Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Oh! rief Morel, versucht, vor dem Greise und Valentine niederzuknien; oh! was habe ich denn in meinem Leben Gutes getan, um so viel Glück zu verdienen.
Bis dahin, fuhr das Mädchen mit seiner reinen, ernsten Stimme fort, bis dahin werden wir die Schicklichkeit und den Willen unserer Eltern achten, insofern dieser Wille nicht dahin geht, uns für immer zu trennen; mit einem Worte, wir werden warten.
Und die Opfer, die dieses Wort auferlegt, mein Fräulein, ich schwöre Ihnen, sie zu erfüllen, nicht mit Resignation, sondern mit dem Gefühle des Glückes.
Also keine Unklugheiten mehr, sagte Valentine, mit einem für Maximilian süßenBlicke; gefährden Sie nicht die, mein Freund, die sich von heute an alsbestimmt, rein und würdigbetrachtet, Ihren Namen zu tragen.
Morel legte seine Hand auf sein Herz.
Noirtier schautebeide voll Zärtlichkeit an. Barrois, der im Hintergrunde stehen geblieben war, lächelte, große Schweißtropfen von seiner kahlen Stirn abtrocknend.
Mein Gott! wie heiß es dem gutenBarrois ist! rief Valentine.
Ah! das kommt davon her, daß ich stark gelaufenbin, erwiderteBarrois; doch Herr Morel, ich muß ihm diese Gerechtigkeit widerfahren lassen, lief noch schneller als ich.
Noirtierbezeichnete mit dem Auge eine Platte, auf der eine Flasche mit Limonade und ein Glas standen. Was in der Flasche fehlte, war eine halbe Stunde vorher von Noirtier getrunken worden.
Nimm, guterBarrois, sagte das Mädchen, nimm, denn ich sehe, daß deine Augen gierig nach der Flasche zielen.
Ich sterbe allerdings vor Durst, erwiderteBarrois.
Trink also, versetzte Valentine, und komm in einem Augenblick wieder.
Barrois trug die Platte fort, und kaum war er im Gange, so sah man ihn durch die Tür, die er zu schließen vergessen hatte, das Haupt rückwärts neigen und das Glas, das ihm Valentine gefüllt, leeren.
Valentine und Morel nahmen in Noirtiers Gegenwart voneinander Abschied, als man die Glocke auf Villeforts Treppe ertönen hörte. Valentine schaute nach der Uhr.
Es ist Mittag, sagte sie, heute ist Samstag, guter Papa, ohne Zweifel kommt der Doktor; er wird hierher kommen, und Herr Morel muß gehen, nicht wahr, guter Papa? — Ja, antwortete der Greis.
Barrois! rief Valentine, Barrois, komm! Man hörte die Stimme des alten Dieners antworten: Ich komme.
Barrois wird Siebis zur Tür zurückführen, sagte Valentine zu Morel; und nun erinnern Sie sich, mein Herr Offizier, daß mein guter Papa Ihnen einschärft, keinen Schritt zu wagen, der unser Glück gefährden könnte.
Ich habe versprochen, zu warten, sagte Morel, und ich werde warten.
In diesem Augenblick tratBarrois ein.
Wer hat geläutet? fragte Valentine.
Der Herr Doktor d'Avrigny, erwiderteBarrois, auf seinenBeinen wankend.
Aber was hast du denn, Barrois? fragte Valentine.
Der Greis antwortete nicht, er schaute nur seinen Herrn mit irren Augen an, während er mit seiner krampfhaft zusammengezogenen Hand eine Stütze suchte, um sich aufrecht halten zu können.
Er wird fallen, rief Morel.
Barrois' Zittern vermehrte sich wirklich zusehends, von krampfhaftenBewegungen der Gesichtsmuskeln verstört, verrieten seine Gesichtszüge einen sehr heftigen nervösen Anfall. Er machte einige Schritte auf seinen Herrn zu und sagte: Mein Gott! was habe ich denn? Ich leide… ich sehe nicht mehr… Tausend feurige Punkte durchkreuzen meinen Schädel. Oh! berühren Sie mich nicht, berühren Sie mich nicht!
Die Augen wurden wirklich stier und hervorspringend, und der Kopf fiel zurück, während der untere Teil des Körpers erstarrte.
Valentine stieß erschrocken einen Schrei aus. Morel faßte sie in seine Arme, als wollte er sie gegen eine unbekannte Gefahrbeschützen.
Herr d'Avrigny! Herr d'Avrigny! rief Valentine mit erstickter Stimme, herbei! zu Hilfe!
Barrois drehte sich um, machte drei Schritte rückwärts, stolperte, fiel zu Noirtiers Füßen nieder, stützte seine Hand auf dessen Knie und rief: Mein Herr! mein guter Herr!
In diesem Augenblick erschien Herr von Villefort, durch das Geschrei herbeigezogen, auf der Schwelle.
Morel ließ die halbohnmächtige Valentine los, warf sich zurück, drückte sich in die Ecke des Zimmers und verschwand fast hinter einem Vorhang.
Noirtier kochte in seinein Innern vor Ungeduld und Schrecken, seine Seele flog dem armen Greise zu Hilfe, der mehr sein Freund, als sein Diener war. Man sah den furchtbaren Kampf des Lebens und des Todes auf seiner Stirn. Das Gesicht heftigbewegt, die Augen mitBlut unterlaufen, den Hals zurückgeworfen, lagBarrois, mit den Händen auf denBoden schlagend, vor Noirtier, während seine steif gewordenenBeine eherbrechen zu müssen, als sich zubiegen schienen. Ein leichter Schaum stieg auf seine Lippen, und er atmete schmerzhaft. Erstaunt verweilte Villefort einige Sekunden vor diesemBilde, dasbei seinem Eintritt in das Zimmer seineBlicke fesselte. Dann stürzte er mitbleichem Antlitz nach der Tür und rief: Doktor! Doktor! kommen Sie, kommen Sie!
Gnädige Frau! rief Valentine, zu ihrer Stiefmutter eilend, und sich dabei am Treppengeländer stoßend, kommen Sie schnell, undbringen Sie Ihr Flacon!
Was gibt es denn? fragte die metallartig klingende Stimme der Frau von Villefort.
Aber wo ist denn der Doktor? rief Villefort.
Fran von Villefort stieg langsam die Treppe herab; man hörte dieBretter unter ihren Füßen knacken. In einer Hand hielt sie ein Taschentuch, mit dem sie sich das Gesicht abtrocknete, in der andern ein Flacon mit englischem Salz. Ihr ersterBlick war, als sie zur Tür kam, auf Noirtier gerichtet, dessen Gesicht, abgesehen von einer unter solchen Umständen natürlichen Aufregung, eine vollkommene Gesundheit andeutete; ihr zweiterBlick traf den Sterbenden. Sie erbleichte, und ihr Auge richtete sich wieder auf Noirtier.
Aber in des Himmels Namen! wo ist der Doktor? fragte Villefort; er ging zu Ihnen hinein. Sie sehen, es ist ein Schlaganfall; mit einem Aderlaß kann man ihn retten.
Hat er vor kurzem gegessen? sagte Frau von Villefort, der Frage ihres Gatten ausweichend.
Gnädige Frau, antwortete Valentine, er hat nicht gefrühstückt, doch er ist heute stark gelaufen, um einen Auftrag zubesorgen, den ihn: der gute Papa gegeben hatte. Bei seiner Rückkehr trank er ein Glas Limonade.
Ah! rief Frau von Villefort, warum nicht Wein? Limonade, das ist schlimm.
Die Limonade war geradebei der Hand, in der Flasche des guten Papas; der armeBarrois hatte Durst und trank, was er eben fand.
Frau von Villefortbebte, Noirtier umfaßte sie gleichsam mit einem durchdringendenBlicke.
Er hat einen so kurzen Hals! sagte sie.
Gnädige Frau, sagte Villefort, wo ist Herr d'Avrigny? Antworten Sie mir, im Namen des Himmels!
Er istbei Eduard, der nicht ganz wohl ist, erwiderte sie endlich.
Villefort stürzte nach der Treppe, um ihn selbst zu holen.
Höre, sagte die junge Frau, Valentine ihr Flacon übergebend, man wird ihm ohne Zweifel zur Ader lassen. Ich gehe in mein Zimmer hinaus, denn ich kann den Anblick desBlutes nicht ertragen.
Kaum war sie fort, so trat Morel aus der düstern Ecke hervor, in die er sich zurückgezogen und wo ihnbei der allgemeinenBestürzung niemandbemerkt hatte.
Gehen Sie geschwind, Maximilian! sagte Valentine zu ihm, und warten Sie, bis ich Sie rufe.
Morelbefragte Noirtier durch eine Gebärde. Noirtier, der seine ganze Kaltblütigkeitbehalten hatte, machte ihm einbejahendes Zeichen.
Er drückte Valentines Hand an sein Herz und entfernte sich durch den geheimen Gang. Zu gleicher Zeit traten Villefort und der Doktor durch die entgegengesetzte Tür ein.