Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
»Ich glaube beinahe, du willst dich über uns lustig machen«, sagte der Wirt bedächtig. »TaVeren«, murmelte Loial.
»Oh, es ist so geschehen«, sagte Rand. »Licht, hilf mir, es ist wahr.«
Meister Gills Zweifel schmolzen langsam dahin, als er fortfuhr, und wandelten sich zu leichter Unruhe. Der Wirt beugte sich immer weiter vor, bis er genau wie Rand nur noch auf der Kante seines Stuhls saß. Loial hörte gleichmütig zu, nur manchmal rieb er sich die breite Nase, und die Haarbüschel auf seinen Ohren zuckten ein wenig.
Rand erzählte alles, was geschehen war — alles, außer dem, was Elaida ihm zugeflüstert hatte. Und was Gawyn am Palasttor gesagt hatte. An das eine wollte er selbst nicht erinnert werden, das andere stand in keinem Zusammenhang mit den übrigen Geschehnissen. Ich bin der Sohn Tam alThors, auch wenn ich nicht in den Zwei Flüssen geboren wurde. Ich bin es! In mir ist das Blut der Zwei Flüsse, und Tam ist mein Vater.
Plötzlich wurde ihm klar, daß er verstummt war — ganz in Gedanken versunken -, und sie blickten ihn beide an. Einen beklemmenden Augenblick lang fragte er sich, ob er zuviel gesagt hatte.
»Also«, sagte Meister Gill, »jetzt kannst du nicht mehr auf deine Freunde warten. Du wirst die Stadt verlassen müssen, und zwar schnell. Spätestens in zwei Tagen. Kannst du in dieser Frist Mat wieder auf die Beine bringen, oder sollte ich Mutter Grubb bestellen?«
Rand sah ihn verblüfft an. »In zwei Tagen?«
»Elaida ist Königin Morgases Ratgeberin und kommt gleich nach Generalhauptmann Gareth Bryne selbst. Vielleicht sogar vor ihm. Wenn sie die Garde der Königin aussendet, um nach dir zu suchen — Lord Gareth wird sie nicht aufhalten, solange sie sie nicht in der Ausübung ihrer anderen Pflichten behindert — na ja, die Garde kann alle Schenken in Caemlyn in ungefähr zwei Tagen absuchen. Und ich rechne einmal ein, daß kein unglücklicher Zufall sie bereits am ersten Tag oder in der ersten Stunde hierher führt. Vielleicht dauert es ein wenig länger, wenn sie mit dem Gasthaus Krone und Löwe beginnen, aber es ist keine Zeit zum Herumtrödeln.«
Rand nickte bedächtig. »Wenn ich Mat nicht aus dem Bett herausbringe, schickt Ihr nach Mutter Grubb. Ich habe noch ein wenig Geld übrig. Vielleicht reicht es.«
»Ich kümmere mich um Mutter Grubb«, sagte der Wirt barsch. »Und ich denke, ich kann euch ein paar Pferde ausleihen. Wenn ihr versucht, nach Tar Valon zu laufen, dann werdet ihr schon nach der Hälfte des Weges das, was von euren Stiefeln noch übrig ist, durchgelaufen haben.«
»Ihr seid ein guter Freund«, sagte Rand. »Es scheint, wir bringen Euch nur in Schwierigkeiten, und trotzdem seid Ihr bereit zu helfen. Ein guter Freund.«
Meister Gill schien verlegen. Er zuckte die Achseln, räusperte sich und blickte zu Boden. Das führte seinen Blick zurück zum Spielbrett, doch er riß sich gleich wieder davon los. Loial war tatsächlich im Begriff zu gewinnen. »Also gut, Thom ist ja auch immer ein guter Freund für mich gewesen. Wenn er gewillt ist, euch so zu helfen, dann kann ich auch ein wenig dazu beitragen.«
»Ich würde gern mit dir kommen, wenn du abreist, Rand«, sagte Loial plötzlich.
»Ich dachte, das sei entschieden, Loial.« Er zögerte -Meister Gill kannte die ganze Gefahr immer noch nicht -und fügte dann hinzu: »Du weißt, was auf Mat und mich wartet, was uns verfolgt.«
»Schattenfreunde«, antwortete der Ogier in seinem gelassenen Grollton, »und Aes Sedai und das Licht weiß was noch. Oder der Dunkle König. Du gehst nach Tar Valon, und dort befindet sich ein sehr schöner Hain, von dem ich gehört habe, daß ihn die Aes Sedai gut pflegen. Außerdem gibt es noch mehr in der Welt zu sehen als nur die Haine. Du bist wahrhaftig taVeren, Rand. Das Muster formt sich um dich herum, und du stehst in der Mitte.«
Dieser Mann steht in der Mitte. Rand schauderte. »Ich stehe in überhaupt keiner Mitte«, widersprach er grob.
Meister Gill blinzelte, und sogar Loial schien vor seinem Ärger zu erschrecken. Der Wirt und der Ogier sahen einander an und blickten dann zu Boden. Rand zwang sich, das Gesicht zu entspannen, und atmete ein paarmal tief ein. Zu seinem Erstaunen konnte er das Nichts heraufbeschwören, was er zuletzt meist nicht fertiggebracht hatte, und gewann wieder an Ruhe. Sie hatten seinen Ärger nicht verdient.
»Du kannst mitkommen, Loial«, sagte er. »Ich weiß zwar nicht, warum du das willst, aber ich bin dankbar für deine Gesellschaft. Du... du weißt, in welchem Zustand Mat ist.«
»Ich weiß«, sagte Loial. »Ich kann mich immer noch nicht auf die Straße wagen, ohne daß der Mob mir ›Trolloc‹ nachschreit. Aber Mat gebraucht wenigstens nur Worte. Er hat nicht versucht, mich umzubringen.«
»Natürlich nicht«, sagte Rand. »Doch nicht Mat.« So weit würde er nicht gehen. Mat nicht.
Es klopfte an der Tür, und eine der Bedienungen, Gilda, steckte den Kopf ins Zimmer. Ihre Mundpartie war angespannt, und ihre Augen blickten besorgt. »Meister Gill, kommt bitte schnell. Es sind Weißmäntel im Schankraum.«
Meister Gill sprang mit einem Fluch auf. Die Katze sprang erschrocken vom Tisch und stolzierte mit steif erhobenem Schwanz beleidigt aus dem Raum. »Ich komme schon. Renn und sag ihnen, daß ich komme, und dann halte dich von ihnen fern. Hörst du, Mädchen? Halt dich von ihnen fern.« Gilda nickte und verschwand. »Ihr solltet am besten hierbleiben«, sagte er zu Loial.
Der Ogier schnaubte, ein Laut, als zerrissen Leintücher. »Ich lege keinen Wert auf weitere Zusammentreffen mit den Kindern des Lichts.«
Meister Gills Blick fiel auf das Spielbrett, und seine Stimmung schien sich zu bessern. »Sieht so aus, als müßten wir später noch einmal zu spielen beginnen.«
»Nicht nötig.« Loial streckte einen Arm nach dem Bücherregal aus und nahm sich ein Buch herunter. Seine Hände waren viel größer als der in Leinen gebundene Band. »Wir können so weitermachen, wie die Steine liegen. Ihr seid dran.«
Meister Gill verzog sein Gesicht. »Wenn nicht das eine schiefgeht, dann das andere«, schimpfte er leise, als er aus dem Raum eilte.
Rand folgte ihm, jedoch langsam. Er hatte nicht mehr Lust als Loial, mit den Kindern zusammenzutreffen. Dieser Mann steht in der Mitte. Er blieb an der Tür zum Schankraum stehen, wo er sehen konnte, was drinnen vor sich ging, aber weit genug hinten, daß er hoffen konnte, nicht bemerkt zu werden. Totenstille herrschte in dem großen Raum. Fünf Weißmäntel standen mitten drin und wurden von den Leuten an den anderen Tischen betont mißachtet. Einer von ihnen trug den silbernen Blitz eines Unteroffiziers unter dem Sonnensymbol an seinem Umhang. Lambgwin lehnte an der Wand neben der Eingangstür und reinigte ganz konzentriert seine Fingernägel mit einem Holzsplitter. Vier weitere der von Meister Gill angeheuerten Wächter hatten sich mit ihm an der Wand entlang verteilt. Alle gaben sich größte Mühe, den Weißmänteln keinerlei Aufmerksamkeit zu schenken. Falls die Kinder des Lichts etwas bemerkt hatten, ließen sie es sich nicht anmerken. Nur der Unteroffizier zeigte überhaupt eine Regung, denn er klatschte sich seine mit Stahl verstärkten Stulpenhandschuhe ständig ungeduldig in die Handfläche, während er auf den Wirt wartete.
Meister Gill durchquerte schnell den Raum zu ihm herüber. Er blickte vorsichtig neutral drein. »Das Licht erleuchte Euch«, sagte er und verbeugte sich höflich, doch nicht zu tief, aber auch nicht zu nachlässig, um bereits als Beleidigung zu wirken, »und unsere gute Königin Morgase. Wie kann ich Euch helfen... «
»Ich habe keine Zeit für Euer Geschwätz, Wirt«, fauchte der Unteroffizier. »Ich war heute schon in zwanzig Schenken, und eine ist ein größerer Saustall als die letzte. Bevor die Sonne untergeht, werde ich noch zwanzig mehr sehen. Ich suche nach Schattenfreunden -einem Jungen von den Zwei Flüssen... «