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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Plötzlich taucht eine Erinnerung auf. Ich, wie ich an mein Bett gefesselt bin, außer mir vor Wut und Kummer nach der Rettung. Finnick versucht mich wegen Peeta zu trösten. Die werden bald merken, dass er nichts weiß. Und sie werden ihn nicht töten, solange sie denken, sie können ihn gegen dich einsetzen. »Du hast mich doch gewarnt. Auf der Krankenstation. Aber als du gesagt hast, sie würden Peeta gegen mich einsetzen, da dachte ich, du meinst, als Köder. Um mich ins Kapitol zu locken«, sage ich.

»Nicht mal das hätte ich sagen sollen. Es war zu spät, um dir zu helfen. Wenn ich dich schon nicht vorher, vor dem Jubel-Jubiläum, gewarnt habe, hätte ich mir auch den Hinweis darauf sparen können, wie Snow vorgeht.« Finnick reißt am Ende seines Seils und ein komplizierter Knoten löst sich auf. »Aber damals, als ich dich kennenlernte, da hab ich es nicht kapiert. Nach euren ersten Spielen dachte ich, die Liebesgeschichte wäre von deiner Seite aus nur Theater. Wir sind alle davon ausgegangen, dass du diese Taktik weiterverfolgen würdest. Erst als Peeta das Kraftfeld berührt hat und fast gestorben wäre, da wusste ich …« Finnick zögert.

Ich denke zurück an die Arena. Wie ich geschluchzt habe, als Finnick Peeta wiederbelebte. Sein verwirrter Gesichtsausdruck. Und wie er mein Benehmen entschuldigt und es auf die angebliche Schwangerschaft geschoben hat. »Was wusstest du da?«

»Da wusste ich, dass ich dich falsch eingeschätzt hatte. Dass du ihn liebst. Auf welche Art, weiß ich nicht. Vielleicht weißt du das selbst nicht. Aber jeder, der dich beobachtet hat, konnte sehen, wie viel er dir bedeutet«, sagt er sanft.

Jeder? Als Snow mich vor der Tour der Sieger besucht hat, hat er von mir verlangt, jeden Zweifel an meiner Liebe zu Peeta auszulöschen. »Überzeuge mich«, hat er gesagt. Unter dem heißen rosa Himmel, als Peetas Leben an einem seidenen Faden hing, scheint mir das schließlich gelungen zu sein. Und indem es mir gelungen ist, habe ich Snow die Waffe zur Verfügung gestellt, die er braucht, um mich zu brechen.

Lange sitzen Finnick und ich schweigend da, schauen den Knoten zu, wie sie entstehen und sich wieder auflösen, bis ich die Frage über die Lippen bringe: »Wie hältst du das aus?«

Finnick schaut mich ungläubig an. »Ich halte es nicht aus, Katniss! Natürlich nicht. Jeden Morgen quäle ich mich aus Albträumen, um festzustellen, dass das Erwachen keine Erleichterung bringt.« Etwas in meinem Blick lässt ihn verstummen. »Am besten gar nicht erst nachgeben. Sich wieder zusammenzuflicken, dauert zehnmal so lange, wie zu zerbrechen.«

Er muss es ja wissen. Ich hole tief Luft und zwinge mich dazu, ganz zu bleiben.

»Versuch dich abzulenken, das ist das Beste«, sagt er. »Morgen besorgen wir dir als Erstes ein eigenes Seil. Bis dahin kannst du meins haben.«

Den Rest der Nacht sitze ich auf meiner Matte und mache wie besessen Knoten, die ich dann Butterblume zeige. Wenn einer verdächtig aussieht, fängt er ihn aus der Luft und beißt ein paarmal hinein, damit er auch ganz sicher tot ist. Am nächsten Morgen habe ich wunde Finger, aber ich mache weiter.

Nachdem es vierundzwanzig Stunden ruhig geblieben ist, verkündet Coin schließlich, dass wir den Bunker verlassen können. Unsere alten Quartiere sind ausgebombt worden. Alle bekommen ganz genaue Anweisungen, wo sich die neuen Wohneinheiten befinden. Wie angeordnet, räumen wir unsere Lager und stellen uns gehorsam vor der Tür auf.

Ehe ich angekommen bin, taucht Boggs auf und zieht mich aus der Schlange. Er gibt Gale und Finnick ein Zeichen, zu uns zu kommen. Die anderen lassen uns durch. Einige lächeln mich sogar an, durch das Spiel mit dem »Verrückten Kater« habe ich offenbar gepunktet. Zur Tür hinaus und die Treppe hoch, durch den Flur und zu den multidirektionalen Aufzügen, die uns in die Waffenabteilung bringen. Unterwegs haben wir keine Zerstörungen gesehen, aber wir sind auch noch immer tief unter der Erde.

Boggs führt uns in einen Raum, der fast genauso aussieht wie die Kommandozentrale. Coin, Plutarch, Haymitch, Cressida und alle anderen am Tisch sehen erschöpft aus. Irgendwer hat endlich den Kaffee rausgeholt - wenn auch garantiert nur als Aufputschmittel -, und Plutarch hat beide Hände fest um die Tasse gelegt, als könnte sie ihm gleich wieder weggeschnappt werden.

Präsidentin Coin kommt sofort zur Sache. »Wir brauchen euch vier in voller Montur über der Erde. Ihr habt genau zwei Stunden Zeit, um Bildmaterial zu sammeln, das erstens die Zerstörung durch die Bomben zeigt, zweitens beweist, dass die Militäreinheit von 13 nicht nur funktioniert, sondern übermächtig ist, und vor allem, drittens, dass der Spotttölpel noch lebt. Fragen?«

»Können wir einen Kaffee bekommen?«, fragt Finnick.

Dampfende Tassen werden verteilt. Voller Abscheu schaue ich auf die glänzende schwarze Flüssigkeit. Ich war noch nie ein großer Freund von dem Zeug, aber vielleicht kann ich mich damit besser auf den Beinen halten. Finnick kippt mir etwas Sahne in meine Tasse und langt in das Zuckerschälchen. »Möchtest du ein Stück Zucker?«, fragt er mit seiner alten Verführerstimme. So haben wir uns kennengelernt, Finnick bot mir Zucker an. Umgeben von Pferden und Wagen, kostümiert und geschminkt für die Massen. Bevor wir Verbündete wurden. Bevor ich eine Ahnung hatte, wie er tickt. Bei der Erinnerung daran muss ich tatsächlich lächeln. »Hier, damit schmeckt es besser«, sagt er mit seiner normalen Stimme und lässt drei Stück Zucker in meinen Kaffee fallen.

Als ich mich umdrehe, um mein Spotttölpelkostüm anzuziehen, sehe ich, wie Gale unglücklich zu Finnick und mir schaut. Was soll das jetzt? Denkt er etwa, da läuft was zwischen uns?

Vielleicht hat er mitgekriegt, dass ich letzte Nacht bei Finnick war. Auf dem Weg zu ihm bin ich wahrscheinlich am Lager der Hawthornes vorbeigekommen. Das ist ihm wohl gegen den Strich gegangen. Dass ich Finnicks Nähe gesucht habe und nicht seine. Na, wennschon. Meine Finger brennen vom Knotenmachen, ich kann die Augen kaum offen halten, ein Kamerateam wartet darauf, dass ich irgendwas Geniales zustande bringe, und Snow hat Peeta in seiner Gewalt. Soll Gale doch denken, was er will.

Noch ehe der Kaffee abgekühlt ist, hat mein Vorbereitungsteam mich in dem neuen Erneuerungsstudio in der Waffenabteilung in mein Spotttölpelkostüm gesteckt, frisiert und dezent geschminkt. Zehn Minuten später begeben sich die Darsteller und das Team des nächsten Propos über die vielen gewundenen Treppen nach draußen. Unterwegs schlürfe ich meinen Kaffee, der durch Sahne und Zucker deutlich gewinnt. Als ich den Kaffeesatz runterkippe, der sich in der Tasse abgesetzt hat, merke ich, dass ich mich leicht berauscht fühle.

Nach einer letzten Treppe betätigt Boggs einen Hebel und eine Falltür öffnet sich. Frische Luft strömt herein. Ich atme tief durch, und erst jetzt kann ich mir in Gänze eingestehen, wie grässlich ich es im Bunker fand. Wir kommen in den Wald und ich lasse die Hände durch die Blätter über meinem Kopf gleiten. Einige fangen schon an, sich zu verfärben. »Der Wievielte ist heute?«, frage ich niemand Bestimmten. Boggs antwortet, dass nächste Woche der September anfängt.

September. Dann hat Snow Peeta jetzt schon fünf oder sechs Wochen in seinen Klauen. Ich schaue auf meine Hand und sehe, dass sie zittert. Ich schaffe es nicht, das Zittern zu unterdrücken. Ich schiebe es auf den Kaffee und konzentriere mich darauf, langsamer zu atmen, denn für das Tempo, in dem ich gehe, atme ich viel zu schnell.

Je weiter wir vordringen, desto mehr Trümmer liegen auf dem Waldboden verstreut. Wir sehen den ersten Bombenkrater, dreißig Meter breit, wie tief er ist, weiß ich nicht. Sehr tief. Boggs sagt, wahrscheinlich wäre jeder auf den obersten zehn Ebenen getötet worden. Wir gehen um die Vertiefung herum und marschieren weiter.

»Kann man das wiederaufbauen?«, fragt Gale.

»Nicht in nächster Zeit. Die Bombe hier hat kaum Schaden angerichtet. Nur ein paar Ersatzgeneratoren und eine Geflügelfarm«, sagt Boggs. »Wir sperren den Krater einfach ab.«

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