Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
»Ich erinnere mich daran, wie er jeden Frühling in Emondsfeld ankam, immer lachte und Neuigkeiten von außen mitbrachte. Es gibt doch sicherlich noch Hoffnung für ihn? ›Kein Mensch kann so lange im Schatten stehen, daß er nicht zum Licht zurückfinden könnte‹«, zitierte sie.
Die Aes Sedai trocknete sich mit schnellen Bewegungen die Hände ab. »Das habe ich auch immer geglaubt«, sagte sie. »Vielleicht ist Padan Fain noch zu retten. Aber er gehört schon mehr als vierzig Jahre zu den Schattenfreunden, und was er in dieser Zeit für sie getan hat, in Blut und Schmerz und Tod gemessen, würde Euch das Herz erfrieren lassen, wenn Ihr es hörtet. Zu seinen unwesentlichsten Taten — wenn auch nicht für Euch, denke ich — gehört, daß er die Trollocs nach Emondsfeld geführt hat.«
»Ja«, sagte Rand leise. Er hörte Egwene nach Luft schnappen. Ich hätte es wissen müssen. Verseng mich, aber das hätte ich gleich wissen müssen, als ich ihn wiedererkannte.
»Hat er auch hierher welche mitgebracht?« fragte Mat. Er blickte die Steinmauern um sie herum an und schauderte. Rand glaubte, daß er noch mehr an die Myrddraal als an die Trollocs dachte, denn in Baerlon oder Weißbrücke hatten Mauern die Blassen nicht aufhalten können.
»Falls er das getan hat«, lachte Agelmar, »werden sie sich die Zähne an den Mauern von Fal Dara ausbeißen. Das ist auch schon anderen so gegangen.« Er sprach alle an, aber seinen Blicken nach zu schließen, galten seine Worte vor allem Egwene und Nynaeve. »Und macht Euch auch keine Gedanken über die Halbmenschen.« Mat errötete. »Jede Straße und Gasse in Fal Dara wird bei Nacht erleuchtet. Und kein Mensch darf innerhalb der Mauern sein Gesicht verhüllen.«
»Warum sollte Meister Fain das tun?« fragte Egwene.
»Vor drei Jahren... « Mit einem tiefen Seufzer setzte sich Moiraine hin und zwar derart erschöpft, als habe das, was sie mit Fain getan hatte, ihr alle Energie geraubt. »Diesen Sommer sind es drei Jahre. So lange ist das schon her. Das Licht bevorzugt uns ganz eindeutig, denn sonst hätte der Herr der Lügen schon triumphiert, während ich noch in Tar Valon saß und Pläne schmiedete. Drei Jahre lang hat Fain Euch für den Dunklen König gesucht.«
»Das ist doch verrückt!« sagte Rand. »Er ist regelmäßig wie ein Uhrwerk jeden Frühling zu den Zwei Flüssen gekommen. Drei Jahre? Wir waren die ganze Zeit direkt vor seiner Nase, und er hat keinen von uns eines zweiten Blickes gewürdigt — bis zum letzten Jahr.« Die Aes Sedai deutete mit einem Finger auf ihn.
»Fain hat mir alles erzählt, Rand. Oder beinahe alles. Ich glaube, er hat es fertiggebracht, etwas zurückzuhalten, etwas Wichtiges, trotz all meiner Bemühungen, aber er hat genug gesagt. Vor drei Jahren kam ein Halbmensch zu ihm. Das war in einer Stadt in Lugard. Fain hatte natürlich schreckliche Angst, aber unter Schattenfreunden gilt es als sehr große Ehre, wenn man so berufen wird. Fain glaubte, er sei zu großen Taten erwählt worden, und das stimmte auch, wenn auch nicht so, wie er sich das dachte. Man brachte ihn nach Norden in die Fäule und ins Versengte Land. Nach Shayol Ghul. Dort traf er einen Mann mit Augen aus Feuer, der sich Ba'alzamon nannte.«
Mat rutschte nervös auf seinem Stuhl herum, und Rand mußte schwer schlucken. Es mußte natürlich so gewesen sein, aber das machte es auch nicht leichter, sich damit abzufinden. Nur Perrin blickte die Aes Sedai an, als könne ihn nichts mehr überraschen.
»Das Licht schütze uns!« sagte Agelmar inbrünstig.
»Es gefiel Fain nicht, was man in Shayol Ghul mit ihm anstellte«, fuhr Moiraine ruhig fort. »Während wir miteinander sprachen, schrie er oft etwas von Feuer und Brennen. Es hätte ihn fast umgebracht, als ich es aus ihm herausholte, wo er es so lange verborgen hatte. Trotz meiner Heilkunst ist er eine gebrochene Ruine von Mensch. Es wird lange dauern, um ihn wiederherzustellen. Ich werde mich aber darum bemühen, und sei es nur, um zu erfahren, was er noch vor mir verbirgt. Er war erwählt worden, weil er gerade dort als Händler tätig war. Nein«, sagte sie schnell, als die Emondsfelder sich beunruhigt zeigten. »Nicht nur in den Zwei Flüssen. Damals noch nicht. Der Vater der Lügen wußte ungefähr, wo er das finden konnte, was er suchte, aber nicht viel genauer als wir in Tar Valon.
Fain sagte, er sei zum Spürhund des Dunklen Königs gemacht worden, und auf gewisse Weise stimmt das auch. Der Vater der Lügen sandte Fain aus, um zu jagen, doch zuerst veränderte er ihn, damit er dieser Jagd gewachsen war. Es sind die Dinge, die man mit ihm angestellt hat, um ihn so zu verändern, vor denen sich Fain so fürchtet, daß er sich nicht daran erinnern will. Deshalb haßt er seinen Meister genauso, wie er ihn fürchtet. Also schickte man Fain los, um in allen Dörfern um Baerlon herum zu schnüffeln und zu jagen, und danach bis zu den Verschleierten Bergen und hinunter zum Taren und über ihn in die Zwei-Flüsse-Region.«
»Vor drei Frühlingen?« fragte Perrin bedächtig. »Ich erinnere mich an diesen Frühling. Fain kam später als gewöhnlich, aber das Eigenartige war, daß er länger blieb. Er blieb eine ganze Woche, ohne etwas zu tun, außer daß er zähneknirschend ein Zimmer in der Weinquellenschenke mietete. Fain hängt an seinem Geld.«
»Ich erinnere mich jetzt auch daran«, sagte Mat. »Jeder fragte sich, ob er krank sei oder sich in eine Frau aus dem Ort verliebt hatte. Nicht daß eine davon jemals einen Händler heiraten würde. Da könnte man ja genausogut einen aus dem Fahrenden Volk heiraten.« Egwene zog eine Augenbraue in seiner Richtung hoch, und er verstummte.
»Danach brachte man Fain erneut nach Shayol Ghul, und sein Verstand wurde — destilliert.« Rand drehte sich der Magen um, als er den Tonfall der Stimme der Aes Sedai hörte; das sagte mehr darüber aus, was sie meinte, als ihr ganz kurz verzogenes Gesicht. »Was er... wahrgenommen... hatte, wurde konzentriert und ihm wieder eingegeben. Als er im nächsten Jahr wieder das Gebiet der Zwei Flüsse betrat, war er in der Lage, seine Ziele bewußter zu wählen. Sogar noch eindeutiger, als selbst der Dunkle König erwartet hatte. Fain wußte mit Sicherheit, daß der, den er suchte, einer von dreien in Emondsfeld sein mußte.«
Perrin knurrte und Mat fluchte, sanftmonoton vor sich hin. Selbst Nynaeves tadelnder Blick hielt ihn nicht davon ab. Agelmar blickte sie neugierig an. Rand fühlte nur ein leichtes Schaudern, und das erstaunte ihn. Drei Jahre lang hatte ihn der Dunkle König gejagt... hatte sie gejagt. Er war sicher, daß ihm eigentlich die Zähne hätten klappern sollen.
Moiraine ließ sich nicht durch Mat unterbrechen. Sie erhob die Stimme, so daß man sie trotzdem verstehen konnte. »Als Fain nach Lugard zurückkam, erschien ihm Ba'alzamon in einem Traum. Fain erniedrigte sich und vollführte Riten — Ihr würdet taub, hörtet Ihr auch nur die Hälfte davon -, die ihn noch enger an der Dunklen König banden. Was im Traum getan wird, kann noch gefährlicher sein als das, was man im wachen Zustand tut.« Rand wurde es unter ihrem scharfen, warnenden Blick unbehaglich zumute, aber sie hielt sich nicht damit auf. »Ihm wurden reiche Belohnungen versprochen. Königreiche sollte er nach Ba'alzamons Sieg beherrschen. Wenn er nach Emondsfeld zurückkehrte, sollte er die drei bezeichnen, die er aufgespürt hatte. Ein Halbmensch würde dort mit Trollocs auf ihn warten. Jetzt wissen wir, wie die Trollocs zu den Zwei Flüssen kamen. Es muß in Manetheren einen Ogierhain und ein Wegetor gegeben haben.«
»Den schönsten von allen«, sagte Loial, »außer dem in Tar Valon.« Er hatte genauso aufmerksam wie die anderen gelauscht. »Die Ogier erinnern sich gern an Manetheren.« Agelmar formte den Namen schweigend mit den Lippen, und seine Augenbrauen hoben sich staunend. Manetheren.
»Lord Agelmar«, sagte Moiraine. »Ich werde Euch sagen, wie Ihr das Wegetor von Mafal Dadaranell findet. Es muß zugemauert und eine Wache davorgestellt werden, und niemand darf sich ihm nähern. Die Halbmenschen kennen noch nicht alle Kurzen Wege, aber dieses Wegetor befindet sich südlich von Fal Dara, nur wenige Stunden davon entfernt.«