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Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]

Электронная книга - «Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]». Краткое содержание книги:

Tenebra, die Welt der Extreme, hatte sie eingefangen und ließ sie nicht mehr los. Nur der irdische Robotlehrer — eine Maschine konnte den Versuch zur Rettung der beiden Sternenkinder aus der Hölle von Tenebra unternehmen. Eine Temperatur von über 180 Grad, und ein Luftdruck von 800 Atmosphären und eine planetare Oberfläche, die täglich tiefgreifenden Veränderungen unterworfen war, machten der Maschine nichts aus.
Der Autor hat seit Jahren in den Kreisen der SFAnhänger einen ausgezeichneten Ruf, weil er es wie kaum ein anderer versteht, die Reaktionen von Lebewesen in einer fremden Umgebung lebensecht zu schildern.
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Selbstverständlich würden wir die Hilfe Ihres Planeten dankbar begrüßen — aber glauben Sie, daß sie rechtzeitig kommen würde? Bevor das Mädchen wegen der hohen Schwerkraft und Ihr Sohn wegen zu langen Vitaminmangels dauernde Schäden davongetragen haben? Ich stelle Ihnen diese Fragen nicht, um Ihre Besorgnis zu steigern, sondern um Sie darauf hinzuweisen, wie Ihre Hilfe aussehen müßte. Falls Sie einen besseren Vorschlag zu machen haben, wie Sie Ihrem Sohn helfen können, machen Sie ihn bitte gleich jetzt.“

Rich stand hinter dem Drommianer und nickte Raeker kurz anerkennend zu. Der Biologe, dem nichts mehr einfiel, was er hätte hinzufügen können, schwieg wohlweislich. Bevor Aminadabarlee sich jedoch äußern konnte, drang Easys Stimme aus dem Lautsprecher.

„Bitte, seien Sie nicht auf Doktor Raeker böse, Sir;

›Mina‹ und ich wissen, was er vorhat, und wir mögen Nick auch.“ Raeker fragte sich, wieviel davon wahr war; er wußte selbst noch nicht recht, was er wollte, und die Kinder hatten noch nicht direkt mit Nick gesprochen, obwohl sie ihm und seiner Gruppe einige Stunden lang zugehört hatten. Andererseits war Easy eben die Tochter eines Diplomaten. Raeker hatte unterdessen erfahren, daß sie ihren Vater seit ihrem ersten Lebensjahr auf seinen Reisen begleitet hatte, nachdem ihre Mutter vorzeitig gestorben war. Nun schien sie sich selbst zu einer ausgezeichneten Diplomatin zu entwikkeln. „Im Grunde genommen spielt es keine Rolle, ob Swift uns findet“, fuhr sie jetzt fort. „Weshalb sollte er uns überhaupt etwas antun wollen?“

„Er hat gedroht, daß er den Roboter verbrennen würde, wenn er ihn nicht zu den Höhlen begleiten würde“, antwortete der Drommianer. „Wenn er mit dem Bathyskaphen ähnlich umgeht, geratet ihr in eine üble Lage.“

„Aber er wußte, daß Fagin seine Sprache nicht beherrschte, und erwies sich als sehr geduldiger Lehrer; weshalb sollte er also mit uns weniger Geduld haben?

Wir bringen ihm gern alles bei, was er lernen möchte, und wir können uns leichter mit ihm unterhalten als Doktor Raeker — wenigstens tritt dabei keine Verzögerung auf.“

Aminadorneldo wandte sich ebenfalls an seinen Vater und schien Easys Ausführungen zu unterstützen, denn der Drommianer beruhigte sich allmählich wieder. Raeker fragte sich allerdings, wie lange dieser Zustand anhalten würde. Dann konzentrierte er sich wieder auf seine Aufgabe und auf Nick.

Der Eingeborene hatte seine Gruppe an ihren ursprünglichen Versammlungsplatz zurückgeschickt — bis auf zwei, die als Hirten eingeteilt worden waren.

Nick stand noch immer neben dem Roboter und schien auf Anweisungen zu warten. Raeker konnte ihm keine erteilen und überbrückte die peinliche Situation, indem er selbst einige Fragen stellte.

„Was hältst du davon, Nick? Glaubst du, daß der Späher zurückkommt? Oder genauer gesagt, daß Swift mit uns zusammenarbeiten wird?“

„Das kann ich nicht besser als du beurteilen.“

„Doch, denn du hast längere Zeit bei Swift und seinen Leuten verbracht und ihn besser kennengelernt.

War es richtig, daß ich ihm alles mögliche versprochen habe? Ich weiß, daß er von uns lernen möchte, aber vielleicht aus ganz anderen Gründen?“

„Durchaus möglich“, gab Nick zu. „Andererseits bezweifle ich, daß man voraussagen kann, was andere Leute tun oder lassen werden.“

„Ich auch, aber einige meiner Freunde sind anderer Meinung.“ Fagin und Nick bewegten sich nebeneinander auf die Gruppe zu, ohne den kurzen Erdbebenstoß zu bemerken, der den Boden unter ihnen erschütterte. Nick sammelte unterwegs Holz und hatte alle vier Arme voll davon, als sie die übrigen erreichten. Fagin berief sofort eine Versammlung ein.

„Ihr habt alle gehört, was ich Swifts Krieger von der Maschine erzählt habe, die irgendwo mit zwei meiner Leute an Bord gestrandet ist. Wenn sie nicht bald gefunden und repariert wird, müssen diese Leute sterben. Ihre Rettung ist wichtiger als alles andere, deshalb lassen wir zunächst alles stehen und liegen, während wir nach dem Schiff suchen.

Ich werde euch die Gegend, in der meine Freunde sich befinden, so genau wie möglich beschreiben. Wir überprüfen dann unsere Karten — dabei helfe ich euch natürlich, weil ich schneller arbeite —, und ihr sucht jeweils zu zweit alle wahrscheinlichen Punkte auf.

Wenn wir damit keinen Erfolg haben, müssen wir so rasch wie möglich mit einer systematischen Suche beginnen.

Nick und Betsey bleiben hier, kümmern sich um das Lager und versorgen die Herde; die Suchteams bestehen aus Oliver und Dorothy, John und Nancy, Jim und Jane. Sobald die Karten überprüft worden sind, teile ich jedem Team ein bestimmtes Gebiet zu; in der Zwischenzeit könnt ihr alle Holz für heute nacht suchen.“ Die Gruppe schwärmte gehorsam in verschiedene Richtungen aus.

Die Geologen an Bord der Vindemiatrix versuchten seit einiger Zeit, Easys Beschreibung der Umgebung des Bathyskaphen mit den vorhandenen Karten zu vergleichen. Bisher waren sie auf fünf Stellen gestoßen, die jedoch alle nicht sehr aussichtsreich zu sein schienen. Als sie sich endlich auf eine sechste geeinigt hatten, rief Raeker die Gruppe zurück und teilte jedem Team zwei Gebiete zu.

Aller Wahrscheinlichkeit nach würden drei Tage für diesen Teil des allgemeinen Rettungsplans genügen — einer für den Hinmarsch, einer für die Suche und der dritte für den Rückweg. Bis dahin hatte Swift sich vielleicht bereits der Gruppe angeschlossen, so daß die Suche in größerem Maßstab fortgesetzt werden konnte. Deswegen sollte Nick auch in dem Lager zurückbleiben, damit er notfalls als Dolmetscher zur Verfügung stand.

Die Teams brachen sofort auf. Nick und Betsey sahen ihnen noch eine Weile nach; weit von ihnen entfernt verließ Raeker endlich den Kontrollraum, um den verlorenen Schlaf nachzuholen. Die beiden Diplomaten blieben wach und unterhielten sich mit ihren Kindern, denen sie die lange Wartezeit verkürzen wollten, bis die Suche erfolgreich sein würde.

Dies war der siebenundzwanzigste Schiffstag seit dem Unfall des Bathyskaphen, und der Nachmittag des siebten Tages für Nick und seine Leute. Verständlicherweise waren die Kinder ungeduldig; ihre Väter mußten ihnen immer wieder erklären, wie gering die Aussichten dafür waren, daß sie gleich zu Beginn der Suche entdeckt wurden. Easy wiederholte ihren Vorschlag, die Scheinwerfer als Erkennungszeichen einzuschalten, während ihr Vater sie daran erinnerte, daß Raeker Einwände dagegen erhoben hatte; aber Raeker zog schließlich seinen Einspruch zurück.

„Vielleicht hat sie dann eher das Gefühl, daß sie etwas zu ihrer Rettung beiträgt“, meinte er leise.

„Meiner Auffassung nach besteht keine Gefahr, daß Swifts Leute den Bathyskaphen eher als unsere Leute finden. Sagen Sie ihr, daß sie ruhig mit den Scheinwerfern spielen darf.“

Easy machte von der Erlaubnis sofort Gebrauch, und der Bathyskaph leuchtete strahlend hell auf. Rich war davon nicht übermäßig begeistert, weil er befürchtete, daß die beiden sich falschen Hoffnungen hingeben würden.

„Hören Sie nur“, sagte er zu Raeker. „Beide brüllen wie verrückt, wenn sich irgendwo etwas zu bewegen scheint. Ein Glück, daß sie sich auf ihre eigenen Augen verlassen müssen, denn auf diese Weise sehen sie wenigstens nicht allzu viel. Wahrscheinlich machen sie so weiter, bis sie vor Müdigkeit umfallen; aber nachdem sie aufgewacht sind, fängt der Zauber wieder an…“

„Dann sind sie vermutlich bereits wieder unter Wasser“, stellte Raeker fest.

„Und treiben weiter, schätze ich. Wenn das der Fall ist, schnappen sie vielleicht ganz über und betätigen alle möglichen Schalter, weil sie auf ein Wunder hoffen, das sie nach Hause bringt.“

„Ich kenne den Drommianer nicht sehr gut, aber ich glaube, daß Sie Ihrer Tochter Unrecht tun“, antwortete Raeker. „Im allgemeinen habe ich nicht viel Ahnung von Kindern, aber Ihre Tochter wirkt wesentlich intelligenter und erwachsener als andere Kinder in ihrem Alter. Selbst wenn Sie Zweifel daran haben, dürfen Sie ihr nichts davon erzählen.“

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