Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Die Saga von Garth und Torian
Die Saga von Garth und Torian - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
1 ... 167 168 169 170 171 172 173 174 175 ... 229
Перейти на страницу:

Fassungslos starrte Torian den Nork an. Er spürte kein Entsetzen, keinen Schrecken, nichts. Etwas in ihm weigerte sich, wirklich zu begreifen, was er gehört hatte. Den Schlangendolch hatte sein Vater ihm zum zehnten Geburtstag geschenkt. Einige Sekunden lang blieb Torian wie erstarrt stehen, dann war er mit einem Satz am Schrank und riß das Fach auf, in dem er all die Dinge aufbewahrte, an denen er besonders hing. Er war sicher, daß der Dolch noch darin gelegen hatte, als er am Abend das Kästchen mit dem Ring herausgenommen hatte. Nun war die kunstvoll gearbeitete Waffe verschwunden.

Ganz langsam ergriff das Entsetzen von Torian Besitz, obwohl ihm immer noch eine beharrliche, lautlose Stimme zuflüsterte, daß alles nur ein Alptraum sei.

»Das ist eine Falle. Ihr müßt fliehen, Herr«, drängte Marubur und holte ihn damit in die Wirklichkeit zurück. Ohne ihn weiter zu beachten, stürmte Torian an ihm vorbei. So schnell er nur konnte, rannte er den Korridor entlang, über die Haupttreppe und über einen weiteren Korridor. Schwer atmend erreichte er das fürstliche Schlafgemach und stürmte hinein. Wie angewurzelt blieb er stehen, als er sah, daß Marubur die Wahrheit gesprochen hatte. Sein Vater war tot, im Schlaf ermordet. Aus seiner Brust ragte der Griff eines Dolches, um den sich zwei silberne Schlangen wanden. Wie in Trance trat Torian näher. In sich verspürte er nur Leere; eine Leere, die schlimmer als Trauer oder Schrecken war. Es war eine Betäubung, die seine wahren Empfindungen für den Augenblick verdrängte. Aber der Schmerz würde kommen, und er würde um so entsetzlicher sein. Eine Welt brach für ihn zusammen. Er hatte seinen Vater nicht geliebt, aber –

Von der Tür her erklang ein Schrei. Einer der Leibdiener Limahrts, der offenbar durch die lauten Schritte aus dem Schlaf gerissen worden war, hatte ihn ausgestoßen. Torian wollte etwas sagen, aber er war unfähig, sich zu bewegen oder auch nur einen Ton hervorzubringen. Reglos starrte er auf die Leiche seines Vaters. Limahrts Züge waren noch im Tode zu einer Maske des Schreckens erstarrt, sein Mund zu einem Schrei geöffnet, den er nie ausstoßen würde.

Schwere Tritte und das Klirren von Waffen erklangen von der Tür her, gleich darauf gellte Warlons Stimme: »Er hat den Fürsten ermordet. Ergreift ihn!«

Langsam schaute Torian auf. Keiner der Soldaten machte Anstalten, dem Befehl zu folgen. Auch sie waren vor Entsetzen wie gelähmt. Warlons Gesicht war vor Haß verzerrt, aber weder Überraschung noch Trauer waren darin zu lesen. Und im gleichen Moment begriff Torian alles. Das Rascheln, das er in den Büschen gehört hatte, das Verschwinden des Dolches, Warlons rasches Erscheinen — alles fügte sich zu einem feingewobenen Spinnennetz zusammen. Und er begriff auch, daß alles, aber auch wirklich alles gegen ihn sprach. Es war sein Dolch, und er war scheinbar auf frischer Tat ertappt worden. Niemand würde ihm glauben, und wenn er noch so oft seine Unschuld beteuerte.

Als wäre dieser Gedanke ein Signal gewesen, überwanden die Soldaten plötzlich ihre Erstarrung und drangen in den Raum ein. Torian rannte zwei von ihnen schlichtweg über den Haufen und stürmte zur Tür hinaus. So schnell er konnte, rannte er den Korridor entlang und glaubte zu hören, wie die Soldaten hinter ihm die Sehnen ihrer Bögen spannten.

»Torian!« Die helle Stimme Lyns ließ ihn herumfahren. Lyn trat aus ihrem Zimmer auf den Gang und starrte ihn verständnislos an. Im nächsten Moment schien eine unsichtbare Faust sie zu packen und nach vorne zu schleudern, als zwei Pfeile gleichzeitig ihren Rücken trafen. Sie war bereits tot, bevor sie zu Boden stürzte.

»Nein!« schrie Torian, von unsäglichem Schmerz erfüllt. Vielfach gebrochen hallte sein Schrei von den Wänden des Korridors wider. Eine schwarze Hand schien nach seinem Denken zu greifen und es auszulöschen; gleichzeitig spürte er mehrere Schläge, die ihn zurücktaumeln ließen. Er glaubte die Bisse formloser Ungeheuer zu spüren, die dolchartige Reißzähne in sein Fleisch bohrten, ohne zu begreifen, daß es sich um weitere Pfeile handelte.

Jemand packte ihn am Arm und zerrte ihn in einen Nebengang. Ohne sein Zutun bewegten sich seine Füße vorwärts. Irgendwie erreichten sie die Eingangshalle und das Hauptportal der Burg. »Ich habe ein Pferd für Euch gesattelt«, keuchte Marubur. »Ich werde versuchen, sie etwas aufzuhalten, damit Ihr fliehen könnt.«

»Wozu?« murmelte Torian resignierend. »Lyn ist tot und Warlon –«

»Wollt Ihr, daß sie umsonst gestorben sind – Lyn und Euer Vater? Nur wenn Ihr flieht, könnt Ihr die Morde rächen!«

»Rache«, echote Torian dumpf. Der finstere Nebel in seinem Kopf schien sich ein wenig zu lichten, und er klammerte sich an dieses Wort, auch wenn es keinen wirklichen Sinn für ihn ergab. Ein Glitzern trat in seine Augen. Als der Nork das Portal aufriß und ihn hinausstieß, sträubte er sich nicht mehr. »Ihr irrt Euch!« hörte er Marubur hinter sich den Soldaten entgegenrufen. »Torian ist kein –« Seine weiteren Worte gingen in einem erstickten Wimmern unter.

Torian zögerte nicht mehr. Die Pfeilspitzen jagten bei jeder Bewegung neue Schmerzwellen durch seinen Körper, blutige Kreise tanzten vor seinen Augen. Das Pferd, von dem Marubur gesprochen hatte, stand direkt vor dem Portal. Er wußte selbst nicht, wie er es schaffte, sich in den Sattel zu ziehen und dort zu halten. In halsbrecherischem Galopp jagte er über die enge Gebirgsstraße, während er hinter sich wütende Befehle hörte. Immer dichter wurden die tanzenden Schatten vor seinen Augen. Er ritt fast blind, krallte sich an den Zügeln und der Mähne des Pferdes fest und kämpfte mit aller Kraft gegen die beginnende Ohnmacht an. Ohne sich dessen bewußt zu sein, wählte er den Weg nach Burg Pa’an, und als sich der Nebel vor seinen Augen für wenige Sekundenbruchteile lichtete, erkannte er, daß er sich fast genau an der Stelle befand, wo er vor wenigen Tagen von den Norks überfallen worden war. Plötzlich wußte er, was er zu tun hatte. Mit einem harten Ruck an den Zügeln brachte er das Pferd zum Stehen und ließ sich aus dem Sattel fallen. Er schrie vor Schmerz, als einer der Pfeile abbrach und die Spitze sich noch tiefer in seine rechte Körperhälfte bohrte, quälte sich wieder auf die Beine und taumelte auf die Büsche am Wegrand zu.

Der schmale Pfad, nach dem er und ein Dutzend Soldaten zuvor erfolglos gesucht hatte, lag direkt vor ihm, doch das wunderte ihn nicht. Er hatte nichts anderes erwartet. Irgend etwas hatte ihm, schon als er auf das Pferd gestiegen war, gesagt, daß alles genau so kommen würde. Genaugenommen hatte Kelysar es ihm schon vor Tagen gesagt, doch er hatte die Prophezeiung nicht verstanden und leichtfertig in den Wind geschlagen.

Es gelang Torian noch einmal, Kraftreserven zu mobilisieren, von denen er selbst nichts gewußt hatte. Schritt für Schritt quälte er sich weiter, bis er irgendwann nicht mehr konnte und zusammenbrach. Den Aufprall spürte er bereits nicht mehr. »Sie sind immer noch hinter uns her«, keuchte Shyleen und hieb ihrem Pferd die Stiefelabsätze in die Flanken. Das Fell des Tieres glänzte vor Schweiß. Sie hatten den Pferden alles abverlangt, und lange würden diese den mörderischen Ritt nicht mehr durchhalten können. Ihre Flucht aus dem Gasthaus lag rund eine Stunde zurück, und vor einer halben Stunde hatten sie die Verfolger zum ersten Mal entdeckt. Natürlich war das Fernbleiben des blonden Soldaten nicht lange unbemerkt geblieben. Torian hatte sich nicht einmal die überflüssige Mühe gemacht, den Toten zu verstecken, sondern war nur noch auf sein Pferd gesprungen und wie besessen hinter den Gefährten hergejagt.

Er wandte den Kopf. Weit hinter ihnen brach sich das Mondlicht blitzend auf den Uniformen der Soldaten. Noch hatten sie einen ausreichend großen Vorsprung, aber der Abstand zwischen ihnen und den Verfolgern war bereits kleiner geworden, wenn auch fast unmerklich. Der Boden war aufgeweicht wie nach tagelangem Regen, und ihre Pferde hinterließen deutliche Spuren. Torian bedauerte schon lange, nicht auf Garth gehört, sondern wegen seines knurrenden Magens so unvorsichtig gehandelt zu haben. Natürlich hatten sie den Ärger mit den Soldaten nicht voraussehen können, aber das waren eben die Risiken, deretwegen sie bei halbwegs klarem Verstand auf den gottverdammten Braten hätten verzichten müssen.

1 ... 167 168 169 170 171 172 173 174 175 ... 229
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)