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Die Suche nach dem Auge der Welt

Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:

In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfelde erzählt man sich noch immer die alten Geschichten um den Dunklen König und die Magierinnen der Aes Sedai, die das Rad der Zeit drehen. Niemand ahnt, auch der junge Bauernsohn Rand al'Thor nicht, wieviel Wahrheit in diesen Legenden steckt. Dann jedoch berfallen blutrnstige Trollocs, die Häscher des Dunklen Königs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. Die Magierin Moiraine verhilft dem Jungen in letzter Minute zur Flucht. Eine phantastische Reise beginnt, während der Rand in sein Schicksal hineinwachsen wird, der Wiedergeborene Drache und der Retter der Welt zu sein ... Dieser Band vereint — wie in der Originalausgabe — den kompletten Auftakt zu Robert Jordans Meisterwerk Das Rad der Zeit.
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Moiraine blickte im Vorbeireiten das Bauernhaus finster an. Sie hob Aldiebs Zügel, und die weiße Stute beschleunigte ihren Schritt.

Die Emondsfelder und Loial ritten in einer dichten Gruppe gleich hinter der Aes Sedai und dem Behüter.

Rand schüttelte den Kopf. Er konnte sich nicht vorstellen, daß hier überhaupt jemals etwas wuchs. Aber andererseits konnte er sich die Kurzen Wege ja auch nicht vorstellen. Selbst jetzt nicht, da er sie hinter sich hatte.

»Ich glaube nicht, daß sie dies erwartet hat«, sagte Nynaeve ruhig, und ihre Geste umfaßte alle die leeren Bauernhöfe, die sie gesehen hatten. »Wohin sind sie alle gegangen?« fragte Egwene. »Und warum? Sie können noch nicht lange weg sein.«

»Warum sagst du das?« fragte Mat. »Nach dem Aussehen dieses Scheunentors zu schließen, könnten sie schon den ganzen Winter weg sein.« Nynaeve und Egwene sahen ihn mitleidig an, als sei er geistig zurückgeblieben. »Die Vorhänge an den Fenstern«, sagte Egwene geduldig. »Sie sehen zu leicht aus für den Winter, selbst hier. So kalt, wie es hier ist, hätte keine Frau sie vor mehr als ein oder zwei Wochen aufgehängt — eher weniger.« Die Seherin nickte.

»Vorhänge.« Perrin lachte leise. Doch das Lächeln verschwand sofort aus seinem Gesicht, als ihn die beiden Frauen stirnrunzelnd anblickten. »Oh, ich bin der gleichen Meinung wie ihr. Auf dieser Sense befand sich nicht genug Rost, als daß sie mehr als eine Woche im Freien gelegen haben kann. Das hättest du bemerken müssen, Mat. Selbst wenn dir die Vorhänge nicht aufgefallen sind.«

Rand sah Perrin von der Seite her an. Er bemühte sich, nicht aufdringlich dreinzuschauen. Seine Augen waren schärfer als die Perrins — oder waren es gewesen, als sie noch zusammen Kaninchen jagten -, aber er hatte die Schneide der Sense nicht gut genug erkennen können, um Rost zu bemerken.

»Es ist mir wirklich gleich, wohin sie gegangen sind«, beklagte sich Mat. »Ich will nur irgendeinen Ort finden, an dem es ein Feuer gibt. Bald.«

»Aber warum sind sie weg?« fragte Rand mehr sich selbst. Die Große Fäule lag nicht weit weg von hier. Die Fäule, wo sich alle Blassen und Trollocs aufhielten, die nicht in Andor waren, um sie zu jagen. Die Fäule, und dorthin mußten sie.

Er erhob die Stimme, damit ihn die in seiner unmittelbaren Nähe Reitenden verstehen konnten. »Nynaeve, vielleicht solltest du und auch Egwene nicht unbedingt mit uns zum Auge weiterziehen.« Die beiden Frauen sahen ihn an, als fasele er Unsinn, aber da die Fäule nun schon so nahe war, mußte er doch einen letzten Versuch unternehmen. »Vielleicht reicht es, wenn ihr schon so nahe seid. Moiraine hat nicht gesagt, daß ihr dorthin gehen müßt. Oder auch du, Loial. Du könntest in Fal Dara bleiben, bis wir zurück sind. Oder dich auf den Weg nach Tar Valon machen. Möglicherweise findest du den Wagenzug eines Kaufmanns, oder Moiraine könnte für dich eine Kutsche mieten. Dann treffen wir uns in Tar Valon, wenn alles vorbei ist.«

»Ta'veren.« Loials Seufzer klang nach fernem Donnergrollen. »Du beeinflußt die Menschenleben in deiner Umgebung, Rand al'Thor — du und deine Freunde. Euer Schicksal bestimmt unseres.« Der Ogier zuckte die Achseln, und plötzlich überzog ein breites Grinsen sein Gesicht. »Außerdem ist es schon eine tolle Sache, wenn man den Grünen Mann treffen kann. Der Älteste Haman spricht immer davon, wie er den Grünen Mann einst getroffen hat, und mein Vater auch, wie die meisten unserer Ältesten.«

»So viele?« sagte Perrin. »In den Sagen heißt es, der Grüne Mann sei schwer zu finden, und niemand könne ihn ein zweites Mal aufspüren.«

»Kein zweites Mal, das ist richtig«, stimmte Loial zu. »Aber schließlich habe ich ihn noch nie getroffen und ihr auch nicht. Und er meidet die Ogier auch nicht in dem Maße wie euch Menschen. Er weiß soviel über Bäume. Er kennt sogar die Baumlieder.«

Rand sagte: »Was ich eigentlich sagen wollte, ist... «

Die Seherin unterbrach ihn. »Sie behauptet, Egwene und ich seien auch ein Teil des Musters. Alles sei mit euch dreien verwoben. Falls man ihr glauben kann, dann könnte vielleicht etwas dran sein, daß die Webart dieses Stücks Muster den Dunklen König aufhalten kann. Und ich fürchte, ich glaube ihr tatsächlich — zuviel ist schon eingetroffen, um ihr nicht zu glauben. Aber wenn Egwene und ich gehen, was können wir dann im Muster noch bewirken?«

»Ich wollte doch nur... «

Wieder unterbrach ihn Nynaeve in scharfem Ton: »Ich weiß, was du versuchen wolltest.« Sie sah ihn so lange an, bis er unruhig im Sattel umherzurutschen begann. Dann besänftigten sich ihre Zuge. »Ich weiß, was du versuchen wolltest, Rand. Ich habe wenig für die Aes Sedai übrig und für diese hier am wenigsten, denke ich. Noch weniger habe ich dafür übrig, in die Große Fäule zu gehen, aber am wenigsten überhaupt kann ich den Vater der Lügen leiden. Wenn ihr Jungen... ihr Männer, das vollbringen könnt, was getan werden muß, obwohl euch alles andere lieber wäre, na, glaubt ihr, daß ich dann weniger tun werde? Oder Egwene?« Sie schien keine Antwort zu erwarten. Sie raffte die Zügel und runzelte die Stirn, als sie nach vorn zu der Aes Sedai hinblickte. »Ich frage mich, ob wir diesen Ort — Fal Dara — bald erreichen werden. Oder will sie uns die Nacht hier draußen verbringen lassen?«

Als sie zu Moiraine hin trabte, sagte Mat: »Sie hat uns Männer genannt. Es scheint erst gestern gewesen zu sein, daß sie behauptet hat, wir sollten noch an Mamas Schürzenzipfel hängen, und nun nennt sie uns Männer.«

»Du solltest immer noch an Mamas Schürzenzipfel hängen«, sagte Egwene, aber Rand glaubte nicht, daß sie es wirklich so meinte. Sie brachte Bela ganz nahe an seinen Braunen heran und senkte die Stimme, damit sie keiner der anderen verstehen konnte, obwohl sich zumindest Mat bemühte. »Ich habe nur mit Aram getanzt, Rand«, sagte sie leise, wobei sie ihn nicht ansah. »Das nimmst du mir doch nicht übel, wenn ich mit jemandem tanze, den ich nie wiedersehen werde, oder?«

»Nein«, sagte er. Wie kommt sie jetzt gerade darauf? »Natürlich nicht.« Doch plötzlich erinnerte er sich an etwas, das Min in Baerlon gesagt hatte. Es schien schon hundert Jahre her zu sein. Sie ist nicht für dich bestimmt, und du nicht für sie; jedenfalls nicht so, wie ihr es beide wünscht.

Die Stadt Fal Dara war auf Hügeln erbaut, die sich über das umliegende Land erhoben. Sie war auch nicht annähernd so groß wie Caemlyn, aber die Stadtmauer war genauso hoch wie die dortigen. Ringsum vor der Mauer befand sich ein Streifen — eine ganze Meile breit -, auf dem nichts Höheres wuchs als Gras, und selbst das war kurzgeschnitten. Nichts konnte sich nähern, ohne von einem der vielen hohen Türme mit ihren hölzernen Wehrbauten an der Spitze gesehen zu werden. Wo die Mauer von Caemlyn eine gewisse Schönheit aufgewiesen hatte, da schienen die Erbauer von Fal Dara keinen Wert darauf gelegt zu haben, ob irgend jemand ihre Mauer schön fand. Der graue Naturstein wirkte wuchtig und unverrückbar und sagte durch seinen Anblick allen Betrachtern, daß er nur zu einem Zweck existierte: zu halten, zu widerstehen. Auf den Turmspitzen flatterten Flaggen im Wind, so daß der geduckte Schwarze Falke von Schienar die ganze Mauer entlangzufliegen schien.

Lan streifte die Kapuze an seinem Umhang nach hinten und bedeutete den anderen, es ihm trotz der Kälte gleichzutun. Moiraine hatte ihre bereits entfernt. »Das ist in Schienar Gesetz«, sagte der Behüter. »In allen Grenzlanden. Keiner darf innerhalb der Stadtmauern sein Gesicht verbergen.«

»Sehen sie alle derart gut aus?« lachte Mat.

»Ein Halbmensch kann sich nicht verbergen, wenn man sein Gesicht sehen kann«, sagte der Behüter mit teilnahmsloser Stimme.

Rand verging das Grinsen. Mat schob hastig seine Kapuze zurück.

Das Tor stand offen. Es war hoch und mit dunklem Eisen beschlagen. Ein Dutzend bewaffneter Männer stand Wache. Sie trugen gelbe Wappenröcke mit dem Schwarzen Falken darauf. Die Griffe von Langschwertern, die sie auf dem Rücken trugen, ragten über ihren Schultern hervor, und an jeder Hüfte hing ein Breitschwert oder ein Streitkolben oder eine Axt Ihre Pferde hatten sie gleich in der Nähe angebunden. Sie wirkten grotesk mit ihren von Roßpanzern bedeckten Köpfen und Hälsen, den Kampfdecken, Lanzen in Halterungen neben den Steigbügeln... alles bereit, um sofort loszureiten. Die Wachen machten keine Anstalten, Lan, Moiraine und die anderen aufzuhalten. Im Gegenteiclass="underline"

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