Indiana Jones Die Gefiederte Schlange
- Автор: Хольбайн Вольфганг
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:
Joana sagte etwas auf spanisch zu Consuela, und der Gesichtsausdruck der Dicken verfinsterte sich noch weiter.»Das scheint sie mir auch nicht zu glauben«, sagte Joana fröhlich, nachdem Consuela geantwortet hatte.
«Dann erzähl ihr, ich käme in Wahrheit von der Universität New York und müßte Norten dringend sprechen. Es geht um eine Millionenspende für sein Museum.«
«Ich glaube nicht, daß das viel Sinn hat«, antwortete Joana.»Aber bitte …«Sie übersetzte, und diesmal konnte Indiana schon am Klang von Consuelas Antwort erkennen, was sie von seiner Behauptung hielt.»Sie sagt, der Professor hätte sich auf die Ha-cienda zurückgezogen, um endlich einmal ein paar Tage wohlverdienten Urlaub zu machen«, antwortete Joana.»Er hat seit Jahren keinen freien Tag mehr gehabt. Niemand darf ihn dort stören.«
«Aber wir müssen zu ihm!«sagte Indiana, einer Verzweiflung nahe. Er lächelte Consuela weiter an und sagte gepreßt:»Ich drehe ihr den Hals um, wenn sie uns nicht hilft.«
«Soll ich das auch übersetzen?«fragte Joana.
Indiana schenkte ihr einen giftigen Blick.»Mach, was du willst«, sagte er.»Aber bring sie dazu, uns den Weg zu erklären.«
Während sich Joana leiser weiter auf spanisch mit Consuela unterhielt, ging Indiana noch einmal zu dem offenstehenden Schaukasten zurück und blickte nachdenklich abwechselnd hinein und auf die tote Schlange.
Der Anblick verwirrte ihn mehr denn je. In der Vitrine gab es absolut nichts, worin die Schlange sich hätte verstecken können; sie war leer bis auf das blaue Samtkissen, auf dem einige Schaustücke lagen. Ein Tier von der giftgrünen, auffälligen Farbe dieser Mamba hätte Joana gar nicht übersehen können. Und es war im Grunde auch ausgeschlossen, daß sich die Schlange durch einen puren Zufall hierher verirrt hatte.
Ganz abgesehen davon, daß das Museum schließlich mitten in Havanna und nicht irgendwo im Dschungel stand, hatte er Joana außer der Tatsache, daß sie eines der giftigsten Tiere der Welt berührt hatte, noch etwas anderes nicht gesagt. Schlangen dieser Art kamen normalerweise in Zentralafrika vor. Das Tier hatte sich nicht hierher verirrt.
Jemand hatte es ganz bewußt hier ausgesetzt.
Plötzlich hatte er es sehr eilig, das Museum zu verlassen.
Mit nur noch mühsam unterdrückter Ungeduld wandte er sich wieder zu Joana um und wartete auf eine Gelegenheit, Consuela und sie zu unterbrechen.»Nun?«fragte er, als Joana seinen nervösen Blick bemerkte und zu ihm aufsah.
«Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß sie dich nicht mag, Onkel Indy«, sagte Joana fröhlich.
Indiana schenkte Consuela das herzlichste Lächeln, das er zustandebrachte, und antwortete:»Ich sie auch nicht. Aber wir müssen deinen Onkel trotzdem sprechen. Erklär ihr …«
«Das ist gar nicht nötig«, unterbrach ihn Joana.»Ich weiß, wo diese Hacienda liegt.«
Indiana blickte sie verärgert an.»Du kennst den Weg?«
«Das habe ich nicht gesagt«, antwortete Joana.»Ich weiß, wo sie liegt. Ich glaube zwar nicht, daß ich den Weg über Land finde. Aber wir können das Flugzeug nehmen.«
Indiana blickte sie zweifelnd an.»Es ist ein Wasserflugzeug«, erinnerte er sie.
«Ich weiß«, antwortete Joana spitz.»Die Hacienda liegt direkt an einem Fluß. Kein Problem, dort zu landen.«
«Dann sollten wir das tun«, sagte Indiana.»Bevor deine Freundin auf die Idee kommt, doch noch die Inquisition zu rufen und mich verbrennen zu lassen.«
«Und José?«
Indiana sah sich demonstrativ um.»Wir haben noch Zeit, ehe er hier sein kann«, antwortete er.»Und ich möchte den Besitzer dieses Etablissements zu gern kennenlernen. Ich bin sicher, er weiß mehr über das Geheimnis dieser Anhänger, als wir ahnen. Zumindest, als ich ahne«, fügte er hinzu.
Joana überging diese Spitze und zuckte mit den Achseln.»Meinetwegen«, sagte sie. Eine Sekunde lang sah sie nachdenklich auf den sauberen weißen Verband hinab, den Consuela um ihr Handgelenk gelegt hatte.»Wahrscheinlich wird er sich freuen, mich wiederzusehen«, sagte sie.»Falls er mich überhaupt noch erkennt.«
Indiana sah sie fragend an.
«Es ist ziemlich lange her, daß wir uns gesehen haben«, sagte Joana. Mit einem letzten, sehr warmen Lächeln in Consuelas Richtung drehte sie sich um und ging zur Tür, während Indiana noch einmal zurücktrat, um seinen Hut aufzuheben.
Als er ihn aufsetzte und Joana folgen wollte, sagte Consuela in akzentfreiem Englisch:»Sei bitte vorsichtig mit dem Flugzeug, Kind. Und grüß den Professor von mir.«
Hacienda de la Toiro
Da Kuba nicht sehr groß und die Hacienda nicht allzuweit von Havanna entfernt war, hätte der Flug dorthin normalerweise nur wenig mehr als eine Stunde gedauert. Aber Joana hatte keineswegs übertrieben, als sie gesagt hatte, es wäre lange her, daß sie das letzte Mal dort gewesen war — sie verflog sich drei- oder viermal, und obwohl sie es nicht zugab, las Indiana an ihrem Gesichtsausdruck deutlich ab, daß sie einer Verzweiflung nahe war. Dazu kam, daß sich der Treibstoffanzeiger der Cessna langsam, aber unerbittlich der Null näherte. Als sie die Hacienda schließlich fanden, flogen sie bereits auf Reserve.
Joana ließ die Maschine tiefer sinken, bis sie nurmehr wenige Meter über die Wipfel der Bäume hinwegglitten, und flog eine weitgezogene Schleife über das riesige Anwesen. Die Hacienda bestand aus einem großen, U-förmig angelegten Gebäudetrakt in spanischem Sticlass="underline" hellrote Ziegeldächer, die sich über weiß getünchten Wänden und überreichlich vorhandenen Säulengängen und Arkaden spannten. Etliche hundert Meter nördlich davon erhob sich die Ruine einer alten Kirche, deren Turm Indiana selbst aus der Höhe viel zu wuchtig und schwer erschien: ein festungsähnliches Gebilde aus groben Felsblöcken, das von einer Reihe fast mannshoher Zinnen gekrönt wurde. Wahrscheinlich ein Überbleibsel aus der Kolonisationszeit dieser Insel.
«Wo ist denn der Fluß, von dem du gesprochen hast?«erkundigte er sich. Sosehr er sich auch anstrengte, er sah keinen Fluß.
Joana deutete auf ein dünnes, glitzerndes Rinnsal, das sich in zahllosen Kehren und Windungen durch die Weiden und Wiesen schlängelte, die die Hacienda umgaben. Indiana ächzte.»Das ist ein Fluß?«
«Als was würdest du es bezeichnen?«gab Joana achselzuckend zurück.
«Als Bach!«erwiderte Indiana heftig.»Allerhöchstens!«
«Das ist Ansichtssache.«
«Du willst doch nicht etwa darauf landen?«erkundigte sich Indiana nervös.
«Und ob ich das will«, antwortete Joana.»Es sei denn, du bestehst darauf, daß wir zur Küste zurückfliegen. Wir werden allerdings nicht allzuweit kommen«, fügte sie mit einer Kopfbewegung auf die Treibstoffkontrolle hinzu.»In spätestens fünf Minuten ist der Sprit zu Ende.«
Indiana blickte nervös aus dem Fenster. Von hier oben aus betrachtet, sah der Bach nicht einmal wie ein Bach aus, sondern allerhöchstem wie ein Rinnsaclass="underline" vielleicht knietief und einen Meter breit. Mit einem Wasserflugzeug landen? Darauf! Lächerlich!
Aber Joana hatte natürlich recht. Der Treibstoff würde nicht mehr annähernd bis zur Küste zurück reichen.»Dann versuch es«, flüsterte er ergeben.»Mehr als den Hals brechen können wir uns ja nicht.«
Joana warf ihm einen flüchtigen Blick zu und lächelte.»Dein Vertrauen ehrt mich«, sagte sie.»Aber keine Sorge. Ich bin schon auf ganz anderen Pfützen gelandet.«
Sie machte allerdings keine Anstalten, diese Behauptung unter Beweis zu stellen, sondern legte die Cessna im Gegenteil in eine scharfe Linkskurve, um eine weitere Schleife über dem Anwesen zu fliegen.
«Worauf wartest du noch?«erkundigte sich Indiana nervös.»Ich denke, unser Treibstoff ist knapp?«