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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Dann schlagen wir uns.

Nein, Sie werden sich nicht schlagen, denn er wird Ihnen antworten, es habe in der griechischen Armee vielleicht fünfzig Offiziere namens Fernand gegeben.

Wir werden uns trotz dieser Antwort schlagen. Oh! es ist mein unabänderlicher Wille, daß dies aufhöre… Mein Vater, ein so edler Soldat, eine so erhabene Laufbahn…

Oder er wird in seine Zeitung einrücken: Wir haben Grund, zu glauben, daß dieser Fernand mit dem Herrn Grafen von Morcerf, dessen Taufname ebenfalls Fernand ist, nichts gemein hat.

Ich muß einen vollständigen, unbeschränkten Widerruf haben und werde mich hiermit nichtbegnügen.

Sie schicken ihm also Zeugen? — In.

Sie haben unrecht. — Das heißt, Sie verweigern mir den Dienst, den ich von Ihnen verlange?

Ah! Sie kennen meine Theorie inBeziehung auf das Duell; ich habe Ihnen, wie Sie sich vielleicht erinnern, mein Glaubensbekenntnis hierüber in Rom abgelegt.

Und dennoch, mein lieber Graf, habe ich Sie soebenbei einerBeschäftigung gefunden, welche mit dieser Theorie wenig im Einklange steht.

Mein lieber Freund, Siebegreifen, man muß nie ausschließlich sein. Wenn man mit den Narren lebt, muß man mit Narrheiten rechnen; jeden Augenblick kann irgend ein verbranntes Gehirn, das nicht mehr Ursache hat, mit mir Streit zu suchen, als SiebeiBeauchamp, wegen der erstenbesten Lumperei zu mir kommen oder mir Zeugen schicken, oder mich an einem öffentlichen Ortebeleidigen. Nun wohl, dieses verbrannte Gehirn muß ich töten.

Sie geben also zu, daß Sie sich selbst schlagen würden? — Bei Gott! ganz gewiß.

Warum soll ich mich dann nicht schlagen?

Ich sage durchaus nicht, Sie sollen sich nicht schlagen; ich sage nur, das Duell sei eine ernste Sache, die man überlegen müsse.

Hat er es überlegt, als er meinen Vaterbeschimpfte?

Wenn er es nicht überlegt hat und Ihnen dies zugesteht, so müssen Sie ihm nicht grollen.

Oh! lieber Graf, Sie sind viel zu nachsichtig!

Und Sie viel zu streng. Sehen Sie, ich setze voraus… hören Sie wohl, ich setze voraus… Ärgern Sie sich nicht über das, was ich Ihnen sagen werde.

Ich höre.

Ich setze voraus, die angegebene Sache sei wahr.

Ein Sohn darf eine solche Voraussetzung, wenn die Ehre seines Vaters inBetracht kommt, nicht zugeben.

Mein Gott! wir leben in einer Zeit, wo man so vieles zugeben muß. — Das ist gerade die Schmach dieser Zeit.

Haben Sie vielleicht die Anmaßung, sie reformieren zu wollen? — Ja, soweit es michbetrifft.

Mein Gott, welch ein Starrkopf sind Sie doch, lieber Freund! — Sobin ich nun einmal.

Sind Sie unzugänglich für gute Ratschläge? — Nein, wenn sie von einem Freunde kommen.

Halten Sie mich für Ihren Freund? — Ja.

Nun wohl, so erkundigen Sie sich, ehe Sie Ihre Zeugen zuBeauchamp schicken. — Bei wem?

Bei Haydee zumBeispiel. — Warum eine Frau in diese ganze Geschichte mischen? Was kann sie dabei tun?

Ihnen erklären, daß Ihr Vater keinen Anteil an der Niederlage oder an dem Tode des ihrigen hat, oder Ihnen hierüber Aufklärung geben. Hätte Ihr Vater zufälligerweise das Unglück gehabt…

Ich sagte Ihnenbereits, mein lieber Graf, ich könnte eine solche Voraussetzung nicht zugeben.

Sie schlagen dieses Mittel also aus? — Ich schlage es aus.

Dann einen letzten Rat. — Es sei! doch den letzten.

Schicken Sie keine Zeugen zuBeauchamp! — Erklären Sie sich.

Sie müssen mitBeauchamp reden. Ist er geneigt, zu widerrufen, so muß man ihm das Verdienst des guten Willens lassen, und der Widerruf erfolgt ja trotzdem. Weigert er sich aber, so ist es immer noch Zeit, zwei Fremde ins Geheimnis zu ziehen.

Es werden nicht zwei Fremde, sondern zwei Freunde sein.

Die Freunde von heute sind die Feinde von morgen

Ah! zumBeispiel? — Beauchamp zumBeispiel.

Also… — Also empfehle ich Ihnen Klugheit.

Sie glauben somit, ich sollteBeauchamp selbst aufsuchen? — Ja, allein. Wenn man etwas von der Eitelkeit eines Menschen erhalten will, so muß man diese Eitelkeitbis zum Scheine eines Zwanges schonen.

Ich glaube, Sie haben recht. Gehen Sie! Doch es wäre am Endebesser, gar nicht zu gehen. — Das ist unmöglich.

Machen Sie es also auf diese Art; es wird immer nochbesser sein, als das, was Sie tun wollten.

Doch lassen Sie hören. Wenn es trotz meiner Vorsicht und trotz meines Verfahrens zum Duell kommt, werden Sie mir als Zeuge dienen?

Nein, lieber Vicomte, entgegnete Monte Christo, Sie konnten sehen, daß ich geeigneten Ortes und zu geeigneter Zeit stets zu Ihren Dienstenbereit war; doch der Dienst, den Sie heute von mir verlangen, liegt außerhalbdes Kreises, den ich zu leisten imstandebin.

Warum? — Sie werden es eines Tages erfahren.

Doch inzwischen?

Bitte ich Sie um Nachsicht für ein Geheimnis.

Es ist gut. Ich nehme Franz und Chateau‑Renaud.

Nehmen Sie Franz und Chateau‑Renaud, das wird vortrefflich sein.

Doch wenn ich mich schlage, geben Sie mir wenigstens eine Lektion im Degen oder in der Pistole!

Nein, das ist abermals unmöglich.

Sonderbarer Mann! Sie wollen sich also in nichts mischen? — Durchaus in nichts.

So sprechen wir nicht mehr davon. Gottbefohlen, Graf. — Gottbefohlen, Vicomte.

Morcerf nahm seinen Hut und ging. Vor der Tür fand er sein Kabriolett, und seinen Zorn so gut wie möglichbewältigend, ließ er sich zuBeauchamp fahren, der sich in seinem Redaktionszimmerbefand.

Man meldete ihm Albert von Morcerf. Er ließ sich die Meldung zweimal wiederholen; dann rief er: Herein! Albert erschien. Beauchamp stieß einen Ausruf der Überraschung aus, als er seinen Freund erblickte.

Willkommen, lieber Albert, rief er, dem jungen Manne die Hand reichend; was zum Teufelbringt Sie zu mir? Haben Sie sich verirrt, wie der kleine Däumling, oder wollen Sie nur mit mir frühstücken? Suchen Sie einen Stuhl zubekommen; halt, dort, neben dem Geranium, das mich allein daran erinnert, daß es auf der WeltBlätter gibt, die keine Papierblätter sind.

Beauchamp, erwiderte Albert, ich komme, um über Ihr Journal mit Ihnen zu sprechen.

Sie, Morcerf, was wünschen Sie?

Ich verlange eineBerichtigung.

Sie, eineBerichtigung! Worüber, Albert? Aber setzen Sie sich doch!

Ich danke, erwiderte Albert zum zweiten Male mit einem leichten Zeichen des Kopfes.

Erklären Sie sich!

EineBerichtigung über eine Tatsache, welche die Ehre eines Mitgliedes meiner Familie angreift.

Gehen Sie doch! riefBeauchamp erstaunt; was für eine Tatsache? Das kann nicht sein.

Die Tatsache, die man Ihnen aus Janina mitgeteilt hat. — Aus Janina?

Ja, aus Janina. Wahrlich, Sie sehen aus, als obSie nicht wüßten, was mich hierher führt. — Bei meiner Ehre!..Baptiste, eine Zeitung von gestern!

Es ist nicht nötig, ichbringe Ihnen die meine.

Beauchamp las: Man schreibt uns aus Janina u. s. w.

Siebegreifen, die Sache ist ernster Natur, sagte Morcerf, alsBeauchamp geendigt hatte.

Dieser Offizier ist also Ihr Verwandter? fragte der Journalist.

Ja, antwortete Albert errötend.

Nun, was soll ich tun, um Ihnen angenehm zu sein? sagteBeauchamp mit weichem, freundlichem Tone.

Es wäre mir sehr lieb, Beauchamp, wenn Sie dies widerrufen würden.

Beauchamp schaute Albert mit wohlwollender Aufmerksamkeit an und erwiderte sodann: Hören Sie, das wird uns Anlaß zu einem langen Gespräche geben, denn es ist immer etwas Ernstes um einen Widerruf. Setzen Sie sich, ich will die paar Zeilen noch einmal lesen.

Albert setzte sich, undBeauchamp las die Zeilen noch aufmerksamer als das erstemal.

Nun, Sie sehen, sagte Albert fest, ja schroff, Sie sehen man hat in Ihrer Zeitung ein Mitglied meiner Familiebeleidigt, und ich will einen Widerruf.

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