Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Was für eine deprimierende Vorstellung«, seufzte Nico. »Na gut. Ich werde mein Bestes tun. Außerdem hat er mir noch nicht alles über meine Mutter erzählt. Vielleicht kann ich noch mehr herausfinden.«
»Viel Glück. Und jetzt müssen Mrs O’Leary und ich gehen.«
»Wohin?«, fragte Nico.
Ich schaute den Höhleneingang an und dachte an den langen Aufstieg in die Welt der Lebenden. »Der Krieg beginnt. Es wird Zeit, Luke zu finden.«
Zwei Schlangen retten mir das Leben
Ich liebe New York. Man kann im Central Park aus der Unterwelt hüpfen, sich ein Taxi schnappen und die Fifth Avenue runterfahren, während ein riesiger Höllenhund hinterherspringt, und niemand schaut einen auch nur komisch an.
Natürlich war der Nebel eine Hilfe. Die Leute konnten Mrs O’Leary vermutlich gar nicht sehen, und wenn doch, dann hielten sie sie einfach für einen großen, lauten und sehr freundlichen LKW.
Ich ging das Risiko ein, mit dem Handy meiner Mutter ein zweites Mal Annabeth anzurufen. Ich hatte es im Tunnel schon versucht, hatte aber nur den Anrufbeantworter erreicht. Dafür, dass ich im mythologischen Zentrum der Welt war und so, hatte ich eine überraschend gute Verbindung gehabt, aber ich wollte lieber nicht wissen, was auf der Rechnung meiner Mom stehen würde.
Diesmal meldete sich Annabeth.
»He«, sagte ich. »Hast du meine Nachricht gehört?«
»Percy, wo warst du denn bloß? Und deine Nachricht war ziemlich nichtssagend! Wir sind fast krank vor Sorge!«
»Ich erzähl das alles später«, sagte ich, auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie ich das schaffen sollte. »Wo bist du jetzt?«
»Wir sind unterwegs, wie du gesagt hast, und haben fast den Queens-Midtown-Tunnel erreicht. Aber, Percy, was hast du vor? Das Camp ist jetzt fast schutzlos, und nie im Leben können die Götter …«
»Verlass dich auf mich«, sagte ich. »Bis dann.«
Ich legte auf. Meine Hände zitterten. Ich wusste nicht so recht, ob das eine späte Reaktion auf mein Bad im Styx war oder eine Vorahnung dessen, was ich jetzt tun würde. Wenn das hier nicht klappte, würde meine Unverwundbarkeit mich nicht davor bewahren, in Fetzen gerissen zu werden.
Es war schon später Nachmittag, als das Taxi mich vor dem Empire State Building absetzte. Mrs O’Leary sprang auf der Fifth Avenue auf und ab, leckte an Taxis und beschnüffelte Würstchenbuden. Niemand schien sie zu bemerken, obwohl manche Leute sich umdrehten und verwirrte Gesichter machten, wenn sie ihnen zu nahe kam.
Ich pfiff sie heran, als drei weiße Lieferwagen an den Straßenrand fuhren. Darauf stand »Erdbeerhof Delphi«, was der Deckname für Camp Half-Blood war. Ich hatte noch nie alle drei Lieferwagen gleichzeitig an einem Ort gesehen, obwohl ich wusste, dass sie unsere Produkte in die Stadt brachten.
Der erste Wagen wurde von Argus gefahren, unserem vieläugigen Sicherheitschef. Am Steuer der anderen beiden saßen Harpyien, das sind im Grunde ewig übellaunige dämonische Mischungen zwischen Mensch und Huhn. Wir benutzten die Harpyien meistens für Putzarbeiten im Lager, aber auch im dichten Stadtverkehr machten sie sich ganz gut.
Die Türen glitten auf. Eine Gruppe von Campern stieg aus und einige sahen ein wenig grün aus nach der langen Fahrt. Ich war froh, dass so viele gekommen waren: Pollux, Silena Beauregard, die Stoll-Brüder, Michael Yew, Jake Mason, Katie Gardner und Annabeth mit den meisten ihrer Geschwister. Chiron stieg als Letzter aus. Seine Pferdehälfte war in seinen magischen Rollstuhl gefaltet, deshalb benutzte er den Lift für Behinderte. Die Ares-Hütte war nicht dabei, aber ich versuchte, nicht zu sauer zu sein. Clarisse war ein blöder Sturkopf. Ende der Durchsage.
Ich zählte sie durch: insgesamt vierzig Leute aus dem Lager.
Nicht sehr viele, um einen Krieg auszufechten, aber es war doch die größte Gruppe von Halbbluten, die ich jemals irgendwo außerhalb des Camps gesehen hatte. Alle sahen nervös aus, und das konnte ich verstehen. Wir strahlten vermutlich so viel Halbgott-Aura aus, dass jedes Monster im Nordosten der USA jetzt wusste, wo wir waren.
Als ich ihnen ins Gesicht schaute – all diesen Campern, die ich seit so vielen Jahren kannte –, flüsterte eine höhnische Stimme in mir: Einer von ihnen ist ein Spion!
Aber darüber konnte ich jetzt nicht nachdenken. Sie waren meine Freunde und ich brauchte sie.
Dann fiel mir Kronos’ fieses Lächeln ein. Auf Freunde ist kein Verlass. Die lassen einen immer im Stich.
Annabeth kam zu mir. Sie trug einen schwarzen Tarnanzug, hatte sich ihr Messer aus himmlischer Bronze an den Arm geschnallt und ihre Laptoptasche über die Schulter geworfen – bereit, zuzustechen oder im Internet zu surfen, ganz nach Bedarf.
Sie runzelte die Stirn. »Was ist los?«
»Wieso los?«, fragte ich.
»Du schaust mich so komisch an.«
Mir wurde klar, dass ich an meine seltsame Vision dachte, in der Annabeth mich aus dem Styx gezogen hatte. »Äh, nichts.« Ich wandte mich der restlichen Gruppe zu. »Danke, dass ihr alle gekommen seid. Chiron, nach Ihnen.«
Mein alter Mentor schüttelte den Kopf. »Ich bin nur gekommen, um dir alles Gute zu wünschen, mein Junge. Ich suche den Olymp niemals auf, wenn ich nicht hinbestellt worden bin.«
»Aber Sie sind unser Anführer.«
Er lächelte. »Ich bin euer Trainer, euer Lehrer. Ich werde jetzt alle Verbündeten zusammenrufen, die ich nur finden kann. Es ist vielleicht noch nicht zu spät, um meine Zentaurenbrüder um Hilfe zu bitten. Aber du hast die Campbewohner hergerufen, Percy. Du bist der Anführer.«
Ich wollte widersprechen, aber alle sahen mich erwartungsvoll an, sogar Annabeth.
Ich holte tief Luft. »Na gut, wie ich Annabeth am Telefon schon gesagt habe, wird heute Nacht irgendetwas Übles passieren. Irgendeine Falle soll zuschnappen. Wir brauchen eine Audienz bei Zeus und müssen ihn überreden, die Stadt zu verteidigen. Denkt daran, ein Nein können wir nicht akzeptieren.«
Ich bat Argus, auf Mrs O’Leary aufzupassen, und beide schienen das nicht gerade toll zu finden.
Chiron schüttelte mir die Hand. »Du wirst das schon machen, Percy. Denk einfach an deine Stärken und sei dir deiner Schwächen bewusst.«
Das klang verdächtig nach dem, was Achilles mir schon gesagt hatte. Dann fiel mir ein, dass Chiron der Lehrer des Achilles gewesen war. Das war nicht gerade eine Beruhigung, aber ich nickte und versuchte, ihn zuversichtlich anzulächeln.
»Also los«, sagte ich zu den anderen.
An der Rezeption im Foyer saß ein Sicherheitswächter und las ein dickes schwarzes Buch mit einer Blume auf dem Einband. Er schaute auf, als wir mit klirrenden Waffen und Rüstungen hereinströmten. »Schulklasse? Wir machen gleich dicht.«
»Nein«, sagte ich. »Stockwerk sechshundert.«
Er musterte uns forschend. Seine Augen waren blassblau und sein Kopf restlos kahl. Ich wusste nicht, ob er ein Mensch war oder nicht, aber er schien unsere Waffen zu sehen, also wurde er nicht vom Nebel getäuscht.
»Es gibt kein Stockwerk sechshundert, junger Mann.« Er sagte es wie eine vorgeschriebene Phrase, an die er nicht glaubte. »Also trollt euch.«
Ich beugte mich über den Tresen. »Vierzig Halbgötter locken ganz schön viele Monster an. Wollen Sie wirklich, dass wir hier in Ihrem Foyer herumhängen?«
Er überlegte. Dann drückte er auf einen Knopf und die Tür öffnete sich. »Aber beeilt euch.«
»Sie wollen uns doch bestimmt nicht an den Metalldetektoren vorbeischicken«, fügte ich hinzu.
»Äh, nein«, sagte er zustimmend. »Fahrstuhl rechts. Du kennst den Weg ja anscheinend.«
Ich warf ihm eine goldene Drachme zu und wir marschierten durch die Sperre.
Wir beschlossen, in zwei Gruppen mit dem Fahrstuhl hochzufahren. Ich war in der ersten. Seit meinem letzten Besuch hatten sie die Fahrstuhlmusik gewechselt – jetzt lief dieses alte Discostück »Stayin’ alive«. Ein schreckliches Bild blitzte vor meinem inneren Auge auf: Apollo in Schlaghosen und einem hautengen Seidenhemd.