Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn
- Автор: Коллинз Сьюзен
- Язык: немецкий
- Жанр: Любовно-фантастические романы
Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:
»Ja. Es gibt hier ein ganzes Netz von unterirdischen Aufzugwegen«, antwortet Boggs. »Dieser hier verläuft oberhalb der Transportspeiche zur fünften Luftbrückenplattform. Er führt zum Hangar.«
Der Hangar. Die Kerker. Die Waffenabteilung. Irgendwo werden Nahrungsmittel angebaut. Wird Energie erzeugt. Werden Luft und Wasser gereinigt. »Distrikt 13 ist viel größer, als ich dachte.«
»Das meiste ist nicht auf unserem Mist gewachsen«, sagt Boggs. »Im Grunde haben wir hier fast alles geerbt. Wir mussten es nur noch am Laufen halten.«
Erneut klickt es. Für kurze Zeit fahren wir wieder hinunter, nur ein paar Ebenen, dann öffnet sich die Tür zum Hangar.
»Oh«, entfährt es mir unwillkürlich beim Anblick der Flotte. Reihenweise Hovercrafts verschiedener Typen. »Habt ihr die auch geerbt?«
»Manche haben wir selbst gebaut. Andere gehörten zur Luftwaffe des Kapitols. Aber die wurden natürlich auf den neuesten Stand gebracht«, sagt Boggs.
Wieder empfinde ich diesen Anflug von Hass gegen Distrikt 13. »Und obwohl ihr die alle hattet, habt ihr die anderen Distrikte schutzlos dem Kapitol überlassen.«
»So einfach ist es nicht«, entgegnet er. »Bis vor Kurzem waren wir noch nicht in der Lage zurückzuschlagen. Wir hatten selbst Mühe zu überleben. Nachdem wir die Leute des Kapitals gestürzt und hingerichtet hatten, wusste gerade mal eine Handvoll von uns, wie man die Dinger fliegt. Wir hätten Atomraketen auf sie abfeuern können, das ja. Aber da stellt sich natürlich immer die Frage: Wenn wir einen Atomkrieg gegen das Kapital anzetteln, würde es danach überhaupt noch Menschen geben?«
»Jetzt redest du schon fast wie Peeta. Und den habt ihr einen Verräter genannt«, erwidere ich.
»Weil er einen Waffenstillstand gefordert hat«, sagt Boggs. »Wie du vielleicht bemerkt hast, hat keine der Seiten Atomwaffen abgefeuert. Wir erledigen die Sache auf die altmodische Art. Da geht’s rein, Soldat Everdeen.« Er deutet auf eins der kleineren Hovercrafts.
Ich steige die Stufen hinauf und treffe auf das Kamerateam samt Ausrüstung. Alle anderen tragen die dunkelgrauen Militäroveralls aus Distrikt 13, selbst Haymitch, obwohl ihm der Kragen offensichtlich unbequem ist.
Fulvia Cardew kommt angerannt und stöhnt, als sie mein gesäubertes Gesicht sieht. »Die ganze Arbeit für die Katz. Ich mache dir keinen Vorwurf, Katniss. Aber es gibt nur ganz wenige Menschen, die mit einem Kameragesicht geboren werden. Er hier zum Beispiel.« Sie schnappt sich Gale, der sich gerade mit Plutarch unterhält, und schiebt ihn zu uns. »Sieht er nicht toll aus?«
Gale sieht wirklich ziemlich gut aus in seiner Uniform. Aber die Bemerkung bringt uns beide in Verlegenheit. Ich überlege, wie ich die Situation geschickt retten kann, als Boggs einwirft:
»Sie können nicht erwarten, dass uns das umhaut - wir haben soeben Finnick Odair in Unterhose gesehen.« Ich beschließe, mir einen Ruck zu geben und Boggs zu mögen.
Aus dem Lautsprecher kommt die Warnung, dass wir gleich starten werden, und ich schnalle mich auf dem Platz neben Gale fest, gegenüber von Haymitch und Plutarch. Wir gleiten durch ein Tunnellabyrinth, das sich auf eine Plattform öffnet. Eine Art Aufzug hebt das Fluggerät langsam durch die Ebenen. Plötzlich befinden wir uns draußen auf einem großen Feld, das von Bäumen umstanden ist, wir heben ab und werden von Wolken eingehüllt.
Jetzt, da die hektische Aktivität, die zu dieser Mission geführt hat, vorbei ist, wird mir schlagartig bewusst, dass ich keine Ahnung habe, was mir auf diesem Trip nach Distrikt 8 blüht. Ich weiß nämlich so gut wie nichts über den bisherigen Kriegsverlauf. Oder darüber, wie man diesen Krieg gewinnen könnte. Oder was passieren würde, wenn wir ihn gewinnen.
Plutarch versucht es mir in einfachen Worten darzulegen. Sämtliche Distrikte befinden sich im Kriegszustand mit dem Kapitol, außer Distrikt 2, dessen Bewohner trotz der Teilnahme an den Hungerspielen seit jeher ein positives Verhältnis zu unseren Feinden gehabt haben. Sie hatten mehr zu essen und bessere Lebensbedingungen. Nach den Dunklen Tagen und der vermeintlichen Zerstörung von Distrikt 13 wurde Distrikt 2 zur neuen Waffenschmiede des Kapitols. Offiziell wurde er als Heimat der nationalen Steinbrüche präsentiert, so wie Distrikt 13 für Grafitförderung stand. In Distrikt 2 werden nicht nur Waffen produziert, er stellt auch viele Friedenswächter und bildet sie aus.
»Du meinst … manche der Friedenswächter sind in Distrikt 2 geboren?«, frage ich. »Ich dachte, sie kämen alle aus dem Kapitol.«
Plutarch nickt. »Das solltest du auch denken. Viele stammen ja auch von dort. Aber das Kapitol hat gar nicht so viele Einwohner, um solch eine starke Streitmacht zu unterhalten. Außerdem haben sie Probleme, genügend Leute zu finden, die im Kapitol aufgewachsen und trotzdem bereit sind, ein ödes Leben voller Entbehrungen in den Distrikten auf sich zu nehmen. Sie müssen sich bei den Friedenswächtern auf zwanzig Jahre verpflichten und dürfen weder heiraten noch Kinder kriegen. Manche sehen darin eine Ehre, andere willigen ein, um einer Bestrafung zu entgehen. Wer zu den Friedenswächtern geht, dem werden zum Beispiel die Schulden erlassen. Im Kapitol versinken viele in ihren Schulden, aber nicht alle eignen sich für den Militärdienst. Um zusätzliche Truppen anzuwerben, greifen wir deshalb auf Distrikt 2 zurück. Der dortigen Bevölkerung bietet sich so ein Weg, der Armut und einem Leben in den Steinbrüchen zu entkommen. Sie wachsen mit einer kriegerischen Mentalität auf. Du hast ja gesehen, wie sich die Kinder darum reißen, Tribut zu werden.«
Cato und Clove. Brutus und Enobaria. Ich habe ihren Eifer gesehen und ihre Mordlust auch. »Aber alle anderen Distrikte stehen auf unserer Seite?«, frage ich.
»Ja. Unser Ziel ist es, die Distrikte einen nach dem anderen einzunehmen, zuletzt Distrikt 2, und das Kapitol auf diese Weise von der Versorgung abzuschneiden. Wenn es erst mal ausreichend geschwächt ist, beginnen wir mit dem Einmarsch«, erläutert Plutarch. »Das wird eine ganz andere Herausforderung werden. Aber wenn es erst mal so weit ist, werden wir diesen Schritt gehen.«
»Und wenn wir gewinnen, wer würde dann die Regierung bilden?«, fragt Gale.
»Alle«, antwortet Plutarch. »Wir werden eine Republik gründen, in der die Einwohner jedes Distrikts einschließlich des Kapitals ihre eigenen Vertreter wählen können, damit diese in der Zentralregierung für sie sprechen. Schau nicht so skeptisch! Das hat früher auch schon mal funktioniert.«
»In Büchern«, brummt Haymitch.
»In Geschichtsbüchern«, sagt Plutarch. »Und wenn unsere Vorfahren das konnten, dann können wir das auch.«
Mit unseren Vorfahren sollten wir eigentlich nicht so angeben, finde ich. Wenn man sieht, was sie uns hinterlassen haben, die Kriege, den zerstörten Planeten. Offensichtlich haben sie sich keine Gedanken über die Leute gemacht, die nach ihnen kamen. Trotzdem, die Idee mit der Republik klingt verlockend im Vergleich zu unserer jetzigen Regierung.
»Und wenn wir verlieren?«, frage ich.
»Wenn wir verlieren?« Plutarch schaut durch das Fenster in die Wolken und ein sarkastisches Lächeln spielt um seine Lippen. »Dann dürften die nächsten Hungerspiele ziemlich unvergesslich werden. Apropos …« Er holt ein Fläschchen aus seinem Gewand, schüttet ein paar dunkellila Pillen in seine Hand und reicht sie uns. »Wir haben sie Nachtriegel genannt, dir zu Ehren, Katniss. Im Interesse der Rebellen können wir es uns jetzt nicht mehr leisten, dass einer von uns in Gefangenschaft gerät. Aber es ist völlig schmerzlos, das verspreche ich.«
Ich nehme eine der Pillen, weiß aber nicht, wo ich sie hintun soll. Plutarch tippt an eine Stelle an meiner Schulter, vorn am linken Ärmelansatz. Ich sehe mir die Stelle näher an und entdecke eine winzige Tasche, in der ich die Pille verstecken kann. Selbst mit gefesselten Händen könnte ich mich nach vorn beugen und die Tasche mit den Zähnen aufreißen.
Wie es aussieht, hat Cinna alle Eventualitäten bedacht.
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