Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
Lain starb im Versengten Land, zusammen mit den meisten jener, die ihm gefolgt waren. Das waren Männer, deren Verlust Malkier kaum verkraften konnte, und Breyan machte den König dafür verantwortlich und behauptete, Shayol Ghul selbst wäre gefallen, wenn al'Akir den Rest der Malkieri zusammen mit ihrem Mann nach Norden geführt hätte. Als Rache verschwor sie sich mit Cowin Gemallan, den man Cowin Edelherz nannte, um den Thron für ihren Sohn Isam zu erwerben. Nun war Edelherz ein Held, fast so beliebt wie al'Akir selbst, und einer der Großherren, aber als die Großherren den König erwählt hatten, hatten ihn zwei Stimmen von Akir getrennt, und er vergaß nie, daß es genügt hätte, wenn nur zwei Männer eine andere Farbe auf den Krönungsstein gelegt hätten, damit er statt dessen auf dem Thron gesessen hätte. Miteinander zogen Cowin und Breyan Soldaten aus der Fäule ab, um die Sieben Türme im Handstreich zu nehmen. Dabei aber entblößten sie die Grenzfestungen und machten sie zu bloßen Garnisonen.
Doch Cowins Eifersucht brannte noch schlimmer.« Verachtung färbte Agelmars Stimme. »Edelherz, der Held, von dessen Vorstößen in die Fäule man in allen Grenzlanden sang, war ein Schattenfreund. Als die Grenzfestungen geschwächt waren, strömten Trollocs wie eine Flut nach Malkier hinein. König al'Akir und Lain zusammen hätten vielleicht das Land zum Widerstand führen können — das hatten sie schon zuvor fertiggebracht. Aber Lains Untergang im Versengten Land hatte die Menschen erschüttert, und die Invasion der Trollocs brach ihren Willen und Widerstandsgeist. Zu viele Männer. Die überwältigende Anzahl trieb die Malkieri zurück ins Kernland.
Breyan floh mit ihrem kleinen Sohn Isam und wurde auf dem Ritt nach Süden von den Trollocs überrannt. Niemand kennt ihr Schicksal genau, doch es läßt sich leicht erraten. Ich kann nur für den Jungen Bedauern empfinden. Als der Verrat Cowin Edelherzens aufgedeckt wurde und der junge Jain Charin — den man bereits Jain Fernstreicher nannte — ihn gefangennahm, brachte man Edelherz in Ketten zu den Sieben Türmen, und die Großherren wollten seinen Kopf auf einer Pike stecken sehen. Da er aber in den Herzen der Menschen gleich nach al'Akir und Lain gekommen war, stellte sich ihm der König zum Zweikampf und tötete ihn. Al'Akir weinte, als er Cowin tötete. Einige meinen, er habe eines Freundes wegen geweint, der sich dem Schatten verschrieb, und andere behaupten, er habe Malkiers wegen geweint.« Der Herr von Fal Dara schüttelte traurig den Kopf.
»Der erste Schlag zum Untergang der Sieben Türme war geführt worden. Es war keine Zeit geblieben, Hilfe aus Schienar oder Arafel herbeizuholen, und es gab keine Hoffnung, daß Malkier allein widerstehen konnte. Fünftausend seiner Lanzenträger lagen tot im Versengten Land, und die Grenzfestungen waren überrannt.
Al'Akir und seine Königin, el'Leanna, ließen Lan in seiner Wiege zu sich bringen. In seine Kinderhände legten sie das Schwert der Könige von Malkier, das Schwert, das er heute trägt. Eine Waffe, die während des Kriegs um die Macht, des Schattenkriegs, der das Zeitalter der Legenden beendete, von Aes Sedai hergestellt worden war. Sie salbten sein Haupt mit Öl und ernannten ihn zum Dai Shan, einen mit dem Diadem gekrönten Kriegsherrn, sie weihten ihn zum nächsten König von Malkier, und in seinem Namen schworen sie den uralten Eid der Könige und Königinnen von Malkier.« Agelmars Gesichtsausdruck verhärtete sich, und er sprach diese Worte, als habe auch er diesen Eid oder einen sehr ähnlichen geleistet. »So lang gegen den Schatten anzukämpfen, wie Eisen hart bleibt und Stein widersteht. Die Malkieri zu verteidigen, solange auch nur ein Tropfen Bluts verbleibt. Zu rächen, was nicht gehalten werden kann.« Die Wort hallten im Raum wider.
»El'Leanna hängte ein Medaillon um den Hals ihres Sohnes, um ihn immer daran zu erinnern, und das Kind wurde von der Königin selbst in Windeln gewickelt und zwanzig ausgewählten Männern aus der königlichen Leibgarde übergeben, den besten Schwertkämpfern, den tödlichsten Kriegern. Ihr Befehclass="underline" das Kind nach Fal Moran zu bringen.
Dann führten al'Akir und el'Leanna die Malkieri hinaus, um ein letztes Mal dem Schatten gegenüberzutreten. Dort starben sie, bei Herots Kreuzweg, die Malkieri starben mit ihnen, und die Sieben Türme wurden geschleift. Schienar und Arafel und Kandor trafen an der Treppe des Jehaan auf die Halbmenschen und Trollocs und warfen sie zurück, doch nicht so weit, wie es vorher der Fall gewesen war. Der größte Teil von Malkier verblieb in den Händen der Trollocs, und Jahr um Jahr, Meile um Meile, wurde es von der Fäule verschlungen.« Agelmar atmete schwer und lang ein. Als er fortfuhr, lag ein trauriger Stolz in seinem Blick und seiner Stimme.
»Nur fünf der Leibwachen erreichten Fal Moran lebendig, jeder Mann verwundet, aber sie hatten das unbeschadete Kind dabei. Von der Wiege an brachten sie ihm alles bei, was sie wußten. Er lernte, mit Waffen umzugehen, wie andere Kinder mit Spielzeugen, und die Fäule lernte er kennen, wie andere Kinder den Garten ihrer Mutter. Der Eid, der über seiner Wiege geschworen wurde, ist in seinem Verstand eingebrannt. Es gibt nichts mehr zu verteidigen, wohl aber zu rächen. Er führt seine Titel nicht, aber in den Grenzlanden nennt man ihn den Ungekrönten, und falls er je den Goldenen Kranich von Malkier hissen sollte, würde eine Armee kommen, um ihm zu folgen. Doch er wird keine Männer in den Tod führen. In der Fäule flirtet er mit dem Tod wie ein Freier mit einem Mädchen, doch andere führt er nicht hinein.
Wenn Ihr die Fäule betreten müßt und das mit nur wenigen Begleitern, dann gibt es keinen besseren Mann, Euch sicher dorthin und wieder zurück zu bringen. Er ist der Beste unter den Behütern, und das bedeutet: der Beste der Besten. Ihr könntet genausogut diese Jungen hierlassen, um ein wenig Erfahrung zu sammeln, und Euch nur noch auf Lan verlassen. Die Fäule ist kein Ort für unerfahrene Jungen.«
Mat öffnete den Mund und schloß ihn nach einem Blick Rands wieder. Ich wünschte, er würde lernen, ihn nicht mehr aufzumachen.
Nynaeve hatte mit genauso großen Augen gelauscht wie Egwene, doch nun starrte sie wieder mit blassem Gesicht in ihren Pokal. Egwene legte ihr eine Hand auf den Arm und sah sie mitfühlend an.
Moiraine erschien in der Tür, gefolgt von Lan.
Nynaeve wandte ihnen den Rücken zu. »Was hat er gesagt?« wollte Rand wissen. Mat und Perrin erhoben sich.
»Dorftrottel«, murmelte Agelmar, und dann hob er die Stimme zu seiner normalen Lautstärke. »Habt Ihr irgend etwas erfahren, Aes Sedai, oder ist er einfach ein Verrückter?«
»Er ist verrückt«, sagte Moiraine, »oder zumindest beinahe verrückt, aber es ist nichts Einfaches an Padan Fain.« Einer der Diener in schwarzgoldener Livree verbeugte sich vor Agelmar. Er trug eine blaue Waschschüssel und einen Krug, ein Stück gelbe Seife und ein kleines Handtuch auf einem Silbertablett. Er sah Agelmar unsicher an. Moiraine bedeutete ihm, alles auf den Tisch zu stellen. »Verzeiht mir, daß ich Eurem Diener diesen Auftrag erteilte, Lord Agelmar«, sagte sie. »Ich nahm mir die Freiheit, um dies zu bitten.«
Agelmar nickte dem Diener zu, der das Tablett auf den Tisch stellte und schnell wegging. »Meine Diener stehen Euch zur Verfügung, Aes Sedai.«
Das Wasser, das Moiraine in die Schüssel goß, dampfte, als habe es gerade noch gekocht. Sie schob ihre Ärmel hoch und wusch sich energisch die Hände, ohne Rücksicht auf die Wassertemperatur. »Ich sagte, er sei schlimmer als schlimm, doch das kam der Wahrheit nicht nahe genug. Ich glaube nicht, daß ich jemals jemanden kennengelernt habe, der so jämmerlich und verdorben und gleichzeitig so gemein war. Ich fühle mich beschmutzt, da ich ihn berührt habe, und ich meine damit nicht den Dreck auf seiner Haut. Innerlich beschmutzt.« Sie berührte ihre Brust. »Der Verfall seiner Seele läßt mich beinahe daran zweifeln, daß er jemals eine hatte. An ihm ist etwas Schlimmeres als an jedem Schattenfreund.«
»Er sah so erbarmungswürdig aus«, sagte Egwene leise.