Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Morel machte einen Sprung, öffnete die Tür und sah die Geliebte auf demBoden liegen. Rasch hober sie in seine Arme und trug sie in einen Lehnstuhl. Dann öffnete sie wieder die Augen.
Oh, ich Ungeschickte! sagte sie, fieberhaft schnell sprechend, ich weiß mich also nicht mehr zu halten.
Sie haben sich doch nicht verletzt, Valentine? rief Morel. Oh, mein Gott! mein Gott!
Valentine schaute umher; sie sah in Noirtiers Augen den größten Schrecken sich abspiegeln.
Beruhige dich, guter Papa, sagte sie, indem sie zu lächeln suchte; es ist nichts… nur ein Schwindel.
Abermals eine Ohnmacht! sagte Morel, die Hände faltend. Oh! nehmen Sie sich in acht, Valentine, ich flehe Sie an.
Nein, versetzte Valentine, nein, ich sage Ihnen, daß alles vorüber ist, und daß es nichts war. Nun lassen Sie mich Ihnen eine Neuigkeit mitteilen: in acht Tagen verheiratet sich Eugenie, und in drei Tagen findet ein großes Fest, ein Verlobungsmahl, statt. Wir alle sind eingeladen, mein Vater, Frau von Villefort und ich… wenigstens soviel ich verstanden habe.
Wann wird die Reihe an uns kommen? Oh! Valentine, Sie, die Sie so viel über Ihren guten Papa vermögen, bemühen Sie sich, daß er Ihnen antwortet: Bald! Solange Sie nicht mir gehören, Valentine, ist es mir immer, als obSie mir entgehen könnten.
Oh! antwortete Valentine mit einer krampfhaftenBewegung, Maximilian, Sie sind zu ängstlich für einen Offizier, der, wie man sagt, nie die Furcht gekannt hat. Und siebrach in ein scharfes, schmerzliches Gelächter aus, ihre Arme wurden steif, ihr Kopf fiel auf den Stuhl zurück, und siebliebohneBewegung.
Morel riefbei diesem Anblick um Hilfe, worauf die Kammerfrau und dieBedienten sofort herbeieilten.
Valentine war so kalt, sobleich, so leblos, daß die Diener, ohne zu hören, was man ihnen sagte, von der Furcht erfaßt wurden, diebeständig in einem verfluchten Hause wachte, und um Hilfe rufend, in die Gänge stürzten.
Frau Danglars und Eugenie entfernten sich soeben und erfuhren gerade noch die Ursache des Aufruhrs.
Ich sagte es Ihnen! rief ihnen Frau von Villefort zu; die arme Kleine!
Das Geständnis.
In demselben Augenblick hörte man die Stimme des Herrn von Villefort aus seinem Kabinett rufen: Was gibt es denn?
Morelbefragte mit demBlicke Noirtier; dieser hatte wieder seine ganze Kaltblütigkeit erlangt undbezeichnete ihm mit dem Auge das Kabinett, in das er sich schon einmal unter ähnlichen Umständen geflüchtet hatte.
Gleich darauf stürzte Villefort in das Zimmer, lief auf Valentine zu und faßte sie in seine Arme. Einen Arzt!.. Herrn d'Avrigny! Oder ich gehe vielmehr selbst, rief er und lief aus dem Zimmer.
Durch die andere Tür entfloh Morel. Eine schreckliche Erinnerung regte sich in seinem Herzen: die Unterredung zwischen Villefort und dem Doktor, die er in der Nacht, in der Frau von Saint‑Meran starb, gehört hatte. Die Symptome, die dem TodeBarrois' vorhergegangen, schienen ihm dieselben zu sein, die er, wenn auch in etwas geringerem Grade, bei Valentine wahrgenommen hatte. Zugleich tönte an sein Ohr die Stimme des Grafen von Monte Christo, der ihm kaum zwei Stunden vorher gesagt hatte: Wenn Sie etwasbrauchen, Morel, so kommen Sie zu mir, ich vermag viel. Diesen Helfer wollte er nun aufsuchen.
Inzwischen fuhr Herr von Villefortbei Herrn d'Avrigny vor; er läutete so heftig, daß ihm der Portier mit erschrockener Miene öffnete. Villefort stürzte nach der Treppe, ohne daß er die Kraft hatte, etwas zu sagen. Der Portier kannte ihn und rief ihm nur nach: In seinem Kabinett, Herr Staatsanwalt!
Villefort stießbereits die Tür auf.
Ah! sagte der Doktor, Sie sind es? –
Ja, ichbin es und frage Sie, obwir allein sind. Doktor, mein Haus ist ein verfluchtes Haus!
Wie! sagte dieser scheinbar kalt, jedoch mit tiefer innerer Erschütterung, haben Sie abermals einen Kranken?
Ja, Doktor! rief Villefort, mit krampfhafter Hand seine Haare fassend, ja!
In d'AvrignysBlick lag: Ich habe es Ihnen vorher gesagt. Dann sprachen seine Lippen langsam: Wer soll denn in Ihrem Hause sterben, und welches neue Opfer wird Sie vor Gott der Schwäche anklagen?
Ein schmerzliches Schluchzen entwand sich dem Herzen des Geängsteten, er näherte sich dem Arzte, faßte ihn am Arm und antwortete: Valentine! die Reihe ist an Valentine! Ihre Tochter! rief d'Avrigny, erschreckt.
Sie sehen, daß Sie sich täuschten, murmelte der Staatsanwalt, kommen Sie, schauen Sie meine Tochter an, und Sie werden sie wegen Ihres Verdachtes auf ihrem Schmerzenslager um Verzeihungbitten.
So oft Sie michbenachrichtigten, war es zu spät, sagte Herr d'Avrigny; doch gleichviel, ich gehe. Eilen wir!
Oh! diesmal, Doktor, werden Sie mir meine Schwäche nicht mehr vorwerfen. Diesmal werde ich den Mörder kennen lernen und treffen.
Suchen wir das Opfer zu retten, ehe wir an die Rache denken, sagte d'Avrigny; kommen Sie!
Inzwischen war Morelbei Monte Christo angekommen. Der Graf saß in seinem Kabinett und las sorgenvoll einBillett, das ihmBertuccio in der Eile geschickt hatte. Als er Morel, der ihn vor kaum zwei Stunden verlassen hatte, melden hörte, erhobder Graf das Haupt.
Für Morel, wie für den Grafen hatte sich während dieser zwei Stunden ohne Zweifel viel ereignet, denn der junge Mann, der ihn mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen, kam mit verstörtem Gesichte zurück.
Er stand auf, eilte Morel entgegen und rief: Was gibt es denn, Maximilian? Sie sindbleich, und Ihre Stirn trieft von Schweiß.
Morel fiel auf einen Stuhl und erwiderte: Ja, ichbin schnell gelaufen, ich mußte Sie sprechen. Ichbedarf Ihrer. Sie können mir vielleichtbei einer Sache Hilfe leisten, wo sonst niemand helfen kann. — Reden Sie! — Graf, wollen Sie mir erlauben, Baptistin wegzuschicken und in einem Ihnenbekannten Hause Nachrichten einzuziehen? — Ichbin zu Ihrer Verfügung, und Sie mögen also noch viel mehr über meineBedienten verfügen.
Morel ging hinaus, riefBaptistin und sagte ihm leise einige Worte. Der Kammerdiener eilte fort.
Morel erzählte nun, ohne die Namen zu nennen, dem Grafen, welches Geheimnis er aus dem im Garten des Staatsanwaltsbelauschten nächtlichen Gespräch erfahren habe, und Monte Christo hörte scheinbar mit der größten Ruhe zu.
Nun! endete Maximilian, der Tod ist zum dritten Male eingekehrt, und weder der Herr des Hauses, noch der Doktor hat etwas gesagt; der Tod wird vielleicht zum vierten Male treffen. Graf, wozu glauben Sie, daß mich die Kenntnis dieses Geheimnisses verpflichtet?
Mein lieber Freund, Sie scheinen mir eine Geschichte zu erzählen, die jeder von uns auswendig weiß. Ich kenne das Haus, wo Sie dies gehört haben, oder kenne wenigstens ein ähnliches: ein Haus, wo sich ein Garten, ein Familienvater, ein Doktor findet, ein Haus, wo sich drei seltsame, unerwartete Todesfälle ereignet haben. Wohl, schauen Sie mich an, mich, der nichts erlauscht hat, und dennoch dies alles so gut weiß wie Sie… habe ich Gewissensbedenken? Nein! das geht mich nichts an. Sie sagen, ein Würgeengel scheine dieses Haus dem Zorne des Herrn zubezeichnen; wer sagt Ihnen denn, daß Ihre Voraussetzung nicht Wirklichkeit ist? Wenn die Gerechtigkeit und nicht der Zorn Gottes dieses Haus trifft, Maximilian, so wenden Sie den Kopf abund lassen Sie die Gerechtigkeit Gottes ihren Gang gehen.
Morelbebte. Es lag zugleich etwas Finsteres, Feierliches und Furchtbares in dem Tone des Grafen.
Überdies, fuhr er mit so scharf veränderter Stimme fort, daß man hätte glauben sollen, diese letzten Worte kämen nicht mehr aus dem Munde desselben Menschen, — überdies, wer sagt Ihnen, daß es wieder anfangen wird?
Es fängt wieder an, Graf, rief Morel, und deshalbbin ich zu Ihnen gelaufen.
Was soll ich tun, Morel? Soll ich etwa den Herrn Staatsanwalt in Kenntnis setzen?