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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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D'Avrigny folgte der Kranken, gabweitere Vorschriften, hieß Villefort selbst zum Apotheker fahren, dort die verordneten Tränkebereiten lassen, sie selbst zurückbringen und ihn im Zimmer seiner Tochter erwarten.

Nachdem er abermals eingeschärft, Valentine nichts nehmen zu lassen, ging er wieder zu Herrn Noirtier hinab, schloß sorgfältig die Tür, überzeugte sich, daß niemand horchte, und sagte: Mein Herr, Sie wissen etwas über die Krankheit Ihrer Enkelin? — Ja, machte der Greis.

Hören Sie, wir haben keine Zeit zu verlieren, ich will Sie fragen, und Sie antworten mir. Haben Sie den Unfall vorhergesehen, der heute Valentinebegegnet ist? — Ja.

D'Avrigny dachte einen Augenblick nach, näherte sich sodann Noirtier und fuhr fort: Verzeihen Sie mir, was ich Ihnen sagen werde; doch in der furchtbaren Lage, in der wir unsbefinden, darf kein Anzeichen vernachlässigt werden. Haben Sie den armenBarrois sterben sehen?

Noirtier schlug die Augen zum Himmel auf.

Wissen Sie, woran er gestorben ist? — Ja.

Glauben Sie, sein Tod sei natürlich gewesen?

Etwas wie ein Lächeln trat auf die trägen Lippen Noirtiers. Es ist Ihnen also der Gedanke gekommen, Barrois sei vergiftet worden? — Ja. — Glauben Sie, das Gift, dem er unterlegen ist, sei für ihnbestimmt gewesen? — Nein.

Meinen Sie, dieselbe Hand, dieBarrois statt eines andern getroffen, treffe heute Valentine? — Ja. — Sie wird also ebenfalls unterliegen? fragte d'Avrigny, einen tiefenBlick auf Noirtier heftend. — Nein, erwiderte dieser mit triumphierender Miene. — Sie hoffen also? fragte d'Avrigny erstaunt. — Ja. — Was hoffen Sie?

Der Greis machte durch die Augenbegreiflich, er könne nicht antworten.

Ah! ja, das ist wahr, murmelte d'Avrigny.

Dann sagte er: Sie hoffen, der Mörder würde müde werden? — Nein. — Also hoffen Sie, das Gift werde ohne Wirkung auf Valentine sein? — Ja. — Denn nicht wahr, ichbelehre Sie nicht, wenn ich Ihnen sage, man habe sie in der Tat zu vergiften gesucht?

Der Greis machte mit den Augen ein Zeichen, das keinen Zweifel in dieserBeziehung übrig ließ.

Wie hoffen Sie dann, daß Valentine entkommen werde?

Noirtier hielt hartnäckig seine Augen auf einen Punkt geheftet; d'Avrigny folgte der Richtung seiner Augen und sah, daß sie auf eine Flasche zielten, die den Trank enthielt, den man ihm jeden Morgenbrachte.

Ah! ah! sagte d'Avrigny, plötzlich von einem Gedanken erleuchtet, sollten Sie den Einfall gehabt haben… — Noirtier ließ ihn nicht vollenden. Ja, machte er. — Sie gegen das Gift zu verwahren? — Ja. — Indem Sie Valentine allmählich daran gewöhnten, da Sie mich haben sagen hören, es kommeBrucin in den Trank, den ich Ihnen gebe. — Ja, ja, ja, machte der Greis, entzückt, verstanden zu werden. — Und Sie gewöhnten sie an dieses Getränk und wollten dadurch die Wirkungen eines solchen Giftes aufheben?

Dieselbe triumphierende Freudebei Noirtier.

Und es ist Ihnen wirklich gelungen! rief d'Avrigny. Ohne diese Vorsichtsmaßregel wäre Valentine heute getötet, getötet ohne die Möglichkeit einer Hilfe; der Schlag war heftig, doch sie wurde nur erschüttert, und diesmal wenigstens wird Valentine nicht sterben.

Eine übermenschliche Freude glänzte in den mit einem Ausdrucke unsäglicher Dankbarkeit zum Himmel aufgeschlagenen Augen des Greises.

In dieser Minute kam Villefort zurück.

Hier, Doktor, sagte er, hier ist das Verlangte. — Dieser Trank ist in Ihrer Gegenwartbereitet worden? — Ja. — Er ist nicht aus Ihren Händen gekommen? — Nein.

D'Avrigny nahm die Flasche, goß ein paar Tropfen von ihrem Inhalt in seine hohle Hard und verschluckte sie.

Gut, sagte er, gehen wir zu Valentine! Ich werde dort meine Vorschriften geben, und Sie selbst, Herr von Villefort, wachen darüber, daß niemand davon abgeht.

In dem Augenblick, wo der Doktor in das Zimmer Valentines, von Villefortbegleitet, zurückkehrte, mietete ein italienischer Priester das an das Hotel des Herrn von Villefort anstoßende Haus.

Man konnte nicht erfahren, was die drei Mieter dieses Hausesbewogen hatte, zwei Stunden nachher auszuziehen. Aber es ging allgemein das Gerücht in der Gegend, das Haus ruhe nicht fest auf seinem Grunde und drohe einzustürzen, was den neuen Mieter aber durchaus nicht abhielt, noch an demselben Tage gegen fünf Uhr einzuziehen.

Der Mietvertrag wurde für drei Jahre abgeschlossen und der Hauszins von dem neuen Mieter namens Signor GiacomoBusoni sechs Monate vorausbezahlt.

Es wurden sogleich Arbeiter gerufen, und noch in derselben Nacht sahen einige Verspätetebeim Vorübergehen mit Erstaunen Zimmerleute und Maurer mit Ausbesserung des wankenden Hausesbeschäftigt.

SechsterBand.

Der Vertrag.

Drei Tage nachher, gegen fünf Uhr abends, in dem Augenblick, wo Monte Christo eben ausfahren wollte, besuchte ihn Herr Andrea Cavalcanti, so vor Glück strahlend, als sei er imBegriff, eine Prinzessin zu heiraten.

Ei! guten Morgen, lieber Herr von Monte Christo! sagte er zu dem Grafen, den er auf der obersten Stufe traf.

Ah! Herr Andrea! erwiderte der Angeredete mit halbspöttischem Tone, wiebefinden Sie sich?

Vortrefflich, wie Sie sehen. Ich habe über tausenderlei Dinge mit Ihnen zu sprechen.

Nachdem Andrea aus die Aufforderung des Grafen im Salon des ersten Stockwerks Platz genommen hatte, sagte er mit lachender Miene: Sie wissen, daß die Zeremonie heute abend stattfindet?

Allerdings; ichbekam gestern einenBrief von Herrn Danglars. Sie sind nun also glücklich, Herr Cavalcanti? Sie schließen eine sehr wünschenswerte Verbindung; auch ist Fräulein Danglars sehr hübsch.

Jawohl, sagte Cavalcanti etwas kleinlaut.

Sie istbesonders sehr reich, wie ich glaube?

Sehr reich, glauben Sie? wiederholte der junge Mann.

Allerdings; man sagt, Herr Danglars verhehle wenigstens die Hälfte seines Vermögens.

Und erbekennt sich zu fünfzehnbis zwanzig Millionen! rief Andrea mit einem vor Freude funkelndenBlicke.

Abgesehen davon, daß dieses ganze Vermögen Ihnen zufließen wird, da Fräulein Danglars die einzige Tochter ist. Überdies kommt Ihr eigenes Vermögen — Ihr Vater hat mir dies wenigstens gesagt — dem IhrerBrautbeinahe gleich. Doch lassen wir die Geldsachebeiseite. Wissen Sie, Herr Andrea, daß Sie die Sache geschickt durchgeführt haben?

Nicht schlecht, sagte der junge Mann; ich war für die Diplomatie geboren.

Wohl, die diplomatische Laufbahn wird Ihnen offen stehen… Also das Herz ist auch gefangen?

In der Tat, ichbefürchte es.

Liebt man Sie ein wenig?

Es muß wohl sein, da man mich heiratet, erwiderte Andrea mit siegreichem Lächeln. Doch vergessen wir eines nicht. Es ist mirbeständig eine merkwürdige Unterstützung zuteil geworden.

Bah! Durch Zufall.

Nein, durch Sie.

Durch mich? Lassen Sie das, Prinz, sagte Monte Christo mit absichtlicherBetonung des Titels. Was konnte ich für Sie tun? Genügten nicht Ihr Name, Ihre gesellschaftliche Stellung und Ihr Verdienst?

Nein, nein; Sie mögen sagen, was Sie wollen, ichbehaupte, Herr Graf, daß die Stellung eines Mannes, wie Sie, mehr getan hat, als mein Name, meine gesellschaftliche Stellung und mein Verdienst.

Sie täuschen sich ganz und gar, mein Herr, sagte Monte Christo, der die Absicht des jungen Mannes durchschaute. Sie haben meine Protektion erst erlangt, nachdem ich von dem Einfluß und dem Vermögen Ihres Herrn Vaters Kenntnis genommen; denn wer hat im ganzen mir, der Sie nie gesehen hat und ebensowenig den erhabenen Urheber Ihrer Tage, das Glück verschafft, Sie kennen zu lernen? Zwei von meinen Freunden, Lord Wilmore und der AbbéBusoni. Wer hat mich ermutigt, nicht Ihnen alsBürgschaft zu dienen, sondern Sie zu patronisieren? Der in Italien sobekannte und geehrte Name Ihres Vaters; persönlich kenne ich Sie nicht.

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