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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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»Was?«, sage ich. Ich fasse es nicht, dass er Peetas schreckliche Lage als Schlappe abtut.

»Die anderen im Bunker werden sich an dich halten. Wenn du ruhig und tapfer bist, nehmen sie sich daran ein Beispiel. Wenn du in Panik gerätst, könnte sich das ausbreiten wie ein Lauffeuer«, schärft Plutarch mir ein. Ich starre ihn nur an. »Es brennt sozusagen«, fährt er fort, als wäre ich etwas begriffsstutzig.

»Am besten tue ich einfach so, als stünde ich vor der Kamera, oder?«, sage ich.

»Ja! Perfekt. Vor Publikum ist man immer viel tapferer«, sagt er. »Wir haben ja gerade gesehen, wie viel Mut Peeta aufgebracht hat.«

Am liebsten würde ich ihm eine reinhauen.

»Ich muss vor der Abriegelung wieder bei Coin sein. Du machst weiter so!«, sagt er und geht davon.

Ich begebe mich zu dem großen E an der Wand. Unser Platz besteht aus vier Quadratmetern, die auf dem Steinboden markiert sind. Zwei Kojen sind in die Wand gehauen - einer muss auf dem Boden schlafen -, unten gibt es ein quadratisches Fach für Vorräte. An der Wand hängt ein weißes Blatt in Plastikfolie mit der Überschrift REGELN FÜR DEN BUNKER. Ich starre die kleinen schwarzen Striche auf dem Papier an. Zuerst werden sie von den Blutstropfen überlagert, die ich einfach nicht aus dem Kopf kriege. Dann werden sie langsam zu Buchstaben und Wörtern. Der erste Absatz trägt die Überschrift Bei der Ankunft.

1. Stellen Sie sicher, dass alle Mitglieder Ihrer Wohneinheit anwesend sind.

Meine Mutter und Prim sind noch nicht da, aber ich bin auch als eine der Ersten im Bunker angekommen. Wahrscheinlich sind die beiden noch damit beschäftigt, Patienten zu verlegen.

2. Gehen Sie zur Versorgungsstelle und sichern Sie jedem Mitglied Ihrer Wohneinheit einen Kucksack. Bereiten Sie Ihr Lager vor. Geben Sie die Kucksäcke wieder ab.

Ich schaue mich in der Höhle um, bis ich die Versorgungsstelle gefunden habe, einen tiefen Raum, der durch eine Theke abgetrennt ist. Ein paar Leute stehen dahinter, aber es ist noch nicht viel los. Ich gehe hin, nenne den Buchstaben unserer Wohneinheit und verlange drei Rucksäcke. Ein Mann überprüft die Angaben, zieht die für uns bestimmten Rucksäcke aus dem Regal und legt sie mit Schwung auf die Theke. Ich setze mir einen auf den Rücken und nehme die anderen beiden in die Hände. Als ich mich umdrehe, hat sich hinter mir eine Menschenansammlung gebildet. »Entschuldigung«, sage ich, während ich mich mit den Vorräten durch die Leute zwänge. Ist das nur Zufall? Oder hat Plutarch recht? Orientieren sich die Leute an mir?

In unserem Lager öffne ich einen Rucksack. Ich finde eine dünne Matte, Bettzeug, graue Kleidung zum Wechseln, eine Zahnbürste, einen Kamm und eine Taschenlampe. In den anderen beiden Rucksäcken befindet sich das Gleiche, zusätzlich zu der grauen jedoch auch weiße Kleidung. Die ist bestimmt für meine Mutter und Prim gedacht, für den Fall, dass ihr medizinischer Einsatz gefragt ist. Nachdem ich die Betten gemacht, die Kleidung verstaut und die Rucksäcke wieder abgegeben habe, kann ich nichts weiter tun, als die letzte Regel zu befolgen.

3. Warten Sie auf weitere Anweisungen.

Also setze ich mich im Schneidersitz auf den Boden und warte. Immer mehr Menschen strömen in die Höhle, nehmen ihre Lager in Beschlag und holen ihre Vorräte ab. Es dauert nicht lange, da ist die Höhle voll. Ich frage mich, ob meine Mutter und Prim die Nacht an dem Ort verbringen, an den man die Patienten gebracht hat. Aber nein, das glaube ich nicht. Sie standen ja auf der Liste. Ich fange schon an, mir Sorgen zu machen, als meine Mutter endlich kommt. Allein, mitten unter Leuten, die ich nicht kenne. »Wo ist Prim?«, frage ich.

»Ist sie nicht hier?«, sagt meine Mutter. »Sie wollte direkt von der Krankenstation herkommen. Sie ist zehn Minuten vor mir los. Wo ist sie? Wohin könnte sie gegangen sein?«

Ich kneife die Augen zu, um sie aufzuspüren, als wäre ich auf der Jagd. Ich sehe sie vor mir, wie sie auf die Sirene reagiert, wie sie sich hastig um die Patienten kümmert, wie sie nickt, als man sie auffordert, in den Bunker zu gehen. Auf der Treppe zögere ich mit ihr. Bin einen Moment lang hin und her gerissen. Warum nur?

Ich reiße die Augen auf. »Der Kater! Sie holt den Kater!«

»Oh nein«, sagt meine Mutter. Wir wissen beide, dass ich recht habe. Wir schieben uns gegen den Strom, versuchen aus dem Bunker hinauszukommen. Oben machen sie sich daran, die Flügel der schweren Eisentür zu schließen. Langsam drehen sie die Stahlräder auf beiden Seiten nach innen. Wenn die Tür erst einmal geschlossen ist, das weiß ich, wird nichts auf der Welt die Soldaten dazu bringen, sie wieder zu öffnen. Vielleicht stünde es auch gar nicht in ihrer Macht. Ich dränge die Leute zur Seite, während ich den Soldaten zurufe, dass sie warten sollen. Der Abstand zwischen den Flügeln schrumpft auf einen Meter, einen halben Meter, nur noch ein paar Zentimeter sind übrig, bloß meine Hand passt noch durch den Spalt.

»Machen Sie auf. Lassen Sie mich raus!«, schreie ich.

Die Soldaten sind unschlüssig, dann schieben sie die Flügel ein Stück zurück. Nicht so weit, dass ich hindurch kann, aber so weit, dass ich mir nicht die Finger klemme. Ich nutze die Gelegenheit, um mich mit einer Schulter in die Öffnung zu zwängen. »Prim!«, brülle ich nach oben. Meine Mutter spricht begütigend auf die Wachen ein, während ich mich immer weiter durch den Spalt quetsche. »Prim!«

Da höre ich es. Leise Schritte auf der Treppe. »Wir kommen!«, ruft meine Schwester.

»Halt die Tür auf!« Das war Gale.

»Sie kommen!«, sage ich zu den Wachen, woraufhin sie die Tür ein kleines Stück weiter aufmachen. Aber vor lauter Angst, dass sie uns alle aussperren, wage ich mich nicht zu rühren, bis Prim da ist, die Wangen rot vom Rennen, Butterblume auf dem Arm. Ich ziehe sie in die Höhle, Gale kommt hinterher und zwängt noch eine Menge Gepäck durch die Öffnung. Mit einem lauten und endgültigen Knall geht die Tür zu.

»Was hast du dir bloß gedacht?« Aufgebracht schüttele ich Prim, dann umarme ich sie und zerdrücke Butterblume fast.

Prim hat die Erklärung bereits parat. »Ich konnte ihn nicht zurücklassen, Katniss«, sagt sie. »Nicht schon wieder. Du hättest sehen sollen, wie er durchs Zimmer gelaufen ist und gemaunzt hat. Er würde auch zurückkommen, um uns zu retten.«

»Ja, ja, schon gut.« Ich atme ein paarmal tief durch, gehe einen Schritt zurück und packe Butterblume im Nackenfell. »Ich hätte dich ertränken sollen, als es noch nicht zu spät war.« Er legt die Ohren an und hebt eine Pfote. Ich fauche ihn an, bevor er es tut. Das ärgert ihn, er findet, Fauchen sollte ihm vorbehalten sein. Im Gegenzug maunzt er wie ein hilfloses kleines Kätzchen und meine Schwester springt ihm sofort zur Seite.

»Ach, Katniss, ärgere ihn nicht.« Sie nimmt ihn wieder in die Arme. »Er ist doch so schon außer sich.«

Bei der Vorstellung, dass ich die zarten Gefühle dieses Mistkaters verletzt habe, kriege ich schon wieder Lust, ihn zu ärgern.

Aber Prim ist wirklich verzweifelt. Also stelle ich mir nur vor, wie sein Fell ein Paar Handschuhe ziert, ein Bild, das mir über die Jahre geholfen hat, ihn zu ertragen. »Na gut, tut mir leid. Wir sind unter dem großen E an der Wand. Such ihm lieber ein Plätzchen, bevor er ausrastet.« Eilig geht Prim weg und jetzt stehe ich Gale direkt gegenüber. In den Händen hält er den Arzneikasten aus unserer Küche in Distrikt 12. Wo unser letztes Gespräch stattfand, unser letzter Kuss, unser letzter Streit, egal. Er trägt meine Jagdtasche über der Schulter.

»Wenn Peeta recht hat, hätten die Sachen nicht überlebt«, sagt er.

Peeta. Blut wie Regentropfen am Fenster. Wie feuchte Erde an den Stiefeln.

»Danke für … alles.« Ich nehme die Sachen. »Was hast du in unseren Räumen gemacht?«

»Nur noch mal alles kontrolliert«, sagt er. »Wir sind in siebenundvierzig, falls du mich brauchst.«

Als die Tür geschlossen wurde, haben sich fast alle auf ihre Plätze verzogen, und jetzt schauen mir mindestens fünfhundert Leute zu, wie ich mich zu unserem neuen Zuhause begebe. Um meine Panikaktion von vorhin wiedergutzumachen, versuche ich jetzt, besonders ruhig und besonnen zu wirken. Als könnte ich irgendjemandem etwas vormachen. Ein tolles Vorbild bin ich. Aber was soll’s? Die Leute halten mich sowieso alle für verrückt. Ein Mann, den ich vermutlich umgestoßen habe, fängt meinen Blick auf und reibt sich empört den Ellbogen. Am liebsten würde ich ihn auch anfauchen.

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