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Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]

Электронная книга - «Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]». Краткое содержание книги:

Tenebra, die Welt der Extreme, hatte sie eingefangen und ließ sie nicht mehr los. Nur der irdische Robotlehrer — eine Maschine konnte den Versuch zur Rettung der beiden Sternenkinder aus der Hölle von Tenebra unternehmen. Eine Temperatur von über 180 Grad, und ein Luftdruck von 800 Atmosphären und eine planetare Oberfläche, die täglich tiefgreifenden Veränderungen unterworfen war, machten der Maschine nichts aus.
Der Autor hat seit Jahren in den Kreisen der SFAnhänger einen ausgezeichneten Ruf, weil er es wie kaum ein anderer versteht, die Reaktionen von Lebewesen in einer fremden Umgebung lebensecht zu schildern.
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„Davon bin ich nicht ganz überzeugt, aber ich nehme sicher an, daß der Eingeborene zu den Höhlenbewohnern gehört“, antwortete Raeker. „Berichten Sie uns, wenn er sich anders verhält.“

„Das ist bereits jetzt der Fall. Er entfernt sich wieder in die Richtung, aus der er gekommen ist. Er trägt wirklich keine Axt; wir haben ihn inzwischen von allen Seiten zu Gesicht bekommen. Allmählich ist er kaum noch zu sehen, weil unsere Scheinwerfer die Umgebung nicht sehr weit beleuchten. Jetzt ist er ganz verschwunden.“

Raeker warf einen Blick auf seine Uhr und stellte eine rasche Berechnung an. „In etwa vier Stunden setzt der Regen wieder ein. Easy, haben Sie gesehen, ob der Eingeborene eine Fackel bei sich hatte?“

„Ganz bestimmt nicht. Aber vielleicht trägt er in seinem Sack eine Art Feuerzeug mit sich herum.“

„Swifts Leute wissen nicht, wie man Feuer macht.

Nicks Gruppe benutzt dazu Feuerbohrer, aber ich nehme an, daß die Höhlenbewohner den Trick noch nicht begriffen haben. Jedenfalls beherrschten sie ihn gestern noch nicht — also vor drei oder vier Schiffstagen.

Ich wollte damit vor allem sagen, daß dieser Eingeborene ohne Feuer nicht weiter als vier Stunden von Swifts anderen Leuten entfernt sein kann. Vielleicht sogar weniger; halten Sie also lieber die Augen offen, damit Sie uns sofort verständigen können, wenn die Masse der Höhlenbewohner auftaucht. Auf diese Weise hätten wir einen weiteren Hinweis, denn Swift hält sich vermutlich in der Nähe der Höhlen oder an der Stelle auf wo Nick und der Roboter den Fluß durchquert haben.“

„Ja, das verstehe ich. Wir werden nach ihnen Ausschau halten“, erwiderte Easy. „Aber wie steht es mit den Tonbändern? Je früher wir sie bekommen, desto nützlicher sind sie vielleicht schon bald.“

Raeker versprach ihr, daß die Bänder sofort abgespielt werden würden. Die nächsten Stunden verliefen ereignislos; die Nacht und der Regen setzten ein, und als die Regentropfen durchsichtig wurden, erwarteten die Kinder die Eingeborenen nicht mehr. Sie aßen, schliefen und versuchten, die Sprache der Höhlenbewohner zu lernen. Easy erwies sich als ungewöhnlich begabt, war aber nicht ganz das Naturwunder, das ihr Vater in ihr sah.

Kurze Zeit später trat eine weitere Komplikation auf, die niemand vorausgesehen hatte, obwohl sie zu erwarten war. Der Bathyskaph setzte sich wieder in Bewegung, als der Fluß allmählich durch die Regenfälle anschwoll. Die beiden Kinder konnten beim besten Willen nicht beurteilen, wie rasch sie sich bewegten, und waren überhaupt erst durch einen Stoß darauf aufmerksam geworden. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten sie allerdings erst eine Minute oder schon eine halbe Stunde unterwegs gewesen sein.

Raeker ließ sich durch diese Nachricht keineswegs erschüttern, aber Easy war dem Weinen nahe.

„Auf diese Weise besteht eher Aussicht, daß Nicks Gruppe euch vor Swifts Leuten findet“, erklärte der Biologe ihr. „Die Höhlenbewohner müssen die Suche wieder neu aufnehmen während wir die Position des Schiffes immer genauer bestimmen können.“

„Wie soll ich mir das erklären?“ fragte das Mädchen unsicher. „Sie wußten vorher nicht, wo wir waren, und jetzt haben Sie keine Ahnung, wie schnell und in welche Richtung wir uns bewegen. Meiner Meinung nach wissen wir jetzt weniger als gestern, obwohl man eigentlich nicht weniger als nichts wissen kann.“

„Wir wissen es nicht“, gab Raeker zu, „aber wir können ziemlich genau schätzen. Wir nehmen an, daß der Bathyskaph nur wenige Marschstunden — sagen wir fünfundzwanzig oder dreißig Kilometer — von der Linie zwischen Swifts Höhlen und Nicks Lager entfernt ist. Wir sind außerdem davon überzeugt, daß dieses Gebiet nicht allzu weit von dem Meer entfernt sein kann, das Nick entdeckt hat. Folglich werden Sie allmählich in dieses Meer geschwemmt, und ich wäre sehr überrascht, wenn Sie es nicht innerhalb der nächsten beiden Nächte erreichen.

Das heißt also, daß Nicks Leute nur die Küste absuchen und auch das Wasser im Auge behalten müssen. Ich glaube nicht, daß der Bathyskaph weit auf das Meer hinaustreibt; der Fluß weist keine nennenswerte Strömung auf, und auf Tenebra gibt es keine heftigen Winde.“

Easys Gesicht hellte sich auf. Aminadorneldo, der ebenfalls auf dem Bildschirm sichtbar war, zeigte keine Gemütsbewegung, aber das Mädchen, das ihn beobachtet hatte, schien mit dem Erfolg zufrieden, den Raekers Erklärungen gehabt hatten. Dann fiel ihr jedoch etwas ein; sie stellte eine präzise Frage.

„Wie soll Nicks Gruppe uns helfen, wenn wir auf dem Meer treiben?“ wollte sie wissen. „Weder sie noch Swifts Leute können uns dann erreichen, und Sie sagen, daß es auf Tenebra praktisch keinen Wind gibt, obwohl ich das nicht ganz verstehe.“

„Der atmosphärische Druck ist so unglaublich hoch, daß die sonst gültigen Regeln hier nicht anwendbar sind“, erklärte Raeker ihr. Er war selbst kein Physiker, hatte aber genau diese Frage in den vergangenen sechzehn Jahren oft genug beantworten müssen. „Die äußerst geringen Temperaturschwankungen beeinflussen weder das Volumen noch das spezifische Gewicht noch den Druck wesentlich. Geringe Druckschwankungen bedeuten aber gleichzeitig nur schwache Luftbewegungen, und selbst der Wechsel des Aggregatzustands von gasförmig zu flüssig beeinflußt das spezifische Gewicht so wenig, daß die Regentropfen trotz der hohen Schwerkraft wie Seifenblasen zu Boden schweben.“

„Vielen Dank, wenn ich wieder in der Schule bin, werde ich meinen Physiklehrer danach fragen“, sagte Easy lächelnd. „Sie haben vielleicht recht, aber damit ist noch nicht beantwortet, wie Nicks Gruppe uns erreichen soll, wenn wir im Meer treiben. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich wieder die alte Leier anstimme, obwohl Sie das Thema wechseln wollten.“

Raeker lachte laut — zum erstenmal seit Wochen.

„Ausgezeichnet. Nein, das wollte ich keineswegs; Sie haben nur zufällig eine Frage gestellt, die bisher fast jeder Besucher von mir beantwortet haben wollte, und ich habe ohne nachzudenken geantwortet. Sie haben sozusagen auf den Sprechknopf gedrückt. Was das andere Problem betrifft, können Sie es getrost mir überlassen. Ich unterhalte mich morgen früh mit Nick darüber — jetzt könnte er ohnehin nichts unternehmen.“

„Einverstanden“, meinte Easy. „Dann brauche ich mir also keine Sorgen darüber zu machen. Wie erkennen wir, daß wir auf dem Meer treiben?“

„Der Bathyskaph erreicht wieder die Oberfläche, wenn ein Teil des Wassers verdunstet. Vielleicht steigt er sogar gleich auf, wenn er das Meer erreicht, aber das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich weiß nicht, wie weit der Regen die Säure verdünnt.

Halten Sie die Augen offen und benachrichtigen Sie uns sofort, wenn eine Aufwärtsbewegung wahrnehmbar ist.“

„Wird gemacht. Das ist nicht schwer.“

Aber sie befanden sich noch immer dicht über dem Boden, als der Bathyskaph zum Stillstand kam. Irgend etwas hatte die Strömung so verringert, daß sie den riesigen Hohlkörper nicht mehr bewegen konnte.

Raeker vermutete, daß der Bathyskaph bereits das Meer erreicht hatte; ob diese Annahme zutraf würde sich allerdings erst in einigen Stunden herausstellen, wenn auf Tenebra der nächste lange Tag anbrach.

Dann begann das Schiff langsam nach oben zu schweben; die Bewegung verlief im Zeitlupentempo, so daß drei Stunden vergingen, bevor der Boden nicht mehr sichtbar war. Selbst dann hatten sie die Oberfläche noch nicht erreicht, aber Raeker war fest davon überzeugt, daß der Bathyskaph sich dort befand, wo er ihn vermutete, denn der Fluß war am Vortag wesentlich rascher ausgetrocknet. Er setzte sich mit Easy in Verbindung, beschrieb ihr, was er vorhatte, und wandte sich dann an Nick.

Zunächst erhielt er keine Antwort, aber ein Blick auf den Bildschirm zeigte, daß Nick und Betsey bei der Herde standen. Raeker setzte den Roboter in Bewegung und wiederholte den Anruf mit größerer Lautstärke. Beide Hirten wandten sich um, und Nick lief der Maschine entgegen. Raeker ließ sie weiterrollen, weil er am Fuß des Hügels etwas gesehen hatte, das er für seinen Versuch brauchte.

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