Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Annabeth starrte ihn voller Bewunderung an. »Das bin ich!«
Thalia grinste. »Wir sollten gehen, Annabeth. Wir haben ein Versteck am James River. Da haben wir Kleider und Essen für dich.«
»Ihr … ihr bringt mich nicht zu meiner Familie zurück?«, fragte Annabeth. »Versprochen?«
Luke legte ihr die Hand auf die Schulter. »Du gehörst jetzt zu unserer Familie. Ich verspreche, ich werde nicht zulassen, dass irgendjemand oder irgendetwas dir wehtut. Ich werde dich nicht im Stich lassen, wie unsere Familien das mit uns gemacht haben. Abgemacht?«
»Abgemacht.« Annabeth lächelte glücklich.
»Los jetzt«, sagte Thalia. »Wir dürfen nicht so lange an einem Ort bleiben.«
Die Szene wechselte. Die drei Halbgötter rannten durch einen Wald. Es musste einige Tage später sein, vielleicht sogar Wochen. Alle sahen ziemlich fertig aus, als ob mehrere Schlachten hinter ihnen lägen. Annabeth trug jetzt andere Kleider – Jeans und eine überdimensionierte Armeejacke.
»Nur noch ein kleines Stück«, sagte Luke. Annabeth stolperte und er nahm ihre Hand. Thalia bildete die Nachhut und schwenkte ihren Schild, als ob sie irgendwelche Verfolger zurückdrängte. Sie hinkte auf dem linken Bein.
Die drei kletterten auf eine Felskante und schauten auf der anderen Seite auf ein weißes Haus im Kolonialstil hinab – das von May Castellan.
»Alles klar«, sagte Luke keuchend. »Ich schleich mich nur kurz rein und hole Essen und Medizin. Wartet hier.«
»Luke, bist du sicher?«, fragte Thalia. »Du hast geschworen, niemals zurückzukehren. Wenn sie dich erwischt …«
»Wir haben keine Wahl«, knurrte er. »Sie haben unser Versteck abgefackelt. Und du musst die Wunde an deinem Bein behandeln.«
»Hier bist du zu Hause?«, fragte Annabeth überrascht.
»Das war nie ein Zuhause«, murmelte Luke. »Glaub mir, wenn das kein Notfall wäre …«
»Ist deine Mom wirklich so schrecklich?«, fragte Annabeth. »Können wir sie sehen?«
»Nein«, fauchte Luke.
Annabeth wich zurück, als ob seine Wut sie überrascht hätte.
»Ich … tut mir leid«, sagte er. »Wartet einfach hier. Ich verspreche, dass alles in Ordnung kommt. Dir passiert nichts. Ich bin gleich wieder da.«
Im Wald leuchtete ein goldener Blitz auf. Die Halbgötter fuhren zusammen und eine Männerstimme dröhnte: »Du hättest nicht nach Hause kommen dürfen!«
Die Vision war zu Ende.
Meine Knie gaben nach, aber Annabeth packte mich. »Percy! Was ist passiert?«
»Hast … hast du das gesehen?«, fragte ich.
»Was denn gesehen?«
Ich schaute zu Hestia hinüber, aber das Gesicht der Göttin war ausdruckslos. Mir fiel ein, was sie im Wald zu mir gesagt hatte. Wenn ihr euren Feind Luke verstehen wollt, müsst ihr seine Familie verstehen. Aber warum hatte sie mir diese Szenen gezeigt?
»Wie lange war ich weg?«, murmelte ich.
Annabeth runzelte die Stirn. »Percy, du warst überhaupt nicht weg. Du hast Hestia angesehen und dann bist du zusammengebrochen.«
Ich konnte die Blicke der anderen spüren. Ich durfte jetzt keine Schwäche zeigen. Was immer diese Visionen bedeuteten, ich musste mich auf unsere Aufgabe konzentrieren.
»Göttin Hestia«, sagte ich. »Wir haben wenig Zeit. Wir müssen zu …«
»Ich weiß, was ihr müsst«, sagte eine Männerstimme. Mir schauderte, vielleicht, weil es dieselbe Stimme war wie in meiner Vision.
Neben Hestia tauchte schimmernd ein Gott auf. Er sah aus wie fünfundzwanzig und hatte grau melierte Locken und elfenhafte Züge. Er trug einen Fliegeranzug, schwarze Lederstiefel und einen Helm, an dem winzige Vogelflügel flatterten. Im Arm hielt er einen langen Stab, an dem sich zwei lebende Schlangen miteinander verknoten.
»Ich lasse euch jetzt allein«, sagte Hestia. Sie verneigte sich vor dem Flieger und löste sich in Rauch auf. Ich verstand sehr gut, dass sie lieber wegwollte. Hermes, der Götterbote, sah gar nicht glücklich aus.
»Hallo, Percy.« Er runzelte die Stirn, als ob er sich über mich ärgerte, und ich fragte mich, ob er aus irgendeinem Grund von meiner Vision wusste. Ich hätte gern gefragt, was er in jener Nacht in May Castellans Haus gemacht hatte und was passiert war, nachdem er Luke erwischt hatte. Mir fiel ein, wie ich Luke im Camp Half-Blood kennengelernt hatte. Ich hatte gefragt, ob er jemals seinem Vater begegnet sei, und er hatte mich mit bitterer Miene angeblickt und gesagt: »Einmal.« Aber ich konnte Hermes’ Gesicht ansehen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für solche Fragen war.
Ich machte eine ungeschickte Verbeugung. »Hoher Herr Hermes.«
Ja klar, sagte eine Schlange in meinem Kopf. Uns brauchst du nicht zu begrüßen. Wir sind ja nur Reptilien.
George, mahnte die andere Schlange. Sei höflich.
»Hallo, George«, sagte ich. »Hallo, Martha.«
Hast du uns eine Ratte mitgebracht?, fragte George.
George, hör auf, sagte Martha. Er hat zu tun.
Zu viel zu tun, um sich um Ratten zu kümmern?, fragte George. Das klingt aber trist.
Ich beschloss, mich nicht weiter mit George zu befassen. »Äh, Hermes«, sagte ich. »Wir müssen mit Zeus reden. Es ist wichtig.«
Hermes’ Augen waren von stählerner Kälte. »Ich bin sein Bote. Kann ich ihm etwas ausrichten?«
Hinter mir traten die anderen Halbgötter unruhig von einem Fuß auf den anderen. Das hier lief gar nicht so wie geplant. Vielleicht, wenn ich versuchte, unter vier Augen mit Hermes zu reden …
»Leute«, sagte ich. »Warum seht ihr euch nicht mal die Stadt an? Überprüft die Abwehr. Findet raus, wer noch so auf dem Olymp ist. Und Annabeth und ich treffen euch dann in einer halben Stunde wieder hier.«
Silena runzelte die Stirn. »Aber …«
»Das ist eine gute Idee«, sagte Annabeth. »Connor und Travis, ihr leitet die Sache.«
Dass ihnen vor den Augen ihres Dads eine wichtige Aufgabe übertragen wurde, schien den Stolls zu gefallen. Sie durften sonst höchstens mal eine Schnitzeljagd anführen. »Wird gemacht!«, sagte Travis. Sie scheuchten die anderen aus dem Thronsaal und ließen Annabeth und mich mit Hermes allein.
»Hoher Herr«, sagte Annabeth. »Kronos wird New York angreifen. Ihr habt das sicher schon geahnt. Meine Mutter muss es vorausgesehen haben.«
»Deine Mutter«, knurrte Hermes. Er kratzte sich mit seinem Caduceus im Rücken und George und Martha murmelten au, au, au. »Komm mir hier ja nicht mit deiner Mutter, junge Dame. Nur ihretwegen bin ich schließlich überhaupt hier. Zeus wollte nicht, dass irgendwer von uns die Frontlinie verlässt. Aber deine Mutter hat ihm keine Ruhe gelassen: ›Das ist eine Falle, das ist eine Ablenkung, bla, bla, bla.‹ Sie wäre ja selbst zurückgekommen, aber Zeus wollte seine beste Strategin im Kampf gegen Typhon nicht von seiner Seite lassen. Also hat er mich geschickt, um mit dir zu reden.«
»Aber es ist wirklich eine Falle«, beharrte Annabeth. »Ist Zeus denn blind?«
Donner grollte am Himmel.
»Hüte deine Zunge, Mädchen«, warnte Hermes. »Zeus ist weder blind noch taub. Und er hat den Olymp auch nicht ganz ohne Abwehr zurückgelassen.«
»Aber diese blauen Lichter …«
»Jaja, die habe ich auch gesehen. Irgendein Unfug dieser unerträglichen Göttin des Zaubers, Hekate, schätze ich, aber dir ist wohl aufgefallen, dass das keinen Schaden anrichtet. Der Olymp hat starke magische Abwehrkräfte. Außerdem hat Aeolus, der Gott der Winde, uns seine mächtigsten Gefolgsleute geschickt, um die Zitadelle zu bewachen. Niemand außer den Göttern kann sich dem Olymp auf dem Luftweg nähern. Wer es versucht, wird aus dem Himmel geworfen.«
Ich hob die Hand. »Äh … und was ist mit dieser Nummer, bei der ihr euch materialisiert oder teleportiert oder so?«