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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Ich höre, wie mein Name durch die heiße Luft ins ganze Lazarett weitergetragen wird. »Katniss! Katniss Everdeen!« Die Schmerzens-und Klagelaute werden leiser, weichen Rufen gespannter Erwartung. Von allen Seiten rufen mich Stimmen herbei. Ich gehe weiter, drücke Hände, die mir entgegengestreckt werden, berühre die unverletzten Glieder derjenigen, die Arme und Beine nicht bewegen können, sage »Hallo«, »Wie geht’s?«, »Schön, Sie kennenzulernen«. Nichts Bedeutendes, keine sonderlich inspirierten Worte. Aber das macht nichts. Boggs hat recht. Mein Anblick genügt. Dass ich lebe, ist Inspiration genug.

Gierige Finger greifen nach mir, wollen mein Fleisch befühlen. Als ein geschwächter Mann mein Gesicht in seine Hände nimmt, schicke ich Dalton meinen stillen Dank für den Tipp, mir das Make-up abzuwaschen. Wie lächerlich, wie pervers würde ich mir vor diesen Leuten mit der angemalten Maske des Kapitols vorkommen. Narben, Erschöpfung, Makel. Daran erkennen sie mich, deshalb bin ich eine von ihnen.

Trotz des umstrittenen Interviews mit Caesar fragen viele nach Peeta und versichern mir, sie wüssten, dass er unter Zwang gehandelt habe. Ich gebe mir alle Mühe, unsere gemeinsame Zukunft positiv darzustellen, doch als sie erfahren, dass ich das Baby verloren habe, sind die Leute aufrichtig erschüttert. Ich würde gern mein Gewissen erleichtern und einer Frau, die in Tränen ausbricht, sagen, dass es nur ein Schwindel war, ein Schachzug. Aber Peeta als Lügner zu entlarven, wäre seinem Image sicher nicht förderlich. Oder meinem. Oder der Sache.

Langsam begreife ich die großen Anstrengungen, die die Menschen unternehmen, um mich zu beschützen. Was ich für die Rebellen bedeute. Bei meinem ständigen Kampf gegen das Kapitol, der sich oft so angefühlt hat wie eine einsame Reise, war ich nicht allein. Ich hatte Abertausende Menschen in den Distrikten an meiner Seite. Ich war ihr Spotttölpel, lange bevor ich die Rolle akzeptiert habe.

Ein neues Gefühl reift in mir heran. Aber erst als ich auf einem Tisch stehe und dem heiseren Chor, der meinen Namen ruft, zum Abschied zuwinke, kann ich es fassen. Macht. Ich habe eine Macht, von der ich bisher nichts wusste. Snow wusste es von dem Augenblick an, da ich diese Beeren in die Kamera hielt. Plutarch wusste es, als er mich aus der Arena rettete. Und Coin weiß es jetzt auch. So genau, dass sie ihr Volk öffentlich daran erinnern muss, dass nicht ich die Führung habe.

Als wir wieder draußen sind, lehne ich mich gegen die Wand des Lagerhauses, ringe nach Atem und nehme nur zu gern die Feldflasche mit Wasser an, die Boggs mir reicht. »Du warst großartig«, sagt er.

Na ja, ich bin nicht ohnmächtig geworden und musste mich auch nicht übergeben oder schreiend hinausrennen. Die meiste Zeit bin ich nur auf der Welle der Gefühle geschwommen, die durch die Halle ging.

»Das Material ist top«, sagt Cressida. Ich schaue zu den Insektenmännern, die unter ihrer Kameraausrüstung schwitzen. Messalla macht sich Notizen. Ich hatte ganz vergessen, dass sie mich gefilmt haben.

»Ich hab wirklich nicht viel gemacht«, sage ich.

»Du kannst dir ruhig ein paar Lorbeeren anstecken für das, was du in der Vergangenheit getan hast«, sagt Boggs.

Was habe ich denn in der Vergangenheit getan? Ich denke an die Spur der Verwüstung, die ich hinter mir herziehe - meine Knie geben nach und ich rutsche in eine sitzende Position. »Ziemlich gemischt, meine Bilanz.«

»Tja, perfekt bist du bestimmt nicht. Aber so, wie die Zeiten nun mal sind, müssen wir mit dir vorliebnehmen«, sagt Boggs.

Gale hockt sich neben mich und schüttelt den Kopf. »Unglaublich, dass du dich von all diesen Leuten hast anfassen lassen! Ich hätte gedacht, du machst auf der Stelle kehrt und rennst raus.«

»Ach, sei bloß still«, sage ich lachend.

»Deine Mutter wird sehr stolz auf dich sein, wenn sie die Aufnahmen sieht«, sagt er.

»Meine Mutter wird mich gar nicht bemerken. Sie wird viel zu entsetzt sein über die Zustände da drin.« Ich wende mich an Boggs und frage: »Sieht es in allen Distrikten so aus?«

»Ja. Die meisten werden angegriffen. Wir versuchen, wo immer es geht, Hilfe zu schicken, aber es reicht nicht.« Er unterbricht sich und lauscht auf eine Botschaft in seinem Headset. Erst da wird mir klar, dass ich Haymitchs Stimme nicht hören kann. Ich frage mich, ob mein Headset vielleicht kaputtgegangen ist, und fummele daran herum. »Wir sollen zum Landeplatz gehen. Sofort«, sagt Boggs und zieht mich mit einer Hand hoch. »Es gibt ein Problem.«

»Was für ein Problem?«, fragt Gale.

»Bomber im Anflug«, sagt Boggs. Er greift in meinen Nacken und stülpt mir Cinnas Helm über. »Schnell weg hier!« Ich habe keine Ahnung, was los ist. Mit den anderen renne ich an der Vorderseite des Lagerhauses entlang zu der Gasse, die zum Landeplatz führt. Unmittelbar bedroht fühle ich mich nicht. Am Himmel nichts als reines, wolkenloses Blau. Die Straße ist leer bis auf die Leute, die die Verwundeten ins Lazarett karren. Kein Feind, kein Alarm. Dann beginnen die Sirenen zu heulen. Innerhalb von Sekunden erscheint über uns eine tief fliegende V-Formation von Hoverplanes aus dem Kapitol, Bomben fallen. Die Druckwelle reißt mir den Boden unter den Füßen weg und ich werde gegen die Wand des Lagerhauses geschleudert. Ich spüre einen brennenden Schmerz über der rechten Kniekehle. Auch am Rücken bin ich von irgendwas getroffen worden, aber offenbar hat die Weste gehalten. Als ich mich aufrappeln will, stößt Boggs mich wieder nach unten und schirmt meinen Körper mit seinem ab. Bombe auf Bombe fällt aus den Hoverplanes und explodiert, bis der Boden unter mir zu wogen scheint.

Reglos gegen die Wand gepresst zu sein, während es Bomben hagelt, ist ein schreckliches Gefühl. Wie hat mein Vater das noch genannt, wenn man leichte Beute machen konnte? Als würde man auf Fische in einem Fass schießen. Wir sind die Fische, die Straße ist das Fass.

»Katniss!« Haymitchs Stimme in meinem Ohr schreckt mich auf.

»Was? Ja, was? Ich bin hier!«, antworte ich.

»Hör zu! Solange die bombardieren, können wir nicht landen, aber sie dürfen dich unter keinen Umständen entdecken«, sagt er.

»Wissen die gar nicht, dass ich hier bin?« Ich war davon ausgegangen, dass meine Anwesenheit mal wieder die Ursache für die Bestrafungsaktion war.

»Die Aufklärung meint, nein. Der Angriff war schon vorher geplant«, sagt Haymitch.

Jetzt höre ich Plutarchs Stimme, ruhig und doch eindringlich. Die Stimme eines Obersten Spielmachers, der gewohnt ist, unter Druck die Führung zu übernehmen. »Ein paar Gebäude weiter steht ein hellblaues Lagerhaus. In dessen äußerster Nordecke befindet sich ein Bunker. Schafft ihr es bis dahin?«

»Wir geben unser Bestes«, antwortet Boggs. Plutarch muss für jeden zu hören sein, denn meine Leibwächter und das Kamerateam stehen sofort auf. Instinktiv schaue ich mich nach Gale um. Er ist auf den Beinen, augenscheinlich unversehrt.

»Ihr habt maximal fünfundvierzig Sekunden bis zur nächsten Welle«, sagt Plutarch.

Als ich mein Bein belaste, stöhne ich auf, aber ich laufe trotzdem los. Keine Zeit, die Verletzung zu untersuchen. Am besten überhaupt nicht hinschauen. Zum Glück habe ich die von Cinna entworfenen Schuhe an: Sie haften bei Kontakt am Asphalt fest und lösen sich beim Abheben wieder. Hätte ich noch das schlecht sitzende Paar Schuhe, das Distrikt 13 mir zugeteilt hat, wäre ich verloren. Boggs läuft vor, sonst überholt mich keiner. Stattdessen passen sie sich an meine Geschwindigkeit an, decken meine Flanken, meinen Rücken. Während die Sekunden ticken, zwinge ich mich zu einem Zwischenspurt. Wir lassen das zweite Lagerhaus hinter uns und laufen an einem schmutzig braunen Gebäude entlang. Weiter vorn erkenne ich eine blassblaue Fassade. Dort befindet sich der Bunker. Wir haben gerade die letzte Gasse erreicht, die uns vom Eingang trennt, als die nächste Bombenwelle anrollt. Instinktiv hechte ich in die Gasse und lasse mich auf die blaue Wand zurollen. Jetzt wirft Gale sich auf mich und bildet eine weitere Schutzschicht zwischen mir und den Bomben. Diesmal scheint es länger zu dauern, dafür sind wir weiter weg.

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