderte von Malen hatte er andere gewarnt, zum Schluss aber war er selbst ein wenig zu sorglos gewesen und hatte sich mit einem Stück Hyperdraht, dessen Eigenschaften er demonstrieren wollte, ein Stück Finger abgeschnitten. Er hatte praktisch keinen Schmerz gespürt, und die ganze Sache war ohne Komplikationen abgelaufen. Eines Tages würde er etwas gegen die fehlende Daumenspitze unternehmen; aber gerade jetzt konnte er es sich einfach nicht leisten, sich eine ganze Woche lang an einen Organregenerator anschnallen zu lassen.

»Höhe zwo fünf null«, sprach eine ruhige, unpersönliche Stimme aus dem Kontrollstand. »Geschwindigkeit eins eins sechs null Meter pro Sekunde. Drahtspannung neunzig Prozent nominal. Fallschirm öffnet sich in zwei Minuten.«

Morgan war wieder so gespannt wie zuvor — und wachsam. Wie ein Boxer, dachte Maxine, der einen unbekannten, aber gefährlichen Gegner beobachtet.

»Wie ist die Windlage?«, bellte er.

Eine zweite Stimme antwortete, weitaus weniger unpersönlich als die erste:

»Ich kann es fast nicht glauben«, sagte sie in besorgtem Tonfall, »aber Monsun-Kontrolle hat soeben eine Sturmwarnung herausgegeben.«

»Wir haben keine Zeit für Späße!«

»Sie machen keinen Spaß; ich habe eben zurückgerufen.«

»Aber sie haben uns garantiert, dass es keine Böen von mehr als dreißig Kilometern pro Stunde geben wird!«

»Das haben sie soeben auf sechzig hinaufgesetzt — Moment: achtzig. Da muss irgendetwas schiefgegangen sein …«

»Das kann man wohl sagen«, murmelte Maxine Duval. Dann instruierte sie ihren Assistenten: »Mach dich unsichtbar — du darfst ihnen jetzt nicht im Weg stehen — aber lass dir nichts entgehen!« Sie überließ es dem Kameramann, mit diesen etwas widersprüchlichen Anweisungen fertigzuwerden, und schaltete auf ihren Informationskanal. In weniger als dreißig Sekunden ermittelte sie die meteorologische Station, die für das Wetter im Gebiet Taprobane verantwortlich war. Verärgert, aber nicht überrascht stellte sie fest, dass die Station zurzeit keine Anrufe aus der Öffentlichkeit entgegennahm.

Sie überließ es ihrem findigen Stab, dieses Hindernis zu umgehen, und schaltete zurück zum Berg. Sie war erstaunt, um wie viel sich die Lage selbst in diesen paar Augenblicken verschlechtert hatte.

Der Himmel war dunkler geworden, und die Mikrofone registrierten in der Ferne das noch undeutliche Rumoren des nahenden Sturmes. Maxine hatte derart abrupte Wetterumschläge auf hoher See erfahren und sich ihrer bei Schiffsrennen des Öfteren zu ihrem Vorteil bedient. Aber hier handelte es sich einfach um einen Fall von unglaublichem Pech. Sie empfand Mitgefühl für Morgan, dessen Träume und Hoffnungen Gefahr liefen, von diesem unplanmäßigen, von diesem unmöglichen Sturm davongeblasen zu werden.

»Höhe zwo null null. Sondengeschwindigkeit eins eins fünf zwo Meter pro Sekunde. Spannung fünfundneunzig Prozent des Nominalwerts.«

Die Spannung war also, in doppeltem Sinn, am Wachsen. Das Experiment konnte in dieser Phase nicht mehr abgebrochen werden. Morgan musste einfach weitermachen und das Beste hoffen. Maxine Duval hätte gerne zu ihm gesprochen; aber sie wusste, dass sie ihn in diesen Augenblicken nicht unterbrechen durfte.

»Höhe eins neun null. Geschwindigkeit eins eins null null. Spannung einhundertundfünf Prozent. Erster Fallschirm öffnet sich — JETZT!«

Damit war die Sonde der Erdatmosphäre ausgeliefert. Der geringe Treibstoffrest würde dazu verwendet werden, das Objekt in das Fangnetz am Berghang zu steuern. Die Kabel, die das Netz hielten, hatten unter der Wucht des auffrischenden Windes zu summen begonnen.

Morgan erschien plötzlich vor dem Kontrollstand und starrte in den Himmel hinauf. Dann wandte er sich um und blickte geradewegs in die Kamera.

»Was immer auch geschieht, Maxine«, sagte er langsam und mit Bedacht, »der Versuch ist jetzt bereits zu fünfundneunzig Prozent erfolgreich. Wir haben sechsunddreißigtausend Kilometer zurückgelegt, und es verbleiben weniger als zweihundert.«

Maxine Duval antwortete nicht. Sie begriff, dass Morgans Worte nicht für sie bestimmt waren, sondern für die Gestalt in dem komplizierten Rollstuhl unmittelbar neben dem Eingang zum Kontrollstand. Das Fahrzeug identifizierte den Fahrgast; nur ein Erdfremder bedurfte eines solchen Geräts. Die Medizin verstand es längst, alle Arten von Muskeldefekt zu heilen — die Physik tat sich mit der Gravitation wesentlich schwerer.

Wie viel Einfluss, wie viele Interessen sich in diesem Augenblick auf diesen Berggipfel konzentrierten! Wahre Naturkräfte — die Narodnij-Mars-Bank — die Autonome Nordafrikanische Republik — Vannevar Morgan (selbst eine ernstzunehmende Naturkraft) — und jene sanften, aber unversöhnlichen Mönche in ihrem windumtosten Horst.

Maxine Duval flüsterte ein paar Anweisungen an ihren Assistenten. Die Kamera bewegte sich aufwärts. Dort war der Gipfel, gekrönt von den blendend weißen Mauern des Tempels. Hier und dort sah Maxine hinter den Zinnen das leuchtende Orange von Roben, die im Wind flatterten. Sie hatte es nicht anders erwartet: die Mönche schauten zu.

Der Zoom brachte sie so nahe herbei, dass man einzelne Gesichter sehen konnte. Maxine war nie mit dem Maha Thero zusammengetroffen (ein Interview war höflich abgelehnt worden), aber sie war dennoch sicher, dass sie ihn erkennen würde. Der Priester ließ sich jedoch nirgendwo sehen. Womöglich befand er sich im Allerheiligsten und konzentrierte sein Bewusstsein auf geistige Exerzitien.

1 ... 32 33 34 35 36 37 38 39 40 ... 69
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)