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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Sie… wollen… –

Ja, ich will.

Erlauben Sie mir, Ihnen zu sagen, daß Sie durchaus nicht parlamentarisch sind, mein lieber Vicomte.

Ich will es nicht sein, erwiderte der junge Mann aufstehend, ich verlange den Widerruf einer Meldung, die Sie gestern veröffentlich haben, und ich werde ihn erhalten. Sie sind mein Freund, fuhr Albert mit gepreßten Lippen fort, als er sah, daßBeauchamp seinerseits das Haupt verächtlich zu erheben anfing, Sie sind mein Freund, und als solcher kennen Sie mich hoffentlich hinreichend, um meine Hartnäckigkeit unter solchen Umständen zubegreifen.

Bin ich Ihr Freund, Morcerf, so werden Sie durch Worte, wie ich sie eben gehört, am Ende machen, daß ich es vergesse… Doch ärgern wir uns nicht, oder wenigstens noch nicht,… Sie sind unruhig, gereizt, aufgebracht… Sagen Sie, wer ist der Verwandte, der Fernand heißt?

Es ist ganz einfach — mein Vater, Herr Fernand Mondego, Graf von Morcerf, ein alter Militär, der zwanzig Schlachten gesehen, und dessen edle Narben man nun gern mit Gassenkotbedecken möchte.

Ihr Vater? riefBeauchamp, dann ist es etwas anderes: ichbegreife Ihre Entrüstung, mein lieber Albert… Lesen wir abermals…

Und er las die Note, auf jedes Wort einen Nachdruck legend.

Aber woraus sehen Sie, daß der Fernand dieser Zeitung Ihr Vater ist?

Nirgends, ich weiß es wohl, aber andere werden es sehen. Deshalbwill ich, daß die Sache widerrufen wird.

Bei den Worten» will ich«schlugBeauchamp die Augen zu Morcerf auf, senkte sie aber sogleich wieder und verharrte einige Sekunden im Nachdenken.

Nicht wahr, Sie werden diese Note widerrufen, wiederholte Morcerf mit wachsendem, jedoch verhaltenem Zorn.

Ja, sagteBeauchamp.

Dann ist es gut! — Doch erst, wenn ich mich überzeugt habe, daß die Angabe falsch ist.

Wie? — Ja, die Sache verdient wohl, aufgeklärt zu werden.

Aber was finden Sie denn daran aufzuklären? versetzte Albert ganz außer sich. Wenn Sie nicht glauben, daß es mein Vater ist, so sagen Sie es auf der Stelle; glauben Sie, daß er es ist, so geben Sie mir Rechenschaft davon.

Beauchamp schaute Albert mit jenem ihm eigentümlichen Lächeln an, das die Schattierung aller Leidenschaften auszudrücken vermochte, und erwiderte: Mein Herr, wenn Sie gekommen sind, um Rechenschaft von mir zu verlangen, so hätten Sie nicht von Freundschaft und anderen Dingen sprechen sollen, die ich seit einer halben Stunde anzuhören die Geduld habe. Wollen Sie nun auf dieses Terrain übergehen?

Ja, wenn Sie die Verleumdung nicht widerrufen!

Einen Augenblick Geduld, keine Drohungen, wenn es gefällig ist, Herr Fernand Mondego, Vicomte von Morcerf, ich dulde sie nicht von meinen Feinden und noch viel weniger von meinen Freunden. Sie wollen also, daß ich dieBehauptung über den General Fernand, an der ichbei meinem Ehrenworte keinen Anteil genommen habe, widerrufe?

Ja, ich will es! sagte Albert, dessen Kopf sich zu verwirren anfing.

Sonst werden wir uns schlagen? fuhrBeauchamp mit derselben Ruhe fort.

Ja, erwiderte Albert, die Stimme erhebend.

Wohl! hören Sie meine Antwort, mein lieber Herr: DieseBehauptung ist nicht von mir eingerückt worden, ich kannte sie nicht. Doch Sie haben durch Ihren Schritt meine Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt, an der ich festhalte; die Sache wird alsobestehenbleiben, bis sie irgend jemand mit Fug und Recht widerlegt oderbestätigt hat.

Mein Herr, sagte Albert aufstehend, ich werde die Ehre haben, Ihnen meine Zeugen zu schicken; sie werden sich mit Ihnen über den Ort und die Waffenbesprechen.

Sehr gut, mein lieber Herr.

Und heute abend, wenn es Ihnenbeliebt, oder morgen spätestens treffen wir uns.

Nein! nein! Ich werde mich zur Stelle einfinden, wenn es sein muß, doch meiner Ansicht nach ist die Stunde noch nicht gekommen. Ich verlange drei Wochen; dann treffen wir uns, und ich sage Ihnen: Ja, dieBehauptung ist falsch, und widerrufe sie, oder: Ja, die Sache ist wahr, und ich ziehe nach Ihrer Wahl den Degen aus der Scheide, oder nehme die Pistole aus dem Kasten.

Drei Wochen, rief Albert, drei Wochen sind drei Jahrhunderte, während deren ich entehrtbin.

Wären Sie mein Freund geblieben, so hätte ich gesagt: Geduld, Freund. Nun haben Sie sich zu meinem Feinde gemacht, und ich sage Ihnen: Was liegt mir daran, mein Herr!

Wohl, es sei, in drei Wochen! rief Morcerf. Dochbedenken Sie, nach drei Wochen kann Sie weder ein Aufschub, noch eine Ausflucht mehr frei machen…

Herr von Morcerf, sagteBeauchamp, ebenfalls aufstehend, ich kann Sie erst in drei Wochen zur Tür hinauswerfen, und Sie sind erst zu dieser Zeitberechtigt, mir den Kopf zu spalten. Bis dahin ersparen wir uns alles Gebelle zweier Doggen, die einander gegenüber an der Kette liegen.

Hierauf grüßteBeauchamp den jungen Mann mit ernster Miene und ging in seine Druckerei.

Albert entfernte sich, und während er über denBoulevard fuhr, erblickte er Morel, der mit erhobenem Haupte und strahlenden Augen in der Richtung nach der Madeleine vorüberging.

Ah! sagte er seufzend, das ist ein glücklicher Mensch.

Zufällig täuschte er sich nicht.

Die Limonade.

Morel war wirklich sehr glücklich. Herr Noirtier hatte nach ihm geschickt, und es drängte ihn, die Veranlassung dazu zu erfahren. Erbegabsich also in größter Eile nach dem Faubourg Saint‑Honoré, so daß der armeBarrois Mühe hatte, ihm zu folgen. Morel war einunddreißig Jahre alt, Barrois sechzig; Morel war liebestrunken, Barrois von der großen Hitze angegriffen. Als sie am Ziele waren, ließ der alte Diener Morel durch diebesondere Tür eintreten, schloß die Tür des Kabinetts, undbald kündigte ein Streifen des Kleides auf demBoden ValentinesBesuch an, die in ihren Trauergewändern zum Entzücken schön war, Der Traum wurde so süß für Morel, daß er fast die Unterredung mit Noirtier ganz vergessen hätte: dochbald ließ sich der auf demBoden rollende Lehnstuhl des Greises hören, und er erschien.

Noirtier nahm wohlwollend die Danksagungen entgegen, mit denen ihn Morel für die wunderbare Vermittelung überhäufte, die ihn und Valentine vor der Verzweiflung gerettet hatte. Dannbegann Valentine, die schüchtern und fern von Morel da saß, nachdem NoirtiersBlick sie zum Reden aufgefordert hatte: Herr Morel, mein guter Papa Noirtier hat Ihnen tausend Dinge zu sagen, die er mir seit drei Tagen mitgeteilt hat. Heute läßt er Sie rufen, damit ich sie Ihnen mitteile; ich werde Ihnen alles, ohne ein Wort zu ändern, wiederholen, da er mich zu seiner Dolmetscherin gewählt hat.

Oh! ich höre mit der größten Ungeduld, antwortete der junge Mann, sprechen Sie, mein Fräulein.

Valentine schlug die Augen nieder, es war dies ein Vorzeichen, das Morel süß dünkte, denn Valentine war nur im Glücke schwach.

Mein Großvater will dieses Haus verlassen, sagte sie, Barrois sucht eine andere Wohnung für ihn.

Doch Sie, mein Fräulein, entgegnete Morel, Sie, die Sie Herrn Noirtier so teuer sind?

Ich, sagte das Mädchen, werde meinen Großvater nicht verlassen, das ist eine zwischen uns abgemachte Sache. Meine Wohnung wirdbei der seinigen sein. Entweder erhalte ich die Einwilligung des Herrn von Villefort, meinen Aufenthaltbei Papa Noirtier zu nehmen, oder man verweigert es mir. Im ersten Falle gehe ich schon jetzt, im zweiten warte ich meine Volljährigkeit ab, die in zehn Monaten eintritt. Dannbin ich frei, dannbesitze ich ein Vermögen, und mit Genehmigung meines guten Papas halte ich das Versprechen, das ich Ihnen geleistet habe.

Valentine sagte die letzten Worte so leise, saß Morel sie kaum zu hören im stande war.

Habe ich nicht Ihren Gedanken ausgedrückt, guter Papa? fügte Valentine, zum Greise gewendet, hinzu.

Ja, machte der Greis.

Bin ich einmalbei meinem Großvater, so wird Herr Morel mich in Gegenwart dieses guten und würdigenBeschützers sehen können, sagte Valentine. Wenn dasBand, das unsere vielleicht launenhaften oder unwissenden Herzen zu knüpfenbegonnen haben, uns nach unserer Erfahrung ein zukünftiges Glück gewährleistet, dann kann mich Herr Morel von mir verlangen… ich erwarte ihn.

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