Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]
- Автор: Кард Орсон Скотт
- Серия: Die Heimkehr #3
- Год: 1995
- Язык: немецкий
- Год: Bastei Lübbe
- ISBN: 3-404-24195-9
- Переводчик: Uwe Anton
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]». Краткое содержание книги:
Und dann wachte ich wirklich auf und stellte fest, daß meine Hände leer waren, und Rasa schlief neben mir und hatte ihren eigenen Traum, und so hatte sie doch nicht von der Frucht gekostet, und Nafai und Issib waren noch in ihren Zelten, und es war nicht geschehen.«
Volemak lehnte sich wieder vor. »Aber ich schmeckte sie noch immer. Ich kann sie selbst jetzt noch schmecken. Und deshalb mußte ich es euch erzählen. Obwohl die Überseele abstreitet, mir den Traum geschickt zu haben, fühlte er sich echter, wirklicher an als jeder andere Traum, den ich je zuvor gehabt hatte. Nein, er fühlte — erfühlt — sich wirklicher als die Wirklichkeit an, und als ich die Frucht aß, war ich lebendiger denn je zuvor in meinem Leben. Hat das irgendeine Bedeutung für euch?«
»Ja, Volja«, sagte Rasa. »Eine größere, als du ahnst.«
Es folgte ein allgemeines Murmeln der Zustimmung, und als Volemak sich in der Gruppe umsah, erkannte er, daß die meisten von ihnen nachdenklich dreinschauten und viele von ihnen sogar gerührt waren — vielleicht eher durch Volemaks Gefühle als durch die Geschichte des Traums selbst, doch zumindest hatte irgend etwas daran sie ergriffen. Er hatte getan, was er konnte, um seine Erfahrung mit ihnen zu teilen.
»Der Traum hat mich sogar richtig hungrig gemacht«, sagte Dol. »Das ganze Gerede von Früchten und so.«
»Und die Fäkalien im Fluß. Hmm«, sagte Kokor. »Was gibt es zum Abendessen?«
Sie lachten. Die ernste Stimmung war gebrochen. Doch Volemak konnte nicht wütend sein. Er konnte nicht erwarten, daß sein Traum sie für den Rest ihres Lebens verwandelte.
Aber er hat etwas zu bedeuten. Selbst, wenn er nicht von der Überseele gekommen ist, ist er wahr, und er ist wichtig, und ich werde ihn nie vergessen. Oder falls ich ihn vergessen sollte, werde ich deshalb zu bedauern sein.
Diejenigen, die das Abendessen zubereitet hatten, erhoben sich, um ihre Vorbereitungen abzuschließen und es zu servieren. Rasa setzte sich neben Volemak und legte den Arm um ihn. Volemak schaute zu Issib hinüber und sah, daß Tränen seine Wangen hinabflössen, und Nafai und Luet gingen Arm in Arm nachdenklich und zärtlich miteinander — so gut, so richtig, die beiden. Die meisten anderen kannte Volemak kaum. Sein Blick glitt instinktiv über sie hinweg zu Mebbekew und Elemak. Und als er die beiden sah, war er überrascht, denn sie wirkten weder bewegt noch wütend. Wenn Volemak hätte bezeichnen müssen, was er auf ihren Gesichtern sah, hätte er es Angst genannt.
Wie konnten sie diesen Traum hören und sich fürchten?
»Er spart es sich für später auf«, sagte Mebbekew. »Diese Sache mit dem Traum, wir von der Familie abgeschnitten – er wird uns beide enterben.«
»Ach, halt doch die Klappe«, sagte Elemak. »Er läßt uns nur wissen, daß er weiß, was in der Wüste passiert ist. Er wird nicht viel Aufhebens darum machen, aber er weiß es. Er läßt es wahrscheinlich auf sich beruhen — vorausgesetzt, keiner von uns macht eine wirklich große Dummheit.«
Meb betrachtete ihn kalt. »Wie ich mich erinnere, hast du in der Wüste den Pulsator auf Nafai gerichtet und nicht ich. Also zeige nicht mit dem Finger auf die Leute und nenne sie dumm.«
»Ich scheine mich an einen jüngeren Zwischenfall zu erinnern.«
»Bei dem du der einzige Zeuge warst. Sogar der liebe Njef hat keine Ahnung. Und es stimmt einfach nicht, du hast dir alles ausgedacht, du elende Pißnelke.«
Elemak ignorierte den Kraftausdruck. »Hoffentlich sehe ich nie so dumm aus wie Vater gerade. Vor allen Leuten zu weinen — wegen eines Traums.«
»Ja, alle sind dumm, nur Elemak nicht«, sagte Mebbekew. »Du bist so klug, daß du durch die Nase furzt.«
Elemak konnte nicht glauben, wie ausgesprochen kindisch Meb sich benehmen konnte. »Sind wir noch immer zwölf Jahre alt, Meb? Glaubst du, du bist erwachsen, wenn du pissen und furzen sagst?«
»Das ist ja gerade die Ironie, du armer, klotzköpfiger Depp«, sagte Meb mit seinem freundlichsten Tonfall. »Aber du bist ja so klug, daß du Ironie nie begreifst. Kein Wunder, daß du alle anderen für so dumm hältst — du kapierst nie, was sie sagen, und glaubst deshalb, sie würden nicht verständlich sprechen. Ich will dir ein Geheimnis verraten, das alle anderen in diesem Lager kennen, Elja, mein lieber Bruder. Du weißt vielleicht, wie man lebendig durch die Wüste kommt, aber das ist auch das einzige, was du weißt. Selbst Eiadh scherzt mit den anderen Frauen, du wärest bei ihr immer so schnell fertig, sie würde gar nicht mitbekommen, daß du überhaupt angefangen hast. Du weißt nicht mal, wie man eine Frau befriedigt. Und, Elja, laß mich dir eins sagen, Frauen sind sehr leicht zu befriedigen.«
Elemak ließ die Beleidigungen und versteckten Andeutungen von sich abprallen. Er kannte Meb, wenn er in solch einer Stimmung war. Als sie noch Kinder gewesen waren, hatte Elemak ihn immer verprügelt — aber dann war ihm schließlich klargeworden, daß Mebbekew genau das wollte. Als hätte er nichts gegen den Schmerz, solange er Elemak so wütend und mit rotem Gesicht sah, schwitzend und mit wunden Händen, weil er so lange auf Mebbekew eingeschlagen hatte. Denn dann wußte Meb, daß er alles unter Kontrolle hatte.
Also ließ Elemak sich nicht anstacheln. Statt dessen stand er auf und ging zu den anderen, die sich an der Kochstätte ihr Essen holten. Eiadh schenkte aus dem großen Topf ein – sie hatten keine Zeit gehabt, den Hasen zu kochen, so daß nur wenig Fleisch in dem Eintopf war, doch Rasa hatte viele Gewürze hinzugegeben, damit die Suppe heute abend wenigstens nach etwas schmeckte. Und Eiadh sah so süß aus, wie sie die Suppe in die Schüsseln austeilte, daß er augenblicklich Lust auf sie verspürte. Er wußte genau, daß Meb log — Eiadh hatte nicht den geringsten Grund, sich über seine Fähigkeiten als Liebhaber zu beschweren —, und wenn noch kein Baby in ihr war, würde bald eins in ihr sein. Dieses Wissen schmeckte für Elemak in der Tat süß. Dies habe ich bei all diesen Reisen gesucht, dachte er. Und wenn sein Vater das mit seinem Baum des Lebens gemeint hatte – an dem großen Unternehmen Liebe, Sex, Geburt, Leben und Tod teilzunehmen —, dann hatte Elemak in der Tat von der Frucht dieses Baums gekostet, und sie war köstlich, köstlicher als alles andere, was das Leben anzubieten hatte. Wenn sein Vater also glaubte, Elemak würde sich schämen, weil er in dessen Traum nicht zu dem Baum gekommen war, würde er enttäuscht sein, denn Elemak hatte den Baum bereits gefunden, und sein Vater mußte ihm nicht den Weg zeigen.
Nach dem Abendessen gingen Nafai und Luet zum Indexzelt. Sie wären schon vor dem Essen gegangen, so begierig waren sie darauf — aber sie wußten, daß man ihnen keine Portion aufbewahren würde. Sie mußten essen, wenn die Mahlzeiten serviert wurden. Und so zogen sie nun, als die Dunkelheit sich senkte, die Tür auf und traten hinein, nur um festzustellen, daß Issib und Huschidh bereits dort waren und die Hände auf den Index gelegt hatten.
»Verzeihung«, sagte Luet.
»Kommt herein«, sagte Huschidh. »Wir bitten um eine Erklärung des Traums.«
Luet und Nafai lachten. »Obwohl völlig klar ist, was er bedeutet?«
»Also hat Vater es euch auch gesagt«, erwiderte Issib. »Nun, wahrscheinlich hat er recht — es ist eine allgemeine moralische Lektion, daß man sich um seine Familie kümmern und die Freuden des Lebens ignorieren muß und so weiter — wie die Bücher, die man Kindern gibt, damit sie sich in Zukunft anständig benehmen.«
»Aber«, sagte Nafai.
»Aber warum ausgerechnet jetzt? Warum wir?« sagte Issib. »Das wollen wir herausfinden.«
»Vergiß nicht, daß er gesehen hat, was wir anderen auch gesehen haben«, sagte Luet. »Was General Muuzh gesehen hat.«
»Was meinst du?« fragte Issib.