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Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]

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Die Schiffe der Erde [The Ships of Earth - de]
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»Das tue ich ziemlich oft«, sagte er. »Aber nur in anderer Leute Träumen. Hoffentlich hast du nichts dagegen.«

Und sie lächelte.

Er hätte nun etwas anderes sagen sollen, etwas Ernstes, denn er wußte, daß sie den schwierigen Part übernommen hatte — sie sagte ernste Dinge, und er hielt Witze dagegen. Auf diese Weise konnten sie sich zwar besser kennenlernen, aber damit lenkte er auch ständig von den schwierigen Dingen ab, die sie sagen wollte. Er wußte also, er sollte ihr eigentlich helfen, diese ernsten Dinge zu sagen, und doch wußte er nicht, was er sagen sollte, wo er nun allein mit ihr hier im Indexzelt saß. Abgesehen davon, daß er Angst hatte, denn sie brauchte einen Gatten, und er mußte dieser Gatte sein, aber er hatte keine Ahnung, ob er seine diesbezüglichen Verpflichtungen erfüllen konnte. Natürlich hatte er nicht die Sprache verloren, und er kannte Huschidh gut genug, um zu wissen, daß auch sie gut mit jemandem reden konnte, den sie kannte — er hatte gehört, wie sie im Unterricht leidenschaftliche Reden führte; das galt auch für die Privatgespräche, die er zufällig aufgeschnappt hatte. Also würden sie sich wahrscheinlich unterhalten können, aber um zu reden, mußten sie nicht heiraten, oder? Was für ein Vater werde ich sein? Komm sofort her, mein Sohn, oder ich überfahre dich mit meinem Stuhl!

Ganz zu schweigen von der Frage, wie er überhaupt Vater werden würde. Oh, den rein mechanischen Vorgang konnte er sich durchaus vorstellen, aber nicht, daß eine Frau tatsächlich daran teilhaben wollte. Und das war also die schwierige Frage, die zu stellen er sich nicht überwinden konnte. Hier ist das Drehbuch, wie wir Kinder bekommen können — bist du bereit, die Hauptrolle zu übernehmen? Der einzige Haken daran ist, daß du alles tun mußt, während ich einfach dort liege und dir nicht das geringste Vergnügen bereiten kann, und dann wirst du die Kinder haben, während ich dir überhaupt nicht helfen kann, und wenn wir dann alt sind, mußt du mich bis zu meinem Tod pflegen, was aber wohl keine große Rolle spielen wird, da du mich ja schon die ganze Zeit über gepflegt hast, denn wenn ich einmal eine Frau habe, werden die anderen mir nicht mehr helfen wollen. Also mußt du das übernehmen, persönliche Hilfestellungen, die dich anekeln werden. Und dann sollst du noch meinen Samen empfangen und mir danach Kinder gebären, und mir fallen einfach keine Worte ein, mit denen ich dich dazu überreden könnte.

Huschidh sah ihn in der Stille ruhig an. »Du atmest ziemlich schwer«, sagte sie.

»Wirklich?« fragte er.

»Ist das Leidenschaft, oder hast du genausoviel Angst davor wie ich?« fragte sie.

Ja. Noch mehr Angst. »Leidenschaft«, sagte er.

Es war nicht sehr hell im Zelt, aber auch nicht sehr dunkel. Er sah, daß sie eine Entscheidung traf. Sie griff unter ihre Bluse und machte dort irgend etwas, und als ihre Hände wieder zum Vorschein kamen, sah er, daß ihre Brüste sich unter dem Stoff nun frei bewegten. Und weil sie das getan hatte, hatte er mehr Angst denn je zuvor, aber er spürte auch einen Anflug von Begierde, denn noch nie hatte eine Frau so etwas vor ihm getan, und ganz bestimmt nicht für ihn, damit er es sehen konnte. Aber jetzt erwartete sie wahrscheinlich, daß er irgend etwas tat, und er hatte nicht die geringste Ahnung, was das sein sollte.

»Ich bin nicht sehr erfahren in diesen Angelegenheiten«, sagte Huschidh.

In welchen Angelegenheiten? wollte er fragen, tat es dann aber doch nicht, da er genau wußte, was sie meinte, und es kein guter Augenblick für einen Scherz war.

»Aber ich dachte, wir sollten eine Art Experiment durchführen«, sagte sie. »Bevor wir irgendeine Entscheidung treffen. Um festzustellen, ob ich vielleicht anziehend auf dich wirken könnte.«

»Das könntest du«, sagte er.

»Und um festzustellen, ob du mir etwas geben kannst«, sagte sie. »Es wäre doch schöner, wenn wir beide unseren Spaß daran haben, meinst du nicht auch?«

Ihre Worte klangen so sachlich. Doch er hörte am Zittern ihrer Stimme, daß sie sie gar nicht sachlich meinte. Und zum erstenmal kam ihm in den Sinn, daß sie sich wahrscheinlich nicht für eine schöne Frau hielt. In der Schule hatten die jungen Männer niemals hinter ihrem Rücken hinter ihr her gesabbert; nun kam Issib in den Sinn, daß sie dies vielleicht genau wußte — nein, nicht nur vielleicht —, und daß sie genauso große Angst davor hatte, ob er sie begehren würde, wie er, ob er ihr gefallen würde. Damit waren sie ein wenig näher zueinander gerückt. Und statt sich Sorgen darüber zu machen, ob sie Abscheu empfinden würde, konnte er sich nun ein paar Gedanken darüber machen, was ihr gefallen würde.

Sie rückte näher zu ihm heran. »Ich habe meine Schwester Luet gefragt«, sagte sie. »Was Männer für Frauen tun, und was du ihres Erachtens für mich tun könntest.« Ihre Hände lagen nun auf den Stuhllehnen. Und nun ließ sie die rechte Hand auf sein Bein hinabrutschen. Auf sein dünnes, dünnes Bein; er fragte sich, wie dieser Schenkel, der kaum Muskeln hatte, sich für sie anfühlte. Dann drückte sie sich enger an ihn, und ihm wurde klar, daß der Stoff ihrer Bluse nun seine Hand berührte. »Sie hat gesagt, du kämst mit Knöpfen klar.«

»Ja«, sagte er. Es war schwer, aber er hatte gelernt, Kleidung, die auf diese Weise zusammengehalten wurde, auf- und zuzuknöpfen.

»Das heißt vermutlich, daß du Knöpfe auch öffnen kannst.«

Erst da begriff er, daß es sich um eine Aufforderung handelte.

»Ein Experiment«, sagte er.

»Eine kleine Zwischenprüfung«, sagte sie. »Aufknöpfen und öffnen, und danach eine Zusatzaufgabe, mit der du noch ein paar weitere Punkte machen kannst.«

Er hob seine Hand — es fiel ihm so schwer —, hob sie und berührte den obersten Knopf ihrer Bluse. Es war ein schlechter Winkel — rückhändig.

»Kein guter Winkel, nicht wahr?« sagte sie. Dann legte sie die rechte Hand auf seinen anderen Schenkel, schob sie höher und beugte sich dann über ihn. Nun konnte er beide Hände benutzen, und es war fast leicht, ihre Bluse aufzuknöpfen, obwohl er noch niemals die Kleidung eines anderen Menschen aufgeknöpft hatte. Ihm kam in den Sinn, daß dies eine nützliche Fertigkeit bei Kindern war, die noch nicht gelernt hatten, sich allein anzuziehen.

»Vielleicht schaffst du den nächsten Knopf schneller«, sagte sie.

Er schaffte es. Und während er die Knöpfe öffnete, streiften seine Hände ihre Brüste. Er hatte Tag und Nacht davon geträumt, die Brüste einer Frau zu berühren, hatte aber immer geglaubt, dieser Traum würde nur ein Traum bleiben. Und als er nun einen Knopf nach dem anderen öffnete, schob sie sich höher, damit er den nächsten Knopf erreichen konnte, und damit näherten ihre Brüste sich seinem Gesicht, bis er schließlich imstande war, ihre Haut zu küssen, wenn er den Kopf nur ein wenig zur Seite drehte.

Seine Finger öffneten den letzten Knopf, und nun schwangen die beiden Seiten ihrer Bluse auf. Ich kann es nicht, ich kann es nicht, dachte er, und dann tat er es trotzdem, drehte den Kopf und küßte sie. Die Haut war ein wenig verschwitzt, aber auch weich und glatt, nicht wie Haut, die dem Wetter ausgesetzt war — nicht wie seine Hände, obwohl die auch glatt waren. Nicht einmal wie die glatte Wange seiner Mutter, die er oft geküßt hatte; dies war eine Haut, wie er sie noch nie mit den Lippen berührt hatte, und er küßte sie erneut.

»Für das Aufknöpfen und Öffnen bekommst du nur eine durchschnittliche Note«, sagte sie, »aber die Zusatzaufgabe hast du vielversprechend gelöst. Du mußt nicht immer so sanft sein.«

»Ich bin eigentlich so grob und brutal und männlich, wie es mir möglich ist«, sagte er.

»Dann ist es in Ordnung«, sagte sie. »Weißt du, du kannst es gar nicht falsch machen. Solange ich weiß, daß du es machst, weil du es willst.«

»Ich will es«, sagte er. Und dann, weil ihm klar wurde, daß sie es hören mußte: »Ich will dich so sehr. Du bist so … perfekt.«

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