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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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»Genau das ist mein Vorschlag«, unterbricht Haymitch sie. »Stellt sie aufs Schlachtfeld und haltet mit der Kamera drauf.«

»Aber die Leute denken doch, sie wäre schwanger«, wirft Gale ein.

»Wir streuen einfach das Gerücht, sie hätte das Baby durch den Stromschlag in der Arena verloren«, entgegnet Plutarch. »Ein tragisches Unglück. Zu traurig.«

Die Idee, mich ins Schlachtgetümmel zu schicken, löst eine heftige Diskussion aus. Doch Haymitchs Vorschlag ist bestechend. Wenn ich nur unter echten Bedingungen gut bin, dann sollte ich mich genau dahinein begeben. »Jedes Mal, wenn wir sie coachen oder ihr Texte vorgeben, können wir allenfalls hoffen, dass es ganz okay wird. Es muss aus ihr selbst herauskommen, darauf springen die Leute an.«

»Egal, wie vorsichtig wir sind, wir können für ihre Sicherheit nicht garantieren«, wendet Boggs ein. »Sie wird eine Zielscheibe für jeden …«

»Ich mache es«, unterbreche ich ihn. »Hier bin ich den Rebellen keine Hilfe.«

»Und wenn du getötet wirst?«, fragt Coin.

»Seht zu, dass ihr es auf Film kriegt. Dann könnt ihr ja das benutzen«, entgegne ich.

»Schön«, sagt Coin. »Aber eins nach dem anderen. Wir versuchen die am wenigsten gefährliche Situation zu finden, die spontan etwas in dir auslöst.« Sie tritt vor die erleuchteten Landkarten der Distrikte, die die Truppenbewegungen in diesem Krieg zeigen, und studiert sie. »Heute Nachmittag setzen wir sie in Distrikt 8 ab. Am Morgen hat es dort schwere Bombardements gegeben, aber die Angriffe scheinen vorbei zu sein. Sie geht bewaffnet und mit einem Trupp Leibwächter als Begleitung, Kamerateam am Boden. Haymitch, du bleibst im Hovercraft und hältst von dort den Kontakt. Schauen wir mal, wie’s läuft. Irgendwelche Anmerkungen?«

»Sie soll sich das Gesicht waschen«, sagt Dalton. Alle drehen sich zu ihm herum. »Ihr lasst sie wie fünfunddreißig aussehen, dabei ist sie doch noch ein Mädchen. Das fühlt sich verkehrt an. So was würde das Kapitol tun.«

Als Coin die Sitzung aufhebt, bittet Haymitch darum, unter vier Augen mit mir reden zu dürfen. Alle verlassen den Raum, bis auf Gale, der unschlüssig an meiner Seite bleibt. »Worüber machst du dir Sorgen?«, fragt Haymitch ihn. »Wenn hier einer einen Leibwächter braucht, dann ich.«

»Ist schon okay«, sage ich zu Gale, und da geht auch er. Jetzt hört man nur noch das Summen der Instrumente, das Schnurren der Belüftung.

Haymitch setzt sich auf den Stuhl mir gegenüber. »Sieht so aus, als müssten wir wieder zusammenarbeiten. Also los. Spuck’s aus.«

Ich denke an unseren handgreiflichen Meinungsaustausch neulich im Hovercraft. An die Verbitterung, die folgte. Aber ich sage nur: »Ich verstehe nicht, warum du Peeta nicht gerettet hast.«

»Ich weiß«, erwidert er.

Damit ist aber noch nicht alles gesagt. Und ich meine nicht die fehlende Entschuldigung. Wir waren ein Team. Wir hatten die Abmachung, Peeta zu retten. Eine alkoholgeschwängerte, unrealistische Abmachung, getroffen in finsterer Nacht, aber eine Abmachung. Und tief in mir spüre ich, dass wir beide versagt haben.

»Jetzt du«, fordere ich ihn auf.

»Ich verstehe nicht, wieso du ihn in der Nacht aus den Augen gelassen hast«, sagt Haymitch.

Ich nicke. Darum geht’s. »Immer wieder gehe ich es durch. Was ich hätte tun können, damit wir zusammenbleiben und trotzdem nicht das Bündnis aufkündigen müssen. Aber mir fällt nichts ein.«

»Du hattest keine Wahl. Und selbst wenn ich in dieser Nacht Plutarch dazu hätte bewegen können, dazubleiben und Peeta zu retten, hätte es den Verlust des ganzen Hovercrafts bedeutet. Wir sind sowieso nur mit knapper Not da rausgekommen.« Endlich sehe ich Haymitch in die Augen. Augen des Saums. Grau und tiefliegend und mit den Ringen schlafloser Nächte. »Er ist noch nicht tot, Katniss.«

»Das Spiel geht weiter.« Ich versuche, optimistisch zu klingen, doch meine Stimme versagt.

»Das Spiel geht weiter. Und ich bin immer noch dein Mentor.« Haymitch deutet mit seinem Filzstift auf mich. »Wenn du nachher da unten bist, denk dran, ich bin über dir. Ich habe den besseren Überblick, also tu, was ich dir sage.«

»Mal sehen«, gebe ich zurück.

Ich gehe wieder in den Ankleideraum, rubbele mir das Make-up vom Gesicht und schaue zu, wie die farbigen Schlieren im Abfluss verschwinden. Die Frau im Spiegel sieht fertig aus, mit unebener Haut und müden Augen, aber immerhin sieht sie aus wie ich. Ich reiße das Armband ab und lege die hässliche Aufspürernarbe frei. Da. Das sieht auch nach mir aus.

Beetee hilft mir mit der Rüstung, die Cinna für mich entworfen hat. Ein Helm aus gewebtem Metall, der den Kopf eng umschließt und so geschmeidig ist, dass ich ihn wie eine Stoffkapuze zurückstreifen kann, falls ich ihn nicht die ganze Zeit aufhaben will. Eine Weste als zusätzlicher Schutz über den lebenswichtigen Organen. Ein kleines weißes Headset, das über Kabel mit dem Kragen verbunden ist. An meinem Gürtel befestigt Beetee eine Maske, die ich aber nur im Fall eines Gasangriffs benutzen soll. »Setz sie sofort auf, wenn du mitbekommst, dass jemand ohne ersichtlichen Grund zu Boden geht«, schärft er mir ein. Schließlich schnallt er mir einen Köcher mit drei Fächern für die Pfeile auf den Rücken. »Denk dran: rechte Seite, Feuer. Linke Seite, Sprengstoff. Mitte, normal. Ich glaube nicht, dass du sie brauchen wirst, aber sicher ist sicher.«

Boggs erscheint, um mich hinunter zu den Flugzeugen zu bringen. Gerade als sich die Aufzugtür öffnet, kommt Finnick aufgeregt angelaufen. »Katniss, die lassen mich nicht mit! Es geht mir gut, hab ich gesagt, aber sie wollen mich nicht im Hovercraft mitfliegen lassen!«

Ich mustere Finnick - seine nackten Beine, die zwischen Bademantel und Schlappen hervorschauen, sein wirres Haar, die Schnur mit den Knoten zwischen seinen Fingern, der wilde Blick -, und mir wird bewusst, dass jedes Bitten meinerseits sinnlos sein wird. Ich halte es ja selbst für keine gute Idee, ihn mitzunehmen. Deshalb schlage ich mir mit der Hand gegen die Stirn, als wäre mir grad was eingefallen, und sage: »Fast hätte ich es vergessen! Blöde Gehirnerschütterung aber auch. Ich sollte dir von Beetee ausrichten, dass du dich bei den Geheimwaffen melden sollst. Er hat einen neuen Dreizack für dich entwickelt.«

Bei dem Wort Dreizack kommt der alte Finnick zum Vorschein. »Echt? Inwiefern neu?«

»Ich weiß es nicht. Aber wenn es so was ist wie mein Pfeil und Bogen, dann wirst du begeistert sein«, sage ich. »Allerdings musst du erst damit trainieren.«

»Stimmt. Natürlich. Dann schaue ich mal besser gleich unten bei Beetee vorbei«, sagt er.

»Finnick?«, sage ich. »Wie wär’s mit einer Hose?«

Er schaut an seinen Beinen herunter, als würde er seinen Aufzug erst jetzt bemerken. Dann reißt er sich den Bademantel vom Leib und steht nur noch in Unterhose da. »Wieso? Findest du das hier«, er wirft sich in eine alberne Pose, »etwa zu aufreizend?«

Das ist so lustig, dass ich lachen muss, und besonders lustig ist es, weil Boggs so unangenehm berührt wirkt. Außerdem bin ich froh, dass Finnick endlich wieder so klingt wie der, den ich beim Jubel-Jubiläum kennengelernt habe.

»Ich bin auch nur ein Mensch, Odair.« Ich schlüpfe in den Aufzug, die Tür schließt sich. »Tut mir leid«, sage ich zu Boggs.

»Kein Problem. Ich denke, du … du hast das gut hingekriegt«, sagt er. »Jedenfalls besser, als wenn ich ihn verhaftet hätte.«

»Ja«, sage ich. Ich werfe ihm einen schnellen Blick von der Seite zu. Er ist ungefähr Mitte vierzig, hat kurz rasiertes graues Haar und blaue Augen. Unglaubliche Statur. Er hat heute zweimal Dinge gesagt, die mich glauben lassen, dass wir eher Freunde als Feinde werden könnten. Vielleicht sollte ich ihm eine Chance geben. Allerdings ist er voll auf Coin gepolt …

Plötzlich klickt es mehrmals laut. Der Aufzug hält kurz an und bewegt sich dann nach links. »Fährt der zur Seite?«, frage ich.

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