Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Oh! keine Eitelkeit, Beauchamp, gestehen Sie immerhin, Ihr Mut kann nicht in Zweifel gezogen werden.
Oh! das ist es nicht, murmelte der Journalist; im Gegenteil…
Albert erbleichte furchtbar; er versuchte zu sprechen, aber das Wort erstarbauf seiner Zunge.
Mein Freund, sagteBeauchamp mit dem liebevollsten Tone, glauben Sie mir, ich wäre glücklich, Ihnen meine Entschuldigungenbieten zu können, und ichböte sie Ihnen von ganzem Herzen; aber ach!..
Was aber? — Die Meldung hatte recht, mein Freund.
Wie! der französische Offizier… dieser Fernand?
Ja.
Dieser Verräter, der die Schlösser des Mannes übergeben hat, in dessen Diensten er stand…
Verzeihen Sie mir, daß ich Ihnen sage, was ich Ihnen sagen muß, dieser Mann ist Ihr Vater!
Albert machte eine wütendeBewegung, um sich aufBeauchamp zu stürzen; doch dieser hielt ihn mehr noch durch einen sanftenBlick, als durch seine ausgestreckte Hand zurück.
Hier, mein Freund, sagte er, ein Papier aus seiner Tasche ziehend, hier ist derBeweis.
Albert öffnete das Papier; es war eine Erklärung von vier angesehenenBewohnern Janinas, diebestätigten, daß der Oberst Fernand Mondego, Instruktor im Dienste des Wesirs Ali Tependelini, das Schloß von Janina gegen zweitausendBeutel übergeben habe. — Die Unterschriften waren durch den Konsulbeglaubigt.
Albert wankte und fiel wie vernichtet auf einen Stuhl.
Nach einem kurzen, schmerzlichen Stillschweigen schwoll ihm das Herz und ein Tränenstrom entstürzte seinen Augen.
Beauchamp schaute den jungen Mann, der sich dem Übermaß des Schmerzes hingab, mit tiefem Mitleid an, näherte sich ihm und sagte: Albert, nicht wahr, Siebegreifen mich nun? Ich wollte alles sehen, alles selbstbeurteilen, in der Hoffnung, die Erklärung würde günstig für Ihren Vater ausfallen, und ich könnte ihm volle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Doch die Erkundigungen, die ich einzog, bestätigten im Gegenteil, daß dieser von Ali Pascha zum Generalgouverneur erhobene Fernand Mondego kein anderer ist, als der Graf von Morcerf. Da kehrte ich zurück und erinnerte mich der Ehre, die Sie mir angetan, mich unter Ihre Freunde zu zählen, und eilte zu ihnen.
Auf seinem Lehnstuhle ausgestreckt, hielt Albert seine Hände vor die Augen.
Ich eilte zu Ihnen, fuhrBeauchamp fort, um Ihnen zu sagen: Albert, die Fehler unserer Väter in diesen wilden Zeiten können die Kinder nichtberühren. Sehr wenige haben die Revolutionen, in deren Mitte wir geboren sind, durchgemacht, ohne daß Kot oderBlut ihre Uniform oder ihr Richterkleidbefleckt hätte. Albert, nun, da ich alleBeweise habe, nun, da ich Herr Ihres Geheimnissesbin, kann mich niemand in der Welt zu einem Zweikampfe zwingen, den Ihnen, ichbin davon fest überzeugt, Ihr Gewissen als ein Verbrechen vorwerfen würde; aber was Sie von mir verlangen können, biete ich Ihnen an. Sollen dieseBeweise, diese Enthüllungen, diese Erklärungen verschwinden? Soll dieses furchtbare Geheimnis zwischen Ihnen und mirbleiben? Meinem Ehrenwort anvertraut, wird es nie über meine Lippen kommen; reden Sie, Freund, wollen Sie dies?
Albert warf sich ihm um den Hals und rief: Ah, edles Herz! — Nehmen Sie, sagteBeauchamp, indem er Albert die Papiere überreichte.
Albert ergriff die Papiere, preßte, zerknitterte sie mit krampfhafter Hand und wollte sie zerreißen; doch in der Furcht, es könnte das kleinste Teilchen, vom Winde fortgeweht, die Kunde weitertragen, verbrannte er siebis auf das letzte Fetzchen an einer Kerze.
Teurer Freund! vortrefflicher Freund! murmelte Albert, während er die Papiere verbrannte.
Möge dies alles wie einböser Traum vergessen werden, sagteBeauchamp, möge es erlöschen, wie diese Funken, möge alles verschwinden, wie der letzte Rauch, der aus der stummen Asche aufsteigt.
Ja, ja, sagte Albert, und esbleibe nur die ewige Freundschaft, die ich meinem Retter weihe; eine Freundschaft, die meine Kinder auf die Ihrigen übertragen werden; eine Freundschaft, die mich stets daran erinnern soll, daß ich dasBlut meiner Adern, das Leben meines Körpers, die Ehre meines Namens Ihnen zu verdanken habe, denn wenn eine solche Sachebekannt geworden wäre, oh! Beauchamp, ich würde mir die Hirnschale zerschmettert haben,… oder, nein, arme Mutter, denn ich hätte dich nicht mit demselben Schlage töten wollen, mit dem ich mich von dieser Welt verbannte.
Dochbald verlor sich wieder diese plötzliche Aufwallung, und Albert verfiel abermals in Traurigkeit.
Nun? fragteBeauchamp, was gibt es denn noch?
Es ist mir, als sei mir etwas vom Herzen gebrochen, antwortete Albert. Hören Sie, Beauchamp, man kann sich nicht so im Nu von der Achtung, von dem Vertrauen, von dem Stolze trennen, den der fleckenlose Name eines Vaters seinem Sohne einflößt. Oh! Beauchamp, Beauchamp! wie werde ich nun meinem Vater ansehen? Werde ich meine Stirn zurückziehen, wenn er ihr seine Lippen, meine Hand, wenn er ihr seine Hand nähert? Oh, Beauchamp, ichbin der unglücklichste Mensch. Ah! meine Mutter, meine arme Mutter! rief Albert durch seine in Tränen gebadeten Augen das Portrait seiner Mutter anschauend; wenn du das gewußt, wieviel hättest du leiden müssen!
Auf, Mut gefaßt, mein Freund! sagteBeauchamp, ihnbei den Händen fassend.
Aber woher kam die Meldung in Ihrer Zeitung? Dahinter steckt ein unbekannter Haß, ein unsichtbarer Feind.
Wohl! ein Grund mehr. Mut gefaßt, Albert! keine Spuren von Aufregung auf Ihrem Gesichte! Bewahren Sie Ihre Kräfte, mein Freund, bis zu dem Augenblicke, wo der Ausbruch erfolgt!
Oh! Sie glauben also, wir seien noch nicht am Ziele? — Ich glaube nichts, mein Freund; doch es ist am Ende alles möglich; sagen Sie mir, heiraten Sie noch Fräulein Danglars?
Warum fragen Sie mich dies im Augenblick, Beauchamp?
Weil mir die Antwort darauf mit dem Gegenstande, der uns zu dieser Stundebeschäftigt, in Verbindung zu stehen scheint.
Wie? rief Albert, dessen Stirn sich entflammte, Sie glauben, Herr Danglars…
Ich frage Sie nur, wie es sich mit Ihrer Heirat verhält. Sehen Sie in meinen Worten nichts anderes, als das, was ich darein legen will, und geben Sie ihnen nicht mehr Gewicht, als sie haben.
Nein, erwiderte Albert, die Heirat ist abgebrochen.
Gut, sagteBeauchamp. Als er aber sah, daß der junge Mann wieder in seine Schwermut verfiel, fügte er hinzu: Glauben Sie mir, es wird dasbeste sein, wir gehen ins Freie. Eine Fahrt nach dem Walde oder ein Spazierritt wird Sie zerstreuen; wir frühstückenbei unserer Rückkehr irgendwo, Sie gehen an Ihre Geschäfte und ich an die meinigen.
Gern, erwiderte Albert, wir gehen zu Fuß aus, ich denke, etwas Anstrengung wird mir gut tun. — Es sei.
Die Freunde gingen auf denBoulevard. Als sie die Madeleine erreicht hatten, sagteBeauchamp: Hören Sie, da wir auf dem Wege sind, wollen wir doch Herrn von Monte Christobesuchen; er wird Sie zerstreuen, denn er versteht esbewunderungswürdig, die Geister zubeschwichtigen, indem er nie fragt. Meiner Ansicht nach sind die Leute, die nie fragen, diebesten Tröster.
Die Reise.
Monte Christo stieß einen Freudenschrei aus, als er die jungen Leutebeisammen sah. Ah! ah! sagte er. Nun, ich hoffe, es ist alles abgemacht, alles aufgeklärt, geordnet?
Ja, sagteBeauchamp. Alberne Gerüchte, die von selbst gefallen sind, und wenn sie sich wiederholen würden, mich nun zum ersten Gegner hätten. Reden wir nicht mehr davon!
Albert wird Ihnen sagen, daß dies meinem Rat entspricht, versetzte der Graf. Hören Sie, fügte er hinzu, Sie sehen mich den abscheulichsten Morgen vollenden, den ich, glaube ich, in meinem Leben gehabt habe.
Was machen Sie, sagte Albert, Siebringen, wie mir scheint, Ordnung in Ihre Papiere?
In meine Papiere? Gott sei Dank, nein! In meinen Papieren herrscht stets eine wunderbare Ordnung, insofern ich keine habe, sondern in die Papiere des Herrn Cavalcanti.