Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 196 197 198 199 200 201 202 203 204 ... 421
Перейти на страницу:

Das Problem war natürlich, dass das Leben niemals friedlich war – und dass sich die vorliegende hysterische Bewegung nicht in Luft auflösen würde. Ich konnte Brianna am anderen Rand der Menge sehen. Sie hatte die Stirn nachdenklich zusammengezogen, während sie zuhörte, wie Flora MacDonalds helle, klare Stimme von den Tugenden der Loyalität erzählte.

Ich hörte schräg hinter mir ein leises »Hmpf!«, und als ich mich umwandte, sah ich Neil Forbes, dessen feistes Gesicht missbilligend verzogen war. Wie ich bemerkte, hatte er jetzt Verstärkung; drei oder vier andere Herren standen dicht bei ihm und spähten rundum, während sie versuchten, sich den Anschein zu geben, als täten sie das nicht. Angesichts der Stimmung in der Menge ging ich davon aus, dass sie mit etwa eins zu zweihundert in der Unterzahl waren, und die zweihundert wurden sich ihrer Sache immer sicherer, als jetzt im Verlauf der Rede der Alkohol zu wirken begann.

Als ich mich abwandte, fiel mein Blick erneut auf Brianna, und ich begriff, dass sie Neil Forbes jetzt ebenfalls ansah – und er ihren Blick erwiderte. Sie waren beide größer als die Umstehenden und starrten einander über die Köpfe der dazwischenliegenden Menge hinweg an, er voll Feindseligkeit, sie reserviert. Sie hatte einige Jahre zuvor seinen Antrag zurückgewiesen, und zwar denkbar taktlos. Forbes war zwar mit Sicherheit nicht in sie verliebt gewesen – doch er war ein Mann, der einiges von und auf sich hielt und eine solche öffentliche Ohrfeige nicht mit stoischer Resignation über sich ergehen ließ.

Brianna wandte sich kühl ab, als hätte sie ihn gar nicht bemerkt, und begann ein Gespräch mit ihrer Nebenfrau. Ich hörte ihn erneut aufgrunzen und mit leiser Stimme etwas zu seinen Gesinnungsgenossen sagen – und dann brachen sie geschlossen auf und wandten Mrs. MacDonald, die immer noch sprach, unhöflich den Rücken zu.

Entrüstetes Luftschnappen und Murmeln folgte ihnen auf ihrem Weg durch die dichtgedrängte Menge – doch niemand versuchte, sie aufzuhalten, und der Affront ihres Aufbruchs ging in dem ausgedehnten Beifall unter, der das Ende der Rede begrüßte – das vom Ertönen der Dudelsäcke, einzelnen in die Luft gefeuerten Pistolenschüssen, organisierten »Hipp-Hipp-Hurra!«-Rufen unter Leitung Major MacDonalds und solch allgemeinem Tumult begleitet wurde, dass niemand das Eintreffen einer Armee bemerkt hätte, geschweige denn den Aufbruch einer Handvoll missgestimmter Whigs.

Ich fand Jamie im Schatten des Mausoleums, wo er sich das Haar mit den Fingern auskämmte, bevor er es wieder zusammenband.

»Das war ja ein Volltreffer, nicht wahr?«, fragte ich.

»Reihenweise Volltreffer«, sagte er und hielt den Blick argwöhnisch auf einen offensichtlich betrunkenen Herrn gerichtet, der versuchte, seine Muskete nachzuladen. »Pass auf den Mann auf, Sassenach.«

»Er kommt zu spät, um Neil Forbes zu erschießen. Hast du gesehen, wie er gegangen ist?«

Er nickte, während er zielsicher das Lederband in seinem Nacken verknotete.

»Er konnte einer offenen Gesinnungserklärung kaum näher kommen, es sei denn, er wäre zu Fionnaghal auf das Fass geklettert.«

»Und dort hätte er dann eine erstklassige Zielscheibe abgegeben.« Ich blinzelte zu dem rotgesichtigen Herrn hinüber, der sich gerade Schießpulver auf die Schuhe streute. »Ich glaube, er hat gar keine Patronen.«

»Oh, na dann.« Jamie tat den Mann mit einer Handbewegung ab. »Major MacDonald ist in Hochform, nicht wahr? Er hat mir erzählt, dass er es arrangiert hat, dass Mrs. MacDonald an mehreren Orten in der Kolonie solche Reden hält.«

»Mit ihm selbst als Impresario, nehme ich an.« Ich konnte MacDonalds roten Rock im Geschiebe der Gratulanten auf der Terrasse aufleuchten sehen.

»Mit Sicherheit.« Jamie schien diese Vorstellung nicht zu freuen. Er machte im Gegenteil einen sehr nüchternen Eindruck, und sein Gesicht wurde von finsteren Gedanken überschattet. Es würde seine Stimmung nicht verbessern, wenn er von meiner Unterhaltung mit Neil Forbes hörte, aber ich erzählte ihm trotzdem davon.

»Nun, das war unvermeidlich«, sagte er mit einem schwachen Achselzucken. »Ich hatte gehofft, ich könnte die Sache geheim halten, aber so wie die Dinge mit Robin McGillivray stehen, bleibt mir nicht viel anderes übrig, als zu fragen, wo ich kann, obwohl die Sache dadurch ans Licht kommt. Und ins Gerede.« Er war unruhig und trat von einem Bein aufs andere.

»Geht es dir gut, Sassenach?«, fragte er plötzlich und sah mich an.

»Ja. Aber dir nicht. Was ist los?«

Er lächelte schwach.

»Och, es ist nichts. Nichts, was ich nicht schon wusste. Aber es ist etwas anderes, nicht wahr? Man glaubt, man ist bereit, und dann steht man seinem Schicksal von Angesicht zu Angesicht gegenüber und würde alles darum geben, anders handeln zu können.«

Er richtete die Augen auf den Rasen und hob das Kinn, um auf die Menge zu deuten. Ein Meer aus Tartanstoff wogte im Gras, und die Damen hoben ihre Schirme zur Sonne, eine bunte Blumenwiese. Im Schatten der Terrasse spielte ein Dudelsackbläser, das Geräusch seines piobreachd ein dünner, durchdringender Diskant zum Summen der Unterhaltungen.

»Ich wusste, dass ich mich eines Tages gegen einen guten Teil von ihnen stellen müsste, aye. Gegen Freunde und Verwandte kämpfen. Aber dann stand ich auf einmal hier mit Fionnaghals Hand auf meinem Kopf wie bei einem Segen, von Angesicht zu Angesicht mit ihnen allen, und habe mit angesehen, wie sich ihre Worte über die Leute ergossen haben und ihre Entschlossenheit wuchs … und ganz plötzlich war es, als hätte sich eine gigantische Klinge vom Himmel zwischen sie und mich gesenkt, um uns für immer zu spalten. Der Tag rückt näher – und ich kann ihn nicht aufhalten.«

Er schluckte und wandte den Blick von mir ab zu Boden. Ich streckte die Hand nach ihm aus, hätte ihm gern geholfen, hätte es ihm gern leichter gemacht – und wusste, dass ich das nicht konnte. Es war schließlich meine Schuld, dass er sich hier befand, in diesem kleinen Gethsemane.

Dennoch nahm er meine Hand, ohne mich anzusehen, und drückte sie so fest, dass sich die Knochen aneinander rieben.

»Herr, lass diesen Kelch an mir vorübergehen?«, flüsterte ich.

Er nickte, ohne den Blick vom Boden zu heben, von den abgefallenen Blütenblättern der gelben Rosen. Dann sah er mich an, mit einem schwachen Lächeln, doch mit solcher Qual in den Augen, dass ich, ins Herz getroffen, den Atem anhielt.

Dennoch, er lächelte, wischte sich mit der Hand über die Stirn und betrachtete seine feuchten Finger.

»Aye, nun ja«, sagte er. »Es ist nur Wasser, kein Blut. Ich werd’s überleben.«

Oder auch nicht, dachte ich plötzlich entsetzt. Auf der Siegerseite zu kämpfen, war eine Sache; zu überleben eine ganz andere.

Er sah den Ausdruck in meinem Gesicht und lockerte den Druck auf meine Hand, weil er glaubte, er täte mir weh. Das tat er auch, aber nicht körperlich.

»Aber nicht mein Wille geschehe, sondern der deine«, sagte er ganz leise. »Ich habe meinen Weg gewählt, als ich dich geheiratet habe, obwohl ich es damals noch nicht wusste. Aber es war meine Wahl, und es gibt jetzt kein Zurück, selbst wenn ich das gern hätte.«

»Hättest du es denn wirklich gern?« Ich sah ihm bei dieser Frage in die Augen und las die Antwort dort. Er schüttelte den Kopf.

»Hättest du es gern? Denn du hast ja genauso eine Wahl getroffen wie ich.«

Ich schüttelte ebenfalls den Kopf und spürte, wie sich sein Körper ein wenig entspannte. Sein Blick traf den meinen, und seine Augen waren jetzt so klar wie der leuchtende Himmel. Für den Zeitraum eines Herzschlags standen wir gemeinsam allein im Universum. Dann kam ein Grüppchen plaudernder Mädchen in Hörweite, und ich ging zu einem weniger heiklen Thema über.

1 ... 196 197 198 199 200 201 202 203 204 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)