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Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]

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Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]
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Sie schien leicht zusammenzuzucken.

Dann bewegte ihre Hand sich und erprobte auch ihn, wollte feststellen, wie er reagierte, und obwohl sein erster Instinkt ihn dazu drängte, sich zu verstecken, zurückzuschrecken, war er endlich einmal froh, daß sein Körper ihm nicht ermöglichte, sich so schnell zu bewegen, weil auch sie wissen sollte, daß er erregt war.

»Ich glaube, das Experiment war ein Erfolg, meinst du nicht auch?« fragte Huschidh.

»Ja«, sagte Issib. »Aber soll das heißen, das ich jetzt aufhören soll?«

»Nein«, sagte sie. »Aber jeden Augenblick könnte jemand in dieses Zelt kommen.« Sie wich zurück und knöpfte ihre Bluse zu. Aber sie atmete auch ziemlich schwer. Das konnte er trotz seines schweren Atems hören. »Das war aber eine Menge Übung für mich«, sagte er.

»Es liegt auch in meiner Absicht, dich zu ermüden.«

»Das kannst du nicht, außer, du heiratest mich«, sagte er.

»Ich dachte schon, du würdest nie fragen.«

»Willst du mich heiraten?«

»Wäre es morgen früh genug?«

»Nein«, sagte er. »Ich glaube nicht.«

»Dann sollte ich vielleicht deine Eltern holen.« Ihre Bluse war mittlerweile zugeknöpft, und sie stand auf und verließ das Zelt. Erst jetzt bemerkte er, daß die Unterwäsche, die zuvor ihre Brüste gehalten hatte, mitten auf dem Teppich lag, ein kleiner weißer Haufen. Er senkte die rechte Hand auf die Kontrollen seines Stuhls, fuhr den langen Arm des Stuhls aus, hob das Kleidungsstück auf und holte es heran. Er sah sich an, wie es beschaffen war; ziemlich einfallsreich, dachte er, doch gleichzeitig verabscheute er, daß das elastische Material die Brüste einer Frau die ganze Zeit über an ihren Körper drückte. Vielleicht tragen Frauen so was ja nur, wenn sie auf Kamelen reiten. Es wäre schade, wenn sie ständig so eingezwängt wären. Besonders für ihn, denn ihm hatte gefallen, wie Huschidhs Körper sich unter ihrer Bluse bewegt hatte, nachdem sie dieses Ding abgelegt hatte.

Er befahl seinem Stuhl, es in dem kleinen Behälter unter dem Stuhl zu verstauen; er gehorchte. Gerade rechtzeitig – Huschidh kam mit Vater und Mutter zurück. »Ich kann mich ja kaum beschweren, daß dies zu plötzlich kommt«, sagte Vater. »Wir hatten damit gerechnet und gehofft, daß es eher früher als später geschehen würde.«

»Sollen wir für die Zeremonie alle zusammenrufen?« fragte Mutter.

Und dann würden sie eine halbe Stunde damit verbringen, sich abwechselnd zu langweilen und darüber nachzudenken, wie Huschidh und Issib wohl miteinander schliefen? »Nein, danke«, sagte er. »Alle wichtigen Leute sind hier.«

»Ach, wie schade«, sagte Huschidh. »Ich habe Luet und Nafai gebeten, ebenfalls zu kommen, sobald sie Zdorab und Schedemei über die neuen Schlafarrangements informiert haben.«

Daran hatte Issib nicht gedacht — Huschidh hatte mit Schedemei ein Zelt geteilt, und Issib mit Zdorab. Nun waren die beiden gezwungen, zusammenzuziehen, bevor sie dazu bereit waren, und …

»Mach dir darüber keine Sorgen«, sagte Vater. »Zdorab wird hier bei dem Index schlafen, und Schedemei bleibt, wo sie ist. Huschidh wird zu dir ziehen, weil dein Zelt bereits … ausgerüstet ist.«

Ausgerüstet mit seiner privaten Latrinenvorrichtung, den Töpfen für seine Schwämme, dem Bett mit der Matratze aus Luftblasen, damit er sich nicht bettwund legte. Und wenn er am Morgen seine Blase und Gedärme entleeren mußte, würde er sagen, Schuja, Liebling, wärest du so lieb, mir den Krug und die Bettpfanne zu bringen? Und dann sei ein Schatz und wische mich bitte ab, ja?

»Und Nafai und Zdorab werden morgen früh kommen, um dir zu helfen, dich für den Tag fertigzumachen«, sagte Vater.

»Und es mir beizubringen«, sagte Huschidh. »Wenn du mich heiraten willst, Issib, darf dies keine Schranke zwischen uns sein. Ich weigere mich, mich dadurch stören zu lassen, und du mußt dich ebenfalls weigern.«

Leichter gesagt als getan, dachte Issib, nickte aber zustimmend und hoffte, daß es wirklich so kommen würde.

Nachdem Nafai und Luet eingetroffen waren, dauerte die Zeremonie nur ein paar Minuten. Nafai stand neben Issib und Luet neben Huschidh, während Mutter und Vater abwechselnd die Teile der Zeremonie sprachen. Eigentlich war es die Ehezeremonie der Frauen, wie sie in Basilika abgehalten wurde, und so mußte Vater nur dann und wann einspringen und seinen Teil richtig aufsagen, aber das gehörte einfach zur Zeremonie. Jedenfalls hatte er diesen Eindruck. Vaters Stimme wiederholte sanft die Worte, die Mutter gerade gesprochen hatte, als wolle er ihn noch einmal daran erinnern. Schließlich waren sie fertig, und Rasa legte ihre Hände zusammen. Huschidh beugte sich zu Issib in seinem Stuhl hinab und küßte ihn. Es war das erste Mal, daß seine Lippen die ihren berührten, und es überraschte ihn. Es gefiel ihm auch sehr gut, und außerdem kniete sie während des Kusses neben dem Stuhl nieder, und dabei drückten ihre Brüste sich gegen seinen Arm, und er wollte eigentlich nur noch, daß alle anderen sie allein ließen, damit er feststellen konnte, wie der Rest des Experiments verlaufen würde.

Es dauerte noch eine weitere halbe Stunde, während der Nafai und Luet sie neckten und aufzogen, doch schließlich waren sie allein in Issibs Zelt, und sie setzten das Experiment dort fort, wo sie es abgebrochen hatten. Als Huschidh nackt war, hob sie ihn aus dem Stuhl. Er wußte, sie war überrascht, wie leicht er war, obwohl Nafai ihr zweifellos versichert hatte, daß sie keine Schwierigkeiten haben würde, ihn zu tragen, so groß, wie sie war. Sie zog ihn aus und drückte ihren Körper dann an den seinen, damit er ihr genausoviel geben konnte, wie sie ihm gab. Er glaubte, die Stärke der Gefühle nicht ertragen zu können, als er sah, wie viel Vergnügen er ihr gab, und die Freuden spürte, die sie ihm gab; sein Körper erleichterte sich fast in dem Augenblick, in dem sie sich auf ihn hinabließ. Doch das war nicht schlimm, denn sie umfaßte ihn noch immer und bewegte sich auf ihm und küßte ihn, und er küßte ihre Wange, ihre Schulter, ihre Brust, ihren Arm, wann immer ein Teil von ihr in die Nähe seiner Lippen kam; und wenn er es konnte, legte er die Arme um sie, damit sie, als sie sich auf ihm bewegte, seine Hände auch auf ihrem Rücken, ihren Schenkeln spüren konnte; sanft, schwach, eigentlich zu nichts imstande, aber trotzdem vorhanden. Genügte ihr das? Konnte sie dies . genießen, immer und immer wieder, auf ewig?

Dann kam ihm in den Sinn, statt sich darüber den Kopf zu zerbrechen, sie doch einfach zu fragen.

»Ja«, sagte sie. »Du bist also fertig?«

»Zumindest das erste Mal«, sagte er. »Ich hoffe, ich habe dir nicht zu weh getan.«

»Ein wenig«, sagte sie. »Aber Luet hat mir gesagt, ich könne sowieso nicht erwarten, daß es beim erstenmal überwältigend ist.«

»Wie nicht-überwältigend war es?«

»Ich war nicht über-wältigt«, sagte sie. »Aber es ist auch nicht so, als wäre ich nicht einmal wältigt. Ich würde sagen, in meiner Hochzeitsnacht war ich durch und durch wältigt, und ich freue mich ziemlich auf unsere nächste Wältigung, um zu sehen, um wie viel wältiger es noch werden kann.«

»Vielleicht sollten wir es als allererstes morgen früh einmal ausprobieren.«

»Vielleicht«, sagte sie. »Aber sei nicht überrascht, wenn du aufwachst und mitten in der Nacht feststellst, daß ich die Situation schamlos ausnutze.«

»Tust du nur so, oder meinst du es wirklich ernst?«

»Tust du nur so?« fragte sie.

»Nein«, sagte er. »Das ist die schönste Nacht meines Lebens. Hauptsächlich, weil …«

Sie wartete.

»Weil ich nie gedacht hätte, daß es einmal passieren würde.«

»Aber es ist geschehen«, sagte sie.

»Ich habe geantwortet«, sagte er. »Jetzt bist du dran.«

»Ich dachte, ich müßte so tun, und ich hätte auch so getan, hätte es sein müssen, weil ich weiß, daß unsere Ehe auf lange Sicht funktionieren kann — ich weiß es, weil ich es in meinem Traum vom Hüter der Erde gesehen habe. Wenn ich dir also am Anfang etwas hätte vormachen müssen, hätte ich es getan.«

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