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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Soll ich etwa stehlen, damit man uns wieder dorthin führt?

Oh! mir ist es gleichgültig, obman mich wieder packt oder nicht; ichbin ein komischerBursche; weißt du. Ich sehne mich zuweilen nach den Kameraden; es ist nicht wiebei dir, der du ohne Herzbist und sie gern nie wiedersehen möchtest. Andreabebte und erbleichte.

Still, Caderousse, keine Albernheiten, sagte er.

Oh, nein! sei unbesorgt, mein kleinerBenedetto; doch gibmir ein Mittelchen an, wie ich diese dreißigtausend Franken gewinnen kann, ohne daß du dich in irgend etwas zu mischenbrauchst; du läßt mich nur einfach machen.

Wohl! ich werde sehen, sagte Andrea.

Einstweilen jedoch erhöhst du mein Monatgeld auf fünfhundert Franken, nicht wahr, Kleiner? Ich habe eine Leidenschaft, ich möchte gern eine Wirtschafterin nehmen.

Du sollst deine fünfhundert Franken haben, doch es wird mir schwer, mein armer Caderousse… du mißbrauchst…

Bah! rief Caderousse, du schöpfst aus Kassen, die keinen Grund haben.

Man hätte glauben sollen, Ardrea erwartete seinen Gefährtenbei diesem Punkte, so sehr erglänzte sein Auge von einem raschenBlitz, der allerdings sogleich wieder erlosch.

Es ist dies eine Wahrheit, antwortete Andrea, und meinBeschützer ist vortrefflich gegen mich.

Dieser liebeBeschützer, versetzte Caderousse, er gibt dir also monatlich?…

Fünftausend Franken.

So viel tausend, als du mir hundert gibst: in der Tat, nur dieBastarde haben Glück Fünftausend Franken monatlich… was zum Teufel kann man damit alles machen!

Ei, mein Gott! das ist schnell ausgegeben; auchbin ich wie du, ich möchte gern ein Kapital haben.

Ein Kapital… ja… ichbegreife, jeder möchte gern ein Kapital haben.

Wohl! ich werde eins haben.

Und wer wird es dir geben? Dein Prinz?

Ja, mein Prinz; leider muß ich auf seinen Tod warten, weil er mich in seinem Testamentbedacht hat.

Wirklich? Mit wieviel? — Mit fünfmal hunderttausend.

Nicht möglich! — Caderousse, bist du mein Freund?

Auf Leben und Tod! — Wohl, ich werde dir ein Geheimnis mitteilen.

Andrea hielt inne und schaute umher.

Habe keine Furcht, wir sind allein. — Ich glaube, ich habe meinen Vater wiedergefunden. — Deinen wahren Vater oder den Vater Cavalcanti? — Nein, denn dieser ist wieder abgereist. — Und dieser wahre Vater ist…

Nun, Caderousse, ist der Graf von Monte Christo; dubegreifst, nun erklärt sich alles. Er kann es nicht laut gestehen, wie es scheint; doch er läßt mich durch Herrn Cavalcanti anerkennen, dem er hierfür 50 000 Franken gibt.

50 000 Franken, um dein Vater zu sein! Ich hätte es für die Hälfte, für 15 000 Franken, getan. Warum hast du nicht an mich gedacht, Undankbarer?

Wußte ich es, da sich alles machte, während wir dort waren?

Ah! es ist wahr. Und du sagst, durch sein Testament?…

Vermacht er mir fünfmal hunderttausend Franken.

Bist du dessen gewiß?

Er hat es mir gezeigt! Doch das ist noch nicht alles.

Findet sich ein Kodizill dabei?

Wahrscheinlich, worin er mich anerkennt.

Oh! der gute Mann von einem Vater, der allerehrlichste Mann von einem Vater!

Sage mir nun noch einmal, ich hätte Geheimnisse vor dir!

Nein, und dein Vertrauen ehrt dich in meinen Augen. Dein fürstlicher Vater ist also außerordentlich reich?

Ich glaube wohl. Er kennt sein Vermögen selbst nicht. Verdammt, ich sehe es wohl, ich, der zu jeder Stundebei ihm ein- und ausgehen kann. Einmalbrachte ihm einBankdiener 50 000 Franken in einem Portefeuille so dick wie deine Serviette; gesternbrachte ihm seinBankier 100 000 Franken in Gold.

Caderousse warbetäubt; es kam ihm vor, als hätten die Worte des jungen Mannes den Ton des Metalls, und als hörte er Kaskaden von Goldstücken rollen.

Und dubesuchst dieses Haus? — Wann ich will.

Caderoussebliebeinen Augenblick nachdenklich; man konnte leicht sehen, daß er in seinem Innern einen großen Gedanken erwog. Dann rief er plötzlich: Wie gern möchte ich dies alles sehen, und wie schön muß es sein!

Es ist in der Tat prachtvoll!

Wohnt er nicht in der Avenue des Champs‑Elysees?

Ja, Nummer dreißig, in einem schönen, einzeln stehenden Hause zwischen Vorhof und Garten, es läßt sich leicht erkennen.

Wohl möglich; doch es ist weniger das Äußere, was michbeschäftigt, als das Innere. Das schöne Gerät, das man dort finden muß! Sage mir, Andrea, da muß gutbücken sein, wenn derbrave Herr Monte Christo seineBörse fallen läßt?

Oh, mein Gott! es ist nicht der Mühe wert, darauf zu warten, das Geld findet sich in seinem Hause wie das Obst auf einemBaumgute.

Sage, Andrea, du solltest mich einmal dahin führen.

Ist dies möglich? Unter welchem Titel?

Ich werde mich als Parkettwichser vorstellen.

Es sind überall Teppiche gelegt.

Ah verdammt! dann muß ich michbegnügen, die Sache in der Einbildungskraft zu sehen.

Ich glaube, das ist dasbeste.

Suche mir wenigstensbegreiflich zu machen, wie das Anwesen eingeteilt ist.

Ich müßte Papier haben, um einen Plan zu machen.

Hier hast du, rief Caderousse lebhaft und holte aus einem alten Schranke Papier, Tinte und Feder.

Andrea nahm die Feder mit unmerklichem Lächeln undbegann: Das Haus liegt, wie ich dir gesagt habe, zwischen Vorhof und Garten; siehst du, so. Und er machte eine Skizze vom Garten, vom Hof und vom Hause.

Hohe Mauern? — Nein, höchstens achtbis zehn Fuß. — Das ist nicht klug.

Andrea führte seinen Plan weiter aus.

Das Erdgeschoß? fragte Caderousse.

Im Erdgeschoß ein Speisesaal, zwei Salons, einBillardzimmer, die Vorderhaustreppe und eine kleine Geheimtreppe.

Die Fenster? — Die Fenster prächtig, so schön und sobreit, daß ein Mann von deiner Gestalt durch jede Scheibe schlüpfen könnte. Läden, deren man sich jedoch niebedient. Monte Christo ist ein Original und sieht gern in der Nacht den Himmel.

Und dieBedienten, wo schlafen sie?

Oh! die haben ihr eigenes Haus. Denke dir einen hübschen Schuppen rechtsbeim Eingang, auf diesem Schuppen ist eine Anzahl von Zimmern für dieBedienten. Früher war ein Hund da, der im Hofe umherlief, doch man hat ihn nach dem Hause in Auteuilbringen lassen, du weißt, wo du mich erwartet hast? — Ja.

Ich sagte ihm gestern erst: Das ist unklug von Ihnen, Herr Graf, denn, wenn Sie nach Auteuil gehen und Ihre Diener mitnehmen, sobleibt das Haus allein. — Nun! fragte er mich, und sodann? — Sodann wird man Sie an einem schönen Tagebestehlen. — Er antwortete mir: Was tut mir das, wenn man michbestiehlt?

Caderoussebemerkte darauf gegen Andrea: Vielleichtbefindet sich daselbst ein Sekretär mit einer mechanischen Vorrichtung.

Wieso? — Ja, der den Diebin einem Gitter packt und eine Melodie spielt. Man hat mir gesagt, es sei ein solcher auf der letzten Ausstellung gewesen.

Er hat ganz einfach einen Sekretär von Mahagoniholz, an dem ichbeständig den Schlüssel gesehen habe.

Und manbestiehlt ihn nicht? — Nein, die Leute in seinem Dienst sind ihm sehr ergeben.

In diesem Sekretär wird vielleicht Geld sein? — Vielleicht… man kann nicht wissen, was darin ist.

Und wo steht er? — Im ersten Stocke.

Mache mir auch einen Plan vom ersten Stocke.

Andrea nahm wieder die Feder. Im ersten, siehst du, finden sich ein Vorzimmer und ein Salon; rechts Salon, Bibliothek und Arbeitskabinett; links Salon, ein Schlafzimmer und ein Ankleidezimmer. In diesem Ankleidezimmer ist der Sekretär.

Hat das Ankleidezimmer ein Fenster?

Zwei, da und da. Und Andrea zeichnete zwei Fenster an das Zimmer, das auf dem Plane die Eckebildete und sich als minder groß darstellte als das Schlafzimmer.

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