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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
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»Nur ein paar kurze Worte zum Thema Loyalität, Ma’am«, sagte er ausdruckslos. »Ah, da ist ja Euer Mann; unterhält sich mit Kingsburgh, wenn Ihr mich entschuldigt, Ma’am?« Er verbeugte sich und schritt dann über den Rasen auf Jamie und Jocasta zu, die immer noch bei Allan MacDonald standen – nach Art der Schotten »Kingsburgh« genannt wie sein Anwesen auf Skye.

Die ersten Speisen wurden jetzt aufgetischt: Terrinen mit verschiedenen Eintöpfen – und eine riesige Schüssel mit Suppe à la Reine, eindeutig eine Verbeugung vor dem Ehrengast –, Platten mit gebratenem Fisch, Huhn und Kaninchen; Hirschbratenscheiben in Rotwein, Räucherwürstchen, Lammpastetchen, Möhrengemüse, gebratenem Truthahn, Taubenpastete, Schüsseln mit Wirsinggemüse, Bratkartoffeln, Rübenpüree, mit Äpfeln und Mais gefülltem Backkürbis und Pilzpastetchen; dazu gigantische Körbe, zum Bersten gefüllt mit verschiedenen Brotsorten … und ich war mir sehr wohl bewusst, dass all dies nur das Vorspiel war für das eigentliche Barbecue, dessen köstliches Aroma die Luft schwängerte: eine Anzahl Schweine, drei oder vier Rinder, zwei Hirsche und das pièce de résistance, ein Waldbison, der Gott weiß wo – und wie – herkam.

Ringsum erhob sich ein erwartungsvolles Summen, als sich die Gäste die metaphorischen Gürtel weiter schnallten und sich um die Tische scharten, fest entschlossen, aus gegebenem Anlass ihre Pflicht zu tun.

Jamie saß, wie ich registrierte, nach wie vor bei Mrs. MacDonald fest; er füllte ihr gerade einen Teller mit einem Gericht, das aus der Entfernung wie Brokkolisalat aussah. Er blickte auf, sah mich und winkte mir, zu ihnen zu kommen – doch ich schüttelte den Kopf und wies mit meinem Fächer auf das Buffet, wo die Gäste jetzt zielstrebig wie die Heuschrecken in einem Gerstenfeld zur Sache gingen. Ich wollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, mich nach Manfred McGillivray zu erkundigen, bevor sich die Ermattung der Gesättigten über die Menge legte.

Ich stürzte mich ins Gewühl, nahm hier und da einen Happen entgegen, den mir ein Sklave oder Dienstbote entgegenhielt, und blieb stehen und plauderte mit allen Bekannten, die ich finden konnte, vor allem jenen aus Hillsboro. Wie ich wusste, hatte Manfred dort viel Zeit verbracht, um Aufträge für Gewehre entgegenzunehmen, die fertigen Produkte auszuliefern und kleinere Reparaturarbeiten durchzuführen. Höchstwahrscheinlich würde er dorthin gehen, dachte ich. Aber niemand, mit dem ich sprach, hatte ihn gesehen, obwohl ihn die meisten kannten.

»Ein sympathischer Junge«, sagte mir ein Herr und hielt kurz damit ein, sich zu betrinken. »Und er fehlt uns sehr. Außer Robin gibt es von hier bis Virginia keinen Büchsenmacher mehr.«

Das wusste ich, und ich fragte mich daher auch, ob Jamie wohl Glück bei seiner Suche nach den benötigten Musketen hatte. Womöglich würden wir Lord Johns Schmugglerkontakte ja doch in Anspruch nehmen müssen.

Ich nahm ein Stückchen Pastete vom Tablett eines vorübergehenden Sklaven entgegen und spazierte kauend und plaudernd weiter. Alle Welt redete über eine Serie flammender Artikel, die unlängst im Chronicle erschienen war, der örtlichen Zeitung, deren Inhaber, einem gewissen Fogarty Simms, beträchtliche Sympathien galten.

»Ein rarer Charakter, dieser Simms«, sagte Mr. Goodwin kopfschüttelnd. »Aber ich bezweifle, dass er so standhaft bleibt. Ich habe letzte Woche mit ihm gesprochen, und er hat mir gesagt, dass er um seine Haut bangt. Man hat ihm gedroht, aye?«

Dem Tonfall der Umstehenden nach ging ich davon aus, dass Mr. Simms Loyalist war, und den diversen Erzählungen nach schien dies auch zu stimmen. Offenbar war von der Gründung einer Konkurrenzzeitung die Rede, die die Ziele der Whigs und deren unvorsichtiges Gerede von Tyrannei und dem Sturz des Königs propagieren sollte. Wer hinter dem neuen Unternehmen steckte, wusste niemand. Doch es war – zur allgemeinen Entrüstung – die Rede davon, dass ein Drucker aus dem Norden angesiedelt werden sollte, wo die Leute einen deutlichen Hang zu solch perversen Ansichten hatten.

Allgemein herrschte die Auffassung, dass es solche Personen darauf anlegten, dass man ihnen die Hinterteile gerbte, um sie wieder zu Verstand zu bringen.

Ich hatte mich nicht hingesetzt, um richtig zu essen, doch nachdem ich mich eine Stunde lang durch ganze Felder mahlender Kiefer und durch Heerscharen wandernder Vorspeisentabletts geschoben hatte, fühlte ich mich, als hätte ich ein königliches Bankett in Frankreich durchgestanden – Anlässe, die für gewöhnlich so lange dauerten, dass man den Gästen diskret Nachttöpfe unter die Stühle stellte und es taktvoll ignorierte, wenn dann und wann ein Gast zusammenklappte und unter den Tisch sank.

Der gegenwärtige Anlass war zwar weniger formell, aber kaum weniger lang. Nach einer eröffnenden Mahlzeit von einer Stunde wurde das Barbecue dampfend aus den Gruben in der Nähe des Stalls gehoben und von Sklaven auf Holzböcken zum Rasen getragen. Der Anblick der halbierten Rinder, Schweine und Hirsche sowie des Büffels, öl- und essigglänzend und umringt von den kleineren, angekohlten Körpern Hunderter Tauben und Wachteln, wurde von den Gästen – die inzwischen vor Anstrengung in Schweiß gebadet waren, sich davon aber nicht beeindrucken ließen – mit Applaus begrüßt.

Jocasta, die neben ihrem Gast saß, setzte eine höchst zufriedene Miene auf, als sie hörte, dass ihre Gastfreundschaft so warm entgegengenommen wurde, und lehnte sich zu Duncan hinüber. Sie lächelte und legte ihm die Hand auf den Arm, während sie etwas zu ihm sagte. Duncan hatte sein nervöses Aussehen abgelegt – die Wirkung von zwei Litern Bier, gefolgt vom Großteil einer Flasche Whisky – und schien den Empfang ebenfalls zu genießen. Er lächelte Jocasta breit an, dann bemerkte er etwas zu Mrs. MacDonald, die darüber lachte, was auch immer er gesagt hatte.

Ich musste sie bewundern; sie wurde auf allen Seiten von Leuten belagert, die sie gern sprechen wollten, bewahrte jedoch stets Haltung und war freundlich und großzügig zu jedermann – obwohl das bedeutete, dass sie manchmal zehn Minuten lang dasitzen und einer endlosen Geschichte zuhören musste, während sie ihre gefüllte Gabel in der Luft hielt. Immerhin saß sie im Schatten – und Phaedre, die in weißen Musselin gekleidet war, stand pflichtschuldigst mit einem großen Fächer aus Palmwedeln hinter ihr, um ihr Luft zuzufächern und die Fliegen zu verscheuchen.

»Zitronenlimonade, Ma’am?« Ein fast dahinwelkender Sklave, der vor Schweiß glänzte, bot mir ein weiteres Tablett an, und ich nahm mir ein Glas. Ich triefte vor Schweiß, meine Beine schmerzten, und meine Kehle war vom Reden ausgetrocknet. An diesem Punkt war es mir gleichgültig, was in dem Glas war, Hauptsache, es war nass.

Ich änderte meine Meinung augenblicklich, als ich es probierte; es war Zitronensaft mit Gerstenwasser, und es war zwar nass, aber ich hätte es mir trotzdem eher in den Ausschnitt geschüttet, als es zu trinken. Ich schlich mich unauffällig auf einen Goldregenstrauch zu, um das Getränk hineinzuschütten, als Neil Forbes dahinter hervortrat und mich daran hinderte.

Er war genauso verblüfft, mich zu entdecken wie ich ihn; er fuhr zurück und blickte hastig hinter sich. Ich folgte seiner Blickrichtung und sah, wie sich Robert Howe und Cornelius Harnett in die andere Richtung davonmachten. Offenbar hatten die drei eine Geheimkonferenz hinter dem Goldregen abgehalten.

»Mrs. Fraser«, sagte er mit einer knappen Verbeugung. »Euer Diener.«

Ich machte meinerseits einen Hofknicks und murmelte eine Höflichkeit. Ich wäre dann an ihm vorbeigeglitten, doch er beugte sich zu mir und ließ mich nicht gehen.

»Ich höre, dass Euer Gatte Gewehre sammelt, Mrs. Fraser«, sagte er mit leiser und höchst unfreundlicher Stimme.

»Ach, wirklich?« Ich hatte einen geöffneten Fächer in der Hand, genau wie alle anderen Frauen hier. Ich fächerte gemächlich damit vor meinem Gesicht herum und verbarg so meine Miene weitgehend. »Wer hat Euch denn so etwas erzählt?«

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