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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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»Möchtest du ihr irgendetwas mitteilen?«, fragt Caesar.

»Ja«, sagt Peeta. Er schaut genau in die Kamera, genau in meine Augen. »Sei nicht dumm, Katniss! Gebrauch deinen Verstand! Sie wollen dich als Waffe einsetzen, um die Menschheit zu zerstören. Wenn du wirklich Einfluss hast, nutze ihn, um diese Sache zu stoppen! Stopp den Krieg, bevor es zu spät ist! Frag dich selbst, ob du den Leuten, für die du arbeitest, auch wirklich trauen kannst! Weißt du überhaupt, was vor sich geht? Wenn nicht … versuch, es herauszufinden.«

Der Bildschirm wird schwarz. Das Wappen von Panem. Ende der Sendung.

Finnick greift zur Fernbedienung und schaltet das Gerät aus. Gleich werden Leute kommen, um die Wirkung von Peetas schlechter Verfassung und dem, was er gesagt hat, auf mich zu entschärfen. Ich werde mich von seinen Worten distanzieren müssen. Dabei stimmt es, ich traue den Rebellen, Plutarch und Coin wirklich nicht. Ich weiß nicht genau, ob sie mir die Wahrheit sagen. Und das werde ich nicht verbergen können. Schritte kommen näher.

Finnick packt mich an den Armen. »Wir haben das nicht gesehen.«

»Was?«, frage ich.

»Wir haben Peeta nicht gesehen. Nur den Propo über Distrikt 8. Dann haben wir den Fernseher ausgeschaltet, weil die Bilder dich so mitgenommen haben. Klar?« Ich nicke. »Iss dein Abendessen auf!« Ich reiße mich zusammen, und als Plutarch und Fulvia hereinkommen, esse ich gerade etwas Kohl und Brot. Finnick spricht davon, wie gut Gale in dem Film rübergekommen sei. Wir gratulieren ihnen zu dem Propo. Und lassen durchblicken, dass wir danach sofort ausgeschaltet haben, weil die Eindrücke zu stark waren. Sie sehen erleichtert aus. Sie glauben uns.

Niemand erwähnt Peeta.

Ich versuche zu schlafen, aber nachdem ich immer wieder von entsetzlichen Albträumen geweckt werde, gebe ich auf. Wenn jemand kommt und nach mir sieht, liege ich still da und atme möglichst gleichmäßig. Am Morgen werde ich entlassen mit der Anweisung, es ruhig angehen zu lassen. Cressida bittet mich, ein paar Sätze für einen neuen Spotttölpel-Propo zu sprechen. Beim Mittagessen warte ich darauf, dass jemand Peetas Auftritt erwähnt, aber niemand sagt etwas. Es ist ausgeschlossen, dass keiner außer Finnick und mir das Interview gesehen hat.

Anschließend habe ich Training, und weil Gale mit Beetee an den Waffen arbeiten muss, darf ich Finnick mit in den Wald nehmen. Wir streifen ein wenig umher, dann werfen wir unsere Funkgeräte unter einen Busch. In sicherer Entfernung setzen wir uns hin und sprechen über das Interview mit Peeta.

»Zu mir hat kein Mensch was darüber gesagt. Zu dir?«, sagt Finnick. Ich schüttele den Kopf. Nach einer Weile fragt er: »Nicht mal Gale?« Ich klammere mich an die Hoffnung, dass Gale nichts davon weiß. Aber ich habe ein ungutes Gefühl. »Vielleicht wartet er auf den richtigen Moment, um es dir unter vier Augen zu erzählen.«

»Vielleicht«, sage ich.

Wir schweigen so lange, dass ein unaufmerksamer Rehbock auf Reichweite herankommt. Ich erlege ihn mit einem Pfeil. Finnick schleppt ihn zum Zaun.

Zum Abendessen gibt es Eintopf mit Rehfleischeinlage. Nach dem Essen begleitet Gale mich zur Wohneinheit E. Als ich ihn frage, was heute los war, sagt er wieder kein Wort von Peeta. Sobald meine Mutter und meine Schwester eingeschlafen sind, nehme ich die Perle aus der Schublade und verbringe eine weitere schlaflose Nacht, die zweite mit der Perle in der Hand. Immer wieder gehen mir Peetas Worte durch den Kopf. Fraß dich selbst, ob du den Leuten, für die du arbeitest, auch wirklich trauen kannst. Weißt du überhaupt, was vor sich geht? Wenn nicht… versuch es herauszufinden. Versuch es herauszufinden. Aber was? Und von wem? Und wie kann Peeta irgendetwas wissen außer dem, was das Kapitol ihm erzählt? Es ist nur ein Kapital-Propo. Heiße Luft. Aber wenn Plutarch der Meinung ist, dass es bloß ein Trick des Kapitals ist, wieso hat er mir dann nichts davon erzählt? Wieso hat niemand Finnick und mich informiert?

Wichtige Überlegungen, doch der wahre Grund für meine Verzweiflung verbirgt sich dahinter: Peeta. Was haben sie ihm angetan? Und was tun sie ihm in diesem Moment an? Natürlich hat Snow uns die Geschichte, dass Peeta und ich von der Rebellion nichts wussten, nicht abgekauft. Und dass ich als Spotttölpel aufgetaucht bin, hat ihn in seinem Argwohn bestärkt. Was die Taktik der Rebellen angeht, kann Peeta nur Vermutungen anstellen oder sich Geschichten ausdenken, um seinen Peinigern irgendetwas zu erzählen. Wenn herauskäme, dass er gelogen hat, würden sie ihn hart bestrafen. Wie verlassen er sich fühlen muss. In seinem ersten Interview hat er mich und auch die Rebellen vor dem Kapitol zu schützen versucht. Ich dagegen habe nicht nur darin versagt, ihn zu beschützen, ich habe alles noch viel schlimmer für ihn gemacht.

Als es Morgen wird, stecke ich den Arm in die Wand und starre erschöpft auf den Tagesplan. Gleich nach dem Frühstück habe ich einen Termin in der TV-Produktion. Während ich im Speisesaal mein warmes Getreide mit Milch und Rote-Bete-Brei verschlinge, entdecke ich an Gales Handgelenk eine Mailmanschette. »Wann hast du das Teil zurückgekriegt, Soldat Hawthorne?«, frage ich.

»Gestern. Wenn ich mit dir auf dem Schlachtfeld bin, sollte ich sicherheitshalber ein Kommunikationsmittel dabeihaben, meinen sie«, antwortet Gale.

Mir hat noch nie jemand eine Mailmanschette angeboten. Ich frage mich, ob ich eine bekommen würde, wenn ich darum bitten würde. »Ja, einer von uns muss ja kommunikativ sein«, sage ich mit scharfem Unterton.

»Was willst du damit sagen?«, fragt er.

»Nichts. Ich wiederhole nur deine Worte«, sage ich. »Und ich bin auch ganz deiner Meinung, dass du der Kommunikative von uns beiden sein sollst. Ich hoffe nur, dass du auch mit mir noch kommunizierst.«

Unsere Blicke treffen sich, und ich merke, wie wütend ich auf ihn bin. Keinen Augenblick habe ich geglaubt, dass er Peetas Propo nicht gesehen hat. Ich fühle mich verraten, weil er mir nichts davon erzählt hat. Wir kennen uns so gut, er kann meine Stimmung sofort deuten, und er kann sich auch denken, woher sie kommt.

»Katniss …«, setzt er an. Ich höre, dass er ein schlechtes Gewissen hat.

Ich schnappe mir mein Tablett, gehe zur Geschirrrückgabe und knalle das Tablett auf die Ablage. Im Flur holt er mich ein.

»Warum hast du nichts gesagt?«, fragt er und nimmt meinen Arm.

»Ich?« Ich reiße mich los. »Warum hast du nichts gesagt, Gale? Außerdem hab ich doch was gesagt, als ich dich gestern Abend gefragt habe, was los war!«

»Es tut mir leid, okay? Ich war hin und her gerissen. Ich hätte es dir gern gesagt, aber alle hatten Angst, dass du es nicht verkraften würdest, Peetas Propo zu sehen«, sagt er.

»Da hatten sie recht. Es war wirklich schlimm. Aber noch schlimmer ist die Tatsache, dass du mich für Coin angelogen hast.« In dem Moment piepst seine Mailmanschette. »Da ist sie ja schon. Beeil dich lieber. Du hast ihr was zu berichten.«

Einen Moment lang ist ihm anzusehen, dass ich ihn verletzt habe. Dann verwandelt sich sein Gesichtsausdruck in kalte Wut. Er macht auf dem Absatz kehrt und geht. Vielleicht war ich zu gehässig, habe ihm nicht lange genug zugehört. Vielleicht wollen sie mich mit ihren Lügen nur schützen. Aber das ist mir egal. Ich bin es leid, dass die Leute mich zu meinem vermeintlichen Besten anlügen. In Wirklichkeit ist es nämlich vor allem zu ihrem eigenen Besten. Sagt Katniss bloß nicht die Wahrheit über die Rebellion, damit sie keine Dummheiten macht. Schickt sie ahnungslos in die Arena, damit wir sie rausholen können. Erzählt ihr nichts von Peetas Propo, das macht sie nur fertig, und es ist so schon schwer genug, sie vernünftig vor die Kamera zu kriegen.

Ich bin wirklich fertig. Am Boden zerstört. Und zu müde für einen Tag in der Produktion. Aber jetzt stehe ich schon vor der Tür zum Erneuerungsstudio, also gehe ich hinein. Ich erfahre, dass es heute noch einmal nach Distrikt 12 geht. Cressida möchte spontane Interviews mit Gale und mir machen, in denen es um unsere zerstörte Heimat gehen soll.

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