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Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]

Электронная книга - «Botschafter von den Sternen [Close to Critical - de]». Краткое содержание книги:

Tenebra, die Welt der Extreme, hatte sie eingefangen und ließ sie nicht mehr los. Nur der irdische Robotlehrer — eine Maschine konnte den Versuch zur Rettung der beiden Sternenkinder aus der Hölle von Tenebra unternehmen. Eine Temperatur von über 180 Grad, und ein Luftdruck von 800 Atmosphären und eine planetare Oberfläche, die täglich tiefgreifenden Veränderungen unterworfen war, machten der Maschine nichts aus.
Der Autor hat seit Jahren in den Kreisen der SFAnhänger einen ausgezeichneten Ruf, weil er es wie kaum ein anderer versteht, die Reaktionen von Lebewesen in einer fremden Umgebung lebensecht zu schildern.
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Aber die neue Lage erforderte vor allem neue Pläne.

„Meiner Auffassung nach können wir Fagin nicht sagen, daß er sich einfach an das Ufer halten muß, um mit uns zusammenzutreffen“, meinte Nick besorgt.

„Die Küste verändert sich zu rasch. Außerdem können wir es uns nicht leisten, jede Nacht zehn Prozent der Herde einzubüßen.“

„Ich finde auch, daß wir uns nach einem besseren Platz umsehen müssen“, stimmte Jim zu. „Am besten wäre natürlich eine geschützte Stelle wie diese hier, die nicht jede Nacht unter Wasser gerät.“

„Wißt ihr“, sagte Nancy nachdenklich, „der Hügel wäre gar nicht so schlecht, wenn man nur die richtigen Leute dazu bringen könnte, daß sie sich hier aufhalten.“ Die anderen dachten eine Weile über diesen rätselhaften Ausspruch nach; ihre Stimmung besserte sich erheblich, als sie endlich begriffen, was Nancy damit hatte sagen wollen. Nach zweistündiger Diskussion hatten sie sich auf einen bestimmten Plan geeinigt.

Selbstverständlich konnten sie ihn erst in die Tat umsetzen, als die Landzunge wieder aus dem Wasser auftauchte. Aber dann begannen sie sofort mit der Ausführung.

Die Herde — beziehungsweise ihre Überreste — wurde von Betsey und Oliver auf das Festland getrieben. Nick überzeugte sich davon, daß er seine Axt und das Feuerzeug nicht vergessen hatte, bevor er nach Süden aufbrach. Die anderen Mitglieder der Gruppe schwärmten in verschiedene Richtungen aus und suchten einen besser geeigneten Lagerplatz. Dort sollten sie Nicks Rückkehr abwarten und jeden Morgen zwei Leute zu der bekannten Landzunge schikken, um ihn abzuholen. Wenn er nach zehn Tagen noch nicht zurück war, mußten sie selbst einen neuen Plan ausarbeiten und verwirklichen.

Nick war die Aufgabe zugefallen, mit Fagin in Verbindung zu treten. Er allein hatte gewisse Zweifel daran, daß dieses Vorhaben gelingen würde. Vorläufig konnte er nur hoffen unbeobachtet in die Nähe der Höhlen zu gelangen; alles andere hing von den Verhältnissen ab, die er dort vorfand. Wenn Swifts Leute sich daran gewöhnt hatten, nachts mit Fackeln auf Streife zu gehen, hatte Nick ein zusätzliches Problem zu lösen. Sollte dies nicht der Fall sein, war vieles einfacher — aber dann war Nicks Annäherung um so auffälliger. Aber darüber konnte er sich später noch Sorgen machen.

Am Abend des zweiten Tages erreichte er die Höhlen nach einem ziemlich ereignislosen Marsch. Er hatte einen weiten Umweg nach Westen gemacht, der ihn schließlich an den höchsten Punkt der Felswand führte, in der die Höhlen lagen. Trotzdem hielt er sich bis Anbruch der Dunkelheit weit davon entfernt auf, weil er nicht riskieren wollte, mit einer Jagdgesellschaft zusammenzutreffen, die den vielbenutzten Weg über die Klippen genommen hatte.

Als jedoch die Dunkelheit hereinbrach, nahm er an, daß Swifts Leute in die Höhlen zurückgekehrt sein würden, und näherte sich vorsichtig dem Grat. Er horchte einige Zeit aufmerksam, bevor er schließlich doch den Kopf über den Rand streckte. An dieser Stelle fiel die Wand über hundert Meter tief ab, aber trotzdem bestand die Gefahr, daß Nick beobachtet wurde, obwohl unter ihm noch keine Feuer brannten.

Vor den Höhlen war nichts zu sehen. Nirgendwo brannte ein Feuer, so daß Nick überhaupt nichts zu erkennen vermochte.

Er zog sich wieder zurück und überlegte. Er wußte genau, daß die Höhlen dort unten lagen, und war überzeugt, daß Fagin sich ebenfalls dort befand.

Weshalb kein Feuer brannte, war kaum zu begreifen, aber Tatsachen waren eben Tatsachen. Vielleicht konnte er sich in der Dunkelheit unbeobachtet den Höhlen nähern …? Nein, das war ausgeschlossen, denn der nächtliche Regen mußte bald einsetzen.

Nick sammelte Holz und setzte es mit Hilfe seines primitiven Feuerbohrers in Brand. Er hatte erwartet, daß die Höhlenbewohner den grellen Lichtschein wahrnehmen würden; aber nichts geschah, bis er den zweiten Teil seines Plans ausführte, indem er ein brennendes Stück Holz nach unten fallen ließ. Dann passierte plötzlich alles gleichzeitig.

In dem Lichtschein erkannte er Fagin, der etwa zehn Meter von der Felswand entfernt stand. Ansonsten sah Nick nur Felsen und niedriges Buschwerk.

Aber diese friedliche Szene änderte sich bald.

Als der brennende Stock auf die Felsen aufschlug, ertönten plötzlich laute Stimmen aus den Höhlen.

Falls die Leute also überhaupt schliefen, war es jetzt noch zu früh dafür gewesen. Einen Augenblick später drang Swifts barsche Stimme durch den Lärm.

„Kümmert euch um das Feuer! Werft Holz darauf!

Steht nicht so dumm herum!“ Ganze Horden strömten aus den Höhlen und versammelten sich um das Stück Holz; dann schien allen gleichzeitig eingefallen zu sein, daß mehr Holz benötigt wurde, denn sie rannten in verschiedene Richtungen davon. Nick lachte schadenfroh, als er sah, daß das Feuer erlosch, weil die Höhlenbewohner in ihrem Eifer zuviel über das Stückchen Glut aufgetürmt hatten. Allerdings konnte er sich nicht lange freuen, denn Swift erteilte soeben neue Befehle.

„Seht ihr den Lichtschein dort oben? Das muß ein Feuer sein! Los, kommt mit; wir holen es uns!“ Wie üblich gehorchten die anderen widerspruchslos und rannten hinter ihm her. Nick war überrascht, denn die Höhlenbewohner trugen trotz des zu erwartenden Regens keine Fackeln. Allerdings blieb ihm jetzt kaum noch Zeit für solche Überlegungen, denn die anderen suchten das Feuer, das ihnen nur Nick überlassen konnte.

Er handelte rasch und entschlossen. Nachdem er einen langen Stock aus dem Feuer gerissen hatte, zündete er sämtliche Büsche in der Umgebung an und legte eine breite Feuerspur in Richtung Westen.

Dann rannte er mit einer wesentlich kleineren Fackel den Grat entlang und hoffte, daß der Lichtschein nicht auffiel. Falls die Höhlenbewohner nur Feuer wollten, konnte er zufrieden sein; wenn sie aber seine Verfolgung aufnahmen, würden sie sich vielleicht durch die falsche Fährte täuschen lassen. Nick hatte nicht sehr viel Vertrauen zu seiner Kriegslist, weil er Swifts Fähigkeiten aus eigener Anschauung kannte, aber immerhin konnte der Versuch nicht schaden.

Nick rannte den Grat entlang, erreichte die Stelle, an der die Felswand in einen sanft geneigten Abhang überging, und kletterte zwischen riesigen Felsbrocken ins Tal hinab. Eine Viertelstunde später stand er neben Fagin, ohne daß er von Swifts Leuten bemerkt worden wäre, die noch immer den Grat absuchten.

„Lehrer! Hörst du mich? Ich bin gekommen — Nick!“

„Natürlich höre ich dich. Was hast du hier zu suchen? Bist du an dem ganzen Aufruhr schuld? Was ist überhaupt los?“

„Ja, ich habe die Fackel heruntergeworfen; ich mußte doch wissen, ob du hier bist. Der Rest war eigentlich nur Zufall. Ich bin hier, weil wir herausbekommen haben, wie du fliehen kannst, ohne daß Swift dich später wieder erwischt.“

„Ausgezeichnet. Ich hatte auch schon einen Plan, aber in dieser Beziehung sind unerwartete Schwierigkeiten aufgetaucht. Ich brauche dringend Hilfe und glaube nicht, daß Swift für meine Zwecke geeignet ist. Wie steht es also mit deinem Plan?“

Nick beschrieb die Ereignisse seit Fagins Entführung durch die Höhlenbewohner und erwähnte auch die Halbinsel, auf der die Gruppe die erste Nacht außerhalb des Dorfes verbracht hatte.

„Wir wissen, daß du unter Wasser leben kannst“, fuhr er fort, „deshalb brauchst du nur dorthin zu fliehen und auf Swift zu warten. Er könnte nachts nicht mehr fort, aber du hättest alle Vorteile auf deiner Seite. Wir brauchen neue Waffen, die du Swift und seinen Leuten abnehmen könntest, während sie schlafen. Und wenn dir nichts Besseres einfällt, kannst du sie einfach zu einer Stelle transportieren, wo auch tagsüber Wasser steht.“

„Würden sie es dort lange aushalten?“

„Vermutlich nicht, denn im Meer leben Raubtiere, die unser Vieh angefallen haben. Aber wen kümmert das schon? Swift hat Tom und Alice umgebracht und würde uns alle erledigen, wenn er es für zweckmäßig hielte.“

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