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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Was wollen Sie von mir, mein Herr?

Ich will, sagte Albert, sich demBankier nähernd, — ohne daß es schien, alsbemerke er Cavalcanti, der am Kamin lehnte — ich will Ihnen eine Zusammenkunft in einem verborgenen Winkel vorschlagen, wo uns zehn Minuten lang niemand stören wird; von den zwei Personen, die sich treffen werden, bleibt eine unter denBäumen.

Danglars erbleichte. Cavalcanti machte eineBewegung. Albert wandte sich zu dem jungen Manne um und sagte: Mein Gott! kommen Sie auch, wenn Sie wollen, Herr Graf; Sie haben das Recht, dabei zu sein, Sie gehören ja fast zur Familie, und ich gewähre solche Zusammenkünfte so vielen Menschen, als sie annehmen wollen.

Cavalcanti schaute Danglars erstaunt an; dieser erhobsich mit Anstrengung und trat zwischen die jungen Leute. Der Angriff Alberts auf Andrea ließ ihn hoffen, AlbertsBesuch sei einer andern Ursache zuzuschreiben, als der, die er zuerst vorausgesetzt hatte.

Mein Herr, sagte er zu Albert, wenn Sie hierher kommen, um mit diesem Herrn Streit zu suchen, weil er Ihnen vorgezogen wurde, sobemerke ich Ihnen, daß ich das vor den Staatsanwaltbringen werde.

Sie täuschen sich, mein Herr, entgegnete Morcerf mit düsterem Lächeln, ich spreche von nichts weniger, als Heiratsangelegenheiten, und ich wende mich an diesen Herrn nur, weil er sich in unsere Verhandlung mischen zu wollen schien. Und dann haben Sie recht, ich suche heute mit jedem Streit; doch seien Sie unbesorgt, Herr Danglars, der Vorrang gebührt Ihnen.

Mein Herr, sagte Danglars, bleich vor Zorn und Angst, ichbemerke Ihnen, wenn mir das Unglück widerfährt, einen wütenden Hund auf meinem Wege zu treffen, so töte ich ihn, und weit entfernt, mich schuldig zu fühlen, glaube ich damit der Gesellschaft einen Dienst zu leisten. Wenn Sie nun wütend sind und mich zubeißen versuchen, so sage ich Ihnen, ich werde Sie töten. Ist es denn meine Schuld, daß Ihr Vater entehrt ist?

Ja, Elender! rief Morcerf, es ist deine Schuld!

Danglars machte einen Schritt rückwärts.

Meine Schuld! sagte er, sind Sie verrückt? Was weiß ich davon? War ich in Griechenland? Habe ich Ihrem Vater geraten, die Schlösser Alis zu verkaufen, zu verraten…

Still! sagte Albert dumpf. Sie sind es, der die ganze schändliche Geschichte heuchlerisch und hinterlistig angezettelt hat. — Ich?

Ja, Sie! Woher kommt die Enthüllung?

Mir scheint, die Zeitung hat es Ihnen gesagt, aus Janina, bei Gott!

Wer hat nach Janina geschrieben, um Erkundigungen über meinen Vater einzuziehen?

Ich denke, jeder kann nach Janina schreiben.

Es hat nur eine Person geschrieben und zwar Sie!

Ich habe allerdings geschrieben; doch ich glaube, wenn man seine Tochter an einen jungen Mann verheiratet, kann man Erkundigungen über die Familie einziehen; es ist dies nichtbloß ein Recht, sondern auch eine Pflicht.

Sie haben geschrieben, während Sie doch schon wußten, welche Antwort Ihnen zukommen würde.

Ich! oh, ich schwöre Ihnen, rief Danglars mit einem Vertrauen und mit einer Sicherheit, die vielleicht weniger von seiner Furcht, als von der Teilnahme herrührten, die er im Grunde für den unglücklichen jungen Mann fühlte, ich schwöre Ihnen, nie hätte ich daran gedacht, dorthin zu schreiben. Kannte ich die Katastrophe von Ali Pascha?

Es hat Sie also jemand angetrieben, zu schreiben?

Gewiß.

Wer?… vollenden Sie…?

Bei Gott! das ist ganz einfach; ich sprach von der Vergangenheit Ihres Vaters, ich sagte, die Quelle seines Vermögens sei stets dunkel geblieben. Die Person fragte mich, wo sich Ihr Vater dieses Vermögen gemacht hätte. Ich antwortete: In Griechenland. Da sagte sie mir: Nun, so schreiben Sie nach Janina!

Und wer hat Ihnen diesen Rat gegeben?

Bei Gott! der Graf von Monte Christo, Ihr Freund.

Albert undBeauchamp schauten sich an.

Mein Herr, sagteBeauchamp, der noch nicht das Wort genommen hatte, es scheint mir, Sie klagen den Grafen an, weil er in diesem Augenblick von Paris entfernt ist und sich nicht rechtfertigen kann?

Ich klage niemand an, antwortete Danglars, und werde in Gegenwart des Herrn Grafen von Monte Christo wiederholen, was ich soeben vor Ihnen gesagt habe.

Und der Graf weiß, welche Antwort Ihnen zugekommen ist? — Ja, ich habe sie ihm gezeigt.

Wußte er, daß der Taufname meines Vaters Fernand und sein Familienname Mondego war?

Ja, ich hatte es ihm längst gesagt; übrigens tat ich hierbei nur, was jeder andere an meiner Stelle getan hätte, und vielleicht noch weniger. Als am Tage nach dieser Antwort Ihr Vater meine Tochter offiziell von mir verlangte, schlug ich ihm ihre Hand allerdings unumwunden ab, doch ohne Erklärung, ohne Lärm. Warum sollte ich auch Lärm machen! Was war mir an der Ehre oder der Schande des Herrn von Morcerf gelegen? Das ließ die Rente weder steigen noch fallen.

Albert fühlte, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg. Es unterlag keinem Zweifel mehr, Danglars verteidigte sich mit der Gemeinheit, aber zugleich auch mit der Sicherheit eines Menschen, der, wenn nicht die volle Wahrheit, doch wenigstens einen Teil der Wahrheit sagt, allerdings nicht aus Gewissenhaftigkeit, sondern aus Schrecken. Und dann stellte sich ihm alles, was er vergessen oder nichtbeachtet hatte, wieder vor Augen. Monte Christo wußte alles, da er die Tochter Ali Paschas gekauft hatte, und hatte trotzdem Danglars den Rat gegeben, nach Janina zu schreiben. Während ihm die Antwort schonbekannt war, hatte er Alberts Wunsche, Haydee vorgestellt zu werden, nachgegeben; bei ihr hatte er das Gespräch auf Alis Tod gelenkt und Haydees Erzählung nicht verhindert. Hatte er nicht überdies ihn selbst gebeten, den Namen seines Vaters nicht vor Haydee auszusprechen? Endlich hatte er Albert in dem Augenblick, wo der Lärm losbrechen sollte, nach der Normandie geführt. Es unterlag keinem Zweifel mehr, allesberuhte aufBerechnung, und Monte Christo war ohne Zweifel im Einverständnis mit den Feinden seines Vaters.

Albert nahmBeauchamp in eine Ecke und teilte ihm alle seine Gedanken mit.

Sie haben recht, sagteBeauchamp, Herr Danglars ist an dem, was vorgefallen, nur äußerlichbeteiligt, und Sie müssen von Monte Christo eine Erklärung verlangen.

Albert wandte sich um und sagte zu Danglars: Mein Herr, Siebegreifen, daß ich mich mit Ihrer Aussage nicht ohne weiteresbegnügen kann; ich muß erst sehen, obIhre Anschuldigungenbegründet sind, und ich will mich auf der Stelle hiervonbei Herrn von Monte Christo überzeugen.

Er entfernte sich mitBeauchamp, ohne sich im geringsten um Cavalcanti zubekümmern. Danglars geleitete ihn zur Tür und erneuerte die Versicherung, daß keinBeweggrund persönlichen Hasses ihn gegen den Grafen von Morcerf antreibe.

Die Beleidigung.

Vor der Tür desBankiers hieltBeauchamp Morcerf zurück und sagte: Sie wollen von Herrn von Monte Christo eine Erklärung verlangen. Überlegen Sie einen Augenblick, Morcerf, ehe Sie zu dem Grafen gehen, die ernsteBedeutung Ihres Schrittes.

Ist er ernster, als wenn ich zu Herrn Danglars gehe?

Ja; Herr Danglars ist ein Geldmensch, und Sie wissen, die Geldmenschen kennen zu genau das Kapital, das sie wagen, um sich so leicht zu schlagen. Der andere ist im Gegenteil ein Edelmann, wenigstens wie es scheint; doch fürchten Sie nicht, daß unter dem Edelmann einBravo steckt?

Ich fürchte nur, einen Menschen zu treffen, der sich nicht schlägt.

Oh! seien Sie unbesorgt, sagteBeauchamp, der wird sich schlagen. Nehmen Sie sich in acht, ich fürchte, er schlägt sich nur zu gut.

Freund, entgegnete Morcerf mit einem schönen Lächeln, das ist es, was ich wünsche; und das größte Glück, das mir widerfahren kann, ist, für meinen Vater getötet zu werden.

Ihre Mutter wird darüber sterben.

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