Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn
- Автор: Коллинз Сьюзен
- Язык: немецкий
- Жанр: Любовно-фантастические романы
Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:
Trotz des ausgeklügelten Arsenals an Produkten und Apparaten, die Plutarch in weiser Voraussicht aus dem Kapitol mitgenommen hat, ist es keine leichte Aufgabe, mich auf Beauty Zero zu bringen. Doch mein Vorbereitungsteam kommt gut voran - bis sie sich die Stelle an meinem Unterarm vornehmen, wo Johanna den Aufspür er herausgerissen hat. Als die Ärzte die klaffende Wunde zusammenflickten, haben sie sich nicht darum gekümmert, wie das hinterher aussehen mag. Und so prangt dort jetzt eine wulstige, unregelmäßige Narbe von der Größe eines Apfels. Normalerweise wird sie vom Ärmel bedeckt, doch die Ärmel von Cinnas Spotttölpelkostüm enden knapp über dem Ellbogen. Die Sache ist so wichtig, dass Fulvia und Plutarch zurate gezogen werden. Beim Anblick der Narbe muss Fulvia unwillkürlich würgen. Für die Assistentin eines Spielmachers ist sie ganz schön empfindlich. Vermutlich bekommt sie die unerfreulichen Dinge sonst nur auf dem Bildschirm zu sehen.
»Weiß doch jeder, dass ich an dieser Stelle eine Narbe habe«, sage ich mürrisch.
»Es zu wissen und es zu sehen, sind zwei verschiedene Paar Schuh«, sagt Fulvia. »Die Narbe ist zu abstoßend. Plutarch und ich werden uns in der Mittagspause etwas überlegen.«
»Das kriegen wir schon hin«, erklärt Plutarch mit einer wegwerfenden Handbewegung. »Vielleicht ein Armband oder so was.«
Angewidert ziehe ich mich an, damit ich in den Speisesaal kann. Mein Vorbereitungsteam steht dicht gedrängt am Ausgang. »Wird euch das Essen hierher gebracht?«, frage ich.
»Nein«, sagt Venia. »Wir sollen in irgendeinen Speisesaal gehen.«
Bei der Vorstellung, mit den dreien im Schlepptau den Speisesaal betreten zu müssen, seufze ich still auf. Aber was soll’s, die Leute starren mich sowieso immer an. Viel schlimmer kann es nicht werden. »Ich zeig euch den Weg«, sage ich. »Kommt mit.«
Normalerweise gibt es verstohlene Blicke und leises Gemurmel, wenn ich auftauche. Aber der bizarre Anblick meines Vorbereitungsteams löst heftigere Reaktionen aus. Den Leuten bleibt der Mund offen stehen, sie zeigen mit dem Finger auf uns, Rufe werden laut. »Einfach ignorieren«, weise ich mein Team an. Mit gesenkten Blicken folgen sie mir mechanisch zur Warteschlange, nehmen Schalen mit gräulichem Fisch und Okraschoteneintopf und Tassen mit Wasser in Empfang.
Wir setzen uns an meinen Tisch, neben eine Gruppe aus dem Saum. Sie reagieren ein wenig zurückhaltender als die Leute aus 13, vielleicht sind sie aber auch nur verlegen. Leevy, die in Distrikt 12 in der Nachbarschaft wohnte, begrüßt die drei aus dem Kapitol schüchtern, und Gales Mutter Hazelle, die über ihre Gefangenschaft Bescheid wissen dürfte, hält den Löffel mit dem Okrabrei hoch. »Keine Angst«, sagt sie. »Schmeckt besser, als es aussieht.«
Aber erst Posy, Gales kleine Schwester, bricht das Eis. Sie rutscht über die Bank zu Octavia und berührt zaghaft ihre Haut. »Du bist grün. Bist du krank?«
»Das ist modisch, Posy. Wie wenn man sich die Lippen anmalt«, sage ich.
»Es soll schöner machen«, flüstert Octavia, und ich sehe die Tränen, die jeden Moment überlaufen können.
Posy denkt darüber nach und sagt nüchtern: »Ich glaube, du siehst mit jeder Farbe hübsch aus.«
Die winzige Andeutung eines Lächelns erscheint auf Octavias Lippen. »Danke.«
»Wenn du Posy richtig beeindrucken möchtest, dann solltest du dich pink färben«, sagt Gale und lässt sein Tablett neben meins krachen. »Das ist ihre Lieblingsfarbe.« Posy kichert und rutscht zurück zu ihrer Mutter. Gale nickt zu Flavius’ Schale hin. »Ich würde das lieber nicht kalt werden lassen. Die Konsistenz wird nicht besser.«
Alle fangen an zu essen. Der Gemüseeintopf schmeckt nicht schlecht, aber das leicht schleimige Gefühl im Mund ist schwer erträglich. Als müsste man jeden Happen dreimal hinunterschlucken, bevor er wirklich unten ist.
Gale, der beim Essen normalerweise nicht viel spricht, versucht die Unterhaltung in Gang zu halten und fragt mich, wie es beim Styling war. Ein Versuch, gut Wetter zu machen, das ist mir klar. Gestern Abend haben wir uns nämlich wieder mal gestritten. Er meinte, ich hätte Coin keine Wahl gelassen: Auf meine Forderung nach Straffreiheit für die Siegertribute hätte sie mit eigenen Garantieforderungen reagieren müssen. »Sie ist es, die diesen Distrikt regiert, Katniss. Es darf nicht so aussehen, als würde sie deinem Willen einfach so nachgeben.«
»Du meinst wohl eher, dass sie keine abweichende Meinung ertragen kann, selbst wenn sie begründet ist«, entgegnete ich.
»Ich meine, du hast sie in eine dumme Lage gebracht. Sie musste Peeta und den anderen zu einem Zeitpunkt Straffreiheit gewähren, da wir noch gar nicht wissen, welchen Schaden sie vielleicht anrichten werden.«
»Ich hätte also einfach mitmachen und die anderen Tribute ihrem Schicksal überlassen sollen? Aber was soll’s, das tun wir ja sowieso schon die ganze Zeit!« Und damit schlug ich ihm die Tür vor der Nase zu. Beim Frühstück habe ich mich an einen anderen Platz gesetzt, und als Plutarch Gale am Vormittag zum Training geschickt hat, habe ich mich nicht von ihm verabschiedet. Ich weiß, dass er nur aus Sorge um mich so redet, aber ich brauche ihn auf meiner Seite, nicht auf Coins. Das muss ihm doch klar sein!
Nach dem Mittagessen sieht der Tagesplan für Gale und mich einen Besuch unten bei Beetee in der Waffenabteilung vor. Im Aufzug sagt Gale schließlich: »Du bist immer noch sauer.«
»Und dir tut es immer noch nicht leid«, erwidere ich.
»Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe. Soll ich dich etwa anlügen?«, fragt er.
»Nein, du sollst noch mal darüber nachdenken und zu dem richtigen Schluss gelangen«, sage ich. Aber da lacht er nur. Ich muss mich damit abfinden. Gale lässt sich nicht vorschreiben, was er denken soll. Und ehrlich gesagt, vertraue ich ihm gerade deshalb.
Die Waffenabteilung befindet sich eine Ebene über dem Kerker, wo wir mein Vorbereitungsteam gefunden haben. Ein Gewirr aus zahllosen Räumen voller Computer, Labors, Forschungsausrüstung und Testeinrichtungen.
Wir fragen nach Beetee und werden durch das Labyrinth geschickt, bis vor eine riesige Glasscheibe. Dahinter befindet sich die erste schöne Sache, die ich in Distrikt 13 bisher gesehen habe: die Nachbildung einer Wiese mit echten Bäumen, blühenden Pflanzen und lebendigen Kolibris. Beetee sitzt reglos in einem Rollstuhl in der Mitte der Wiese und schaut einem frühlingsgrünen Vogel zu, der, in der Luft stehend, aus einer großen orangefarbenen Blüte Nektar saugt. Als der Vogel wegfliegt, schaut Beetee ihm hinterher, und da sieht er uns und winkt uns freundlich herein.
Die Luft ist unerwartet kühl und angenehm, gar nicht feucht und schwül. Von allen Seiten hört man das Surren winziger Flügel, das ich im ersten Augenblick mit dem Gesumme der Insekten in unserem Heimatwald verwechsele. Welchem Glücksfall es wohl zu verdanken ist, dass hier so etwas Schönes entstehen konnte?
Beetee ist immer noch sehr blass, doch die Augen hinter der schlecht sitzenden Brille leuchten vor Begeisterung. »Sind die nicht umwerfend? Distrikt 13 hat hier jahrelang das Flugverhalten der Kolibris erforscht. Vorwärts-und Rückwärtsflug, Geschwindigkeiten bis zu hundert Stundenkilometern. Ach, könnte ich dir solche Flügel konstruieren, Katniss!«
»Ich bezweifle, dass ich damit zurechtkäme, Beetee«, sage ich lachend.
»In der einen Sekunde hier, in der nächsten dort. Kannst du einen Kolibri mit dem Pfeil treffen?«, fragt er.
»Ich hab’s noch nie versucht. Ist nicht viel dran an den Dingern«, antworte ich.
»Nein. Und zum Spaß tötest du nicht«, sagt er. »Ich wette, du würdest sie nicht erwischen.«
»Mit einer Falle könnte es gehen«, sagt Gale. Sein Gesicht nimmt diesen abwesenden Ausdruck an, wie immer, wenn er etwas austüftelt. »Man brauchte ein sehr feinmaschiges Netz. Damit müsste man ein größeres Areal einfassen und nur eine etwa einen Quadratmeter große Öffnung lassen, die mit Nektarblüten bestückt wird. Während die Vögel daran saugen, wird die Öffnung geschlossen. Von dem Geräusch würden sie sofort wegfliegen und sich im Netz verfangen.«