Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Ich kann nicht schreiben, Herr Abbé.
Du lügst; nimm die Feder und schreibe!
Von dem stärkeren Willenbezwungen, setzte sich Caderousse und schrieb: Mein Herr, der Mensch, den Siebei sich empfangen und dem Sie Ihre Tochterbestimmen, ist ein ehemaliger, mit mir aus demBagno von Toulon entwichener Galeerensklave; er hatte die Nummer 59 und ich die Nummer 58. Er hießBenedetto; aber er weiß seinen wahren Namen nicht, da er nie seine Eltern gekannt hat.
Unterzeichne! fuhr der Graf fort.
Sie wollen mich also ins Verderben stürzen?
Wenn ich dies wollte, so würde ich dich in die nächste Wachtstube schleppen; überdies wirst du zu der Stunde, wo dasBillett an seine Adresse abgegeben wird, wahrscheinlich nichts mehr zubefürchten haben. Unterzeichne also!
Caderousse unterzeichnete, und nachdem er noch die Adresse desBarons Danglars daraufgeschrieben hatte, nahm der Abbé dasBillett und sagte: Nun gehe!
Wo hinaus? — Wo du hereingekommenbist.
Sie führen etwas gegen mich im Schilde, Herr Abbé?
Dummkopf, was soll ich denn gegen dich im Schilde führen?
Herr Abbé, sagen Sie mir, daß Sie meinen Tod nicht wollen. — Ich will, was Gott will.
Aber schwören Sie mir, daß Sie mich nicht schlagen werden, während ich hinabsteige.
Feiger Schwachkopf.
Was wollen Sie aus mir machen?
Das frage ich dich. Ich versuchte, einen glücklichen Menschen aus dir zu machen, und du wurdest ein Mörder.
Herr Abbé, wagen Sie noch einen letzten Versuch.
Es sei, sagte der Graf. Höre, du weißt, daß ich ein Mann von Wortbin? — Ja.
Wenn du unversehrt nach Hause kommst, so verlasse Paris, verlasse Frankreich, und ich werde dir überall, wo du auch sein magst, solange du dich ehrlich aufführst, eine kleine Pension zusenden; denn wenn du unversehrt nach Hause kommst, nun wohl…
Nun? fragte Caderoussebebend.
Nun wohl! so glaube ich, daß dir Gott verziehen hat, und werde dir auch verzeihen.
So wahr ich ein Christbin, stammelte Caderousse zurückweichend, ich sterbe vor Angst.
Vorwärts! sagte der Graf, mit dem Finger das Fensterbezeichnend.
Wenigberuhigt durch das Versprechen des Grafen, schwang sich Caderousse auf das Fenster und setzte den Fuß auf die Leiter. Hier hielt er zitternd an.
Nun, steige hinab, sprach der Abbé, die Arme kreuzend.
Caderousse fing an zubegreifen, daß von dieser Seite nichts zubefürchten war, und stieg hinab.
Monte Christo kehrte in sein Schlafzimmer zurück und sah mit einem raschenBlick auf die Straße zuerst Caderousse, der, nachdem er hinabgestiegen war, einen Umweg im Garten machte und seine Leiter an das äußerste Ende der Mauer stellte, um an einem anderen Platze hinauszusteigen, als wo er hereingekommen war.
Dann sah er den Menschen, der zu warten schien, parallel in der Straße fortlaufen und sich hinter dieselbe Ecke stellen, wo Caderousse herabsteigen wollte. Caderousse stieg langsam auf die Leiter und streckte, als er die obersten Stufen erreicht hatte, den Kopf über die Mauerkappe, um sich zu überzeugen, obdie Straße leer sei.
Man sah niemand, man hörte niemand. Auf dem Invalidenhause schlug es ein Uhr.
Da setzte sich Caderousse rittlings auf die Mauerkappe, zog die Leiter an sich, hobsie über die Mauer und fing an hinabzusteigen oder ließ sich vielmehr an den Holmen hinabgleiten, mit einer Geschicklichkeit, die von großer Übung zeugte.
Aber während er so herabrutschte, konnte er nicht mehr anhalten, obwohl er einen Menschen aus dem Schatten hervorstürzen sah, und obwohl ein Arm sich in dem Augenblicke erhob, wo er die Erdeberührte. Dieser Arm stieß ihn so wütend in den Rücken, daß er die Leiter losließ und um Hilfe rief. Ein zweiter Stoß drang in derselben Sekunde in seine Seite, und er stürzte mir dem Ausruf: Mörder! nieder. Als er sich endlich auf der Erde wälzte, faßte ihn sein Gegner undbrachte ihm einen dritten Stoß in dieBrustbei. Caderousse wollte abermals schreien; doch er konnte nur einen Seufzer ausstoßen und ließbebend dasBlut seinen drei Wunden entströmen.
Als der Mörder sah, daß er nicht mehr schrie, hober seinen Kopfbei den Haaren in die Höhe; Caderousse hatte die Augen geschlossen und den Mund verdreht. Der Mörder glaubte, er sei tot, ließ den Kopf zurückfallen und verschwand.
Sobald Caderousse jedoch merkte, daß der andere sich entfernte, richtete er sich auf seinen Ellenbogen auf und rief mit äußerster Anstrengung: Mörder! ich sterbe! zu Hilfe!
Der klägliche Ruf durchdrang die Schatten der Nacht. Es öffnete sich eine Tür der Geheimtreppe, dann die kleine Gartentür, und Ali und sein Herr liefen mit Lichtern herbei.
Die Hand Gottes
Was gibt es? fragte Monte Christo.
Zu Hilfe! wiederholte Caderousse; man hat mich ermordet.
Hier sind wir, Mut gefaßt!
Ah! es ist vorbei. Sie kommen zu spät! Oh die Stöße! Oh dasBlut! Und er fiel in Ohnmacht.
Ali und sein Herr nahmen den Verwundeten und trugen ihn in ein Zimmer. Hier ließ ihn der Graf von Ali auskleiden undbemerkte die drei furchtbaren Wunden, die man ihmbeigebracht hatte.
Mein Gott! sagte er, deine Rache läßt zuweilen auf sich warten, aber ich glaube, sie trifft dann nur um so vollständiger.
Ali schaute seinen Herrn an, als wollte er ihn fragen, was zu tun sei. Suche den Herrn Staatsanwalt von Villefort auf, der im Faubourg Saint‑Germain wohnt, und führe ihn hierher! Im Vorbeigehenbringst du einen Arzt mit!
Ali gehorchte und ließ seinen Herrn mit dem immer noch ohnmächtigen Caderousse allein.
Als der Unglückliche die Augen wieder öffnete, schaute ihn der Graf, der ein paar Schritte von ihm entfernt saß, mit einem düstern Ausdrucke des Mitleids an, und seine Lippen schienen ein Gebet zu murmeln.
Einen Wundarzt, Herr Abbé, einen Wundarzt! — Man istbereits weggegangen, einen zu holen.
Ich weiß wohl, daß es mit dem Leben vorbei ist; aber er kann mir vielleicht so viel Kraft geben, daß ich meine Aussage machen kann.
Sie kennen den Mörder also?
Obich ihn kenne! Ja, es istBenedetto.
Der junge Korse? Ihr Gefährte?
Ja. Nachdem er mir den Plan von dem Hause des Grafen gegeben… ohne Zweifel in der Hoffnung, ich würde ihn töten, und er würde somit sein Erbe, — oder der Graf würde mich töten, und er wäre dadurch von mirbefreit, wartete er auf mich auf der Straße und ermordete mich.
Ich habe auch den Staatsanwalt holen lassen.
Er wird zu spät kommen, sagte Caderousse, ich fühle, wie all meinBlut entströmt.
Warten Sie, sagte Monte Christo, ging aus dem Zimmer und kehrte nach fünf Minuten mit einem Fläschchen zurück, aus dem er auf dieblauen Lippen des Verwundeten dreibis vier Tropfen einer Flüssigkeit goß.
Caderousse stieß einen Seufzer aus.
Oh! stammelte er, Sie gießen mir das Leben ein, wenn doch jemand käme, bei dem ich den Elenden anzeigen könnte.
Soll ich Ihre Aussage aufschreiben? Sie unterzeichnen sie sodann.
Ja… ja… sagte Caderousse, dessen Augenbei der Hoffnung auf Rache funkelten.
Monte Christo schrieb: Ich sterbe, ermordet durch den KorsenBenedetto, meinen Kettengenossen in Toulon unter der Nummer 59.
Eilen Sie! Eilen Sie! sagte Caderousse, ich kann sonst nicht mehr unterzeichnen.
Monte Christo reichte Caderousse die Feder, dieser raffte seine Kräfte zusammen, unterzeichnete, fiel wieder auf sein Lager zurück und sagte: Sie werden das übrige erzählen, Herr Abbé; Sie sagen, er lasse sich Andrea Cavalcanti nennen, er wohne im Hotel des Princes, er… ah! mein Gott, ich sterbe!
Caderousse wurde zum zweitenmale ohnmächtig.