Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 192 193 194 195 196 197 198 199 200 ... 421
Перейти на страницу:

»Nichts«, sagte ich, und eine überwältigende Woge der Erleichterung ging über mich hinweg, als ich begriff, dass ich mich sicher in der Gegenwart befand; Louis war in den Schatten zurückgekehrt, war wieder zu einer unangenehmen, aber harmlosen Erinnerung geworden. Das erschütternde Gefühl von Missbrauch, von Verlust, Schmerz und Isolation war zurückgewichen, nicht mehr als ein Schatten in meinem Kopf. Und vor allem: Jamie war da; er war greifbar und körperlich da, roch nach Schweiß und Whisky und Pferden … und war da. Ich hatte ihn nicht verloren.

Immer mehr Menschen sammelten sich neugierig und mitfühlend um mich. Rachel fächerte mir geschäftig Luft zu, und der Luftzug tat mir gut; ich war in Schweiß gebadet, und feuchte Haarsträhnen klebten mir am Hals.

»Es geht schon wieder«, murmelte ich auf einmal befangen. »Nur ein wenig … schwindelig … heißer Tag …«

Ein Chor von Angeboten, mir Wein zu holen oder ein Glas Glühwein, Zitronenlimonade oder eine angebrannte Feder, wurde übertroffen, als Jamie ein Fläschchen Whisky aus seinem Sporran zog. Es war der dreijährige aus den Sherryfässern, und mir wurde mulmig, als mir sein Geruch in die Nase drang und ich an die Nacht zurückdachte, in der wir uns zusammen betrunken hatten, nachdem er mich aus den Händen Hodgepiles und seiner Männer gerettet hatte. Gott, würde ich jetzt auch noch in diesen Abgrund zurückgeschleudert werden?

Doch dazu kam es nicht. Der Whisky war einfach nur scharf und wohltuend, und ich fühlte mich mit dem ersten Schluck besser.

Flashback. Ich hatte Kollegen davon reden hören, als sie darüber diskutierten, ob es dasselbe war wie eine Kriegsneurose, und wenn ja, ob es tatsächlich existierte, oder ob man es als »Nervensache« abtun sollte.

Ich erschauerte kurz und trank noch einen Schluck. Es existierte definitiv. Ich fühlte mich jetzt viel besser, aber es hatte mich in den Grundfesten erschüttert, und meine Knie waren immer noch weich. Über die schwachen Echos des eigentlichen Anfalls hinaus regte sich ein noch viel beunruhigenderer Gedanke. Es war mir schon einmal passiert, als Ute McGillivray auf mich losging. War es wahrscheinlich, dass es wieder passierte?

»Soll ich dich ins Haus tragen, Sassenach? Vielleicht solltest du dich etwas hinlegen.«

Jamie hatte die gönnerhaften Gaffer verscheucht und mir von einem Sklaven einen Hocker holen lassen. Jetzt verharrte er über mir wie eine dienstbeflissene Hummel.

»Nein, es geht schon wieder«, versicherte ich ihm. »Jamie …«

»Aye?«

»Du – wenn du – hast du …«

Ich holte tief Luft – und trank noch einen Schluck Whisky – und versuchte es erneut.

»Manchmal werde ich nachts wach und sehe dich … kämpfen … und ich glaube, dass du gegen Jack Randall ankämpfst. Ist das etwas, das du träumst?«

Er starrte einen Moment auf mich nieder. Sein Gesicht war ausdruckslos, doch in seinem Blick regte sich Bestürzung. Er sah sich in alle Richtungen um, aber wir waren jetzt völlig allein.

»Warum?«, fragte er leise.

»Ich muss es wissen.«

Er holte Luft, schluckte und nickte.

»Aye. Manchmal sind es Träume. Das ist … nicht so schlimm. Ich wache auf und weiß, wo ich bin, spreche ein kleines Gebet und … es ist wieder gut. Aber hin und wieder –«, er schloss ein paar Sekunden die Augen, dann öffnete er sie wieder, »bin ich wach. Und trotzdem bin ich dort, mit Jack Randall.«

»Ah.« Ich seufzte und empfand gleichzeitig große Traurigkeit um seinetwillen und ein Gefühl der Beruhigung. »Dann verliere ich also nicht den Verstand.«

Er stand so dicht bei mir, dass der Stoff seines Kilts meinen Arm streifte und er mich stützen konnte, falls mir plötzlich wieder schwindelig wurde. Er sah mich prüfend an, um sicherzugehen, dass ich nicht unvermittelt umkippen würde, dann berührte er meine Schulter und ging mit einem kurzen »Bleib sitzen« davon.

Nicht weit; nur bis zu den Tischen, die unter den Bäumen am Rand des Rasens aufgestellt waren. Ohne die Sklaven zu beachten, die das Essen für den Empfang arrangierten, beugte er sich über eine Platte mit gekochten Langusten und nahm etwas aus einer kleinen Schale. Dann war er wieder da und beugte sich über mich, um meine Hand zu ergreifen. Er rieb die Finger aneinander, und eine Prise Salz rieselte in meine offene Handfläche.

»Da«, flüsterte er. »Halt es fest, Sassenach. Ganz gleich, wer es ist, er wird dich nicht mehr behelligen.«

Ich schloss die Hand um die feuchten Körner und fühlte mich auf absurde Weise getröstet. Auf einen Highlander war Verlass, wenn es darum ging, was zu tun war, wenn es am helllichten Tag spukte! Salz, so sagte man, hielt die Geister in ihren Gräbern. Und auch wenn Louis noch lebte, der Mann, ganz gleich, wer er gewesen war, dieses erdrückende Gewicht in der Dunkelheit war mit Sicherheit tot.

Mit einem Mal kam Aufregung auf, als am Fluss ein Ruf ertönte – das Boot war in Sicht. Wie ein Mann stellte sich die Menge auf die Zehenspitzen, atemlos vor Erwartung.

Ich lächelte, spürte aber, wie mich die nervöse Vorfreude trotz allem ansteckte. Dann begannen die Dudelsäcke zu spielen, und schlagartig schnürten mir unvergossene Tränen die Kehle zu.

Jamies Hand legte sich unbewusst fester um meine Schulter, und als ich aufblickte, bemerkte ich, wie er sich mit den Fingerknöcheln fest über die Oberlippe fuhr, als auch er sich dem Fluss zuwandte.

Ich senkte den Blick und blinzelte, um mich wieder unter Kontrolle zu bekommen, und als meine Augen wieder klar wurden, sah ich die Salzkörner auf dem Boden, sorgsam ausgestreut vor den Toren des Mausoleums.

Sie war viel kleiner, als ich gedacht hatte. So ist das immer bei Berühmtheiten. Alle Welt – im Sonntagsstaat, ein wahres Meer aus Tartanstoff – drängte sich dicht um sie, zu beeindruckt, um höflich zu bleiben. Ich sah sekundenlang ihren Scheitel, dessen dunkles Haar mit weißen Rosen hochgesteckt war, dann verschwand ihr Kopf hinter den Rücken ihrer Verehrer.

Ihr Mann, Allan, war besser zu sehen. Er war ein kräftiger, gutaussehender Mann mit grau gesträhntem, schwarzem Haar, das er ordentlich zusammengebunden trug, und stand – so vermutete ich – hinter ihr, während er sich verbeugte und lächelte und die Flut gälischer Komplimente und Willkommensgrüße entgegennahm.

Ich verspürte ein unwillkürliches Bedürfnis, nach vorn zu hasten und sie anzugaffen wie alle anderen auch. Doch ich hielt mich zurück. Ich stand mit Jocasta auf der Terrasse; Mrs. MacDonald würde zu uns kommen.

Und da: Jamie und Duncan schoben sich zielsicher durch die Menge und bildeten gemeinsam mit Jocastas schwarzem Butler Ulysses einen Keil.

»Das ist sie leibhaftig?«, murmelte Brianna an meiner Seite. Sie hatte ihren Blick neugierig auf die brodelnde Menge geheftet, aus der die Männer den Ehrengast jetzt isoliert hatten, um sie vom Anlegeplatz über den Rasen zur Terrasse zu geleiten. »Sie ist kleiner, als ich dachte. Ach, wie schade, dass Roger nicht hier ist – er würde dafür sterben, sie zu sehen!« Roger verbrachte einen Monat im Presbyterianerseminar von Charlotte, wo seine Eignung für das Ordinariat überprüft wurde.

»Es ist gut möglich, dass er sie noch zu sehen bekommt«, erwiderte ich ebenfalls murmelnd. »Ich höre, dass sie eine Plantage am Barbecue Creek gekauft haben, in der Nähe des Mount Pleasant.« Und sie würden noch mindestens ein oder zwei Jahre in der Kolonie bleiben, doch das sagte ich nicht laut; nach allem, was die Leute hier wussten, waren die MacDonalds für immer eingewandert.

Doch ich hatte den großen Gedenkstein auf Skye gesehen – wo Flora MacDonald geboren worden war und wo sie eines Tages sterben würde, aller Illusionen über Amerika beraubt.

Es war natürlich nicht das erste Mal, dass ich jemandem begegnete, dessen Schicksal ich kannte – doch es brachte mich jedes Mal aus der Ruhe. Die Menge teilte sich, und sie trat heraus, klein und hübsch, und sie lachte zu Jamie auf. Er hatte seine Hand unter ihrem Ellbogen liegen, als er sie hinauf zur Terrasse führte, und gestikulierte in meine Richtung, um mich vorzustellen.

1 ... 192 193 194 195 196 197 198 199 200 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)