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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Diese Worte wurden mit einer solchen Kraft undBegeisterung der Wahrheit gesprochen, daß aller Augen sich nach der Stirn des Grafen wandten und er selbst mit der Hand danach fuhr, als obAlisBlut noch warm daran klebte.

Sie erkennen also ganzbestimmt in Herrn von Morcerf den Offizier Fernand Mondego?

Obich ihn erkenne! rief Haydee. Oh! meine Mutter! Sie sagte zu mir: Mein Kind! Du warst frei, du hattest einen Vater, der dich liebte, du warstbestimmt, beinahe eine Königin zu sein! Schau diesen Menschen wohl an, er hat dich zur Sklavin gemacht, er hat auf einem Spieße das Haupt deines Vaters fortgetragen, er hat uns verkauft! Schau genau seine rechte Hand an, sie hat einebreite Narbe; würdest du sein Gesicht vergessen, so müßtest du ihn an dieser Hand wiedererkennen, in die der Kaufmann El‑Kobbir ein Goldstück nach dem andern hat fallen lassen! — Obich ihn wiedererkenne! Oh! er mag nur sagen, ober mich nicht wiedererkennt!

Jede Silbe fiel wie ein Messer auf Morcerf und schnitt einen Teil seiner Energie ab; bei den letzten Worten verbarg er rasch und unwillkürlich seine in der Tat von einer Wunde verstümmelte Hand und fiel, in düstere Verzweiflung versunken, auf seinen Stuhl zurück.

Herr von Morcerf, sagte der Präsident, lassen Sie sich nicht niederbeugen, antworten Sie! Die Gerechtigkeit des Pairshofes ist erhaben und gleich für alle, wie die Gerechtigkeit Gottes; sie wird Sie nicht durch Ihre Feinde zuBoden treten lassen, ohne Ihnen die Mittel zu gönnen, sie zubekämpfen. Wollen Sie neue Nachforschungen? Soll ichBefehle zu einer Reise von zwei Kammermitgliedern nach Janina geben?

Morcerf antwortete nicht. — Da schauten sich die Mitglieder der Kommission voll Schrecken an. Man kannte den energischen und heftigen Charakter des Grafen. Esbedurfte einer furchtbaren Niederschmetterung, um die Widerstandskraft dieses Mannes zu vernichten.

Die Tochter von Ali Tependelini, sagte der Präsident nach einer Pause, hat also wirklich die Wahrheit gesagt? Sie ist also wirklich der furchtbare Zeuge, dem der Schuldige kein Nein zu entgegnen wagt? Sie haben also wirklich dies allesbegangen, dessen man Siebeschuldigt?

Der Graf warf einenBlick umher, dessen verzweifelter Ausdruck Tiger gerührt hätte, seine Richter aber nicht zu entwaffnen vermochte. Mit einer ungestümenBewegung riß er seinen Rock auf, der ihn zu ersticken drohte, und stürzte wie ein Wahnwitziger aus dem Saal; einen Augenblick ertönte noch sein Tritt im Gange, dann erschütterte das Rollen des Wagens, der ihn im Galopp davonführte, den Palast.

Meine Herren, sagte der Präsident, als es wieder still geworden war, ist der Herr Graf von Morcerf der Untreue, des Verrates und der Unwürdigkeit überwiesen? — Ja, antworteten einstimmig alle Mitglieder der Kommission.

Haydee hatte der Sitzungbis zum Endebeigewohnt; sie hörte über den Grafen das Urteil fällen, ohne daß ein Zug ihres Gesichtes Freude oder Mitleid ausdrückte. Dann zog sie ihren Schleier wieder vor das Gesicht, grüßte majestätisch und ging hinweg.

Die Forderung.

Nunbenutzte ich das Stillschweigen und die Dunkelheit des Saales, um mich, ohne gesehen zu werden, zu entfernen, mit einem im Gedanken an dich gebrochenen Herzen, schloßBeauchamp seinenBericht.

Albert hielt seinen Kopf zwischen seinen Händen, hobsein Antlitz rot und in Tränen gebadet empor, ergriffBeauchamp am Arm und sagte: Freund, mein Leben ist aus; ich muß den Menschen suchen, der mich mit seiner Feindschaft verfolgt. Sobald ich diesen Menschen kenne, töte ich ihn, oder er tötet mich; ich zähle jedoch auf die Stütze Ihrer Freundschaft, Beauchamp, wenn dieses Gefühl in Ihrem Herzen noch nicht durch Verachtung ertötet ist.

Verachtung, mein Freund? Wie können Sie so sprechen! Nein, Gott sei Dank, wir leben nicht mehr in einer Zeit, wo ein ungerechtes Vorurteil die Söhne für die Handlungen der Väter verantwortlich macht. Überschauen Sie Ihr ganzes Leben, Albert; es ist freilich erst ein Anfang, aber nie war die Morgenröte eines schönen Tages reiner, als Ihr Sonnenaufgang. Nein, Albert, glauben Sie mir, Sie sind jung, Sie sind reich; verlassen Sie Frankreich, alles vergißt sich schnell in diesem großenBabylon. Sie kommen in drei oder vier Jahren zurück, und niemand denkt mehr an das, was vorgefallen ist, noch viel weniger an das, was sich vor sechzehn Jahren ereignete.

Ich danke, lieberBeauchamp, ich danke für die vortreffliche Absicht, die Ihnen diese Worte eingibt; aber Siebegreifen, da ich in dieser Angelegenheit persönlichbeteiligtbin, kann ich sie nicht aus demselben Gesichtspunkte ansehen, wie Sie. Ich wiederhole Ihnen, Beauchamp, wenn Sie noch mein Freund sind, wie Sie sagen, so helfen Sie mir die Hand finden, die den Schlag geführt hat.

Es sei! Ist es Ihre Absicht, Nachforschungen nach einem Feinde anzustellen, so stelle ich sie mit Ihnen an. Und ich werde ihn finden, denn meine Ehre ist hierbeibeinahe ebensosehrbeteiligt, wie die Ihrige.

Dannbeginnen wir auf der Stelle, ohne Verzug unsere Nachforschungen. Jede Minute Verzug ist eine Ewigkeit für mich; der Denunziant ist noch nichtbestraft, er kann also hoffen, er werde nichtbestraft werden; undbei meiner Ehre! wenn er dies hofft, so täuscht er sich.

Wohl, so hören Sie, Morcerf.

Ah! Beauchamp, ich sehe, Sie wissen etwas; Sie geben mir das Leben wieder!

Ich sage Ihnen nicht, es sei Gewißheit, Albert, aber es ist wenigstens ein Licht im Dunkel; folgen wir diesem Lichte, und es wird uns vielleicht zum Ziele führen.

Sprechen Sie, die Ungeduld verzehrt mich.

Gut! ich will Ihnen erzählen, was ich Ihnen nicht sagen wollte, als ich von Janina zurückkam. Hören Sie also! Ich ging natürlich zum erstenBankier der Stadt, um Erkundigungen einzuziehen; nach zwei Worten sagte er mir, ehe ich den Namen Ihres Vaters ausgesprochen hatte: Ah, sehr gut! ich errate, was Sie hierher führt. — Wieso? — Weil ich vor kaum vierzehn Tagen über denselben Gegenstandbefragt wordenbin und zwar von einem PariserBankier, namens Danglars.

Er? rief Albert; er verfolgt in der Tat seit langer Zeit meinen Vater mit seiner Eifersucht und seinem Hasse; er, der angebliche Volksmann, der es dem Grafen von Morcerf nicht verzeihen kann, daß er Pair von Frankreich ist. Und dann, das Abbrechen des Heiratsplanes, ohne irgend eine Ursache anzugeben… ja, ja, er ist's.

Erkundigen Sie sich, aber erhitzen Sie sich nicht zum voraus; erkundigen Sie sich, und wenn die Sache wahr ist…

Oh, wenn die Sache wahr ist, rief der junge Mann, so soll er mir allesbezahlen, was ich gelitten habe.

Nehmen Sie sich in acht, Morcerf, er ist ein alter Mann.

Oh! seien Sie unbesorgt, Siebegleiten mich, Beauchamp; feierliche Dinge müssen vor Zeugen verhandelt werden. Ist Danglars der Schuldige, so hat er vor dem Ende dieses Tages zu leben aufgehört, oder ichbin tot. Bei Gott! Ich will meiner Ehre ein schönes Leichenbegängnisbereiten.

Wohl! Albert, sind solche Entschlüsse einmal gefaßt, so muß man sie auf der Stelle in Ausführungbringen. Sie wollen zu Herrn Danglars gehen? Vorwärts!

Vor dem Hause desBankiers sahen sie den Wagen des Herrn Andrea Cavalcanti stehen.

Ah! bei Gott! das geht gut! sagte Albert düster. Will sich Herr Danglars nicht mit mir schlagen, so töte ich seinen Schwiegersohn. Ein Cavalcanti muß sich schlagen.

Man meldete Albert demBankier, derbei seinem Namen, da er wußte, was am Tage vorher vorgefallen war, ihm den Eintritt verweigern ließ. Aber es war zu spät; Albert folgte demBedienten, stieß die Tür auf und drang mitBeauchamp in das Kabinett desBankiers.

Mein Herr! rief dieser, steht es mir nicht frei, zu empfangen, wen ich will? Es scheint mir, Sie vergessen sich auf eine sonderbare Weise.

Nein, mein Herr, erwiderte Albert mit kaltem Tone, es gibt Umstände, wo man, wenn man sich keiner Feigheit schuldig machen will, wenigstens für gewisse Personen zu Hause sein muß.

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