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Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]

Электронная книга - «Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]». Краткое содержание книги:

Tenebra, die Welt der Extreme, hatte sie eingefangen und ließ sie nicht mehr los. Nur der irdische Robotlehrer — eine Maschine konnte den Versuch zur Rettung der beiden Sternenkinder aus der Hölle von Tenebra unternehmen. Eine Temperatur von über 180 Grad, und ein Luftdruck von 800 Atmosphären und eine planetare Oberfläche, die täglich tiefgreifenden Veränderungen unterworfen war, machten der Maschine nichts aus.
Der Autor hat seit Jahren in den Kreisen der SFAnhänger einen ausgezeichneten Ruf, weil er es wie kaum ein anderer versteht, die Reaktionen von Lebewesen in einer fremden Umgebung lebensecht zu schildern.
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„Was fangen wir mit der Fackel an? Sie muß von dort drüben aus deutlich zu sehen sein. Soll ich sie gleich ausmachen?“

„Hm“, antwortete Nancy, „vielleicht wäre das gar keine schlechte Idee. Hier ist es überall noch so hell, daß wir den Regentropfen leicht ausweichen können.“

John warf die Fackel wortlos unter einen großen Tropfen, der eben vor ihm zu Boden sank. Die beiden gingen langsam nebeneinander weiter.

Wenige Minuten später konnten sie jedoch bereits erleichtert aufatmen, weil sich das Feuer als harmlos erwies. Während sie zuvor noch befürchtet hatten, sie könnten plötzlich auf Swifts Leute stoßen, sahen sie jetzt Dorothy und Oliver an dem Feuer sitzen; das mühsame Anschleichen war also zum Glück überflüssig gewesen. Die Begrüßung verlief dementsprechend herzlich, denn auch Oliver und Dorothy freuten sich, daß sie plötzlich Gesellschaft bekommen hatten.

Als sie ihre Erfahrungen austauschten, stellte sich heraus, daß nicht nur John und Nancy von dem Vulkan in diese Gegend gelockt worden waren. Die beiden anderen hatten jedoch beschlossen, vorläufig ein Lager zu beziehen und dort die Nacht abzuwarten, bevor sie dem Lichtschein nachgingen.

„Ich möchte wetten, daß Jim und Jane hier auftauchen, bevor die Nacht vorüber ist“, meinte Nancy, als beide Teams ihre Erfahrungen ausgetauscht hatten.

„Ihr Gebiet liegt ganz in der Nähe, und wenn sie nicht eine falsche Richtung eingeschlagen haben, müssen sie das Licht ebenfalls gesehen haben.“

„Vielleicht haben sie sich aber strikt an ihren Auftrag gehalten“, warf John ein.

„Gehört die Suche nach einem hellen Lichtschein etwa nicht dazu?“ erkundigte sich Nancy. „Wenn die beiden nicht innerhalb der nächsten zwei oder drei Stunden hier auftauchen, fange ich allmählich an, mir Sorgen zu machen. Dieser Feuerberg ist beim besten Willen nicht zu übersehen, das weißt du selbst ganz genau.“

Keiner der anderen hatte darauf eine passende Antwort, obwohl sie alle Nancys feste Überzeugung keineswegs teilten, weil sie sich daran erinnerten, wie vorsichtig und langsam sie sich dem Berg genähert hatten. Die nächsten Stunden verstrichen, ohne daß Jim und Jane aufgetaucht wären. Falls Nancy sich Sorgen machte, merkte man sie ihr nicht an; die anderen machten sich jedenfalls keine.

Die Nacht war sehr ruhig und gab zu keinen Besorgnissen Anlaß. Das Licht war ungewöhnlich hell, aber daran war der Feuerberg schuld; der Regen wurde schwächer, aber das mochte ebenfalls auf den Vulkan zurückzuführen sein. Das Feuer verbrauchte mehr Holz als gewöhnlich, aber davon gab es mehr als genug. Bestimmt war der Wind die Ursache dafür — keiner der vier hatte jemals eine so starke Luftbewegung erlebt, und ein Wind, den man tatsächlich spürte, konnte ohne Zweifel eigenartige Erscheinungen hervorrufen. Die vier Eingeborenen saßen um das Feuer herum und dösten, während der Wind stärker wurde.

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„Daddy! Doktor Raeker! ›Mina‹ hat recht gehabt; dort drüben steht wirklich Nick!“ Easys Stimme hatte einen fast hysterischen Unterton. Die Männer an Bord der Vindemiatrix wechselten besorgte Blicke. Rich zuckte mit den Schultern und überließ Raeker den Platz vor dem Bildschirm. Raeker nickte ihm aufmunternd zu und drückte den Sprechknopf seines Mikrophons.

„Wissen Sie bestimmt, daß Sie Nick vor sich haben, Easy?“ erkundigte er sich so gelassen wie möglich.

„Eigentlich sollte er nämlich das Lager nicht verlassen. Sechs meiner Schüler suchen paarweise nach Ihnen; erkennen Sie dort draußen zwei Eingeborene?“

„Nein“, antwortete Easy mit ruhiger Stimme. Ihr Vater atmete erleichtert auf und sank in seinen Sessel zurück. „Es war nur einer, und ich habe ihn nicht länger als eine Sekunde gesehen. Warten Sie — jetzt taucht er wieder auf!“ Easy stand mit dem Rücken zur Kamera vor einem Bullauge. „Er versteckt sich hinter den Büschen, so daß nur Kopf und Schultern sichtbar sind. Jetzt kommt er etwas näher. Er muß den Bathyskaphen sehen, obwohl ich nicht beurteilen kann, in welche Richtung er blickt. Ich weiß nicht, ob er die richtige Größe hat, aber der Körperbau stimmt jedenfalls. Wie unterscheiden Sie eigentlich die Eingeborenen voneinander?“

„Das ist nicht leicht“, gab Raeker zu. „Aber nach einigen Jahren bilden sich doch gewisse Unterscheidungsmerkmale heraus. Vielleicht beschreiben Sie mir lieber, was dieser eine mit sich herumschleppt; das ist bestimmt einfacher.“

„Einverstanden. Er hat einen ziemlich großen Sack über der rechten Hüfte hängen — beziehungsweise an der Stelle, wo bei einem Menschen die rechte Hüfte wäre —, von dem aus ein breites Band über die linke Schulter führt. Vorn an dem Sack baumelt ein Messer, und ich glaube, daß er noch ein zweites trägt, aber das ist schlecht zu beurteilen, weil er sich nie offen zeigt. Er ist mit vier kurzen Speeren bewaffnet, die genau wie die aussehen, die Nick und seine Leute gebrauchen.

Je länger ich ihn beobachte, desto größer wird seine Ähnlichkeit mit Nick.“

„Trägt er eine Axt?“ fragte Raeker.

„Wenn er eine hat, muß er sie auf dem Rücken tragen, wo ich sie nicht sehen kann.“

„In diesem Fall befürchte ich, daß Sie tatsächlich werden beweisen müssen, wie gut Sie mit Swifts Leuten auskommen. Meine tragen nur zwei Speere und zusätzlich eine Axt. Wenn der Eingeborene, den Sie sehen, einer von Nicks Leuten wäre hätte er bestimmt die Axt in einer der linken Hände. Das bedeutet, daß wir unseren Plan abändern müssen; bisher hofften wir, daß unsere Leute den Bathyskaphen zuerst finden würden. Die Entdeckung muß allerdings ein Zufall sein; ich nehme an, daß der Eingeborene auf der Jagd war. Swift hat in dieser kurzen Zeit noch keine Suchaktion organisieren können, selbst wenn er sich dazu entschlossen hätte.“

„Brauchen die Suchteams nicht ziemlich lange, bis sie in das Lager zurückkommen?“ erkundigte sich Easy zögernd.

„Ja, leider; über eine Woche nach unserer Rechnung. Aber in der Zwischenzeit hat Nick bestimmt Swifts Antwort erhalten.“

„Wenn die Zeit auf diesem komischen Planeten nur nicht so langsam verginge! Haben Sie nicht einmal davon gesprochen, daß Sie Swifts Dialekt teilweise aufgezeichnet haben, als der Roboter in seinen Händen war?“

„Richtig. Aber wir wissen nicht sehr viel darüber, für Menschen ist der Dialekt kaum aussprechbar.

Andererseits haben wir zahlreiche Bänder bespielt; wir können sie Ihnen zur Verfügung stellen und einige Erklärungen mitliefern, wenn Sie glauben, daß Ihnen damit geholfen ist. Zumindest wäre es ein guter Zeitvertreib.“

Easy lachte verschmitzt. „Mir wäre bestimmt damit geholfen. Nicht wahr, Daddy?“

Rich erwiderte ihr Lächeln. „Natürlich. Sie kann jede Sprache fast so schnell lernen, wie Sie die Tonbänder abspielen Doktor.“

„Wirklich? Ich habe aber noch nie gehört, daß sie sich mit ihrem jungen Freund dort unten anders als auf Englisch unterhalten hätte.“

„Kennen Sie einen Menschen, dessen Stimmbänder es mit denen eines Drommianers aufnehmen können?

Easy versteht seine Sprache jedoch genausogut wie ich.“

„Ich bezweifle jedenfalls, daß sie mit Swifts Dialekt besser zurechtkommt. Einige der höheren Töne sind nämlich kaum aussprechbar. Natürlich hat sie als Mädchen eine höhere Stimme, aber trotzdem glaube ich, daß sie sich auf das Zuhören beschränken muß.“

„Vielleicht haben Sie recht. Wollen wir uns nicht lieber wieder mit der Gegenwart befassen? Was tut der Eingeborene jetzt, Easy?“

„Er ist bis auf dreißig Meter herangekommen und besichtigt den Bathyskaphen von allen Seiten. Falls er uns durch die Bullaugen gesehen hat, läßt er sich nicht davon beeindrucken. Er ist noch immer allein — vermutlich haben Sie recht, Doktor Raeker; wenn einem ihrer Leute etwas zugestoßen wäre, hätte der andere bestimmt die Suche abgebrochen und wäre in das Lager zurückgekehrt.“

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