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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Indiana setzte sich zögernd, und auch erst, nachdem Joana Platz genommen und ihm einen auffordernden Blick zugeworfen hatte.

Jetzt, nachdem die unmittelbare Gefahr überstanden und der Schrecken halbwegs von ihm abgefallen war, begann sich sein Mißtrauen wieder zu regen. Die Geschichte, die José und anschließend Norten ihm erzählt hatten, klang ungefähr so überzeugend wie das Märchen vom Osterhasen. Die beiden wußten sehr wohl, wer diese Männer dort draußen waren. Und erst recht, was sie von ihnen wollten.

Norten schenkte aus einer Karaffe Whisky in zwei Gläser und aus einem lackierten Tonkrug Milch in ein drittes.»Ich habe Ihre Landung beobachtet, Dr. Jones«, sagte er, während er die Gläser auf ein Tablett lud und damit zum Tisch zurückkam.»Das war verdammt gewagt. Aber auch verdammt gekonnt. Meinen Glückwunsch.«

«Das war ich nicht«, sagte Indiana.

Norton stellte das Tablett auf den Tisch und sah ihn irritiert an.»Wer dann?«fragte er, während er sich setzte und sich eines der mehr als zur Hälfte gefüllten Whisky-Gläser nahm. Joana beugte sich rasch vor und griff nach dem zweiten.

«Ich. «In ihren Augen blitzte es schadenfroh, als sie den vorwurfsvollen Blick registrierte, den Indiana dem Tablett zuwarf, auf dem jetzt nur noch das Milchglas stand. Dann nahm sie einen so gewaltigen Schluck Whisky, daß vermutlich selbst Indiana einen Hustenanfall bekommen hätte. Ihr Gesicht verlor schlagartig jede Farbe, und ihre Augen weiteten sich erstaunt. Aber sie gab keinen Ton von sich.

Indiana angelte nach dem Milchglas, nippte daran und machte eine bestätigende Kopfbewegung, während er Joana schadenfroh zulächelte.»Sie sagt die Wahrheit«, sagte er.

«Sie hat dieses Ding geflogen. Ich weiß nicht einmal, wie man den Motor anläßt.«

Nortens Verblüffung war nicht zu übersehen. Aber Indiana war nicht ganz sicher, ob sie seiner Behauptung oder der Schnelligkeit galt, mit der Joana das Whisky-Glas leerte.

«Das war eine Meisterleistung«, sagte er schließlich.»Aber ihr beiden habt trotzdem verdammtes Glück, daß ihr überhaupt noch am Leben seid.«

«Das Gefühl hatte ich in den letzten Tagen mehrmals«, sagte Indiana.»Ich hoffe, es bleibt noch eine Weile so. «Er schlug Joa-na leicht auf die Finger, als sie sich vorbeugen und nach der Karaffe mit dem Whisky greifen wollte, stellte sein eigenes, zu einem Drittel geleertes Milchglas vor sie auf den Tisch und goß sich selbst einen Drink ein, der allerdings kaum halb so groß ausfiel wie der, den Joana hinuntergestürzt hatte.

«Sie behaupten also im Ernst, nicht zu wissen, wer diese Männer sind, oder warum sie Ihre Hacienda belagern?«

«Ich behaupte es nicht, Dr. Jones«, erwiderte Norten konsterniert.»Es entspricht den Tatsachen. «Er bewegte sich ärgerlich in dem schweren, geschnitzten Stuhl, und für den Bruchteil einer Sekunde sah Indiana etwas Kleines, Goldenes an seinem Hals aufblitzen. Die Kette mit dem Quetzalcoatl-Anhänger, von dem Joana gesprochen hatte. Aber bevor er genauer hinsehen konnte, beugte sich Norten vor, und der Anhänger verschwand wieder im Ausschnitt seines Hemdes.»Ich verstehe Ihre Verwirrung, Dr. Jones«, fuhr er fort.»Aber glauben Sie mir — uns allen hier ergeht es nicht anders. Drei meiner Männer wurden getötet, ehe wir überhaupt begriffen, was los war. Und im Grunde verstehe ich es immer noch nicht. Niemand versteht es. Ich habe weder Feinde noch Neider; jedenfalls keine, die mächtig genug wären, so etwas zu tun.«

«Was zu tun?«hakte Indiana blitzschnell nach.

Um ein Haar hätte der Trick funktioniert. Norten setzte zu einer Antwort an, stockte dann aber, beugte sich vor und griff an Indianas Hut.»Das«, sagte er, als er die Hand wieder zurückzog.

In seinen Fingern lag ein kaum zehn Zentimeter langer Pfeil mit drei rot und grün und gelb gestreiften Federn am hinteren Ende. Indiana erinnerte sich erst jetzt wieder, daß das Geschoß in seine Hutkrempe gefahren war.

«Seien Sie vorsichtig damit«, sagte er.

Norten sah ihn stirnrunzelnd an.»Sie wissen, was das ist?«

«Ein Pfeil«, antwortete Indiana überflüssigerweise.»Und wahrscheinlich mit Curare vergiftet.«

«Nicht wahrscheinlich«, verbesserte ihn Norten.»Auf der anderen Seite des Hauses liegen drei meiner Männer, die von diesen Teufelsdingern getroffen wurden. Einer hat nur einen Kratzer abbekommen. Er starb keine dreißig Sekunden später. «Sein Blick wurde fragend, fast lauernd.»Sie scheinen sich gut mit solchen Dingen auszukennen, Dr. Jones.«

«Ich hatte … vor kurzer Zeit Gelegenheit, eingehende Studien zu betreiben«, antwortete Indiana ausweichend.»Curare ist ein südamerikanisches Pfeilgift«, fügte er hinzu,»das normalerweise nicht auf Kuba verwendet wird.«

«Normalerweise laufen auf Kuba auch keine schießwütigen Verrückten herum, die harmlose Landarbeiter umbringen«, gab Norten im gleichen Tonfall zurück.

Die Spannung, die plötzlich zwischen ihnen herrschte, war beinahe greifbar. Nortens Blick wurde eisig, und Indiana konnte direkt sehen, wie es hinter seiner Stirn arbeitete. Er spürte, daß Indiana mehr wußte, als er zugab, und ganz offensichtlich dachte er krampfhaft über eine Möglichkeit nach, herauszubekommen, was er tatsächlich wußte. Und Indiana seinerseits spürte immer deutlicher, daß Norton log. Oder ihm zumindest etwas Wichtiges verschwieg.

«Habt ihr versucht, Hilfe zu rufen?«fragte Joana mit schwerer Zunge. Ihre Augen wirkten leicht glasig, und ihr Gesicht hatte sich gerötet. Offensichtlich begann der Whisky, den sie hinuntergestürzt hatte, bereits zu wirken.

Norten nickte betrübt.»Ja. Ich habe zwei Männer losgeschickt. Einen gestern und einen heute morgen.«

«Aber sie sind nicht durchgekommen«, vermutete Indiana. Nor-ten zögerte eine Sekunde.»Ich weiß es nicht«, gestand er.»Es ist ein weiter Weg zu Fuß zur nächsten Hacienda. Aber ich fürchte — nein. Ich werde jedenfalls nicht das Leben eines dritten Mannes aufs Spiel setzen.«

«Wie viele Männer haben Sie hier?«

«Leider nicht annähernd genug«, gestand Norten.»Normalerweise sind es fast hundert. Es ist ein sehr großes Anwesen, müssen Sie wissen.«

«Normalerweise?«

«Ich mußte eine Anzahl Angestellter entlassen«, sagte Norten.»Dieses Anwesen war immer nur so eine Art Hobby von mir. Ein sehr einträgliches Hobby, wie ich zugebe, aber in den letzten zwei, drei Jahren sind die Geschäfte immer schlechter gegangen. Im vergangenen Winter hatten wir eine Milzbrandepidemie, die fast zwei Drittel der Herde vernichtet hat. Fast den gesamten Restbestand habe ich vor drei Tagen zur nächsten Bahnstation treiben lassen, um ihn in Havanna zu verkaufen.«

«Und die Männer, die den Treck begleiteten, sind noch nicht zurück«, vermutete Indiana.

«Nein«, sagte Norten.»Im Augenblick sind wir noch achtzehn Personen hier — zwanzig, Sie und Joana mitgerechnet.«

«Das klingt nicht so, als würden Sie einer Belagerung noch lange standhalten können«, sagte Indiana. Aber Norten schüttelte den Kopf.

«Das müssen wir auch nicht«, sagte er.»Spätestens morgen kommen die Männer zurück, die die Herde weggetrieben haben. Und dann sieht die Situation völlig anders aus.«

«Sie werden sie draußen im Wald überfallen und niedermachen.«

«Unsinn!«sagte Norten heftig.»Überschätzen Sie diese Irren nicht, Dr. Jones. Wir sind hier nicht im Krieg oder in einem Wildwestroman. Es sind nur ein paar Wegelagerer, die vermutlich mitbekommen haben, daß die meisten Männer das Anwesen verlassen haben. Ich schätze, sie haben geglaubt, sie hätten leichtes Spiel mit uns. Sobald sie sich sechzig Männern gegenüber sehen, werden sie schneller verschwinden, als sie aufgetaucht sind.«

«Wegelagerer, die mit Blasrohren schießen?«fragte Indiana zweifelnd.

Norten lächelte humorlos.»Wären Ihnen Maschinenpistolen lieber gewesen, Dr. Jones?«

Ein Geräusch an der Tür hinderte Indiana daran zu antworten. Er drehte sich herum, darauf gefaßt, José zu sehen, der seine blutende Nase endlich versorgt haben mußte und endlich zurückgekommen war. Aber es war nicht José. Es war Anita, seine Frau. Indiana erschrak, als er ihr Gesicht sah. Ihre linke Wange war angeschwollen und das Auge blau und geschlossen. Sie versuchte zu lächeln, als sie ihn erkannte, aber das, was mit ihrem Gesicht passiert war, machte eine Grimasse daraus. Ihr linker Mundwinkel war aufgeplatzt und dick verschorft.

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