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Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]

Электронная книга - «Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]». Краткое содержание книги:

Tenebra, die Welt der Extreme, hatte sie eingefangen und ließ sie nicht mehr los. Nur der irdische Robotlehrer — eine Maschine konnte den Versuch zur Rettung der beiden Sternenkinder aus der Hölle von Tenebra unternehmen. Eine Temperatur von über 180 Grad, und ein Luftdruck von 800 Atmosphären und eine planetare Oberfläche, die täglich tiefgreifenden Veränderungen unterworfen war, machten der Maschine nichts aus.
Der Autor hat seit Jahren in den Kreisen der SFAnhänger einen ausgezeichneten Ruf, weil er es wie kaum ein anderer versteht, die Reaktionen von Lebewesen in einer fremden Umgebung lebensecht zu schildern.
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Raeker pfiff leise vor sich hin und zog nachdenklich die Augenbrauen in die Höhe. Rich dachte bereits, daß der andere sich wegen der Ereignisse auf Tenebra Sorgen mache, aber die Bildschirme zeigten noch immer das Flußbett. Der Diplomat beobachtete schweigend, wie der Roboter weiterrollte und schließlich das gegenüberliegende Ufer erreichte.

Es regnete noch immer, deshalb mußte Fagin die Scheinwerfer einschalten, um den Tropfen ausweichen zu können, bis Nick wieder bei Bewußtsein war.

Etwa zehn Minuten später setzten die beiden ihren Marsch fort, nachdem Nick eine neue Fackel entzündet hatte. Allerdings brauchten sie jetzt keine Verfolgung mehr zu befürchten.

Dann kam der Mann herein, der die Wache übernehmen sollte. Raeker ließ sich ungern ablösen, weil die Lage noch nicht völlig geklärt war; aber er wußte, daß kein Mensch die ganze Nacht lang konzentriert aufmerksam bleiben konnte. Deshalb wies er seine Ablösung ein und verließ dann zögernd den Raum.

„Ich kann bestimmt nicht gleich schlafen“, sagte er zu Rich. „Vielleicht gehen wir noch einmal in die Nachrichtenzentrale und sprechen mit Easy.“

„Vor zwei Stunden hat sie noch fest geschlafen“, antwortete der Vater des Mädchens. „Deswegen hatte ich Zeit für die Unterhaltung mit Ihnen. Aber wir können nachsehen, ob sie unterdessen aufgewacht ist.“

In der Zwischenzeit hatte sich nichts ereignet, berichtete der Nachrichtenoffizier; aber die beiden Männer ließen sich trotzdem vor dem Bildschirm nieder. Beide schwiegen, denn jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.

Raeker war schon fast eingeschlafen, als Easys Stimme aus dem Lautsprecher drang.

„Dad! Hörst du mich?“ Rich war bestimmt genauso schläfrig wie Raeker, aber er antwortete sofort.

„Ja, Liebling. Was ist los?“

„Wir bewegen uns. ›Mina‹ schläft noch, und ich will ihn nicht aufwecken, aber ich dachte, ich sollte es dir lieber sagen.“

„Sprich lieber gleich mit Doktor Raeker; er kennt Tenebra besser als jeder andere.“

„Ausgezeichnet. Doktor Raeker, Sie erinnern sich doch noch an die erste Nacht nach unserer Landung auf Tenebra, als das Wasser allmählich höher stieg?“

„Ja, Easy. Vermutlich hat der Regen die Säure verdünnt, so daß der Bathyskaph tiefer eintauchte.“

„Seitdem ist es jede Nacht wieder so gewesen; wir liegen so tief im Wasser, daß sogar die oberen Bullaugen überspült werden.“

„Ich verstehe, was Sie damit sagen wollen. Aber in diesem Fall könnt ihr doch überhaupt nicht hinaussehen, vermute ich; wie haben Sie also festgestellt, daß der Bathyskaph sich bewegt?“

„Wenn ich die Scheinwerfer einschalte, sehe ich genug; wir befinden uns auf dem Boden eines Meeres oder eines Sees, wo deutlich Felsen und Pflanzen zu erkennen sind. Wir bewegen uns langsam darüber hinweg und stoßen nur gelegentlich an.“

„Aha. Ich glaube nicht, daß ein Grund zur Besorgnis besteht, obwohl ich selbst gern wissen möchte, was diese plötzliche Veränderung hervorgerufen hat. Bei Tagesanbruch verdampft das zusätzliche Wasser, so daß der Bathyskaph wieder an die Oberfläche gelangt, falls er sich noch in einem See oder Meer befindet. Vielleicht schwimmt ihr aber auch in einem Fluß, so daß ihr strandet, wenn das Wasser verdunstet. Wenigstens ist dann die Landschaft etwas abwechslungsreicher.

Unsere größte Schwierigkeit besteht darin, eure genaue Position auszumachen. Wenn ihr jede Nacht in eine andere Richtung treibt, wird die Suche immer schwieriger. Sie müssen uns alle Veränderungen der Umgebung genau beschreiben, damit wir Nick und seine Freunde benachrichtigen können. Daß Sie sich sofort mit uns in Verbindung gesetzt haben, war richtig, denn wir sind auf Sie angewiesen.“

„Danke, Doktor. Wir halten die Augen offen. Ich möchte Ihren Freund Nick gern kennenlernen.“

„Wir tun alles, damit Sie ihn bald zu Gesicht bekommen. Falls Sie wirklich in der Nähe des Roboters gelandet sind, kann es nicht mehr lange dauern, bis er mit Ihnen zusammentrifft.“

„Vielleicht bleibe ich lieber noch einige Zeit wach, damit ich Sie benachrichtigen kann, falls Veränderungen eintreten. Später kann ›Mina‹ mich ablösen, damit ich etwas Schlaf bekomme.“

„Einverstanden. Hier oben sitzt immer jemand am Lautsprecher, mit dem Sie sich unterhalten können.“

Raeker schaltete das Mikrophon aus und wandte sich an Rich. Der Diplomat sah ihn nachdenklich an.

„Wieviel davon war eigentlich als moralische Aufrüstung für Easy oder mich gedacht?“ fragte er.

„Ich habe alles so gut wie möglich dargestellt“, gab Raeker zu. „Aber ich habe trotzdem nicht gelogen.

Ich weiß, daß ich meine Leute in absehbarer Zeit zu dem Bathyskaphen führen kann; ich gebe aber auch zu, daß ich noch nicht weiß, was sie dort ausrichten werden. Wir haben keine Ahnung, wie die Maschine im Augenblick von außen aussieht, und müssen erst auf Nicks Bericht warten, bevor wir uns für bestimmte Anweisungen entscheiden.“

Rich starrte den Biologen einen Augenblick lang an, dann nickte er leicht. „Das klingt sehr vernünftig“, sagte er. Vielleicht hätte er noch etwas hinzufügen wollen, aber dazu fand er keine Gelegenheit mehr.

„Nein, das klingt geradezu idiotisch!“ Die schrille Stimme war nicht zu verkennen. „Hier wird immer nur davon gesprochen, wie man diesen Wilden beibringen kann, eine Maschine zu reparieren, die ihrer Kultur zweitausend Jahre voraus ist. Dabei steht bei diesem Unsinn nicht nur das Leben eines Menschen, sondern auch das eines Drommianers auf dem Spiel!

Eigentlich müßte doch sogar ein Dreijähriger einsehen, daß nur ein zweiter Bathyskaph Aussicht hat, eine Rettungsaktion erfolgreich durchzuführen. Aber bisher ist von dieser Möglichkeit überhaupt noch nicht gesprochen worden. Ich nehme an, daß Menschen eher an die damit verbundenen Kosten als an das Leben der Betroffenen denken.“

„Ich habe bisher von keinem Funkspruch nach Dromm gehört, in dem ein ähnlicher Vorschlag gemacht wurde“, gab Raeker wütend zurück. „Schließlich ist die industrielle Kapazität Ihres Heimatplaneten mindestens ebenso groß wie die der Erde, und Dromm ist keineswegs weiter von Altair entfernt.

Aber anscheinend sind Sie der Auffassung, die ganze Sache sei eben nicht Ihre Schuld, und kümmern sich deshalb nicht darum.“

Keiner der Anwesenden konnte Aminadabarlees Reaktion beurteilen, denn Rich mischte sich ein, bevor der Drommianer antworten konnte.

„Doktor Raeker, Sie vergessen sich“, sagte er mißbilligend. „Wenn Councillor Aminadabarlee mich begleiten will, werde ich seine wertvolle Anregung mit ihm besprechen. Fall Sie noch einen Vorschlag zu machen haben, können Sie sich mit mir in Verbindung setzen.

Bitte kommen Sie, Sir.“ Die beiden Diplomaten verließen den Raum. Der Wachoffizier warf Raeker einen besorgten Blick zu. „Drommianer lassen sich nicht gern auf diese Weise ansprechen“, meinte er dann.

„Ich weiß“, antwortete Raeker. „Rich hat vorher mit mir darüber gesprochen. Ich habe es nicht absichtlich getan, aber ich wollte Rich auf andere Gedanken bringen.“

„Das ist ziemlich riskant. Der Drommianer kann seine Landsleute so gegen die Erde aufhetzen, daß unser Handel praktisch zum Erliegen kommt.“

„Ja, das habe ich bereits gehört“, erwiderte der Biologe unsicher. „Aber bisher war ich immer der Auffassung, die Lage könne unmöglich so ernst sein.

Vielleicht war ich wirklich zu voreilig. Jedenfalls haben Rich und der Drommianer jetzt etwas zu tun und lassen uns in Ruhe; konzentrieren wir uns lieber auf die Rettung der Kinder. Von jetzt ab lasse ich die Finger aus diesem diplomatischen Pokerspiel.“

„Hoffentlich! Was halten Sie von dem Vorschlag, einen zweiten Bathyskaphen zu bauen?“

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