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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Bei dein Grabe deines Vaters! sagte Caderousse, wiederbelebt durch einen letzten Lebensfunken und sich aufrichtend, um den Mann näher anzuschauen, der ihm diesen allen Menschen heiligen Eid geleistet hatte? aber, werbist du denn?

Der Graf hatte unablässig die Fortschritte des Todeskampfes verfolgt. Erbegriff, daß dies das letzte Aufflackern war, näherte sich dem Sterbenden, betrachtete ihn mit einem ruhigen und zugleich traurigenBlicke und sagte ihm in das Ohr: Ichbin…

Und seine kaum geöffneten Lippen ließen einen Namen durchschlüpfen, der so leise gesprochen wurde, daß es schien, als hätte der Graf selbst Furcht, ihn zu hören.

Caderousse, der sich auf die Knie erhoben hatte, streckte die Arme aus, machte einen Versuch, zurückzuweichen, faltete sodann die Hände, hobsie mit einer äußersten Anstrengung zum Himmel empor und sprach: Oh! mein Gott! mein Gott! vergibmir, daß ich dich verleugnet habe; dubestehst, dubist der Vater der Menschen im Himmel und der Richter der Menschen auf Erden. Mein Gott und Herr, ich habe dich lange Zeit mißkannt! Mein Gott und Herr, vergibmir! Mein Gott und Herr, nimm mich auf!

Und die Augen schließend, fiel Caderousse mit einem letzten Schrei und einem letzten Seufzer zurück. — Er war tot.

Einer! sagte geheimnisvoll der Graf, die Augen auf den entstellten Leichnam geheftet.

Zehn Minuten nachher kamen der Arzt und der Staatsanwalt und wurden von dem AbbéBusoni, derbei dem Totenbetete, empfangen.

Beauchamp.

Vierzehn Tage lang war in Paris nur von diesem verwegenen Diebstahlsversuche die Rede; der Sterbende hatte eine Erklärung unterschrieben, dieBenedetto als Mörderbezeichnete.

Caderousses Messer, dieBlendlaterne, der Schlüsselbund und die Kleider, ohne die Weste, die man nicht finden konnte, wurden in der Gerichtskanzlei niedergelegt, während man den Leichnam nach der Morguebrachte.

Der Graf antwortete auf alle Fragen, dieBegebenheit sei vorgefallen, während er in seinem Hause in Auteuil gewesen, und er wisse nur, was ihm der AbbéBusoni gesagt, der ihn an diesem Abend ganz zufällig gebeten habe, die Nachtbei ihm zubringen zu dürfen, um in einigenBüchern seinerBibliothek Studien zu machen.

Bertuccio allein erbleichte, so oft der NameBenedetto in seiner Gegenwart ausgesprochen wurde; aber seineBlässebliebunbeachtet.

Auf den Schauplatz des Verbrechens gerufen, bemächtigte sich Villefort der Angelegenheit und führte die Untersuchung mit dem leidenschaftlichen Eifer, mit dem er in allen Kriminalfällen zu Werke ging. Doch es verliefen drei Wochen, ohne daß die tätigsten Nachforschungen irgend ein Resultat herbeiführten, und man fing an, den Diebstahlsversuch und die Ermordung des Diebes zu vergessen, um sich mit der nahebevorstehenden Verheiratung des Grafen Andrea Cavalcanti mit Fräulein Danglars zubeschäftigen. Diese Heirat war angekündigt, und der junge Mann wurde im Hause desBankiers alsBräutigam empfangen.

Man hatte an Herrn Cavalcanti Vater geschrieben, der die Heirat durchausbilligte und, während er sein ganzesBedauern darüber ausdrückte, daß ihn sein Dienst verhindere, Parma zu verlassen, sichbereit erklärte, das Kapital von hundertundfünfzigtausend Franken Rente zu geben.

Es war verabredet, daß die drei Millionenbei Danglars angelegt werden sollten. Einige Personen versuchten zwar, dem jungen Manne Zweifel über die finanziellen Verhältnisse seines zukünftigen Schwiegervaters einzuflößen, der seit einiger Zeit wiederholte Verluste an derBörse erlitten habe; aber mit einer erhabenen Uneigennützigkeit und einem edlen Vertrauen wies der junge Mann diese Einflüsterungen zurück, von denen er aus Zartgefühl demBaron kein Wort sagte.

DerBaronbetete auch den Grafen Andrea Cavaleanti an. Von Fräulein Eugenie konnte man nicht das gleiche sagen. In ihrem instinktartigen Hasse gegen die Ehe hatte sie sich Andreas als eines Mittels, Morcerf zu entfernen, bedient; nun aber, da sich Andrea ihr zu sehr näherte, fing sie an, einen sichtbaren Widerwillen gegen ihn zu empfinden. Vielleicht hatte es derBaronbemerkt. Er stellte sich aber, alsbemerkte er nichts.

Mittlerweile war dieBeauchamp gewährte Frist abgelaufen. Morcerf hatte übrigens jetzt erkannt, daß Monte Christos Rat, die Sache auf sichberuhen zu lassen, gut gewesen war; denn niemand hatte die Mitteilung auf den Generalbezogen, kein Mensch hatte daran gedacht, in dem Offizier, der das Schloß von Janina ausgeliefert, den edlen in der Pairskammer sitzenden Grafen zu erkennen.

Aber Albert fühlte sich darum nicht minderbeleidigt, denn die Absicht derBeleidigung lag offenbar vor. Überdies hatte die Art und Weise, wieBeauchampbei ihrerBesprechung verfahren war, einebittere Erinnerung in seinem Innern zurückgelassen. Beauchamp selbst hatte man seit dem Tage, an dem ihm Albert denBesuch gemacht, nicht wiedergesehen, und fragte man nach ihm, so hieß es, er sei auf kurze Zeit verreist.

Eines Morgens wurde Albert durch seinen Kammerdiener aufgeweckt, der ihmBeauchamp meldete.

Albert riebsich die Augen, befahl, Beauchamp in seinem kleinen Rauchsalon im Erdgeschoß warten zu lassen, kleidete sich rasch an und ging hinab. Beauchamp schritt im Zimmer auf und ab, bliebaber, als er Morcerf erblickte, stehen.

Der Schritt, den Sie tun, indem Sie sich freiwillig und ohne denBesuch abzuwarten, den ich Ihnen heute zugedacht hatte, bei mir einfinden, scheint mir ein gutes Vorzeichen zu sein, sagte Albert; reden Sie geschwind, darf ich Ihnen die Hand reichen und sagen: Beauchamp, gestehen Sie ein Unrecht undbewahren Sie mir einen Freund? Oder muß ich ganz einfach fragen: Welche Waffen wählen Sie?

Albert, erwiderteBeauchamp traurig, wir wollen uns setzen und miteinander reden.

Es scheint mir im Gegenteil, mein Herr, daß Sie mir zu antworten haben, ehe wir uns setzen.

Albert, erwiderte der Journalist, es gibt Umstände, wo die Schwierigkeit gerade in der Antwort liegt.

Ich werde sie Ihnen leicht machen, mein Herr, indem ich Ihnen die Frage wiederhole: Wollen Sie zurücknehmen, ja oder nein?

Morcerf, manbegnügt sich nicht, ja oder nein auf Fragen zu antworten, bei denen es sich um die Ehre, die gesellschaftliche Stellung, das Leben eines Mannes, wie des Herrn Generalleutnants Grafen von Morcerf, Pairs von Frankreich, handelt.

Was tut man denn?

Man tut, was ich getan habe, Albert; man sagt: Geld, Zeit und Anstrengung kommen nicht inBetracht, wenn Ruf und Interessen einer Familie auf dem Spiele stehen. Man sagt: Manbraucht mehr als Wahrscheinlichkeit, manbraucht Gewißheit, um ein Duell auf Leben und Tod mit einem Manne anzunehmen, dem man drei Jahre lang die Hand gereicht hat; man sagt: Kreuze ich den Degen, oder feure ich eine Pistole auf einen Freund ab, so muß ich mit dem ruhigen Herzen und dem lauteren Gewissen kommen, dessen ein Mannbedarf, wenn sein Arm ihm sein Leben retten soll.

Nun! fragte Morcerf ungeduldig, was soll dasbedeuten?

Das sollbedeuten, daß ich von Jannia komme.

Von Janina? Unmöglich!

Mein lieber Albert, hier ist mein Paß; sehen Sie die Stempeclass="underline" Genf, Mailand, Venedig, Triest, Delvino, Janina.

Albert schaute auf den Paß und sah dann wieder erstaunt zuBeauchamp auf.

Albert, wären Sie für mich ein Fremder, ein Unbekannter, so würde ich mir, wie Sie wohlbegreifen, keine solche Mühe gegeben haben; aber ich dachte, ich sei Ihnen dieses Zeichen der Achtung schuldig. Ichbrauchte acht Tage zur Reise nach Janina, acht Tage zur Rückkehr. Dazu kamen vier Tage Quarantäne und achtundvierzig Stunden Aufenthalt; das macht gerade drei Wochen. Ichbin in dieser Nacht angekommen und stehe nun vor Ihnen.

Mein Gott, wie viele Umschweife, Beauchamp, warum zögern Sie, mir zu sagen, was ich von Ihnen erwarte?

Es ist in der Tat…

Man sollte glauben, Sie hätten Furcht, zu gestehen, daß Ihr Korrespondent Sie getäuscht hat. — Nein.

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